Samstag, 11. November 2017

November 2017

Meine Güte, ist das schon wieder lange her, seit ich zuletzt etwas geschrieben habe!  Dabei schreibe ich doch so gerne...

Stellt Euch vor, ich habe seit dem 20.10. ein neues Auto! Was soll ich sagen? Ich liebe ihn! Kein Scherz, dieses Auto macht mich glücklich. Es ist, wider Erwarten, ein Hyundai i20 in der Yes Plus Variante mit einem schicken Panoramadach geworden, Farbe weiß, mit schwarzen Akzenten und getönten Scheiben, sieht echt sehr sportlich und stylisch aus. Das Ganze hatte sich relativ spontan ergeben, vor allem aber das Modell bzw. die Marke, denn einen Hyundai hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Wäre da nicht meine liebe Kollegin Saliha gewesen, die mir diesen überaus tollen Tipp gegeben hat, wäre es wohl, ganz ladylike, ein Fiat 500 geworden. Doch inzwischen bin ich mehr als froh, dass ich dieses weiße Schätzchen jetzt habe, denn der hat so viel Schnickschnack, dass es mich immer aufs Neue beeindruckt und vor allem fährt er sich super, ganz leise und ach... ich könnte über alles an ihm schwärmen! Selten war ich von einem Kauf so überzeugt, tatsächlich alles richtig gemacht zu haben. Also, wer ein richtig gutes Auto mit etlichen Extras (mein Favorit: Die Lenkradheizung!) und 5 Jahren Garantie in einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, dem kann ich uneingeschränkt den Hyundai empfehlen.

Was gibts sonst noch? Im Job läuft es soweit gut, aber dennoch habe ich mich letzte Woche intern um eine Stelle als Teamassistenz beworben. Zu dem Warum kann und möchte ich nicht allzu viel sagen, aber ich hoffe, dass es die richtige Entscheidung ist, die mir unglaublich schwer gefallen ist. Um einige sehr lieb gewonnene KollegInnen in meiner Abteilung tut es mir jetzt schon sehr leid, aber... ich bin ja nicht aus der Welt, sondern nur in einem anderen Gebäude (wenn es denn klappt!).

Meine Stimmung ist aktuell geprägt von Ungeduld (wegen der Bewerbung) und einer gewissen Unmotiviertheit, die sich auf meine Ernährung und dem nötigen Sport bezieht (Ergo: Unzufriedenheit in puncto Gewicht). Die Couch hat eine überaus hohe Anziehungskraft und was gibts dabei besseres, als einen leckeren Rotwein und Erdnüsse zu genießen?!

Tja, und dann schwebt da noch die 50 über mir, die im kommenden Monat mein Alter sein wird. Oh man, ich hätte nie gedacht, dass mich diese Zahl so beeindrucken könnte. Aber Fakt ist, dass sie es tut. Fünzig, das klingt so mega alt. Ich hatte ja zunächst überlegt, noch einmal etwas größer zu feiern. Aber da ich ja bekanntermaßen am denkbar ungünstigsten Tag des Jahres Geburtstag habe, fällt die Party aus. Fünfzig zu werden ist wahrlich kein Grund zum Feiern, oder? Stattdessen überlegen wir, im Januar eine Woche in die Sonne zu fliegen, denn Dirk hat aktuell ziemlichen Stress im Job und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben, so dass eine kleine Auszeit zum Runterkommen sicher nicht die schlechteste Überlegung ist.

Mit meiner Schreiberei tue ich mich ein wenig schwer. Das Erotik-Kurzgeschichten-eBoook läuft zäh an, weshalb sich auch hier meine Motivation in Grenzen hält, weiterzuschreiben bzw. nachzulegen. Dabei lief es bei dem anderen, ersten Anbieter richtig gut - wirklich zu dumm, dass wir gezwungen waren, zu wechseln. Vielleicht sollte ich mich doch mehr in die Belletristik begeben und Liebesromane schreiben...

Sonntag, 16. Juli 2017

Immer an meiner Seite... und unter meiner Haut ;-)


Gestern war es endlich soweit.

Im Dezember bekam ich zum Geburtstag einen Gutschein für ein neues Tattoo und gestern war der Termin bei Gast-Tätowierer Roland (aus Ungarn) bei Way of Ink (in Aachen). Bis dahin hatte ich allerdings einigen Stress, weil ich mir über das Motiv und die in Frage kommende Stelle in keiner Weise klar war. Feststand eigentlich von Beginn an, dass ich gerne einen Engel haben wollte (weshalb ich überhaupt diesen Gutschein bekommen hatte), weil ich zum einen sehr an deren Existenz in meinem Leben glaube und sie zum anderen auch sammle, ja, Engel sind irgendwie mein Ding, mein Thema. Den Gedanken, jederzeit einen Schutzengel an meiner Seite zu wissen, der nur mein Bestes will und um mein Wohl besorgt ist, finde ich sehr tröstlich. Meinem Schutzengel wollte ich deshalb einen Platz auf meiner Haut geben, besser gesagt unter, oder in meiner Haut. Er heißt übrigens Micha, eigentlich ja Michael, aber Engel sind weder männlich noch weiblich. Und genau das war dann auch das Problem bei der Suche nach einem geeigneten Motiv.

Ich habe das Internet durchsucht, meine Bücher und Engel-Karten und bin leider nicht wirklich fündig geworden. Entweder waren die Engel eher männlich, wie Kämpfer mit Schwertern oder Rüstungen, also sehr martialisch, oder sie waren extrem weiblich, mit sexy Kurven und in Posen, die so gar nichts mit meiner Vorstellung zu tun hatten. Dann gabs da noch die niedliche Hello-Kitty-Variante, wie ich sie nenne, die eher einer Comiczeichnung gleich kam oder eben mehr wie Elfen wirkten. Ach ja, und natürlich gabs da auch noch die üblichen Weihnachts-Rubens-Engel, die eben sehr biblisch aussahen, häufig mit Musikinstrumenten im Arm, dicken Pausbäckchen, goldgelockt und mit einem Heiligenschein. Es war ein Kreuz, den Richtigen zu finden. Na ja, den hab ich eigentlich auch nicht gefunden, ich habe zunächst selbst einen gemalt, der meiner Vorstellung recht nahe kam, quasi eine Mischung aus Elfe und Engel. Bis ich damit aber im Studio landete, war ich zwischenzeitig soweit, das neue Tattoo gänzlich sausen zu lassen, da ich irgendwie nicht davon überzeugt war, wohin es sollte und ob es tatsächlich ein Engel werden würde. Da gabs noch die Überlegung einer Eule, denn die finde ich auch echt Klasse, oder ein Mandala oder oder oder... So eine lebenslang bleibende Entscheidung fällt nun mal echt nicht leicht.

Letztendlich habe ich mich dann aber auch für die linke Schulter entschieden, was die Sache insofern erleichterte, dass es gut zur rechten tätowierten Seite passen würde, also das mit dem Engel und Ranken und so, das war zumindest der Plan.

Als ich dann zunächst alleine ins Studio kam, gab es erstmal eine Verwechslung, da ich mit Pia begrüßt wurde. Ne, ich bin Marion und hab zusammen mit Dirk einen Termin. Hm, ja, kein Problem, ich hatte ja die Karte mit dem Termin zum Glück dabei, worauf auch die Anzahlung notiert war. Dennoch war ich erstmal mächtig irritiert - sowas mag ich überhaupt nicht. Zum Glück war mir Roland wenigstens sofort sympathisch, ebenso sein Helfer und auch sein Musikgeschmack, es liefen die Red Hot Chilli Peppers (einmal bin ich  nämlich an einen Metall-Fan geraten, das war schon krass, weil unterschwellig irgendwie aggressiv). Inzwischen hatte Dirk das Auto geparkt und wir warteten auf den Entwurf und hofften, dass keine Pia unseren Termin durchkreuzen würde, was sie auch nicht tat. Der Entwurf war nach "bitte weniger sexy" und "kein Heiligenschein" dann okay, schließlich wusste ich ja, dass "da noch was geht".

Es ging los. Ich hatte irgendwie ganz vergessen, wie es sich anfühlt, wenn man tätowiert wird, es tat zunächst einmal scheiße weh, was ich mir natürlich nicht anmerken ließ. Nach dem Grundriss mit der dicken Nadel war es dann erträglich und ich spürte kaum noch etwas. Die Schattierungen am Ende wurden dann nochmal fies, aber das Ergebnis gute zwei Stunden später hat mich für alles entschädigt, ich finds einfach nur geil (auch wenn es mehr Michaela als Michael geworden ist):


Der Preis hat mich dann nochmal kurz schlucken lassen, aber es ist eben eine Form von Kunst und ein Unikat, das hat seinen Preis. Dirk war mit seiner Marathon-Zahl auf der Wade schnell durch und ziemlich euphorisiert verließen wir das Studio, um erstmal was Essen zu gehen.

Ob es dabei jetzt bleibt oder ob ich mich nochmal stechen lasse?? Keine Ahnung. Abends im Bett hatte ich jedenfalls schon eine Idee, eine Vorstellung von Etwas, was die linke mit der rechten Schulter zu einem Ganzen verbinden könnte... Mal abwarten :-)



Samstag, 1. Juli 2017

Samstagsfrust

Unten dröhnen Rammstein durchs Wohnzimmer, während ich oben am Rechner sitze und recherchiere. Es ist Samstagmittag und ich bin genervt. Ich könnte die Türe schließen, aber die Bässe würden auch so noch wummern. Nicht, dass ich Rammstein nicht mögen würde, doch, schon, aber Jetzt und Hier empfinde ich es nur als unpassend, weil viel zu laut, was aber wohl auch meiner miesen Stimmung geschuldet sein könnte.

Was los ist? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht (ich mache dann doch mal die Türe zu!).
Schon die ganze Woche über ist meine Feierabendlaune relativ im Keller, wogegen es mir über Tag im Job richtig gut geht, auch wenn ich viel zu tun habe. Oder gerade weil ich viel zu tun habe?

Gestern habe ich mein Zeugnis von der Stadt bekommen, nach zehn Monaten und vermutlich nur auf Grund meines ständigen Nachfragens hin. Es ist gut, mit durchweg nur"stets einwandfrei" und "zur vollsten Zufriedenheit". Aber der letzte Satz, der ja nicht ganz unwichtig ist, ist dann doch der Situation entsprechend kurz und knapp ausgefallen: "Frau Hansen verlässt die Kupferstadt auf eigenen Wunsch. Wir wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen und privaten Lebensweg alles Gute." Okay, ich habe es ehrlich gesagt nicht anders erwartet, weshalb es wohl auch so gekommen ist. Und doch hätten sie sich bedanken können, schließlich bin ich freiwillig gegangen, anstatt die unbefriedigende Situation möglicherweise anderweitig aus zu sitzen und hinaus zu zögern bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Ob ich das Zeugnis überhaupt noch mal brauchen werde, ist fraglich. Trotzdem beschäftigt es mich mehr als mir lieb ist. Genauso wie mein Aufschlagen am Mittwoch in der Schule. Es gab unterschiedliche Reaktionen, von herzlichen Umarmungen bis hin zu eingefrorenen Gesichtern und bösen Blicken. Ja, mein Abgang vor einem Jahr war sicher nicht der nobelste. Aber er war mit Ankündigung, ich habe kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich so schnell wie möglich kündigen möchte, sobald ich eine Alternative gefunden habe. Ja und tatsächlich ging es dann Schlag auf Schlag. Vermutlich nehmen es mir einige Menschen doch übel, dass ich mich nicht anständig verabschiedet habe (mir war leider überhaupt nicht danach). Vielleicht fühlen sich auch manche im Stich gelassen. Wiederum andere mussten ausbaden, dass meine unterforderte Arbeitskraft dann doch irgendwie fehlte, was jedoch nicht meine Schuld ist, wenn die Stadtverwaltung keinen Bedarf an Ersatz sieht. Andererseits weiß ich, dass es inzwischen Ersatz gibt. Aber was auch immer der Grund für die bösen Blicke sein mochte, Haken dran! Ich muss nicht Everybodies Darling sein, was mir gerade ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Was interessieren mich diese ehemaligen Kollegen noch?! Mehr waren sie nämlich nie.

Ruhe. Die Musik ist aus. Nur das Ticken der Uhr und Klappern der Tastatur ist zu hören. In meinem Kopf aber rotieren die Gedanken wie ein tollwütiges Karussell. Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart finden mal wieder keine Ruhe. Ich stehe mir gerade selbst mächtig im Weg und finde das echt sehr anstrengend. Was will ich? Ich könnte jetzt viele Dinge aufzählen, die mir spontan in den Sinn kommen, z. B. nur "essen, ohne ständig auf mein Gewicht achten zu müssen" oder "endlich als Schriftstellerin den Durchbruch zu haben" oder ganz banal nur "Sonnenschein", (denn es ist ungewöhnlich frisch und verregnet für einen 01. Juli).

Nein, vor allem möchte ich, dass diese Melancholie verschwindet, die mich immer wieder überschattet, wie eine zu tief hängende graue Regenwolke. Die an mir klebt wie ein Schatten und die ich schon als einen Teil von mir betrachte, dieser hässliche Teil, der vom Leben so abgenervt ist.

Ich habe diese Stimmungen übrigens nicht, wenn ich die hCG Kur mache und die Globulis nehme. Also schließe ich, dass in meinem Hirn möglicherweise ein wichtiger Botenstoff fehlt. Ich sollte vielleicht einmal mit meinem Hausarzt darüber sprechen. Vermutlich bin ich außerdem auch wieder in der Zucker- und Alkoholfalle. Wäre das die Lösung meines "Problems", ständig auf alles zu verzichten, was damit zu tun hat? Wäre das ein Preis, den ich zu zahlen bereit wäre? Oder müsste ich einfach nur die alten Gewohnheiten ablegen, wie einen zu großen, schmuddeligen Mantel, in dem ich versinke?

Bislang hat immer noch eines geholfen: Ablenkung. Und genau aus dem Grund, gehe ich jetzt in die Küche und fange an, das Essen vorzubereiten. Nützt ja alles nix :-)





Mittwoch, 28. Juni 2017

Alles richtig gemacht!

Es gibt Erfahrungen, die muss man machen, um wieder klarer zu sehen. So wie heute.

Vor einigen Wochen bekam ich eine Einladung zur Abschlussfeier einer der beiden Schulen, für die ich zuletzt gearbeitet habe, bevor ich zu ATESTEO gewechselt bin. Eine Stelle im öffentlichen Dienst freiwillig zu kündigen, das war eine lange und intensive (und ja, auch schwere) Entscheidung. Aber, der Leidensdruck war am Ende so groß und der Zufall ergab es, dass ich eine Stelle in der freien Wirtschaft bekommen konnte. Das ging dann alles sehr schnell und ich bin nach meinem Urlaub nicht mehr zurück gekommen, hab mich daher auch nicht groß verabschiedet. Bloß weg!

Heute, als ich  nun tatsächlich zurück in die Schule bin, um an dieser allerletzten Abschlussfeier teilzunehmen*, denn die Schule schließt und wird jetzt eine Gesamtschule (für die ich dann hätte arbeiten sollen), habe ich wieder die Bestätigung bekommen, dass es die absolut richtige Entscheidung war, zu gehen.

Nein, wenn ich ehrlich bin, habe ich das nie wirklich in Frage gestellt. Dennoch ist es eine tolle Bestätigung, zu fühlen, dass ich alles richtiger als richtig gemacht habe, sofern das überhaupt möglich ist. Es gibt Menschen, mit denen möchte ich einfach nichts mehr zu tun haben, Menschen, denen die Falschheit ins Gesicht geschrieben steht, die ich nicht mehr um mich herum haben möchte, mit denen ich auch nicht mehr reden mag.

Da denke ich doch lieber an meine heutige Mittagspause mit meinen lieben Mädels, allen voran Wiebke, Kristine und heute auch Sylvia; (unsere Lydia ist leider noch krank), alles ganz liebe Seelen, mit denen ich mich prima verstehe. Wenn wir zusammen Essen fühle ich, dass ich angekommen bin. Ich habe sehr nette Kolleginnen und Kollegen, habe ein schönes Büro, einen echt tollen, sehr entspannten Chef und einen Arbeitsbereich, der mich ausfüllt, der abwechslungsreich ist und meistens auch richtig Spaß macht. Das Allerbeste aber sind meine Arbeitszeiten von wöchentlich 28 Stunden, die ich darüberhinaus auch noch völlig flexibel gestalten kann. Jeden Morgen, wenn ich jetzt (seit April) im Wald unterwegs bin vor der Arbeit, danke ich dem lieben Gott für diesen Umstand - kein Scherz, ich bin sehr dankbar für diese kleine Form von Freiheit.

Das heutige Erlebnis war nun hoffentlich der notwendige Schlussstrich, endgültig mit diesem Thema abzuschließen. Alles hat wohl so sollen sein, auch wenn ich das Gefühl hatte, drei Stunden meines Lebens heute Nachmittag sinnlos vertan zu haben. * Denn eigentlich sollte ich heute mein Arbeitszeugnis bekommen, nach knapp 10 Monaten! Aber auch das hat heute  nicht funktioniert.

Egal. Ich mache jetzt einen noch fetteren Haken an die Sache - steckt euch das Zeugnis doch sonstwohin, ich habe eh nicht vor, die Stelle noch einmal zu wechseln. Wenn ich dort aufhöre, dann widme ich mich ganz der Schreiberei und verprasse den dicken Lottogewinn, der mir das ermöglicht (ja ja, is ja gut,  ... träumen wird man ja noch dürfen ;-)) ...

Sonntag, 25. Juni 2017

Das beste Projekt...

... an dem Du je gearbeitet hast, bist DU selbst!

Diesen Satz las ich gerade bei meiner virtuellen Facebook-Freundin Sabine B., die inzwischen auch Admin in unserer "Facebooks Lauffreunde" Gruppe ist. Wir haben es leider immer noch nicht zu einem persönlichen Treffen geschafft. Wie das manchmal so ist, bin ich durch ihre sämtlichen Fotos geklickt, eigentlich nur auf der Suche nach ihrem Tattoo, da ich gerade Inspiration brauche für mein nächstes Tattoo.

Seltsamerweise hat mich der Spruch ziemlich intensiv berührt, so dass ich ganz kurz einen Kloß im Hals hatte und den Anflug von Tränen in den Augen.

... bist Du selbst ... warum reagiere ich so? Und schon wieder packt es mich alleine beim Schreiben dieser drei Worte. Du bist das beste Projekt in Deinem Leben - Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben. Während ich das schreibe, steht neben mir eine rote Kaffeetasse mit weißer Schrift: Schön, dass es MICH gibt. Sie war mein Andenken-Abschieds-Geschenk von meinen lieben Bircher-Mädels aus Lahnstein I.


Irgendwie klappts mit der Selbstliebe immer noch nicht so ganz. Und während ich das gerade schreibe, kommt die Sonne raus. Sunshine, passt. Oder nicht? Denn oft bin ich innerlich alles andere als Sunshine, obwohl ich nach Außen hin die gut gelaunte, unkomplizierte, stets freundliche und hilfsbereite Marion bin, mit der jeder gern zu tun hat, die lacht und strahlt und die man mag. Immer noch überkommen mich diese tieftraurigen Gedankengänge und das Gefühl von Einsamkeit. Das Gefühl einer zerrissenen Familie und der immer wiederkehrenden Frage nach dem Sinn des Lebens, meines Lebens.

Möglicherweise ist dies mit dem Begriff 'depressiv' zu erklären. Eine Krankheit, die ich nicht habe oder haben will, bzw. auch nicht denke, dass ich sie habe. Weil richtige Depressionen viel krasser sind, als diese "krummen Gedanken", die ich nur habe. Meine Mutter meinte einmal zu mir: "Kind, lass dir doch vom Doktor ein paar Pillchen gegen die Melancholie geben". Ja, so geht meine Mutter mit solchen Dingen um. Ein Pillchen und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Ach Mama, eine Umarmung hätte es vielleicht auch getan...

....

Ich muss mich jetzt duschen und fertig machen, denn gleich gehts auf zum Demonstrieren gegen Tihange. Ja, so ist das. Die krummen Gedanken kommen und gehen - zum Glück schafft es das Leben immer wieder, mich abzulenken :-).

In dem Sinne -> einen schönen Sonntag