Samstag, 6. August 2011

1. Aachener Sportscheck Nachtlauf, 05.08.2011

Ein neues Ritual ist geschaffen: Vor dem Wettkampf gibts ab sofort (bzw. seit Berlin) eine ausgiebige Körperpflegeeinheit (Peeling, Rasieren, Eincremen, Augenbrauen zupfen, eben was Frau so macht, wenn sie eigentlich viel Zeit für Dusche & Co. hat). Irgendwie beruhigt mich das und gibt mir ein gutes, frisches Gefühl, es hebt quasi mein Selbstbewußtsein, welches in Puncto Laufen nicht unbedingt das Beste ist.

Gegen 18 Uhr machten wir (Dirk, Florian und ich) uns auf zum Aachener Markt, alles im grünen Bereich, meine Nerven vorbildlich. Vielleicht lags aber auch an dem Nickerchen, welches ich noch vor der Pflegeaktion abgehalten habe.

Auf dem Markt, der als Start- und Zielbereich kulissentechnisch perfekt gewählt ist, genau wie beim traditionellen Silvesterlauf, herrschte bereits reges Treiben, wie schön! Wieder ein Wettkampf durch die Stadt, wie eine knappe Woche zuvor in Berlin. Heute blieb uns aber glücklicherweise der üble Regen erspart, es waren angenehme, fast schon wieder zu warme, 20 Grad und leichter Wind wehte. Diesmal startete ich nur für die 5 Kilometer (und das war gut so). Auch hatte ich mir vorgenommen, nicht zu schnell zu flitzen, zum einen habe ich einen Heidenrespekt vor dem Kopfsteinpflaster (nur gut, dass es heute wenigstens trocken war!) und zum anderen wollte ich einfach Druck raus nehmen. Schnell ist nicht mein Ding, dabei sein und Spaß haben liegt mir mehr. Und dass ich nicht Letzte werde, weiß ich inzwischen auch ;-). Demnach war ich kaum aufgeregt, hatte auch vorsorglich mal meine Bandage angezogen, obs was bringt, wird sich zeigen, immerhin gab sie mir ein gutes, stabiles Gefühl.

Zuerst trafen wir Gorjan, einen befreundeten Arbeitskollegen von Dirk, später noch Sven und Yannic sowie Iris und ihre Freundin. Das ein oder andere inzwischen bekannte Gesicht von anderen Läufen lief uns auch über den Weg. Gorjan und ich waren die einzigen, die nur die 5 Kilometer liefen. Es war schön, mal nicht allein im Startblock zu warten. Mein Forerunner wollte absolut keinen Satelliten empfangen, weder im still stehen, noch im umher laufen, auch kein Reset half, also musste es so funktionieren. Ärgerlich wars trotzdem. Wir liefen erst eine ganze Weile zusammen, dann lief Gorjan vor, weil ich mangels Platz nicht gut überholen konnte. Die Strecke ging 60 % nur über Kopfsteinpflaster und Pflaster und ging mehr oder weniger mitten durch die Innenstadt, da, wo immer die vielen Leute draußen vor den Lokalen sitzen. Somit hatten wir durchweg Publikum, mal mehr, mal weniger enthusiastisch oder überhaupt interessiert. Der erste Teil der Strecke verlief bergab und gerade, dann ging es leicht bergan. Hier merkte ich spätestens, dass ich wieder zu flott gestartet bin. Inzwischen find ich es richtig toll, dass ich mich selber so schnell bremsen und runter holen kann (hat in Leverkusen leider nicht funktioniert). So überholte ich Gorjan bei dem nächsten bergab Stück, wo mein Atem wieder ruhig und gleichmäßig funktionierte.

Das Stück auf dem Markt, wo die meisten Leute standen, war schon toll. Auch wenn hier das Kopfsteinpflaster am gröbsten ist und ich dort das schlechteste Gefühl hatte, Iris und die anderen feuerten mich an, wir klatschten uns ab, das motiviert schon!  Die Musik setzte ich erst in der 2. Runde auf, bevor es wieder bergan ging. Gefühlt war ich langsam unterwegs. Die Strecke war stellenweise eng abgesperrt, so dass die andere Seite noch von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt werden konnte. Auch bot sie reichlich Kurven, was wohl auch sicher Zeit kostete. Die letzten 500 Meter in der Zielgeraden waren echt super. Ich war ziemlich allein auf weiter Flur, so dass ich quasi persönlich ins Ziel geklatscht wurde. Schön! Gleich im Ziel wurde mir meine erste Medaille umgehangen, ich hab mich riesig über das kleine Blechding gefreut. Ein Erdinger alkoholfrei geschnappt und ab zu meinem Schatz, der gleich ein Sieger-Foto von mir schoss. Die offizielle Zeit liegt bei 32:31, damit bin ich sehr zufrieden. Immerhin war die Strecke nicht ganz so locker, wie gedacht.

Dann hieß es noch die anderen anfeuern und fotografieren, so gut es ging. Alles in allem war es ein toller Wettkampf, super organisiert und das Wetter hat optimal mitgespielt. Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr eine Wiederholung gibt.





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