Freitag, 30. September 2011

1 Monat wieder Nichtraucher *freu*

Kurze Bilanz, da ich heute wieder umgeben von Rauchern war und dementsprechend stinke ;-).

Ich bin nun 31 Tage wieder rauchfrei und sehr happy darüber. "Geschmeckt" hatte es mir ja ohnehin schon lange nicht mehr und von "genießen" kann wohl auch keine Rede gewesen sein. Heute war ich dann mal wieder bei Onkel und Tante und wurde von rechts und links eingeräuchert. Gut, hat mich in dem Moment jetzt nicht gestört, dafür hab ich die beiden Menschen eben einfach zu lieb um ihnen das übel zu nehmen, aber spätestens, als ich wieder in meinem Auto saß und mich der Nikotingestank umgab, war ich mehr als froh, dieses Laster hoffentlich nun für immer los zu sein.

Gut, ich habe manchmal sehr große Heißhungerattacken und Süßgelüste, die ich vermutlich mit dem Rauchen einer Zigarette kompensieren oder überbrücken könnte, vielleicht sogar komplett ausschalten könnte... Aber ich denke, auch das kriege ich auf kurz oder lang noch in den Griff. Jetzt, wo ich wieder regelmäßig laufen kann, sehe ich dem Ganzen sehr positiv entgegen. Richtig blöde ist wohl, dass ich sehr oft träume, dass ich wieder rauche. Dann ist der Frust darüber so groß (und fühlt sich auch so echt an). Der Gedanke, wieder komplett bei Tag 1 anfangen zu müssen, diesen ersten Tag überhaupt zu schaffen, total schrecklich. Ich bin dann jedesmal heilfroh, wenn ich wach werde und fest stelle, es sind doch nach wie vor schon über 30 Tage! Also, das Thema ist leider immer noch sehr präsent, schließlich war ich ja auch bereits mal über 3 Jahre rauchfrei. Die Gefahr, in schwachen Momenten rückfällig zu werden, ist immer gegeben, vor allem, bei privatem bzw. persönlichem Stress (hier gemeint ist der zwischenmenschliche). Dabei ändert eine Zigarette überhaupt nichts an irgendwelchen Situationen; sie belohnen nicht, sie beruhigen nicht, und sie lösen vor allem keine Probleme. Ja, wenn das nur immer so logisch und einfach wäre...

Nach dem gestrigen Lauf mit Dirk, der schneller ausgefallen ist, als ich eigentlich wollte, habe ich heute noch nicht einmal Muskelkater. Auch dem Knie gehts wieder besser, ich darf halt nicht zu lange sitzen. Gleich werde ich noch brav meine Stabi-Übungen machen, der nächste Lauf steht morgen früh an. Wieder mit Dirk und vermutlich wieder im 7er Bereich. Ich freu mich schon!

Passend zum Thema gabs bei Achim Achilles heute auch einen Beitrag zum Thema "Rauchen und Laufen". Guckst Du hier, wenn Du magst.

Donnerstag, 29. September 2011

Durch Avantis mit Dirk

Heute stand mein 3. Lauf an. Geplant war mit Dirk eine Runde durch Avantis zu drehen, als Bremse für ihn, denn er ist im Tapering für Sonntag. Das Wetter war traumhaft, 25 Grad sonnig, die Strecke aber größtenteils im Schatten der Hecken, was ich als sehr angenehm empfand. Über die Felder dem Sonnenuntergang entgegen, am Klatschmohn vorbei. Für mich war es anstrengend und am Ende doch sehr zufriedenstellend, 5,1 km in 36:05, pace 7:02. Dirk zieht mich immer irgendwie, obwohl er meist einen halben Schritt hinter mir läuft und ich das Tempo vorgebe - seltsam. Ja, und am Ende hat er dann noch einen schnellen Kilometer dran gehangen, während ich gefühlt im Sauerstoffzelt lag ;-).

Mein Knie tat heute schon den ganzen Tag über immer wieder mal weh; nach dem Lauf wars dann etwas schlimmer. Ich denke, ich hab über Tag zu viel gesessen und die Beine um den Bürostuhl gewickelt - nicht gut!

Dienstag, 27. September 2011

Ein Akt der Selbstbeherrschung

Lauf 2 nach der Pause. Draußen schon fast dunkel, aber noch 18 Grad warm. Konnte mich, wie gesagt, auch heute essenstechnisch nicht gut organisieren, hab zu spät zu viel gegessen, schlimmer noch, die Erdnussbrocken umhüllt von weißer Schokolade aus dem Aldi danach. Die Dinger sind so lecker, dass ich die halbe Tüte... ach Scheiße, vergessen wirs! Wird mal wieder Zeit für hochdisziplinarische, innere Einkehr!

Mit zu vollem Bauch also los, selbe Runde wie Sonntag. Salat, Nudeln, Putensteak und jede Menge Erdnussbrocken schaukelten und schwappten in mir herum. Die dazwischen in großen Massen befindliche Luft bahnte sich teils geräuschvoll und sehr angestrengt ihren Weg ins Freie und bremste mich so richtig schön aus. Es war grauenvoll. Die Luft, die raus wollte, verhinderte irgendwie, dass neue Luft rein konnte. Außerdem war die Angst, irgendwelches Viehzeugs zu inhalieren so groß, dass ich mit zusammen gepressten Lippen lief.

Somit war die Hälfte der Strecke ziemlich krampfig. Erst am Wendepunkt lief es leichter, auch wenn ich da bereits in den sehr dunklen Wald rein lief. War schon etwas gruselig, die Eicheln und Kastanien, die so knackend herunter fielen und dann die Nebelschwaden auf der Wiese. Aber irgendwie auch schön. Und es waren auch noch erstaunlich viele Läufer, Walker und Hundefuzzis unterwegs, also Angst hatte ich nun überhaupt nicht (höchstens die, dass mir das Essen doch noch aus dem Gesicht fällt).

Ich war dann ziemlich froh, als die Runde nach 4,3 km zu Ende war. Natürlich war ich deutlich langsamer als Sonntag, aber das hab ich ohnehin wegen des Muskelkaters erwartet. Der war aber mehr vom Yoga als vom Laufen, denke ich (Leiste und innerer Oberschenkel). Der Puls von 160 bpm spricht wohl auch für sich.

Fazit: Es muss wieder wesentlich besser werden mit der Disziplin und dem Essen!!!

Sonntag, 25. September 2011

Wiedereinstieg gelungen

Ich denke, es war ein Zeichen, dass ausgerechnet heute der Berlin-Marathon stattfand. Heute, am Tag meines Wiedereinstiegs nach 6 Wochen Pause und genau ein halbes Jahr vor meiner geplanten Teilnahme am Berlin-Halbmarathon.

Nach dem obligatorischen Balisto-Kaffee-Frühstück schauten wir uns erst noch in Ruhe den Marathon-Start an. Perfektes Wetter, auch bei uns. Ohne Pulsgurt gings dann raus und solange die Uhr die Satelliten suchte, brav Lauf-ABC gemacht. Das Stabi- und Yogatraining von gestern merkte ich doch ein wenig in den Beinen, aber kaum der Rede wert. Die ersten beiden Kilometer hat Dirk mich begleitet und von Beginn an lief es gut. In der Sonne war mir fast schon wieder zu warm, ich bin halt keine Schönwetterläuferin. Der Lauf verlief recht unspektakulär, es war ein schöner Morgen, für den ich aber ich nicht wirklich Augen hatte, achtete vermutlich zu sehr auf meinen Körper. Wenn ich nicht ein wenig knapp mit der Luft gewesen wäre, hätte ich gedacht, ich hätte keine 6wöchige Pause hinter mir. Beine, Bauch, alles kein Problem; nur die Luft war ein wenig dünn, vermutlich war ich doch auch etwas schnell unterwegs. Aber mit der Aussicht, nur 4 km zu laufen, war das ok.

Nun muss ich überlegen, wie es vernünftig weiter geht mit meinem Wiedereinstieg. Ich denke, dass ich nun von Woche zu Woche etwa einen Kilometer steigern werde, so dass ich spätestens ab November wieder bei 10 km bin.

Die Bilder vom Berlin-Marathon haben große Vorfreude geweckt und das Lauffieber neu entfacht - ich bin wieder da!

Hier noch der Lauf in Zahlen: 4,2 km in 7:05 pace. Der Forerunner hat mal wieder eine grobe Abweichung, die sich durch Zickzack-Messung nachvollziehen, wenn auch nicht erklären lässt. Da wärs dann sogar ne pace von 6:47 gewesen. Mit meinem ersten Lauf bin ich also mehr als zufrieden!

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag. Wir werden heute noch ein wenig cachen gehen. 

Freitag, 23. September 2011

Runnersworld und Physio

Runnersworld
Nachdem ich ja schon länger meine geistigen Ergüsse mehr oder weniger öffentlich Kund tue, ist mir nun eine erste Veröffentlichung gelungen. Die Runnersworld hat einen Beitrag von mir online gestellt, nämlich diesen hier. Ich freu mich riesig.
...

Physiotermin
Gestern hatte ich endlich mal wieder einen Physiotermin. Eigentlich ja mehr Akupunktur, aber nebenbei hab ich eine tolle Stabi-Übung für mein Knie gezeigt bekommen. Für alle Interessierten versuche ich sie mal so gut es geht zu erklären:

- Auf den Rücken legen
- Knie auf 45 Grad anwinkeln
- Fersen fest in den Boden drücken, Zehenspitzen zeigen nach oben
- Fersen außerdem Richtung Gesäß "ziehen", ohne die Position zu verändern
Hier spürt man eine deutliche Anspannung der hinteren Beinmuskulatur
- Halten und von 21 bis 25 zählen, entspannen
Die Übung kann man noch erweitern in dem man
- Das Gesäß anspannt und
- Den Bauch einzieht
Das Becken darf bei dieser Übung nicht vom Boden abheben.


Die Übung soll 15 mal wiederholt werden und danach eine komplette Dehnung (Beine ausstrecken, Arme lang über den Kopf ausstrecken) erfolgen. Dann den Satz noch 2 x durch führen, also insgesamt 45 Wiederholungen mit 3 Pausen. Echt viel, wie ich finde! Mal sehen, wie lange ich das täglich schaffe, die Übung zu machen *pfeif*

Dienstag, 20. September 2011

Kein schöner Tag

Bad News
Wie schnell sich manchmal Launen ändern können, das ist schon faszinierend. Gerade noch gut drauf und alles im grünen Bereich und im nächsten Moment liest man eine SMS und alles ist Scheiße. Dann, wenn eine liebe Freundin die Diagnose Herzrhythmusstörungen erhält, in Verbindung mit sofortigem Sportverbot und einem Aufenthalt im Krankenhaus, am besten sofort. Sowas kann einen ziemlich runter ziehen. Das Treffen am kommenden Samstag, worauf man sich eigentlich schon seit Wochen freut in Verbindung mit dem Lichterlauf in Duisburg, wird somit nicht statt finden. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig geschockt. Wir haben ja hin und her überlegt, was es sein könnte, dass ihr Puls hier und da beim Laufen so verrückt spielt und in die Höhe schießt, aber eigentlich wollten wir nicht ansatzweise in Erwägung ziehen, dass es wirklich etwas Ernstes sein könnte. Nein, ausgeschlossen, das kam nicht in Frage. Nun hat sie die Diagnose und nun heißt es weiter suchen und hoffentlich das Problem so schnell wie möglich lösen. Jetzt heißt es erstmal abwarten. So ein Mist.

Loslassen tut weh
Als wäre diese Stimmung nicht schon mies genug, stelle ich fest, dass mir mein Sohn irgendwie immer fremder wird, nachdem er kurz zum Essen hier war. Seit er nicht mehr bei uns wohnt, sehen wir uns höchstens einmal pro Woche, wenns schlecht läuft auch 14tägig nur. Dann erzählt er mir von seiner Arbeit, er ist ja jetzt stolzer Azubi, die er ganz toll findet und dass er so froh ist, nicht mehr zur Schule zu gehen. Das alles freut mich sehr, dass es ihm gefällt, dass er sich wohl fühlt und nette Kollegen hat, ihm alles dazu wirklich Spaß macht. Wenn er mir aber dann erzählt, dass er sich stark blutend verletzt hat, dass er außerdem eine ganz heftige allergische Reaktion auf einen Mückenstich hatte und deshalb sogar ein Antibiotikum nehmen musste, was ihm wiederum heftige Magenprobleme verursacht hatte, so dass er zu Hause bleiben musste, dann macht mich das alles nur sehr traurig. Ich krieg das jetzt nur so am Rande mit und dabei bin ich doch seine Mutter, ich müsste mich doch kümmern, so, wie ich es in den letzten 18 Jahren getan habe, jeden Tag und wenn es sein musste auch jede Nacht. Und nun geht das alles auch ohne mich. Ja, es bahnte sich an, das Loslassen, das "die Zeit ist reif, allein zu fliegen". Ja, es hatte den Anschein, als provozierte er es, aus dem Nest geschubst zu werden. Ja, und obwohl es sich anbahnte, trifft es mich irgendwie unvorbereitet und obwohl ich glaube, nicht so eine dieser typischen Glucken gewesen zu sein, fällt es mir schwer und tut es mir weh, dieses besagte Loslassen. Natürlich freue ich mich auch, wenn er so gut zurecht kommt, so selbständig ist, verantwortungsbewusst und ja, irgendwie erwachsen wohl, hab ja auch meinen Teil genau dazu beigetragen und bin sehr stolz auf ihn. Aber ich fühle mich dabei so außen vor, um nicht zu sagen ausrangiert. Hab ich mich vor kurzem noch über das Abgeben der Verantwortung gefreut, die ich fast 18 Jahre mehr oder weniger alleine getragen habe, vermisse ich sie inzwischen irgendwie. Und nein, eigentlich will ich sie gar nicht mehr haben, diese Bürde der Verantwortung für einen anderen Menschen! Mein Gott, wie schwer ist sie mir oft auf meinen Schultern gewesen, genau diese Verantwortung! Nein, ich will sie wirklich nicht zurück. In Liebe und Dankbarkeit loslassen, mit dem Wissen, mein Bestes getan zu haben und weiterhin bei Bedarf einfach nur da zu sein und Verantwortung auch weiterhin zu tragen, wenn sie erforderlich ist. Ja, das will ich.

Doch noch was Sportliches am Ende
Um diesen Eintrag nun nicht vollends "offtopic" zu halten, gibts auch noch 15 geradelte Kilometer, allerdings mit simsen zwischendurch und einem Telefonat, also nicht wirklich bei der Sache gewesen. Vermutlich werde ich morgen noch eine Radeinheit, dann aber mit vollem Schweißeinsatz, machen und am Sonntag werde ich einen ersten Lauf angehen. Ich fühle mich einfach soweit und bis auf 2 Tage sind die 6 Wochen dann auch um. Eigentlich wollte ich einen Eintrag voller Euphorie und Vorfreude schreiben, aber es waren dann doch eher die traurigen Emotionen, die diesen Blog heute prägen. Immerhin hatte der Schatzi gerade in Frankfurt einen ganz tollen 22 km Lauf, mit Flugzeugen die starten und landen, kletternden Eichhörnchen und sogar einem Hirsch, der ihm gemütlich vor die Füße gelaufen ist. Dabei im 6er Schnitt unterwegs, mit einem Puls von 138 - das klingt doch einfach nur super! Und weckt meine Vorfreude doch wieder ein wenig :-)

Sonntag, 18. September 2011

11 Kilometer oder: Nicht unser Tag!

Gestern sind Dirk und ich nach dem Mittagessen denn mal los, um unseren allerersten Geocache zu suchen. Bei dieser Gelegenheit hatte ich wieder meine neuen Camino-Schuhe an, die mir ganz schön warme Füße bescheren. Ich habe ja leider eher mit zu warmen als zu kalten Füßen (ganz unweiblich) zu tun und hoffe wirklich, dass das keine Probleme gibt in Spanien. Heiße Füße sind nämlich genauso ätzend, wie kalte!

Wir also mit Dirks Handy als Navigator los und den ersten Cache auch recht gut gefunden. Da war doch tatsächlich gestern schon mal jemand vor uns da! Echt ne witzige Sache und vor allem mal was anderes, als nur dumm durch die Gegend zu spazieren. Wir also ganz im cache-Fieber noch auf der Suche nach einem Zweiten, aber das Handy wollte nicht so recht und außerdem wartete zu Hause im TV die Partie HSV gegen Gladbach, wir also nach einem cache und ca. 5 km wieder nach Hause. Käffchen gemacht und beim Rausholen der Milch aus dem Kühlschrank fliegt mir ein Becher Sahne entgegen. Schön über die Bux und quer durch die Küche! Feine Angelegenheit, vor allem so schön fettig. Ich also noch mal fluchend und wischend durch die Küche (ohne Hose) auf allen Vieren gekrabbelt und das Chaos wieder beseitigt. Super, hatte ja am Vormittag erst die Küche geputzt!

Gegen Ende des Spiels stellt Dirk plötzlich fest, dass seine heiß geliebte Kette mit dem Unikat-Anhänger, die er von mir zum 40. Geburtstag bekommen hatte, weg ist. Große Aufregung. Das Lederband selbst finden wir dann auf der Kellertreppe, aber der Anhänger bleibt verschollen. Wir also wieder in die Wanderlatschen und ab, die Strecke zurück bis zum Cache, denn dort war die Kette noch da, weil ich sie ihm zurecht gezupft habe. Die Augen am Boden klebend und ziemlich schweigsam alles abgesucht, nichts. Den Weg dann noch mal zurück, aber wieder ohne Erfolg. Ich versuche Dirk so gut es geht zu trösten, bekommt er eben eine Neue beim nächsten Geburtstag, ich sehe das ziemlich gelassen, im Gegensatz zu ihm. Aber wir haben unser Möglichstes getan und den Spaziergang somit auf 11 Kilometer erhöht. Ich bin leicht verschwitzt und groggy.

Als ich zu Hause dann noch ein wenig mit Wäsche und Ständern rum krame, haue ich den Benjamin aus den Socken, der Baum fällt um und die Hälfte der Blumenerde landet im Wohnzimmer. Ich hätte ihn schon längst mal umtopfen sollen! Ne, heut ist irgendwie nicht mein Tag, schimpfe ich laut vor mich hin. Ein Blick zu Dirk, "Ne, und deiner auch nicht!", ergänze ich mich selbst. Um diesen doofen Tag, der eigentlich gar nicht so schlecht anfing, zu einem vernünftigen Ende zu bringen, wollen wir bei Reiner um die Ecke einen leckeren Salat essen gehen und ein Weinchen trinken. Doch schon von weitem lässt sich erahnen, dass dort heute eine geschlossene Gesellschaft feiert, was die rauchende Kellnerin vor der Tür sofort bestätigt. Prima, passt doch! Wir gehen zurück nach Hause und lassen uns von Hallo Pizza einen Salat kommen, ich trinke zwei Gläser Sekt, schaue alleine einen Horrorfilm auf Sky an (was ich sonst noch nicht mal in Gesellschaft tue!), während Dirk oben am Rechner sitzt. Gegen halb elf werde ich wach und schleiche mich ins Bett. Tag vorbei.

Donnerstag, 15. September 2011

Beim Arzt ...

... gewesen, aber nichts Neues erfahren.

Der Befund von Januar ist soweit geblieben. Eigentlich ist das Knie 10 Jahre weiter als der Rest von mir, der Knorpel ist verschlissen. Im Grunde genommen ist es nicht schlimm, aber eben auch nicht gut, weil es doch hier und da richtig fies weh tut. Doofe Situation, denn machen kann man da nichts, nur die Muskulatur stärken. Ja, man könnte Radeln und Schwimmen anstelle von Laufen, aber das ist nicht in meinem Sinne.

Tipp von Sportler zu Sportlerin und Kniegeschädigtem zu Kniegeschädigter, also weniger von Arzt zu Patientin: Vor dem Laufen ein Rheumamittel nehmen, dann tuts hinter her nicht so weh. Kein Scherz. Viel mehr bliebt mir nicht übrig, brav Kräftigungsübungen machen und sehen wie es geht. Da weißte Bescheid.

Mittwoch, 14. September 2011

Schuhe eingeweiht

Nachdem ich heute für 2 Minuten Zahnarzt (alles super, Frau Hansen!) ganze 40 Minuten mit dem Auto gefahren bin (vielleicht sollte ich mir doch mal einen neuen Zahnarzt in unserer Nähe suchen), bin ich noch ne Runde durch den heimischen Herbstwald spaziert, um die neuen Trekkingschuhe für den Camino einzuweihen. Die Jack Wolfskin Freiheit* leider nicht gespürt, vielleicht lags an meiner Fjäll Räven Jacke.

Abertausende von Läufer kamen mir derweil entgegen und mein Herz blutete und die Füße zuckten. "Hey, normalerweise laufe ich auch immer hier!", hätte ich denen am liebsten entgegen gerufen. Mit gesenktem Haupt und mich in meiner Haut unwohl fühlend (obwohl ich auf die Walking-Stöcke gezielt verzichtet hatte) bin ich auf 3 km in knapp 30 Minuten gekommen.

Noch 2 Wochen, dann darf ich auch wieder. Unglaublich, dass schon 4 Wochen vergangen sind, in denen ich nicht gelaufen bin. Mein letzter Lauf, der Womens Run in Köln, kommt mir vor, als wärs am Wochenende gewesen.



* Schöner Song von "The Walkabouts, Devil in the details"

Samstag, 3. September 2011

Ungehalten Teil II

Um meine allernächste Umwelt also nicht weiter mit meiner schlechten Laune zu belästigen, bin ich dann mal fix nach Berlin rüber... Also, mental, meine ich. Während mein Nachbar nebenan einen Höllenlärm mit dem Kärcher veranstaltet (ja, ist schließlich Samstag), greife ich in meiner Not zum MP3-Player und komme auf seltsame Gedanken. Wenn man nicht laufen kann, wird man zwangsläufig kreativ, scheint mir. Ich versuche mich also demnach in "mental-running". Hab sowas mal gelesen im Zusammenhang mit Leistungssportlern vor einem Wettkampf. So suche ich meine Playlist vom Wettkampf in Berlin raus und stehe tatsächlich beim ersten Lied, Rammstein, Du hast, aufgeregt im Startblock, schon klitschnass, weil es ja wie Sau geregnet hat. Ich heize mich ein und fühle tatsächlich, wie mein Herzschlag schneller geht. Der Startschuss fällt und mit den Foo Fighters, Walk, renne ich mit der Meute los, den Ku'damm runter, vorbei an klatschenden Zuschauern, vorbei an der Sambatruppe, dem Steakhouse und den Strassensperren. Ich habe eine Gänsehaut und wie immer, bei dieser bestimmten Stelle im Lied, schießen mir sogar Tränen in die Augen! Meine Füsse liegen derweil auf dem Stuhl und wippen heftig im Rhythmus des Laufs mit, meine Arme schwingen laufbibelgerecht im Takt und da kommt mir schon die wirklich zündende Idee.

Ab in den Keller, schlüpfe ich also in meine Laufklamotten und bugsiere den Homi vorsichtig auf die Terrasse, es sind schließlich 32 Grad, es wäre ein Verbrechen, drinnen zu strampeln. Playlist noch mal von vorne gestartet und ab gehts! Im Laufschritt über den Ku'damm Teil II (Es ist so leicht, im Kopf woanders zu sein, Clueso). Die Musik lässt nichts anderes zu, als etwas weniger fluffig wie gestern zu strampeln. Es ist so geil und spätestens jetzt macht es sich für mich bezahlt, weitestgehend mit Musik zu laufen. Wie eine Gehirnwäsche produzieren die Lieder mir ein tolles Laufgefühl, es fühlt sich so echt an. Und endlich fließt wieder Schweiß. So komme ich auf 15 Kilometer in 26 Minuten, Stufe 3 von 8. Ich mache eine kurze Pause, trinke etwas Wasser und triefe so vor mich hin. 26 Minuten ist schon ein bisschen arg wenig, finde ich. Also noch mal rauf zum gemütlichen Auslaufen. Ich hänge also noch mal 10 Kilometer in 23 Minuten dran, genau wie gestern, und bin nachher zufrieden und ausgeglichen, meine Laune wieder allerbestens! Gott sei Dank, denn so mutzig mochte ich mich ja selber nicht leiden!

Wünsche Euch ein schönes Wochenende!




Bin ungehalten

Gestern gabs dann endlich mal wieder 10 km - nein, nicht gelaufen, auf dem Homi, ganz locker fluffig in 23 Minuten auf Stufe 3 von 8 geradelt. Heute morgen dann der Gang zur Waage: 600 gr. mehr als letzte Woche. Na toll! Gut, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und war wohl eine doofe Einleitung für einen Blog. Denn eigentlich wollte ich nur darauf hinaus, dass:

Ich ungehalten bin, schlechte Laune habe und mir sicher bin, dass es am "zu viel hiervon" und "zu wenig davon" liegt, mit anderen Worten: Ich bin gerade wohl sehr unausgeglichen! Unterm Strich mache ich den Verzicht auf alles mögliche, was mir bislang lieb und teuer war und mein Leben versüßte, verantwortlich. Ich trinke keinen Alkohol mehr, rauche seit drei Tagen nicht mehr, esse so gut wie keine Schokolade mehr und Chips sehe ich nur noch im Supermarkt im Regal liegen, fast unmittelbar neben den Lakritzen. Tja und Laufen ist ja derzeit auch nicht drin. Wie soll man all das vernünftig kompensieren? Ich lese mir derzeit einen Wolf bis die Augen tränen, sitze viel zu viel am Laptop und das Highlight meiner Tage ist der Bügelwäschekorb, wenn er wieder leer ist. Ja, dann freu ich mich. Selten war ich so ausgeschlafen wie derzeit, was zur Folge hat, dass ich beim kleinsten Geräusch wach werde und nicht mehr einschlafen kann. Statt mich um meinen von bösem Männerfnupfen befallenen Mann zu kümmern, nervt mich sein Niesen und Husten. Gut, ich kenne das von ihm ja auch nicht, er ist zum Glück recht selten krank.

Ja, schimpft mich böse Ehefrau, egoistisches Weib und nörgelnde Zicke. Ober aber sagt einfach: Die Ärmste, ihr fehlt das Laufen aber wirklich!

Immerhin, Besserung ist in Sicht. Am Montag gehts wieder zur Arbeit und dann ist auch schon wieder eine Woche mehr um, bis ich wieder laufen darf.