Samstag, 14. September 2019

Spontanheilung gibts wirklich

Die Woche fing genauso bescheiden an, wie das Wochenende endete, mit Schmerzen. Meine Laune war dementsprechend übel und als Dirk mir riet, nun, nach 8 Tagen Schmerzen im Knie, doch mal einen Arzt aufzusuchen, tat ich das auch. Vom Orthopäden bekam ich eine Abfuhr, ich solle zur Notaufnahme oder zum Hausarzt. Glücklicherweise hatte der lange Sprechstunde, so dass ich gegen 18 Uhr dort eintrudelte. Ich schilderte ihm mein Problem und er untersuchte mich, nicht ohne zu bemerken, dass mir der Orthopäde das Laufen besser ausgeredet hätte. Zunächst machte er diverse Tests und ich hatte keine Schmerzen. Doch als er den linken Fuß aufs rechte Knie legte und dann in genau die Stelle drückte, wo es mir am meisten weh tat, ging ich kurz an die Decke. "Alles klar, da haben wirs, Innenmeniskusschaden. Ab zum MRT".  Auch wenn ich es fast geahnt hatte, war ich erstmal am Boden zerstört, zumal er im Falle des Falles eines Abrisses von einer weiteren OP sprach. Darauf hatte ich ja nun überhaupt keinen Bock, war die letzte Arthroskopie am linken Knie doch erst im Januar gewesen!

Ich besorgte in der Apotheke noch die neuen (magenfreundlicheren) Schmerzmittel und bestellte im Sanitätshaus die verordnete Kniebandage. Bereits da spürte ich eine leichte Verbesserung beim Gehen.

Brav ich nahm seit dem vergangenen Samstag dreimal täglich die Nahrungsergänzungen und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

Als ich am Dienstag aufstand, hatte ich keine Schmerzen mehr. Vorsichtig und ungläubig stieg ich die Treppe hinab, doch die Schmerzen blieben weiterhin aus. Ich ging ein weiteres Mal die Treppe rauf und runter, doch ich hatte keine Probleme. Ich konnte es kaum fassen. Mein Knie tat nicht mehr weh. Überglücklich erledigte ich noch einige Dinge, dann fasste ich den Entschluß, eine größere Radtour zu machen, denn das Wetter war herrlich. Gesagt, getan, es wurden 32 Kilometer, ich hatte tatsächlich keine Schmerzen mehr und arbeitete am Abend sogar noch ein wenig im Garten.

Am Mittwoch verschlief ich fast, so gut hatte ich lange nicht mehr geschlafen. Wie euphorisiert startete ich den Tag, fuhr wieder mit dem Rad zur Arbeit und war selten so gut gelaunt gewesen. Dieser spontane freie Tag hatte mir unglaublich gut getan.

Ich vermute, dass der Arzt rein zufällig bei seiner Untersuchung etwas reingedrückt hat, was zuvor irgendwie rausgesprungen oder verklemmt war. Eine andere Erklärung habe ich nicht. Aber ehrlich gesagt ist es mir auch egal, Hauptsache die Schmerzen sind weg. Und das hat bis zum heutigen Samstag gehalten.

Zwei fleischlose Tage möchte ich nach Möglichkeit jetzt einlegen. Diese Woche hats nur für einen gereicht, aber immerhin, für mich bereits eine große Leistung. Auch habe ich deutlich weniger Süßkram gegessen. An den Arbeitstagen versuche ich nach Möglichkeit erst gegen 10.30 Uhr oder 11 Uhr etwas zu Essen. Ich fühle mich rundum besser, was sicher an der Summe der Dinge liegt, die ich aktuell mache (auf die Ernährung achten, fast täglich Rad fahren, Activ Centrum und Five Zirkel, NEM und keinen Alkohol trinken). Ach ja und Meditieren mache ich auch wieder regelmäßig!

Rückblick auf die 2. Woche (09.09. - 15.09.):
Einnahme von NEM (Basico, Green active, Omega-3), kein Alkohol, wenig Süßes

Montag - Schmerzen Tag 8, Laune auf dem Nullpunkt, Arztbesuch
Dienstag - spontan Überstunden-frei, Radtour 32 km, vegetarischer Tag
Mittwoch - mit dem Rad zur Arbeit (21 km), abends five Zirkel, jedoch nur 30 Minuten ohne anderes
Donnerstag - mit dem Rad zur Arbeit (21 km)
Freitag - mit dem Rad zur Arbeit (21 km)
Samstag - Five Zirkel und Studio, 2 Stunden gesamt
Sonntag - geplant 8 km Nordic Walken

Sonntag, 8. September 2019

Selbstversuch

Nun ist der Sommer auch schon wieder vorbei und schrieb ich noch im letzten Beitrag, dass meine Knie aktuell keine Probleme machen und alles richtig gut sei, habe ich seit einer Woche im linken Knie wieder heftige Probleme*. Nicht nur das, auch wurde mir zwischenzeitig ein fortgeschrittenes Schulter Impingement rechts und gleichzeitig eine nicht auskurierte "frozen shoulder" aus 2018 attestiert. Ich denke, das eine hängt mit dem anderen eng zusammen, es ist jedenfalls schmerzhaft und unangenehm und schränkt sehr ein im Alltag. Doch nicht nur über Tag, nachts ist es besonders unangenehm, da ich einfach nicht weiß, wie ich mich hinlegen soll und daher schon lange nicht mehr ungestört durchschlafen kann. Der Orthopäde möchte daher operieren.

Zunächst habe ich dann mal das Internet befragt und habe direkt einige widersprüchliche Thesen gefunden, vor allem bei Liebscher & Bracht. Die sind einfach nur Klasse und haben wirklich tolle Übungen, die sich inzwischen in mehr und mehr Studios und Physiotherapiepraxen wiederfinden. Daraufhin habe ich mich (bei meiner dort arbeitenden Schwiegertocher in spe) im Activ Centrum in Aachen angemeldet. Hier gab es zum einen ein zweimonatiges Schnupperangebot, weshalb ich den Versuch starte ohne mich zunächst zu lange zu binden. Zum anderen liegt der Fokus hier sehr klar auf Gesundheit. Dementsprechend ist das Publikum auch teils älter, weshalb ich mich dort besser aufgehoben fühle, als in einer Ketten-Mucki-Bude. Im Studio gibts den sogenannten Five Zirkel, der mich bereits nach erster Anwendung komplett überzeugte. In welch desolatem Zustand meine Faszien und meine Beweglichkeit wirklich sind, machte der umso deutlicher.

Zusätzlich zum vorherigen Funktionstest, den ich wider Erwarten (vor allem die Kondition war super), bis auf Knie und Schulter, ziemlich gut absolvierte, wurde ich gebeten, meinen Säure-Basen-Haushalt zu testen. Was soll ich sagen?! Ich bin hoffnungslos übersäuert, was mich jetzt nicht wirklich wundert. Ist ein Körper übersäuert, kann eine Entzündung nicht heilen und Schmerzen bleiben. Da ich nun diese Woche so erbärmlich rumgehumpelt  bin, habe ich mir gestern kurzerhand die beiden Präparate geholt, die hier für Abhilfe sorgen sollen. Das sind Basico und Green active. Zusätzlich nehme ich morgens und abends einen Löffel hochwertiges Olivenöl zu mir.

Nun möchte ich hier Tagebuch artig festhalten, was sich wie verändert, in der Hoffnung, dass sich was verändert! Alleine zu Hause schaffe ich es nicht, regelmäßig Übungen zu machen, das hat die Vergangenheit deutlich gezeigt. Auch hoffe ich sehr, dass die beiden Präparate, die nicht gerade günstig sind, ihren Teil dazu beitragen, dass es mir bald besser geht. Doch ist auch nun mal wieder Geduld gefragt, mit der ich es ja bekanntermaßen nicht so habe.

Gestern habe ich schon so gut es ging regeneriert und nichts Großes gemacht, am Abend erstmalig die Kapseln geschluckt. Parallel nehme ich immer mal wieder Arnica in der D6 als Globuli.  Heute morgen dann die ersten Kapseln (empfohlen werden 3 x 2 Stück). Der Plan ist, heute ebenfalls nichts zu machen, was das Knie belasten könnte und morgen werde ich wieder mit dem Auto statt mit dem Rad (eBike) zur Arbeit fahren, um zu sehen, wie es dann am Dienstag morgen aussieht und ob sich schon etwas getan hat. Mittwoch steht dann das nächste Training im Studio an.

Rückblick auf die 1. Woche (02.09. - 08.09.): 
Montag - nichts, heftige Schmerzen immer noch seit gestern Abend
Dienstag - mit dem Rad 8 km Testfahrt, wohoooo wie geil is das denn?!
Mittwoch - mit dem Rad zur Arbeit (21 km), abends five Zirkel, jedoch nur 30 Minuten ohne anderes Donnerstag - mit dem Rad zur Arbeit (21 km)
Freitag - mit dem Rad zur Arbeit (21 km), abends Felix Lobrecht im Eurogress
Samstag - Regeneration, da wieder heftige Schmerzen, 1. Einnahme am Abend von Basico und Green active Sonntag - Regeneration, Tag 2 NEM (Nahrungsergänzungsmittel)

Fazit: eBike fahren ist der Hammer, ich kann den Hype nun absolut nachvollziehen. Ich weiß nicht, was ich aktuell machen soll bezüglich des Knies. Ist das Radfahren hier auch eher kontraproduktiv, auch wenn ich beim Fahren selbst keine Probleme habe? Treppen rauf und runter und selbst normales Gehen bereiten mir heftige Schmerzen. Dazu hatte ich eine sehr heftige Arbeitswoche, so dass ich echt platt war an jedem Tag. Die Regeneration ist mehr als nötig, für den gesamten Körper, nicht nur für die Beine.

* die Schmerzen im Knie fingen an, als ich am vergangen Sonntag mit Dirk eine kleine Runde Gehen/Laufen war, da ich immer noch Wiedereinsteiger bin. Eigentlich sollte ich überhaupt nicht mehr Laufen (auch, wenn der Orthopäde es nicht komplett verboten hat), aber es fehlt mir so und deshalb hatte ich vor 4 Wochen wieder mit einer Mischung aus Gehen und Laufen angefangen. Etwa um die 8 - 9 km, maximal aber nur 2 Kilometer davon gelaufen. So wollte ich kontinuierlich weiter steigern. Das hatte auch wunderbar funktioniert, ich hatte keine Probleme im Anschluss. Leider war wohl das Gelände letzte Woche ein wenig zu profiliert, so dass ich bereits  Schmerzen während des Laufens bekam und dann zum Glück am Ende der Runde war. Beim Aussteigen aus dem Auto zu Hause gab es einen heftigen Stich, eine Verklemmung im Knie und da war der Mist plötzlich da. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres, nur eine dumme Überlastung.

Dienstag, 21. Mai 2019

Alltagsheldin mit diversen Schwächen

Es ist 18.40 Uhr und seit einer knappen halben Stunde läuft unsere neue Waschmaschine, die ich eigenhändig und ganz alleine angeschlossen habe. Ja, stimmt, ich bin ziemlich stolz gerade *lach*.
Jetzt muss nur noch alles einwandfrei funktionieren, also das Abpumpen und so...

Während ich hier sitze und schreibe, höre ich im Hintergrund Rammstein. Seit Freitag ist das neue Album raus und ich bin wieder sehr begeistert von den neuen Songs. "Deutschland" ließ ja schon Großes erahnen, der Song ist nach wie vor mein Favorit von den elf neuen Liedern, doch der Rest enttäuscht auch keinesfalls. "Zeig Dich" und "Puppe" bilden meine Top 3, danach folgt "Hallomann" - wieder ein typischer "Rammstein-Abgrund", weshalb ich die Band so mag. Die menschlichen Abgründe, die sonst gerne totgeschwiegen werden, finden bei ihnen Raum, unterlegt mit harten Gitarren und Schlagzeugbeats, die teilweise bis ins Mark gehen.

Das Beste aber ist die Tatsache, dass wir am Freitag in Gelsenkirchen die Generalprobe für die neue Tour anschauen können! Wir haben das gewonnen, brauchen also auch nichts dafür zu bezahlen - ja, wie geil is das denn bitte!? Über diesen Umstand war ich so happy, dass ich aus den neuen Adidas-Tretern glatt meine eigene Rammstein-Edition gemacht habe, ich fand die Idee einfach witzig. Wir sind so gespannt und freuen uns riesig! Hier gibts eine tolle Zusammenfassung zum neuen Album.



Sonst hab ich aktuell nicht allzu viel zu berichten. Vom Staffelfinale von Game of Thrones war ich ein wenig enttäuscht, irgendwie ging es doch zu schnell, man hätte noch zwei, drei Folgen mehr gebraucht finde ich. Das Ende wirkte mühsam herbeigeführt. Wo ich sonst am Ende einer mich so begeisternden Serie tief berührt und nicht selten weinend ergriffen den Abspann verstreichen lasse, habe ich nahezu nur mit den Schultern gezuckt. Okay, jetzt ist es vorbei. Hm. Schade. Das wars dann. Nein, so ein Ende wirkte mir zu konstruiert. Aber, kann eine solch hervorragende Serie überhaupt ein geeignetes Ende finden? Ich denke nicht.

Was mein Invervallfasten angeht, so bin ich leider ziemlich undiszipliniert. Auf die Waage gehe ich ja schon lange nicht mehr, aber der Bauch ist aktuell recht Kohlenhydrat-geladen ;-). Zwar schaffe ich es, bis 12 Uhr nichts zu essen (außer am WE, wenn Dirk zu Hause ist), aber im Essensfenster habe ich ständig Lust auf Süßes, ob Kuchen oder Lakritze, Kekse oder Schokolade. Ich fürchte, es liegt am Wetter :-). Das geht mir langsam ziemlich auf den Senkel. Nun, wo endlich die verhassten Nachbars-Tannen weg kommen (seit zehn Jahren warten wir darauf!), wird es höchste Zeit für Sonne, die endlich zu unserer Terrasse durchdringen könnte, wäre sie denn da. Aber schimpfe ich nicht übers Wetter, schließlich wars mir letztes Jahr viel zu heiß.

Meinen Knien geht es endlich gut, richtig gut. Ich habe nahezu keine Probleme mehr, habe ich meine Aktivitäten auch sehr runtergeschraubt. Ich denke mal, ich bin jetzt genug verheilt und sollte allmählich die Belastung wieder steigern. Gerne würde ich jetzt anfangen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Nächste Woche hab ich erstmal frei, dann noch zwei Wochen Arbeiten und dann gehts auch schon in den Urlaub. Dieser wird ein absolutes Highlight für Dirk und mich bereit halten, es wird Dirks Geburtstagsgeschenk und hoffentlich eine mega Überraschung. Ich werde berichten.

20 Uhr, die Wäsche ist fertig und alles hat wunderbar funktioniert, keine Überschwemmung im Keller, na also, wer sagts denn :-)




Samstag, 13. April 2019

Rückschritt und Tabula rasa

Die letzten beiden Wochen waren nicht gut bei mir. Ich fühle mich unausgeglichen und nicht auf der Höhe. Morgens werde ich meist schon mit Kopfweh wach und fühle mich verkatert und weiß nicht warum. Schmerzen, sei es in den Knien, in den Füßen oder in der Schulter gehören inzwischen wie selbstverständlich dazu. Mein Frühstück ist neuerdings eine Ibuprofentablette - immerhin passt es ins Intervallfasten ;-). Dass das Wetter nun auch nochmal richtig winterlich kalt geworden ist, trägt nicht gerade dazu bei, dass meine Stimmung sich aufhellt, im Gegenteil. Es drängt mich nach draußen in die Natur, aber der eiskalte Wind bremst mich aus, zwingt mich, drinnen zu bleiben und nur die nötigste Zeit draußen zu sein.

Mit meiner beruflichen Situation habe ich mich arrangiert, nicht mehr, nicht weniger. Spaß ist was anderes. Aber die Zeit geht immerhin ganz gut um, wenn ich im Wareneingang bin und vormittags meine Zeit mit Päkchen annehmen, aufmachen und verteilen verbringe. Eigentlich kein Job für eine Frau, aber so what?! Anpacken konnte ich immer schon gut und schließlich bin ich mir auch nicht zu schade, es zu tun. Aber der Wunsch nach Erfüllung wird immer lauter, schließlich verrinnt mit jedem weiteren Tag meine irdische Zeit. Und die, so habe ich das Gefühl, nutze ich in keiner Weise so, wie es der Schöpfer wohl geplant hatte. Natürlich denkt jetzt sofort jeder, der das liest, ts, ja sicher, das Leben ist kein Ponyhof und ich könnte mir auch schöneres vorstellen, als das, was ich täglich mache...

Die Frage nach meiner wahren Berufung treibt mich schon lange um und ich komme nicht wirklich weiter in dieser Sache. Ich weiß im Grunde, was mein Herz zum Singen bringt, wie es so schön heißt, aber ich weiß nicht, wie ich es umsetzen kann und damit auch ein Auskommen haben kann. Der Mann an meiner Seite ist so bodenständig und realistisch, dass er keinerlei Risiko (schon gar kein finanzielles!) eingehen möchte und ich alleine weiß noch weniger, wie ich es anstellen soll, mir einen kleinen Hof mit ein paar Tieren zu ermöglichen, eine kleine Pension oder ein Café, irgend soetwas in der Art. Der Mann an meiner Seite hat darüberhinaus einen Job, der ihn erfüllt, er verdient etwa viermal so viel wie ich, und er kann mit meinen Spinnereien wenig anfangen, ganz zu schweigen davon, dass er meine Leidenschaft teilt, irgendwo auf dem Land zu leben. Bin ich bloß naiv und stelle mir das Leben wirklich als Ponyhof vor? Was tun? Hoffen und Warten, Anpassen und Ausharren? Weiter funktionieren? Bis... ja, bis was? Der Lottogewinn kommt? Die glückliche Fügung?

Ich habe ein wenig Angst, dass ich irgendwann, vielleicht sogar in Kürze ganz plötzlich und unerwartet ins Gras beiße, vor der Himmelpforte stehe und gefragt werde, ob meine Zeit wirklich reif ist und ob ich mein Leben so gelebt habe, dass ich nun ohne Weiteres in die nächste Ebene eintreten kann. Nein, verdammt nochmal, nein! Auch wenn ich nicht sicher bin, ob es diese nächste Ebene gibt und ob die nicht vielleicht tausendmal besser ist, als das, was hier unten so abgeht... Nein!

Das Leben ist nicht schön. Wer behauptet das ständig, wer redet uns das ein? Es hat nur schöne Momente (und die sind sehr rar). Ich erinnere mich kaum noch. Sind wir doch mal ehrlich, was ist so schön an diesem Leben? Wir kommen auf die Welt und müssen uns sofort fügen und an Regeln halten, wir lernen, so zu sein, wie die anderen, und treten mit ihnen in ständige Konkurrenz, egal ob in Schule, Beruf oder Freizeit. Wir sind von Eltern abhängig, die uns nach gut Dünken erziehen und formen, Lehrern und anderen Autoritäten, die meinen zu wissen, was gut für uns ist. Solange wir funktionieren, wie es ihnen passt, ist alles gut. Aber wehe, wir entsprechen nicht der Norm! Diesen Luxus können wir uns erst wieder leisten, wenn wir älter, eigenverantwortlich sind und auch dann schafft es nicht jeder, sich zu verwirklichen, sondern bleibt angepasst und nur ja schön anständig. Wer von uns kann behaupten, dass er sich selbst liebt und akzeptiert, wie er ist? Uns wurde das nicht beigebracht. Also mir zumindest nicht, ich sollte immer besser sein, nie war es gut genug. Ist das vielleicht der Grund, warum ich das Leben eher negativ empfinde? Weil ich mich selbst nicht liebe, kann ich auch andere nicht  richtig lieben und bin mit der Welt und meinen Gefühlen nicht im Reinen?

Ich habe nahezu vergessen, was Liebeskummer ist, ich weiß nicht mehr, wie es sich anfühlt. Genauso habe ich vergessen, was Leidenschaft bedeutet, die Gier, die Lust aufeinander zu haben, sich zu vermissen, sich sehnsuchtsvoll nach dem Anderen zu verzehren. Ich habe vergessen, wie es ist, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat, an nichts anderes mehr denken kann, als den geliebten Anderen. Ich weiß nicht mehr, was es bedeutet, voll freudiger Erwartung auf etwas zu sein, ich habe die Neugier und den Hunger verloren, weil da kaum etwas ist, was ich nicht schon lange kenne und was so selbstverständlich geworden ist. Meine Gefühle scheinen abgestumpft zu sein. Mir kommt spontan "Au revoir" von Mark Forster in den Sinn... Ist alles so gewohnt, so zum Kotzen vertraut!...

Nein, nicht das wir uns falsch verstehen. Es ist nicht der neue Mann, den ich suche oder gerne hätte. Es ist ein anderes Leben, das ich führen möchte. Witzig, dass gerade das Lied "Don't give up" von Peter Gabriel läuft. "Don't give up, there's a place where we belong"...

Wo ist dieser Ort, wo ich hingehöre? Es fühlt sich nicht so an, als wäre er hier, wo ich bin.

Donnerstag, 4. April 2019

Vom richtigen Maß... oder eben nicht

Manchmal ist es einfach nur ernüchternd. Dieser Kack mit dem Älter werden...

Heute hatte ich einen Kontrolltermin wegen meiner Schulter. Da ist zwar noch nicht alles 100 prozentig okay, aber das ist eh ne längerwierige Sache. Krankengymnastik muss ich jetzt erstmal machen. Bei der Gelegenheit hab ich den (fremden, anderen) Doc (auch Sportarzt) auf meine Kniebeschwerden angesprochen. Er riet mir, ohne das Innenleben meines Knies zu kennen bzw. Bilder vom MRT gesehen zu haben, das Laufen einfach mal durch Radfahren zu ersetzen. Er würde darauf schwören, dass ich dann keine Probleme mehr mit den Knien hätte.

Das meinten ja mein Orthopäde ebenso wie mein Physiotherapeut auch. Walken und Radfahren. Boah. Das alleine hört sich schon alt und krank an, oder? Er grinste, als er meinte, "dass ich ohne Sport auch keine Schmerzen hätte, stimmts?". Ja, stimmt. Je weniger ich mache, umso weniger Probleme habe ich. Aber es fühlt sich nicht gut an, überhaupt nicht gut! Und davon abgesehen kamen die Hauptprobleme ja, als ich im letzten Jahr vermehrt mit dem Rad gefahren bin. Ja, vermutlich in Summe alles zuviel gewesen, ich weiß es ja...

Das richtige Maß ist einfach nicht mein Ding. Entweder ganz oder gar nicht, dazwischen kann ich wohl nicht. Dabei ist es schlichtweg die Ungeduld, die immer noch und nach wie vor mein Hauptproblem ist. Hätte ich mal langsam weiter gesteigert, wäre es vielleicht gut gegangen. Aber nein, Madame muss ja direkt wieder los legen, als wäre alles beim Alten...

Das muss ich jetzt erstmal sacken lassen und überlegen, wie ich vorgehe. Eigentlich will ich laufen. Laufen ist lebendig, laufen ist dynamisch, laufen fühlt sich jung und gesund an. Und laufen dauert nicht so lange, wie walken und ist auch nicht so zeitintensiv wie Rad fahren. Oh man, ich bin echt bedient...