Dienstag, 20. September 2011

Kein schöner Tag

Bad News
Wie schnell sich manchmal Launen ändern können, das ist schon faszinierend. Gerade noch gut drauf und alles im grünen Bereich und im nächsten Moment liest man eine SMS und alles ist Scheiße. Dann, wenn eine liebe Freundin die Diagnose Herzrhythmusstörungen erhält, in Verbindung mit sofortigem Sportverbot und einem Aufenthalt im Krankenhaus, am besten sofort. Sowas kann einen ziemlich runter ziehen. Das Treffen am kommenden Samstag, worauf man sich eigentlich schon seit Wochen freut in Verbindung mit dem Lichterlauf in Duisburg, wird somit nicht statt finden. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig geschockt. Wir haben ja hin und her überlegt, was es sein könnte, dass ihr Puls hier und da beim Laufen so verrückt spielt und in die Höhe schießt, aber eigentlich wollten wir nicht ansatzweise in Erwägung ziehen, dass es wirklich etwas Ernstes sein könnte. Nein, ausgeschlossen, das kam nicht in Frage. Nun hat sie die Diagnose und nun heißt es weiter suchen und hoffentlich das Problem so schnell wie möglich lösen. Jetzt heißt es erstmal abwarten. So ein Mist.

Loslassen tut weh
Als wäre diese Stimmung nicht schon mies genug, stelle ich fest, dass mir mein Sohn irgendwie immer fremder wird, nachdem er kurz zum Essen hier war. Seit er nicht mehr bei uns wohnt, sehen wir uns höchstens einmal pro Woche, wenns schlecht läuft auch 14tägig nur. Dann erzählt er mir von seiner Arbeit, er ist ja jetzt stolzer Azubi, die er ganz toll findet und dass er so froh ist, nicht mehr zur Schule zu gehen. Das alles freut mich sehr, dass es ihm gefällt, dass er sich wohl fühlt und nette Kollegen hat, ihm alles dazu wirklich Spaß macht. Wenn er mir aber dann erzählt, dass er sich stark blutend verletzt hat, dass er außerdem eine ganz heftige allergische Reaktion auf einen Mückenstich hatte und deshalb sogar ein Antibiotikum nehmen musste, was ihm wiederum heftige Magenprobleme verursacht hatte, so dass er zu Hause bleiben musste, dann macht mich das alles nur sehr traurig. Ich krieg das jetzt nur so am Rande mit und dabei bin ich doch seine Mutter, ich müsste mich doch kümmern, so, wie ich es in den letzten 18 Jahren getan habe, jeden Tag und wenn es sein musste auch jede Nacht. Und nun geht das alles auch ohne mich. Ja, es bahnte sich an, das Loslassen, das "die Zeit ist reif, allein zu fliegen". Ja, es hatte den Anschein, als provozierte er es, aus dem Nest geschubst zu werden. Ja, und obwohl es sich anbahnte, trifft es mich irgendwie unvorbereitet und obwohl ich glaube, nicht so eine dieser typischen Glucken gewesen zu sein, fällt es mir schwer und tut es mir weh, dieses besagte Loslassen. Natürlich freue ich mich auch, wenn er so gut zurecht kommt, so selbständig ist, verantwortungsbewusst und ja, irgendwie erwachsen wohl, hab ja auch meinen Teil genau dazu beigetragen und bin sehr stolz auf ihn. Aber ich fühle mich dabei so außen vor, um nicht zu sagen ausrangiert. Hab ich mich vor kurzem noch über das Abgeben der Verantwortung gefreut, die ich fast 18 Jahre mehr oder weniger alleine getragen habe, vermisse ich sie inzwischen irgendwie. Und nein, eigentlich will ich sie gar nicht mehr haben, diese Bürde der Verantwortung für einen anderen Menschen! Mein Gott, wie schwer ist sie mir oft auf meinen Schultern gewesen, genau diese Verantwortung! Nein, ich will sie wirklich nicht zurück. In Liebe und Dankbarkeit loslassen, mit dem Wissen, mein Bestes getan zu haben und weiterhin bei Bedarf einfach nur da zu sein und Verantwortung auch weiterhin zu tragen, wenn sie erforderlich ist. Ja, das will ich.

Doch noch was Sportliches am Ende
Um diesen Eintrag nun nicht vollends "offtopic" zu halten, gibts auch noch 15 geradelte Kilometer, allerdings mit simsen zwischendurch und einem Telefonat, also nicht wirklich bei der Sache gewesen. Vermutlich werde ich morgen noch eine Radeinheit, dann aber mit vollem Schweißeinsatz, machen und am Sonntag werde ich einen ersten Lauf angehen. Ich fühle mich einfach soweit und bis auf 2 Tage sind die 6 Wochen dann auch um. Eigentlich wollte ich einen Eintrag voller Euphorie und Vorfreude schreiben, aber es waren dann doch eher die traurigen Emotionen, die diesen Blog heute prägen. Immerhin hatte der Schatzi gerade in Frankfurt einen ganz tollen 22 km Lauf, mit Flugzeugen die starten und landen, kletternden Eichhörnchen und sogar einem Hirsch, der ihm gemütlich vor die Füße gelaufen ist. Dabei im 6er Schnitt unterwegs, mit einem Puls von 138 - das klingt doch einfach nur super! Und weckt meine Vorfreude doch wieder ein wenig :-)

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