Mittwoch, 31. August 2011

2. Woche danach, Status, und neue Projekte in Angriff genommen

Die zweite Woche nach der OP ist um und das einzige, was mir ein wenig zu schaffen macht ist mein etwas labiler Kreislauf. Gestern kurz durch den Supermarkt geflitzt, vom Bauch her kein Problem, aber der Kreislauf! Gerade mal ganz vorsichtig und langsam Fenster im Wohnzimmer geputzt und wieder an die Kreislaufgrenze gestoßen. Dennoch werde ich mich gleich ganz vorsichtig auf den Hometrainer setzen und die Beine ein wenig lockern, noch ein wenig Stabi-Training und vielleicht sogar noch ein kleiner Spaziergang (wobei ich im Moment wenig Lust hab, das Haus zu verlassen). Spätestens aber morgen früh ist er fällig, der Spaziergang.

Ich hab mich heute riesig gefreut, als ich eine Karte aus Mademoiselle Lenormands Kartenspiel als Tageskarte gezogen habe (jaaaa, ich bin eine Hexe!! *lach*), es war der Brief, also die freudige Nachricht, und darauf hin zielsicher zum Briefkasten gegangen bin und Post von meinem Chef darin fand! Sag mal einer, es gäbe nichts zwischen Himmel und Erde! Groß war die Freude über die liebe Genesungskarte und das beigefügte Buch, ein Spiegelbestseller, der mir die sportfreie Zeit, die mir sicher sehr schwer falle, versüßen möge! Unterzeichnet von Rektor, Konrektorin und bestem Hausmeister der Welt! Ich war wirklich sehr gerührt und freue mich nun schon umso mehr, meinen Dienst am Montag wieder aufzunehmen!

Des Weiteren stecke ich nun langsam aber sicher in der Planungsphase beim "Projekt 150 km Jakobsweg". Für alle Unwissenden: Ich habe im Laufforum die liebe Heike kennen gelernt, die bereits eine Etappe über den Jakobsweg hinter sich hat. Darüber sind wir mal zufällig ins Gespräch gekommen. Meine Begeisterung war groß, weil ich nämlich auch das heere Ziel habe, über den Jakobsweg zu pilgern (blödes, altmodisches und viel zu religiöses Wort!). Ja, ich gebe zu, Hape Kerkeling war daran nicht ganz unschuldig. Aber, ich bekenne mich ja öffentlich dazu, ein Esoteriker zu sein, und ich möchte einfach mal an meine Grenze gehen. Beim Laufen bin ich nämlich meistens ein Weichei, das nicht gut beißen kann, trotz großem Ehrgeiz, der sich aber leider irgendwie anders äußert, als in hartem Intervalltraining oder einem Schlusssprint an der Kotzgrenze.

Um es kurz zu machen: Ich werde also im April 2012 mit Heike 1 Woche über den Camino wandern und sehen, was da so alles passiert. Ich erhoffe mir davon unter anderem Demut und Dankbarkeit. Vermutlich werde ich dazu einen separaten Blog schreiben, oder ich werde Euch trotz "am Thema vorbei" hier damit behelligen. Mal sehen. Jedenfalls freu ich mich wie Bolle und werde als nächstes die Trekkingschuhe in Angriff nehmen, die ich ja bis dahin noch einlaufen muss. Der Pilgerpass ist beantragt und Heike endlich mal persönlich kennen lernen steht für den 10.10. an. Hach is das aufregend :-) ...

Mittwoch, 24. August 2011

Das Lesen schlauer Bücher...

... macht nicht schneller! Hört, hört!!

Diese überaus weise Aussage, die man mir provokanterweise im Laufforum zukommen ließ, veranlasst mich, ein paar Zeilen dazu zu schreiben, bezog sich das gewiss auf unsere neue Laufbibel.

Ich habe in meinem Leben schon viele "schlaue" Bücher zu allen möglichen Themen gelesen, meistens gings ums Abnehmen und um Ernährung im Ganzen. Neuerdings gehts in den Büchern vermehrt ums Laufen. Weder haben mich die Diätbücher dünner gemacht, noch die Laufbücher schneller. Aber eins haben sie mit Sicherheit alle gemeinsam bewirkt: Sie haben meine Motivation beeinflusst. Positiv beeinflusst, wenn auch teilweise nur kurzfristig. Des Weiteren haben sie mein Wissen ergänzt, vervollständigt und mich nicht zuletzt schlicht und einfach eben "schlauer" gemacht, was man auch von einem schlauen Buch eben so erwartet. Wenn man weiß, wie gewisse Dinge funktionieren und warum sie so funktionieren, wie sie funktionieren, finde ich das toll. Ich bin eben ein Mensch, der gerne weiß, was warum passiert und sich das gerne von Fachleuten erklären läßt. Gut, manche Zeitgenossen sind einfach nur zu gut, die stehen ohnehin über allem drüber und wissen sowieso alles besser, Erfahrung hin oder her...

Ich erwarte vom Lesen eines Laufbuchs nicht, dass es mich schneller macht. Das erwarte ich maximal beim Umsetzen eines Trainingsplans mit einem gewissen Ziel vor Augen. Hier liegt die Betonung auf Umsetzung. Genauso verhält es sich bei der Ernährung; letztendlich bin ich diejenige, die mir etwas Essbares in meinen Mund steckt oder nicht. Dann ist es allerdings gut zu wissen, was das, was ich mir da in den Mund stecke, in meinem Körper, speziell auf meinen Hüften, bewirkt.

Das Lesen schlauer Bücher und Fachzeitschriften* hat somit für mich in erster Linie den Sinn, mich bei der Stange zu halten, mich zu motivieren, weiter zu machen und mein Wissen zu komplettieren. Wenn ich nebenbei irgendwas dadurch besser mache, umso schöner. Aber nichtsdestotrotz liegt die Umsetzung allen Wissens letztendlich nur an mir. Somit bestätigt sich die Aussage, dass das Lesen schlauer Bücher nicht schneller macht. Aber, soweit waren wir ja schon.

Und mal ganz nebenbei gefragt: Wer hat eigentlich gesagt, dass ich schneller werden will? Die Zeiten, als mein Vater gerne eine zweite Ulrike Nasse-Meyfarth aus mir gemacht hätte, sind längst vorbei. Ich bin 43 Jahre alt und werde sicher keine Goldmedaille mehr gewinnen. Mit meinen Zeiten bin ich mal mehr, mal weniger zufrieden, vermutlich wie jeder andere Läufer auch. Ich laufe die 10 km auf 64 Minuten. Ich finde das gar nicht sooo übel. Klar, es gibt immer welche, die unter gleichen Bedingungen schneller sind (wie viele aber sind dazu erst gar nicht in der Lage?!). Und was habe ich davon? Ich setze mich unter Druck, mache mir das Leben schwer, nur um unzufrieden zu sein! Ne, die Zeiten sind durch. Ich laufe nur noch, um fit zu bleiben, um Spaß zu haben. Ich nehme an Wettkämpfen teil, weil ich Ziele brauche, die meine Motivation aufrecht halten. Ich plane im April die Teilnahme am Halbmarathon in Berlin und das just for fun. Mein Ziel: Dabei sein und ankommen. Ein Marathon ist für mich weiterhin undenkbar, wenn auch sicher eine tolle Vorstellung! Die 10 km sub 60 zu laufen, ja, die schwirren vielleicht noch in meinem Kopf rum, aber ehrlich gesagt, ob ich die in 60 oder in 64 Minuten laufen kann, ist doch eigentlich Jacke wie Hose.

Na ja, lesen ist eben nicht jedermanns Sache. Der eine tuts, der andere nicht.
Mir hats zumindest noch nie geschadet.

* Hatte ich bereits erwähnt, dass eine in unserem WC liegende Laufzeitschrift, die mein Mann dort "vergessen hatte" meinen Wiedereinstieg zum Laufen bewirkte?  Beim Durchlesen und -Blättern, machte es bei mir irgendwann wieder Klick! Das ist jetzt über drei Jahre her; der Unordnung meines Mannes sei Dank - ausnahmsweise aber nur!


Dienstag, 23. August 2011

Eine Woche danach

Also, heute ist die OP genau eine Woche her. Es geht mir immer noch sehr gut. Beim Tragen halte ich mich noch zurück, ansonsten hab ich schon gestaubsaugt (und was man sonst so tut wie kochen, Spülmaschine ausräumen, Wäsche aufhängen) und bin eigentlich schon wieder in meinem normalen Alltag drin. Natürlich vorsichtig. Großartig müde bin ich nicht, aber ich merke, wann ich mich setzen oder mal hinlegen muss (dann tut allerdings eher der obere Rücken weh, nicht der Bauch!). Hab heute mit dem Gedanken gespielt, Fenster zu putzen, es aber gelassen. Hab ja noch genug Zeit...

Donnerstag kommen die Fäden raus; wird auch Zeit, die fangen an zu zwicken. In anderthalb Wochen (5.9.) werde ich auf jeden Fall wieder arbeiten gehen.

Morgen früh werde ich eine schöne, etwas größere Runde spazieren gehen. Ich fühl mich super, fast so, als wäre nie etwas gewesen in meinem Bauch. Es ist schon irgendwie unglaublich.

Montag, 22. August 2011

Den Stabi-Trainer eingeweiht

Ich denke mal, dass ich Morgen sicher Muskelkater haben werde.

Dabei habe ich weder geschwitzt, noch gejapst, noch mich anderweitig angestrengt; ich habe nur gestanden und meine Beine und Füße mal nach oben und unten, mal nach rechts oder links bewegt, mein Gewicht verlagert und sonst gar nichts gemacht.

Für alle, die das Ding nicht kennen und sich nun fragen, was man damit überhaupt bezweckt... Man stabilisiert und stärkt die Sehnen und Muskeln und beugt somit Verletzungen vor. Die Übungen, die in Summe vielleicht 10 Minuten dauern sollten, sollen ein verletzungsfreieres Laufen bewirken, also vorbeugen statt heilen. Mal sehen, was es bringt. Ich meine jetzt schon eine sehr positive Wirkung zu spüren. Wenn ich schon nicht laufen kann, dann wenigstens im Stehen was tun - das ist doch mal was, so ganz ohne Schweiß!

Es ist schon erstaunlich, was so ein Stückchen fester Schaumstoff bewirken kann! Vor allem die einfache Steh-Drauf-Übung und mach die Augen zu! Man spürt im ganzen Bein, vor allem aber im Fuß, wie die Sehnen und Muskeln arbeiten und sich anstrengen, das Gleichgewicht zu halten, bis hoch in die Hüfte hinein. Auch im Allerwertesten ist die Wirkung zu spüren. Laut Doc Marquardt ist das Sitzen und ein häufig daraus resultierender Bewegungsmangel eine Wohlstandskrankheit geworden, die wiederum zu Bluthochdruck, Diabetes mellitus und natürlich zu Übergewicht führt. Alles in allem verringert das unsere Lebensqualität, von den Kosten für unser Gesundheitssystem einmal ganz abgesehen! Also, was gibts da besseres als Laufen? Richtig, mit Spaß und ohne Verletzungen laufen! Damit das auch weiterhin klappt, muss man sich immer wieder neu motivieren. Und deshalb:

Lese ich fleißig weiter in unserer neuen Laufbibel, auch, wenn das meine Lust zu laufen extrem schürt...

PS: Nein, ich werde nicht fürs Werbung-machen bezahlt - leider ;-))

Sonntag, 21. August 2011

Nichts tun...

... fällt so schwer!

Ich hab immer gedacht, wenn ich mal nicht mehr arbeiten muss, fallen mir Millionen Dinge, die ich dann wohl tun würde. Gut, all die Dinge sind schon noch präsent, aber wenn man nichts tun darf, ist es dann auch nicht gut. Hier und da ein wenig kramen, ein wenig lesen, ein bisschen internetten, aber mehr ist auch nicht drin. Nur gut, dass das sehr schwüle Wetter auch nicht unbedingt Lust auf Laufen macht.

Als Dirk heute Vormittag allerdings von seiner 22 km Tour zurück gekommen ist, war ich schon ein wenig neidisch, aber da fing es ja auch erst richtig an mit der Schwüle. Jetzt lacht mich auf einmal der Crosstrainer an und der Hometrainer, welcher immer noch in unserem Wohnzimmer steht, will auch irgendwie bewegt werden. Is aba nich. Lediglich der Neuerwerb in Form unseres Doc Marquardt'schen Stabi-Trainers lädt zu einem Draufstellen ein. Immerhin etwas. Darf ich eigentlich im Sitzen ein paar Hanteln schwingen? Wohl eher nicht. Noch nicht. Ist ja auch noch keine Woche her, die OP. Und solange die Fäden noch nicht raus sind, werde ich wohl oder übel wirklich die Socken still halten müssen. Dabei geht es mir so gut. Würden nicht die Nähte hier und da mal ein klein wenig zwacken (vermutlich ein Zeichen der Heilung), würde ich behaupten, es wäre nie etwas gewesen. Schon wirklich seltsam, wie gut ich diesen Eingriff weg stecke, der ja doch nicht ganz ohne ist.

Der Fairness halber muss ich auch sagen, dass die Millionen Dinge, die ich tun würde, wenn..., sich auch darauf beziehen, nie wieder arbeiten zu müssen und jede Menge Geld zu haben, quasi, der Traum vom dicken Lottogewinn wäre wahr geworden. Außerdem bin ich in diesem Traum auch topfit und somit für allen sportlichen Schnickschnack zu haben. Ich glaube, als erstes würde ich mit dem Schatz nach Sylt fliegen, um dort ein Barfußläufchen am Strand zu machen. Jana besuchen und Tomatenbrot in Reiners Osteria futtern - ein herrlicher Gedanke. Wird es auf Sylt eigentlich auch mal schwül? Wohl eher nicht.

Und dann wäre da noch das Fohlen, welches ich mir kaufen würde und mit dem ich sehr viel Zeit verbringen würde, nach meinen morgendlichen Läufen versteht sich; das Mountainbike, mit dem ich durch die Wälder streifen würde, wenn mir nicht nach Laufen ist, das Wohnmobil, mit dem Dirk und ich überall hin fahren, wo wir gerade Lust drauf haben (den Smart auf dem Anhänger), wenn wir gerade mal nicht mit dem Flieger irgendwo in der Welt unterwegs sind, um schöne Fotos für die Homepage zu schießen...

Nein, von dem Haus mit dem Fitnessstudio und dem Schwimmbad mit der Sauna, nein, davon erzähle ich jetzt nichts, den Personaltrainer und die Köchin, die nur gesunde und schlank machende Dinge kocht, lasse ich auch weg. Auch berichte ich nicht weiter von dem Wintergarten und der Terrasse, wo ich gemütlich lesen würde, oder das Atelier, in dem ich meine Bilder male, wenn wir mal nicht die schönsten Fleckchen der Erde aufsuchen würden...

Na ja, träumen wird man ja noch dürfen, oder?

Außerdem..., wer kümmert sich um das Fohlen, wenn wir soviel unterwegs sind ;-)

Freitag, 19. August 2011

Schneller als erwartet

Wieder zu Hause!


Irgendwie ging alles schneller als gedacht, ganz besonders eben, das "wieder auf die Füße kommen nach dem Eingriff", denn hier bin ich schon wieder. Im Nachhinein betrachtet grenzt es fast an ein kleines Wunder, wie das alles so easy gelaufen ist mit der OP. Vermutlich habe ich es doch meiner sehr guten Konstitution zu verdanken, dass ich bereits im Aufwachraum hellwach und klar im Kopf war, mich dort bereits mit dem Personal unterhalten konnte und bereits drei Stunden später schon zum ersten Mal 10 Meter gelaufen bin. Vermutlich lag es aber auch an einer auf den Punkt gesetzten Narkose - Danke Herbert ;-).

Schon am nächsten Tag war ich eigentlich so fit, wie jemand, der bereits 4 Tage hinter sich hat. Ich bin die 2 Etagen, wenn auch langsam und vorsichtig, immer über die Treppe zum Cafe oder Kiosk gelaufen, eben auch als Trombose-Vorsorge und um den Kreislauf langsam in Schwung zu bringen. Alle staunten nur und meinten, ich sei ja fit wie ein Turnschuh, worauf ich immer nur meinte, das könne nur am Laufen liegen.

Bereits am Mittwoch war für mich klar, dass ich nicht bis Sonntag oder Montag dort verweilen wollte, denn diese jene Station auf der ich nun mal lag, ist noch eine der schäbigsten überhaupt in diesem Krankenhaus; viele andere sind schon renoviert und deutlich ansprechender. Wie die Fotos unten zeigen, macht es wirklich überhaupt keinen Spaß, sich dort aufzuhalten und wenn es einem dazu noch so gut geht, wozu also länger bleiben als nötig?! WC und Nasszelle auf dem Flur, nur ein Waschbecken im Zimmer, alles im Charme der 60er Jahre, einfach nur ätzend! Gut, Krankenhaus ist ja nie sonderlich schön und so mit 2 wildfremden Menschen auf so engem Raum sein zu müssen - nicht prickelnd... Aber spätestens als man mir gestern dann eine sich vor Schmerzen windende und stark jammernde Frau aus dem Lybanon aufs Zimmer legte, war klar, dass ich da raus muss, so leid mir die junge Frau, die kein Wort deutsch sprach, auch tat!

Also hab ich mich heute morgen zur Abschlussuntersuchung begeben und alles wurde für Bestens erklärt, so dass ich "auf eigene Verantwortung" das Krankenhaus verlassen habe. Natürlich mach ich weiterhin ruhig und vorsichtig, das verspreche ich hoch und heilig!, und bin demnach allerbester Dinge, dass ich in 6 Wochen wieder langsam mit dem Laufen anfangen kann.

Zu Hause erwartete mich dann eben ein Doc Marquardt Stabi-Trainer, sowie eine Doc Marquardt Laufbibel, eine neue Runners Zeitung und ein Doc Marquardt Buch "Warum Laufen erfolgreich macht und Grünkernbratlinge nicht". Der beste Schatzi der Welt kümmert sich wieder mal rührend um mich! Wie Ihr seht, bin ich also allerbestens versorgt, die nächsten 2 Wochen sinnvoll und nicht laufend auszufüllen, von meinem Jussi Adler-Olsen Thriller mal ganz abgesehen. Außerdem werde ich wohl rechtzeitig zum Schulbeginn wieder arbeiten können - das war meine größte Sorge!

Ach, es ist so herrlich wieder zu Hause zu sein, so mit Laptop und leckerem Kaffee und überhaupt alles....!!!



Es grüßt Euch herzlich,
die Frau mit den Bilderbuchnieren, die fit ist wie ein Turnschuh und dazu auch noch Vorzeigepatientin Nr. 1 genannt wurde *lach*







Sonntag, 14. August 2011

Womens Run Köln 2011

Auf die Frage, wie war es in Kölle...


Ja.... es war diesmal anders und auch teilweise nicht so schön. Es war ja  zuerst geplant, mit Astrid aus dem Laufforum einen schönen, gemütlichen Sightseeinglauf zu machen. Krankheitsbedingt konnte Astrid aber leider nur als Zuschauer-Unterstützer-Taschenwart dabei sein, so dass ich mit Nani und Silke laufen würde, wobei Silke als Rennmaus richtig Gas geben wollte (und somit einen gigantischen Platz 56 erlaufen ist). So kam es dann, dass sich Nani mir und meinem Tempo angeschlossen hat (siehe auch ganz unten!). 


Dieses Jahr bin ich ja zum ersten Mal die 8 mit gelaufen, was eine spätere Startzeit mit sich brachte. Dirk und ich kamen so gegen 16 Uhr am Messegelände an und ich war daran schuld, dass wir uns erstmal kurz verfahren hatten. Im Auto schon mit Astrid telefoniert und als Dirk mich dann mit Tasche raus geschmissen hat (während er in Ruhe einen Parkplatz suchte) durch den Tanzbrunnen gewetzt, ich musste ja noch meine Startunterlagen holen. Das Wetter war übel; 23 Grad beim Aussteigen und schwül ohne Ende, immer wieder Regen. Iris getroffen und im Vorbeifliegen kurz Hallo gesagt, ich war voll in Hektik und schon sichtlich genervt.

Bei der Startnummernausgabe wäre ich am liebsten wieder umgekehrt. Die drei Eingänge waren sowas von verstopft von rein und raus kommenden 5er Läuferinnen, die ihre Garderobe und ihre Urkunden abholten, sowie 8er, die noch ihre Startunterlagen und Garderobe erledigen mussten. Das war so ätzend eng, dass ich kurz vor der Hysterie stand, die Suppe lief mir da schon so die Arme runter, ich war echt schon bedient! So enge Menschenmassen sind ja mal überhaupt nix für mich!

Drinnen wußte ich, dem Handyzeitalter sei Dank, dass Nani bei meiner Startnummernreihe auf mich wartete. Hab dann erst mal eine nette Dani kennen gelernt, die ich fälschlicherweise für Nani hielt. Ich hatte ja nie ein deutliches Bild von Nani gesehen (die ich bislang ja nur aus dem Internet kannte) und hatte demnach meine eigene Vorstellung davon, wie sie wohl ohne Sonnenbrille oder Mütze aussieht. Diese Dani hatte aber dennoch Ähnlichkeit mit ihr (weiblich, Nase, Augen, Mund und Ohren) und weil es auch bei Dani und Nani ausgesprochen nicht viel Unterschied gibt, war das Missveständnis dann perfekt. Erst als ich sie auf ihre kurzen Haare ansprach, kamen wir so langsam dahinter, dass es wohl die falsche Nani ist. Mit den Worten "Trotzdem schön, dich kennen gelernt zu haben", suchte ich dann weiter die richtige Nani und fand sie auch 5 Sekunden später und erkannte sie doch gleich an ihrem freudestrahlenden Gesicht.

Die Startnummer bekam ich ohne mich anstellen zu müssen, ich war ja auch auf dem letzten Drücker unterwegs. Ein T-Shirt in XL gabs leider nicht mehr, auch keins in L, nur noch M und XXL. Da ich in M wie eine rosa Leberwurst ausgesehen hätte, entschied ich mich für ein neues Sleepshirt in XXL. Ich trag die rosa Teile eh nicht zum Laufen, wollte mich aber in M jetzt nicht zum Gespött der Zuschauer machen.

Draußen stand Dirk schon bei Astrid und Silke; kurzes aber herzliches Begrüßen, denn es war ein elendes Getümmel und weil es auch wieder regnete, suchten wir uns ein Plätzchen unter den Pilzen bei der Bühne, die natürlich auch schon heftigst überfüllt waren. Ne, das war alles gar nicht schön und zu dem Zeitpunkt hatte ich wenig Lust auf den Lauf. Männer in babyblauen T-Shirts mit der Aufschrift "Taschenträger" vorn und "Frauenversteher" hinten - um Gottes Willen, wie peinlich is das denn!?!? Zwischendurch immer wieder auch als Frauen verkleidete Männer, was im letzten Jahr noch witzig war, da haben wir nur zwei Exemplare dieser Art entdeckt, war dieses Jahr eindeutig zu viel. Überhaupt war irgendwie von allem zu viel.

Mit Silke wollte ich dann noch mal vorsichtshalber zur Toilette, aber die Schlange von mindestens 40 Frauen davor war uns definitiv zu lang für ein "nur mal vorsichtshalber", wir also unverrichteter Dinge wieder zurück. Dann ging es zum Startbereich, unterwegs bekamen wir diesmal weiße Luftballons in die Hand gedrückt. Das geht ja nu mal gar nicht, die müssen rosa sein, damit man sie am Himmel besser sehen kann. Ja, sagt ruhig ich wäre kleinlich... aber wenn schon Womens Run und rosa, dann auch richtig!

Der rosa Lindwurm, wir waren gefühlt irgendwo in der Mitte denke ich, setzte sich nach dem traditionellen kölschen Einheizen und Mitsingen behäbig in Bewegung. Der erste Kilometer war immer wieder unterbrochen von kurzen Staus an engen Abschnitten, so dass es mit dem Slalomlauf erst ab km 2 - 3 los ging. Nani und ich immer schön zusammen, wir verständigten uns per Augenkontakt und überholten so gut es ging. Es war schon anstrengend, den Läuferinnen und Füßen auszuweichen, Bürgersteige rauf, runter, hin und her, mal abbremsen und langsamer, dann wieder etwas schneller. Die Stimmung unterwegs war unterschiedlich, mal gabs Klatschen und Anfeuern, doch meistens wars imo eher verhalten. Klar, der Wurm ist ja auch ewig lang...

Als der Wendeabschnitt kam, verabschiedete sich mein Kopf und meine Beine wurden weich, ich wollte nicht mehr. Schließlich hatte ich schon die ätzende Treppe zum Dom hoch überstanden und mich danach mit Müh und Not zum Weiterlaufen aufgerappelt, jetzt auch das noch?! Nur durch Hütchen abgetrennt, ging es ungefähr einen knappen Kilometer rauf und runter, wie gemein!! Die Versuchung, durch die Hütchen abzukürzen ist riesig, aber man tut es nicht, weil man sich so beobachtet fühlt. Und dann ging es endlich wieder in den Tanzbrunnen rein, ich fühlte mich da echt am Ende, mein Kopf sicher hochrot und glühend heiß, irgendwie noch weniger Luft zum Atmen, wie eigentlich schon die ganze Zeit über. In der Zielgeraden dann kamen aber noch mal die Kräfte zurück, sicher übertragen durch Nanis Hand. Wir gaben noch mal Gas und liefen, wie erhofft, Hand in Hand über die Matte. Happy klatschen wir uns ab und suchten gleich was zu Trinken. Das Getümmel war schrecklich, aber wenn erst die Erleichterung da ist, ist das dann doch kurzfristig halb so wild. Wir fanden dann auch bald Dirk und die anderen beiden und verzichteten wie erwartet aufs Duschen, es war einfach zu voll.

Wir verabschiedeten uns von Nani und Silke und fuhren dann mit Astrid zurück in die Altstadt. Erst tranken wir im Hardrock-Cafe ein Kölsch und aßen dann bei einem Spanier noch eine Kleinigkeit. Es war ein schöner Tag. Ob ich mir das allerdings nächstes Jahr noch mal antun werde, lass ich erst mal so stehen. Vielleicht dann doch wieder nur den 5er laufen, da war es noch nicht so voll...



Mein/Unser Ergebnis sieht demnach so aus und hier gibts noch ein paar schöne Bilder; vielen lieben Dank auch dieses Jahr wieder an meinen Schatz, der dieses Event so tatkräftig unterstützt und ergänzt hat!!!  Ein Riesendankeschön an der Stelle ganz besonders an Nani, die nicht von meiner Seite gewichen ist, obwohl sie locker hätte deutlich schneller laufen können; es war ganz toll, von Dir begleitet und ins Ziel gezogen zu werden.





















Samstag, 13. August 2011

Es kann los gehen

Frisör - erledigt
Sonnenbank - erledigt
Beine rasiert - erledigt

Geduscht, geföhnt und deodoriert -> Köln - ich bin bereit.

Hoffe nur, dass die Jungs vom Mediamarkt jetzt mal langsam die neue Waschmaschine liefern kommen. Nicht, dass ich nachher noch ohne Dirk nach Köln düsen muss....

Mein Knie zickt ein wenig rum, die Lippe is immer noch dick, aber sonst ist alles im grünen Bereich. Werde dann wohl heute auch wieder mit Bandage laufen. Gleich noch fix das Täschchen packen und auf ins rosa Getümmel. Tempo für heute ist als "moderat anstrengen" betitelt worden. Mal schauen, wie es läuft.

Mein letzter Lauf vor der OP...

Freitag, 12. August 2011

Wieder daheim!

Ja, so schnell geht das. Gestern waren wir gegen 14 Uhr dann wieder zu Hause; abgesehen davon, dass die Fahrt langsam war (so schöne Autobahnen und so ein doofes Tempolimit!), war sie immerhin staufrei. Zack, die erste Maschine Wäsche gewaschen, bisschen gekocht und schon fühlt es sich an, als wäre man nie weg gewesen. Abends nett mit den Nachbarn draußen ein Weinchen geschlürft, bisschen erzählt und das laue Lüftchen genossen.

Gleich gehts zum Frisör, denn morgen steht ja der Womens Run in Köln auf dem Programm und da muss die Frisur sitzen! Leider wird Astrid uns nicht begleiten können, so dass ich mit Nani und Silke alleine laufen werde. An der Stelle noch mal "Gute Besserung, liebe Shorty!"

Die OP rückt immer näher und ich werde langsam nervös. Dirk ist so bemüht, dass es mir die Tränen in die Augen treibt! Jetzt hat er mir zum Lesen fürs Krankenhaus schon Teil 2 und 3 der Adler Olsen Reihe bestellt, den ersten Teil hab ich gestern ausgelesen, und außerdem noch bei Doc Marquardt einen Stabi-Trainer mit Buch und CD für nach der OP und überhaupt fürs Laufen. Dieser Mann ist und bleibt das Beste, was mir in meinen Leben passieren konnte; wenn ich mich schon nicht um mich kümmern kann, so tut er es auf jeden Fall. Irgendwie hat er genug von Allem für uns beide! Unglaublich...

Meine Unterlippe sieht derweil aus, wie die eines kleinen Schimpansen. Zu der offenen Wunde (von Wind und Sonne) ist heute über Nacht noch ein kleines Herpesbläschen dazu gekommen. Ganz toll! Nicht nur, dass das richtig Scheiße aussieht, es tut auch noch super weh. Bis Dienstag muss das weg sein, sonst könnte es Probleme im Krankenhaus geben. Muss dann wohl gleich mal in die Apotheke. Dinge, die die Menschheit echt nicht braucht...

Mittwoch, 10. August 2011

Der Lauf, der mich nachdenklich stimmt

Teil 2:

Der Mann mit der Gelassenheit für zwei hat außerdem auch noch Motivation für zwei. So kam es denn, dass ich heute doch noch ein kleines Abschlussläufchen machte, morgen fahren wir Heim. Dirk war die Strecke und etwas mehr (17 km) heute bereits gelaufen und ließ mich an einem Parkplatz raus, der durch das Naturschutzgebiet mit den Gnus führte. Leck die Socke! Was zuerst noch harmloses Beineausschütteln sein sollte, stellte sich mit dem Gegenwind bald als echte Herausforderung raus. Von Beginn an hatte ich sehr schwere Beine, als wäre ich gestern erst eine größere Runde gelaufen. Die Raupenbahnhügel durch die Dünen gingen irgendwie immer nur bergauf und weit und breit keine Gnus zu sehen. 2 km Gegenwind, dann ca. 700 m von der Seite, die mich fast vom Weg fegten, und erst das letzte Stückchen mit schiebendem Rückenwind. Da, plötzlich ein Fotograf in den Hügeln und siehe da, endlich ein Gnu! Nach 3,5 km stoppte ich die Uhr und fühlte mich, wie soll ich sagen?, einfach nicht zum Laufen geschaffen :(. Ich weiß ja, es gibt immer mal solche Läufe und solche, heute war eben ein solcher. Aber häufen sich die solchen nicht irgendwie? Ich habe den Eindruck, dass mir die letzten Läufe alle sehr schwer gefallen sind, ich einfach nicht fit bin und mir vor allem immer irgendwas weh tut, vor allem danach und meist ist es das Knie oder sogar beide, ab Hüfte wohl gemerkt, zumindest linkerseits. Ne, irgendwie macht es so keinen Spaß.

Ich habe beim anschließenden Tee im Zilte Zoen demnach beschlossen, einen Reset nach dem Krankenhaus zu machen. Alles von vorn, laufen, essen und überhaupt muss irgendwie ein Umdenken bei mir stattfinden. Zwar bin ich gefühlt zum 713 Mal an dem Punkt, aber, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Jetzt geh ich mal Duschen, dann fahren wir was essen und ich hoffe, danach ist der Kopf wieder etwas positiver drauf.

Vielleicht zieht mich auch einfach dieses Grau in Grau ein wenig runter...


Von hellgrau bis dunkelgrau...

Teil 1:

Der Himmel ist zur Zeit ein einziges geschlossenes Grau, aber das in allen Nuancen, von hell bis dunkel und zurück. Zwischendurch gibts mal ein paar Tropfen Regen, aber nichts Schlimmes. Wie gut, dass ich da einen Mann an meiner Seite habe, der von Gelassenheit genug für zwei hat. Während ich die Sonne schwerlich vermisse, sieht Dirk das Ganze sehr entspannt. Na ja, das ist es ja auch trotzdem irgendwie, entspannt. Leider ist es ein wenig ärgerlich, so mit Windjacke und ohne Sonnenbrille in der Strandbude Zeepardje zu sitzen, heißen Tee statt eiskalter Cola-Zero zu schlürfen, statt Flipflops die Asics-Laufschuhe mit Söckchen an den Füßen zu haben.

Aber, Hauptsache frei, Hauptsache ausschlafen und sich nicht groß um was kümmern müssen. Und wenns gar zu bunt mit der Laune wird, wird halt gelaufen, denn dafür ist dieses Wetter hier sowie die Gegend einfach nur perfekt! Ansonsten praktiziere ich gerade das berühmte Tapering vor dem "Wettkampf" am Samstag ;-))...

Montag, 8. August 2011

Lauf durch Dünen und Wald

Wie geplant gabs gerade das Läufchen von Bergen aan Zee bis nach Bergen zurück zum Hotel, in Summe 6 km. Die Beine waren knieabwärts recht schwer wohl vom Radeln gestern, erst ab 3,5 km wurde es lockerer. Jetzt im Sitzen tuts Knie wieder weh. Es nervt!!

Das Wetter war optimal, 16 Grad, Wind von hinten und seitlich, Mix aus Sonne und Wolken.



Der Lauf erinnerte mich irgendwie an eine Raupenbahnfahrt, wellenartig gings rauf und runter, die ganze Zeit. Im Anschluss gut gedehnt, jetzt gehts unter die Dusche und später fahren wir mal nach Alkmaar. Heute gibts irgendwo nen leckeren Pannenkoeken (für GöGaDi, nicht für mich)...



Heute wird gelaufen

Diese Nacht sind wir hier von heftigem Gewitter geweckt worden. Auch am Vormittag gabs immer mal wieder den ein oder anderen Schauer. Inzwischen ist der Himmel teilweise schon wieder blau und die Sonne läßt sich hier und da blicken. Demnach ist die Luft draußen herrlich frisch und sauber, optimal für eine kleine Laufeinheit, geschätzt sind es um die 15 Grad.

Wir hocken hier gerade noch wie die Hacker vor unseren Laptops, lesen uns so durchs www und verdauen derweil unser Frühstück in aller Ruhe. In einer guten Stunde wollen wir los; Dirk setzt mich in Bergen an Zee aus und ich lauf durch die Dünen zurück. Das wird sicher ein toller Lauf!

Heute hab ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Zimmerjungen (= männliches Zimmermädchen) gesehen. Witzigerweise ein Kerl mit Glatze, der auch noch aussah wie Meister Propper. Sehr passend.

Später gibts dann sicher eine Laufberichterstattung.

Sonntag, 7. August 2011

Radtour durch die Dünen

Hier ist das Wetter heute sehr angenehm, inzwischen deutlich mehr Sonne als Wolken, leider nur etwas arg viel Wind (wie man an den heftigen Wellen erkennen kann), der aber immer schnell die Wolken vertreibt. Haben uns heute vom Hotel Fahrräder ausgeliehen und haben ca. 20 km durch die Dünen gemacht. Es war echt anstrengend, teils wegen des heftigen Windes und auch wegen der huckeligen Dünen, also nix mit gemütlich rumcruisen. Aber - dieses Gebiet hier ist einfach der Wahnsinn. Ob mit MTB oder normalem Rad, mit Pferd oder auch als Läufer (sind viele hier zu sehen) oder nur Walker und Spaziergänger, hier kommt man voll auf seine Kosten, MTBs und Pferde haben eigene Wege, echt cool. Hier kann man wirklich kaum anders, als aktiv zu sein.

Habe dennoch eben lesend 2 Stunden auf der Sonnenterrasse gelegen, aber gleicht kommt Runde 2 für heute, diesmal in den Nachbarort. Laufen kann ich nach der Radtour nicht mehr; das steht für morgen auf meinem Plan, dann fährt mich Dirk ans Ende des Dünenweges und ich laufe, hoffentlich mit Rückenwind, ca. 6 km zurück zum Hotel. Darauf freu ich mich schon sehr! Und hier ein paar Impressionen vom heutigen Tag:








Meine Urkunde und Bericht im TV aus Aachen


Der WDR war übrigens auch dabei: http://tinyurl.com/44bkbhz

Samstag, 6. August 2011

1. Aachener Sportscheck Nachtlauf, 05.08.2011

Ein neues Ritual ist geschaffen: Vor dem Wettkampf gibts ab sofort (bzw. seit Berlin) eine ausgiebige Körperpflegeeinheit (Peeling, Rasieren, Eincremen, Augenbrauen zupfen, eben was Frau so macht, wenn sie eigentlich viel Zeit für Dusche & Co. hat). Irgendwie beruhigt mich das und gibt mir ein gutes, frisches Gefühl, es hebt quasi mein Selbstbewußtsein, welches in Puncto Laufen nicht unbedingt das Beste ist.

Gegen 18 Uhr machten wir (Dirk, Florian und ich) uns auf zum Aachener Markt, alles im grünen Bereich, meine Nerven vorbildlich. Vielleicht lags aber auch an dem Nickerchen, welches ich noch vor der Pflegeaktion abgehalten habe.

Auf dem Markt, der als Start- und Zielbereich kulissentechnisch perfekt gewählt ist, genau wie beim traditionellen Silvesterlauf, herrschte bereits reges Treiben, wie schön! Wieder ein Wettkampf durch die Stadt, wie eine knappe Woche zuvor in Berlin. Heute blieb uns aber glücklicherweise der üble Regen erspart, es waren angenehme, fast schon wieder zu warme, 20 Grad und leichter Wind wehte. Diesmal startete ich nur für die 5 Kilometer (und das war gut so). Auch hatte ich mir vorgenommen, nicht zu schnell zu flitzen, zum einen habe ich einen Heidenrespekt vor dem Kopfsteinpflaster (nur gut, dass es heute wenigstens trocken war!) und zum anderen wollte ich einfach Druck raus nehmen. Schnell ist nicht mein Ding, dabei sein und Spaß haben liegt mir mehr. Und dass ich nicht Letzte werde, weiß ich inzwischen auch ;-). Demnach war ich kaum aufgeregt, hatte auch vorsorglich mal meine Bandage angezogen, obs was bringt, wird sich zeigen, immerhin gab sie mir ein gutes, stabiles Gefühl.

Zuerst trafen wir Gorjan, einen befreundeten Arbeitskollegen von Dirk, später noch Sven und Yannic sowie Iris und ihre Freundin. Das ein oder andere inzwischen bekannte Gesicht von anderen Läufen lief uns auch über den Weg. Gorjan und ich waren die einzigen, die nur die 5 Kilometer liefen. Es war schön, mal nicht allein im Startblock zu warten. Mein Forerunner wollte absolut keinen Satelliten empfangen, weder im still stehen, noch im umher laufen, auch kein Reset half, also musste es so funktionieren. Ärgerlich wars trotzdem. Wir liefen erst eine ganze Weile zusammen, dann lief Gorjan vor, weil ich mangels Platz nicht gut überholen konnte. Die Strecke ging 60 % nur über Kopfsteinpflaster und Pflaster und ging mehr oder weniger mitten durch die Innenstadt, da, wo immer die vielen Leute draußen vor den Lokalen sitzen. Somit hatten wir durchweg Publikum, mal mehr, mal weniger enthusiastisch oder überhaupt interessiert. Der erste Teil der Strecke verlief bergab und gerade, dann ging es leicht bergan. Hier merkte ich spätestens, dass ich wieder zu flott gestartet bin. Inzwischen find ich es richtig toll, dass ich mich selber so schnell bremsen und runter holen kann (hat in Leverkusen leider nicht funktioniert). So überholte ich Gorjan bei dem nächsten bergab Stück, wo mein Atem wieder ruhig und gleichmäßig funktionierte.

Das Stück auf dem Markt, wo die meisten Leute standen, war schon toll. Auch wenn hier das Kopfsteinpflaster am gröbsten ist und ich dort das schlechteste Gefühl hatte, Iris und die anderen feuerten mich an, wir klatschten uns ab, das motiviert schon!  Die Musik setzte ich erst in der 2. Runde auf, bevor es wieder bergan ging. Gefühlt war ich langsam unterwegs. Die Strecke war stellenweise eng abgesperrt, so dass die andere Seite noch von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt werden konnte. Auch bot sie reichlich Kurven, was wohl auch sicher Zeit kostete. Die letzten 500 Meter in der Zielgeraden waren echt super. Ich war ziemlich allein auf weiter Flur, so dass ich quasi persönlich ins Ziel geklatscht wurde. Schön! Gleich im Ziel wurde mir meine erste Medaille umgehangen, ich hab mich riesig über das kleine Blechding gefreut. Ein Erdinger alkoholfrei geschnappt und ab zu meinem Schatz, der gleich ein Sieger-Foto von mir schoss. Die offizielle Zeit liegt bei 32:31, damit bin ich sehr zufrieden. Immerhin war die Strecke nicht ganz so locker, wie gedacht.

Dann hieß es noch die anderen anfeuern und fotografieren, so gut es ging. Alles in allem war es ein toller Wettkampf, super organisiert und das Wetter hat optimal mitgespielt. Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr eine Wiederholung gibt.





Freitag, 5. August 2011

Vor dem Nachtlauf

Gerade ist Dirk mit unseren Startunterlagen nach Hause gekommen. Jetzt kommt auch langsam Vorfreude bei mir auf. Und wieder gibts ein schickes Lauf-Shirt, drei Stück in drei Wochen. Außerdem hoffe ich heute Abend auf meine allererste Medaille. Passend zum Lauf ist auch heute der neue kleine MP3 Player für mich geliefert worden, nachdem der Vorgänger sich nicht mehr einschalten ließ. Perfekt!

Gleich gibts noch leckere grüne Bandnudeln mit Lachs, dann noch ein bisschen Wäsche kramen und später werde ich noch ein paar Bilder von unserem Urlaub hier rein hängen. Werde mich sicher heute Abend nach dem Lauf noch mal melden.

Einen schönen Tag wünsche ich Euch!

Dienstag, 2. August 2011

Schneckenslalom an der Elster

oder: Urlaubslauf 2.0

Nachdem wir noch ein gemütliches Frühstück in Berlin hatten, machten wir uns weiter auf den Weg nach Leipzig. Aus Berlin heraus und in den Stau hinein fahrend, stellten wir beide abermals erfreut fest, wie schön (und vor allem wie grün) Berlin doch ist. Mal sehen, wann es uns das nächste Mal nach Berlin verschlägt.

Die Navi-Tante verfluchend, die uns geradewegs in diesen blöden Stau schickte, harrten wir der Dinge, die da kamen. Wie erwartet fing mein Knie bereits nach kurzer Zeit an zu schmerzen. Zum Glück lagen diesmal nur 170 Kilometer vor uns. Unterwegs schluckte ich eine Ibu800, doch so ganz ohne Stopp funktionierte es nicht; die Schmerzen zogen hoch bis in die Pobacke und der gesamte Oberschenkel war in Mitleidenschaft gezogen. Erst die Kaffeepause mit einer kurzen Bewegungseinlage linderte meine Schmerzen. Bevor ich im September zum MRT gehe, sollte ich unbedingt einen 10 km Lauf und eine Stunde Autofahrt vorher machen...

Mit Nieselregen kamen wir in Leipzig im Hotel Royal an. Wir staunten nicht schlecht, als wir beim Einchecken eine Mega-Baustelle vor der Tür des Hotels entdeckten, die sage und schreibe ganze 8 Kräne aufweist. Hier wird eine weitere schicke Einkaufsmeile errichtet (Leipzig hat ja eh erst so wenig Passagen und Geschäfte, da kommen die neuen 127 Läden genau richtig!), eine dazugehörige Tiefgarage inklusive. Aber ehrlich gesagt störte uns das wenig. Im Gegenteil. Wir sind ohnehin Frühaufsteher und es ist wirklich super interessant, den Arbeitern aus dem Fenster des Zimmers heraus auf die Finger zu schauen. Sollte das gerade sarkastisch geklungen haben, war das nicht so gemeint, nein, es ist wirklich interessant, was die so an einem Tag weg arbeiten und wenn die Kräne so einen Meter vor dem Hotelfenster riesige Betonwände transportieren, doch, das hat was! So hautnah sieht mans nicht alle Tage! Doch was red ich hier von Bauarbeitern und Kränen, es geht doch hier ums Laufen...

Heute morgen also um 7 Uhr, ich war eigentlich schon wach, weil die Bauleute wohl schon um  halb sieben anfangen, plärrt Dirks Handy, dass es 7 Uhr ist und die erwartete Tagestemperatur bei 28 Grad liegt. Wie schön! Ich stehe freudig auf, endlich nochmal ein Tag ohne grauen Himmel und ohne Regen, als ich das Elend auch schon sehe: dickster, fettester Nebel, Sichtweite unter 20 Meter! Ich falle mega-enttäuscht zurück ins Bett und hab schlagartig schlechte Laune. Dirk versucht zu retten, was zu retten  ist, überschüttet mich mit Guten-Morgen-Küssen und meint, das sei gleich alles weg, ganz bestimmt! So richtig glauben will ich das ja nicht.

Nach einem Kaffee im Zimmer mache ich mich mal langsam fertig, ich hatte mich schließlich auf den Lauf gefreut und falls es heute wirklich so warm werden soll, wie vorher gesagt, ist laufen zu einem späteren Zeitpunkt keine gute Alternative und heute Abend wollen wir ins Kino in "Nichts zu verzollen". Hm, ein wenig heller ist es wohl schon geworden. So machen wir uns um 7.45 Uhr auf zum Auto und fahren ca. 5 Minuten bis zum Parkplatz am Stadion nahe der Elster. Dirk hat uns einen Plan ausgedruckt, aber meine Strecke scheint idiotensicher, einmal rauf 2,5 km dann links 1 km und zurück 2,5 km, nicht zu verfehlen. Dirks Strecke ist 10 km lang. Los gehts.

Der viele Regen bringt sie an den Tag, die Schnecken, überall, mit und ohne Häuser, säumen sie meinen Weg. Igitt. Peinlich darauf bedacht, nur ja nicht auf sie zu treten, laufe ich Slalom, mache kleine Lauf-ABC-Einlagen sowie Ausfallschritte und Sprünge. Derweil kann ich die feuchte und doch wunderschöne Landschaft entlang der Elster nicht wirklich genießen, weil ich nicht wirklich hinschauen kann, na wegen der Schnecken. Ich finde die laut Plan bezeichneten Stellen ohne Weiteres und laufe, artig auf die Schnecken achtend, weiter bis zum Schluss. So richtig doll wars jetzt nicht, die Beine noch etwas schwer und überhaupt, vielleicht wäre ich doch besser auch mal ohne Musik gelaufen. Da ist auch schon unser Auto auf dem Parkplatz und ein Moment der Unaufmerksamkeit verursacht somit das bis dahin verhinderte "Platsch". Uäääähhh..... ich glaub, ich muss brechen.

Am Auto kurz gedehnt und mit einem Tempo notdürftig den Schweiß ein wenig weg gewischt (weil Handtuch vergessen), es ist kurz vor 9 Uhr. Um 9.10 Uhr denke ich erstmals, jetzt könnte Dirk aber mal langsam kommen. Um 9.15 Uhr werde ich ungeduldig und auch etwas sauer. 9.20 Uhr, ich bin stinkig, verfalle aber allmählich doch in Sorge, gehe hin und her und frage mich, ob Dirk was passiert sein wird. Hat er sich verlaufen oder verletzt? Um 9.25 Uhr bekomme ich nervöses Bauchweh und frage mich ernsthaft, was ich jetzt machen soll. Ich werde noch eine gute viertel Stunde warten, dann fahre ich zum Hotel und schalte die Polizei ein, melde meinen Mann als vermisst oder verunglückt. Um 9.30 Uhr gehe ich zu der Brücke, wo ich eigentlich gehofft hatte, dass Dirk dort jede Sekunde kommen würde. Er kommt nicht, ich stehe da und überlege, blicke derweil auf den Weg, wo wir unsere Runde begonnen hatten. Nach  einer gefühlten Ewigkeit entdecke ich dort Dirk. Na prima, also verlaufen! Ich überlege, ob ich mich hinter einen Baum verstecke und ihm jetzt einen Schrecken einjage. Ich tue es nicht. "Mist, ich hab mich voll verfranzt," meint er völlig außer Atem. Und ich nur so: "Ich frage mich, wozu du immer diese tollen Pläne ausdruckst uns mit schleppst," teils vorwurfsvoll, doch größtenteils erleichtert, dass er endlich da ist. So hat er statt 10 dann 15 km gemacht, wenn auch ungewollt.

Fix geduscht, ab zum Frühstück und da kommt auch endlich die Sonne raus. Nach dem Schrecken wird dann ein wenig Leipzig erkundet. Und morgen gehts nach Eisenach zur Wartburg. Da aber spätestens am Donnerstag wieder Regen angesagt ist, verkürzen wir unseren Aufenthalt dort auf eine Nacht und haben somit einen Tag mehr Ruhe, bevor wir in Aachen am 1. Sportschecklauf am Freitag teilnehmen. Irgendwie lebt dieser Urlaub von der Improvisation. Aber, gibt schlimmeres. Nur ja keinen Stress.