Mittwoch, 24. August 2011

Das Lesen schlauer Bücher...

... macht nicht schneller! Hört, hört!!

Diese überaus weise Aussage, die man mir provokanterweise im Laufforum zukommen ließ, veranlasst mich, ein paar Zeilen dazu zu schreiben, bezog sich das gewiss auf unsere neue Laufbibel.

Ich habe in meinem Leben schon viele "schlaue" Bücher zu allen möglichen Themen gelesen, meistens gings ums Abnehmen und um Ernährung im Ganzen. Neuerdings gehts in den Büchern vermehrt ums Laufen. Weder haben mich die Diätbücher dünner gemacht, noch die Laufbücher schneller. Aber eins haben sie mit Sicherheit alle gemeinsam bewirkt: Sie haben meine Motivation beeinflusst. Positiv beeinflusst, wenn auch teilweise nur kurzfristig. Des Weiteren haben sie mein Wissen ergänzt, vervollständigt und mich nicht zuletzt schlicht und einfach eben "schlauer" gemacht, was man auch von einem schlauen Buch eben so erwartet. Wenn man weiß, wie gewisse Dinge funktionieren und warum sie so funktionieren, wie sie funktionieren, finde ich das toll. Ich bin eben ein Mensch, der gerne weiß, was warum passiert und sich das gerne von Fachleuten erklären läßt. Gut, manche Zeitgenossen sind einfach nur zu gut, die stehen ohnehin über allem drüber und wissen sowieso alles besser, Erfahrung hin oder her...

Ich erwarte vom Lesen eines Laufbuchs nicht, dass es mich schneller macht. Das erwarte ich maximal beim Umsetzen eines Trainingsplans mit einem gewissen Ziel vor Augen. Hier liegt die Betonung auf Umsetzung. Genauso verhält es sich bei der Ernährung; letztendlich bin ich diejenige, die mir etwas Essbares in meinen Mund steckt oder nicht. Dann ist es allerdings gut zu wissen, was das, was ich mir da in den Mund stecke, in meinem Körper, speziell auf meinen Hüften, bewirkt.

Das Lesen schlauer Bücher und Fachzeitschriften* hat somit für mich in erster Linie den Sinn, mich bei der Stange zu halten, mich zu motivieren, weiter zu machen und mein Wissen zu komplettieren. Wenn ich nebenbei irgendwas dadurch besser mache, umso schöner. Aber nichtsdestotrotz liegt die Umsetzung allen Wissens letztendlich nur an mir. Somit bestätigt sich die Aussage, dass das Lesen schlauer Bücher nicht schneller macht. Aber, soweit waren wir ja schon.

Und mal ganz nebenbei gefragt: Wer hat eigentlich gesagt, dass ich schneller werden will? Die Zeiten, als mein Vater gerne eine zweite Ulrike Nasse-Meyfarth aus mir gemacht hätte, sind längst vorbei. Ich bin 43 Jahre alt und werde sicher keine Goldmedaille mehr gewinnen. Mit meinen Zeiten bin ich mal mehr, mal weniger zufrieden, vermutlich wie jeder andere Läufer auch. Ich laufe die 10 km auf 64 Minuten. Ich finde das gar nicht sooo übel. Klar, es gibt immer welche, die unter gleichen Bedingungen schneller sind (wie viele aber sind dazu erst gar nicht in der Lage?!). Und was habe ich davon? Ich setze mich unter Druck, mache mir das Leben schwer, nur um unzufrieden zu sein! Ne, die Zeiten sind durch. Ich laufe nur noch, um fit zu bleiben, um Spaß zu haben. Ich nehme an Wettkämpfen teil, weil ich Ziele brauche, die meine Motivation aufrecht halten. Ich plane im April die Teilnahme am Halbmarathon in Berlin und das just for fun. Mein Ziel: Dabei sein und ankommen. Ein Marathon ist für mich weiterhin undenkbar, wenn auch sicher eine tolle Vorstellung! Die 10 km sub 60 zu laufen, ja, die schwirren vielleicht noch in meinem Kopf rum, aber ehrlich gesagt, ob ich die in 60 oder in 64 Minuten laufen kann, ist doch eigentlich Jacke wie Hose.

Na ja, lesen ist eben nicht jedermanns Sache. Der eine tuts, der andere nicht.
Mir hats zumindest noch nie geschadet.

* Hatte ich bereits erwähnt, dass eine in unserem WC liegende Laufzeitschrift, die mein Mann dort "vergessen hatte" meinen Wiedereinstieg zum Laufen bewirkte?  Beim Durchlesen und -Blättern, machte es bei mir irgendwann wieder Klick! Das ist jetzt über drei Jahre her; der Unordnung meines Mannes sei Dank - ausnahmsweise aber nur!


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