Montag, 31. Oktober 2011

Nur zur Info...

... es folgen noch jede Menge weiterer Bilder.

Pisa, Teil 2 (Tage 5 - 8)

27.10.2011, Siena
Bei geschlossenem Fenster kam mir die Nacht vor, wie in einem Brutkasten verbracht. Immerhin blieben wir diesmal von Mückenattacken verschont. Allerdings weiß ich nicht, was schlimmer ist – von den Biestern gestört zu werden oder das Gefühl zu haben, wegen ihnen zu ersticken…

Nach der Dusche war das Hotelfrühstück wieder das erste Highlight des Tages. Toskanische Käse- und Wurstwaren und vor allem das frische Obst (mit eingelegten Pflaumen – ein absolutes Kindheitsdejavù überkam mich) geben Energie für den halben Tag. Mindestens.

Heute stand eine Rundreise durch das Chianti-Tal auf unserem Plan, Endziel die Stadt Siena mit dem muschelförmig angelegten Piazza del Campo und seinem 88 m hohen Torre del Mangia.

Unser erster Stopp brachte uns nach San Miniato, ein kleines aber sehr schönes Städtchen, bekannt für seine weißen Trüffel. Ein Spaziergang hinauf zum höchsten Punkt bescherte uns die ersten beeindruckenden Aussichten auf die Toscana in ihrem herbstlichen Farbenspiel. Das Wetter war noch etwas diesig, was dem Ganzen einen leicht mystischen Hauch verlieh. Noch ein kurzer Aufenthalt in der Kirche, eine Kerze angezündet und über die schönen Wandmalereien gestaunt, ging es weiter in eine klitzekleine Bar für einen leckeren Kaffee und einen Blick in die italienische Zeitung. Die Bilder des Unglücks in dem kleinen, vom Regen verschütteten Dörfchen im Norden des Landes, sprachen für sich, so dass die Sprache überflüssig war. Wirklich schlimm! Dass Parken ohne Parkschein ähnlich wie in Holland auch in Italien sehr teuer ist, mussten wir leider am Auto angekommen feststellen. Wir hatten keinen Parkscheinautomaten gesehen, so dass wir nur die Parkscheibe eingestellt hatten und das war unser Fehler. 39,- Euro kostet uns das Vergnügen – dafür hätten wir sicher so manche Trüffel futtern können. Nun, shit happens. Oder sollte das vielleicht das Omen für diesen Tag werden?!

Wir fuhren weiter Richtung Siena, immer wieder anhaltend, um ein paar schöne Bilder zu machen. Während Dirk sich die günstigsten Stellen suchte, schaute ich den Olivenbauern beim Ernten zu. Mit einem elektrischen Gerät, ähnlich einer Mistgabel, rütteln sie in die Zweige hinein und somit die Oliven los, die in ein darunter liegendes Netz fallen. Ich frage mich mal wieder, wer all die Oliven essen soll, die hier wachsen (sowie in Spanien und auch in Griechenland)? Ich fange mal wieder an zu spinnen, und stelle mir ein Leben auf dem Land vor…

Weiter geht’s durch Weinberge über angenehm zu befahrende Straßen, sogar in den Serpentinen. Die EU lässt grüßen. Italien gefällt uns beiden deutlich besser, als Griechenland. Im Gegensatz zu den Griechen, scheinen die Italiener anpacken zu können. Auch die Mentalität der Menschen, sofern wir das in der Kürze überhaupt beurteilen können, liegt uns mehr. Der Grieche ist doch ein wenig gleichgültig in seiner Art, so in etwa: Ob du (der Tourist) hier bist oder nicht, interessiert mich nicht. Die Uneinsichtigkeit der Griechen im Bezug auf den Sparkurs und die Beschimpfungen gen Deutschland lassen meinen Hals ganz schön anschwellen!  Da werden wir sicher keinen Urlaub mehr machen.

Es ärgert mich kolossal, dass ich nicht schon längst Italienisch gelernt habe, die Sprache, die ich schon seit vielen Jahren lernen möchte und die man leider nicht lernt, in dem man zwei Sprachkurse im Regal stehen hat. Die wenigen Brocken, die ich kann, helfen lediglich, die Höflichkeit beim Bestellen von Essen oder Kaffe zu wahren. Apropos Essen… Es wimmelt hier also nur so von Kohlenhydraten und inzwischen kommt bei  mir ein richtiges Fleischdefizitgefühl auf. Da wir trotz des kargen Reiseführers (wir nennen ihn kurz und knapp „Den Führer“ ;-)) nicht wirklich verstehen, was Fisch oder Fleisch ist, beschränken wir uns weitestgehend auf unsere deutsch-italienischen Speisekartenkenntnissen. Auch das Handy von Dirk mit seinem Übersetzungsprogramm ist uns keine wirkliche Hilfe. Ich nehme mir also ernsthaft vor, vor unserer nächsten Reise nach Italien (und die wird es sicherlich geben) deutlich mehr Kenntnisse dieser Sprache im Vorfeld zu erwerben. Ich komme mir so hilflos und dumm vor, wenn ich noch nicht mal in der Lage bin, meinen Fleischbedarf zu stillen.

Aber weiter geht’s nach Siena. Dort angekommen, die Stadt ist größer als ich dachte, finden wir recht schnell einen guten Parkplatz mit Parkscheinuhr. Kleingeld ist hier irgendwie ein Mangel, aber wir kommen mit unserem auf ca. 16.45 Uhr und stiefeln los in Richtung Altstadt. Leider, leider musste ich schon wieder ein ganz dringendes Bedürfnis verrichten, so dass wir erst einmal etwas abseits liefen und ich mich zwischen zwei Autos im Schatten der Stadtmauer hocken konnte. Das hatte wiederum den Nachteil, dass wir erst einmal in die falsche Ecke liefen, bis wir schließlich umkehrten und zurück dorthin liefen, wo wir in etwa angekommen waren. Tolle Show! Das kostete uns Zeit, die uns später für ein Essen in Ruhe fehlen sollte. Je näher wir der Piazza del Campo kamen, umso reger wurde der Betrieb und es häuften sich die G’schäfterl in der Altstadt. Der Platz war wirklich sehr schön und es wimmelte nur so von Menschen. Während Dirk einen kurzen Rundgang für ein paar schöne Fotos machte, hockte ich  mich, wie viele andere auch, einfach auf den Boden und beobachtete das Treiben. Eigentlich wollten wir dann noch eine Kleinigkeit essen gehen. Eigentlich. Und eigentlich saßen wir auch schon in dem Lokal unserer Wahl, bis uns dann doch irgendwie kurz bewusst wurde, dass wir eigentlich gar keine richtige Zeit mehr hatten, um groß was zu essen. Also standen wir, unwesentlich streitend, warum, weshalb und wieso wir nun keine Zeit mehr haben, zum Leidwesen des verständnislosen Kellners wieder auf und verließen fix und mit gesenktem Haupt das Restaurante. Schmollend und verärgert liefen wir mit zügigen Schritten Richtung Auto und nahmen unterwegs nur einen Coffe to go und ein Vanille-Crossaint zu uns. Das Risiko, weitere 39,- Euro zahlen zu müssen, war uns dann doch zu groß, so etwas braucht man nicht zweimal an einem Tag! Nun, so war das alles nicht geplant gewesen und die Enttäuschung war beiderseits schon groß. Aber gut - et is, wie et is und weiter geht’s, ab Richtung Heimat. Vielleicht sieht man ja unterwegs noch etwas Nettes zum Einkehren. Aber mir schwant da schon Böses, da die Cucchinas hier stur ihre Mittagspausen machen und die gehen bis 19.30 Uhr, wie wir inzwischen wissen. Wenn andere Leute sich bettfertig machen, gehen die Italiener zum Essen. Macht im Sommer ja sicherlich Sinn, aber so?!

Wir fahren gerade auf die Autobahn auf, als rechts wie links die Autos stehen – Stau! Nichts geht mehr. Und wenn was geht, dann nur Meter für Meter im Schneckentempo. So hängen wir bis zur nächsten Abfahrt, in der alle Autos von der Autobahn abgeleitet werden, eine Stunde völlig sinnlos fest. Weder eine Baustelle noch ein Unfall ist erkennbar. Wer jetzt meint, die Tortour wäre überstanden, der täuscht sich. Zunächst suchen wir so fix es geht ein Plätzchen, wo ich ein abermaliges Bedürfnis loswerden kann, das auch Dirk inzwischen hat. Alles nicht so einfach, bei dem vielen Verkehr auf der Straße, der nun wegen der Umleitung herrscht. Doch irgendwann gelingt es uns, ein paar halbwegs blickdichte Büsche zu finden und mit großer Erleichterung geht’s weiter. Weiter über Landstraßen und Dörfer, über die wir gekommen sind. Größtenteils zumindest, denn ab und an verfahren wir uns. Die Strecke zieht sich wie Kaugummi und wieder geht’s über die Serpentinen, langsam wird es dunkel. Nach gefühlten 50 Kilometern geht’s wieder auf die Autobahn und mein Knie tut inzwischen Hölle weh, so dass Dirk, der bislang als Navigator fungierte, weiterfährt. Still und meinem Schicksal ergeben versinke ich im Beifahrersitz und harre der Dinge, so gut es geht. Nach weiteren gefühlten 50 Kilometern über die Autobahn kommen wir endlich im Zielgebiet an, der Hunger hat sich beinahe verflüchtigt, aber immerhin ist es inzwischen stockdunkel und so spät, dass garantiert alle Küchen wieder auf haben. Wir beschließen somit noch eimal im Nachbarrestaurant zu essen, weil der Kellner gestern dort auch so bemüht war, uns alles Mögliche zu erklären und uns bestimmte Speisen zu empfehlen. Echt netter Kerl.

Mit einem freundlichen „Buona Sera“ betreten wir das Lokal und stellen ernüchtert fest, dass der nette Kerl wohl heute frei hat und die doofe, unfreundliche Zicke mit dem Gesicht einer sauren Gurke heute Dienst tut. Na prima! Wir bestellen auf italienisch zwei Bier und das Essen, Pasta mit Funghi für Dirk und für mich mit Bolognese (damit ich wenigstens etwas Fleisch dabei habe) sowie due Insalate Mista – als Beilage wohl gemerkt, so wie es auch auf der Karte steht. Wortlos und ohne eine Miene zu verziehen, stellt uns die Schnäpfe das Bier und einen Korb mit Brot auf den Tisch. Noch sind wir guter Dinge und beträufeln das Brot mit Olivenöl und essen schon ein wenig vorab. Die Pasta kommt. Ohne Salat. Wir fangen an zu essen. Der Salat kommt immer noch nicht. Wieder verfluche ich es, die Sprache nicht zu beherrschen, traue mich nicht, die Zicke, die auch jetzt noch im Stress ist, anzusprechen, ob sie den Salat vergessen hat. Die Portion Pasta ist wie immer nicht allzu üppig, aber sehr lecker, und mit Brot wird man eigentlich auch satt davon. Der Gedanke an Milliarden von Kohlenhydraten gefällt mir wenig, aber in der Not oder wie war das gleich? Wir sind fertig. Die Schnäpfe kommt und knallt unsere Bestecke, welche wir auf den Teller gelegt hatten, auf den Tisch zurück. Das lässt vermuten, dass es doch noch Salat geben wird. Hä?! Salat als Dessert?! Er stand definitiv als Beilage auf der Karte, dazu reicht mein Italienisch dann doch noch. Nach mindestens 5 Minuten oder doppelt so lange kommt der Salat. An mista ist nur zu denken, denn der hier ist ausschließlich verde. Ich hab schon keinen Hunger mehr darauf, aus Prinzip schon nicht mehr. Dennoch pimpe ich ihn mit Olivenöl, Essig, Sala und Pepe auf, doch schmecken tuts trotzdem nicht, ich lasse mindestens die Hälfte drauf und könnte, wenn ich die Worte hätte, der Dame mal kräftig den Marsch blasen, dass ein Salat mit Sicherheit auch in Italien nicht als Dessert serviert wird. Wir schenken uns somit ein weiteres Bier, zahlen und verlassen das Lokal, in dem alle anderen Menschen überaus freundlich sind, nur nicht die blöde Bedienung. Der haben wir die Flasche mit dem Olivenöl mit nur angelehntem Deckel zurück gelassen, in der Hoffnung, dass ihr die Flasche beim Hochheben aus der Hand rutscht. Ziemlich todmüde und noch leicht aggressiv nach dieser Tagestour gehe ich umgehend ins Bett, während Dirk noch in den Tiefen seines Handys mit Internet versinkt. Der Tag, der so schön anfing, endete echt Scheiße!

28.10.2011, Mein 3. Lauf und Lucca
Mein erster Gedanke, als ich wach werde, geht in Richtung Tagesplan. Eigentlich sollte es heute nach Florenz gehen, die wunderschöne Stadt, ca. 80 km von uns entfernt, die wir beide unbedingt sehen möchten, Dirk noch mehr als ich. In Anbetracht der gestrigen Tour und der Ewigkeit, die wir im Auto verbrachten, ist mir heute aber ganz und gar nicht danach, ähnliches zu erleben. Also taste ich mich vorsichtig an eine Routenänderung heran. Mein Vorschlag lautet, dass wir uns heute eher nach Lucca begeben, nur ca. 30 Fahrtminuten entfernt. Das würde uns deutlich mehr Freiraum für den Vormittag geben, wieder so einen pickepacken vollen Tag wollte ich heute wirklich nicht. Dirk findet die Idee gut, wir vorverlegen den für morgen geplanten Lauf auf heute, und ich bringe ihn zu seinem geplanten Arno-Lauf-Startgebiet, 9 km von unserem Hotel entfernt. Wieder im Hotel angekommen bekomme ich auch Lust, die Schuhe zu schnüren. Gesagt, getan. Ich laufe wieder die schöne Trimm-dich-Allee Richtung Stadtzentrum und tue mich am Anfang wieder verdammt schwer. Nach 3 km bin ich im Stadtkern und laufe von Brücke zu Brücke und ein bisschen Touri-Slalom. Dort komme ich sogar mit einer Frau in Berührung, die mitten auf der Straße auf einer Brücke, auf der ich ja schon laufe statt des Bürgersteigs, einfach und unvermittelt stehen bleibt und auf ihr Handy glotzt. Ich kann gar nicht anders, packe sie bei den Schultern und schiebe sie Richtung Bürgersteig mit einem lauten und lang gezogenen „Maaaaan!“ Mir wird irgendwas hinterher gerufen (die hat sich sicher super erschrocken) und ich hebe den linken Arm in italienischer Manier und rufe „Blöde Kuh, bleib nicht einfach stehen!“ zurück. Kopfschüttelnd setze ich meine Route fort und freue mich über die Sonne in meinem Gesicht. Zurück auf dem Alleenweg merke ich, dass es inzwischen ganz gut läuft. Eigentlich wollte ich nur die 8 km voll machen, aber ein junger, vor mir laufender Italiener beflügelt mich, ebenfalls den Feldweg einzuschlagen, der parallel zum Fluss verläuft. Der Weg erinnert demnach ein wenig an einen Damm und das Laufen macht richtig Spaß. Rechts meterhoher Bambus und Schilf, so dass ich den Fluss gar nicht sehen kann, links Felder und die Stadt in Sichtweite. Der Dammweg nimmt kein Ende, es kommt keine mögliche Abzweigung nach links, wo unser Hotel liegt. Langsam wird mir ein wenig mulmig und es fängt an in meinem Bauch zu rumoren. Ich kann doch nicht ewig so weiterlaufen, bin inzwischen schon bei 10 km. Allmählich müsste jetzt mal ein Weg nach links kommen. Plötzlich zwackt es ganz doll in meinem Bauch und ich bin heilfroh, dass ich ein Tempo dabei habe. Das ist mir ja noch nie passiert und nun weiß ich, wovon andere Läufer längst zu berichten wissen! Nachdem mir der junge Italiener wieder entgegen kommt, der lief irgendwie anders als ich, suche ich fix eine halbwegs geeignete Stelle im Bambus und lasse den Dingen ihren leidigen Lauf. Meine Güte, wie schrecklich is das denn?! Weiter des Weges kommt das Krankenhausgelände, riesig groß, doch immer noch zweigt keinerlei Pfad vom Weg ab. „Das gibt’s doch nicht!?“ denke ich inzwischen leicht verzweifelt. Ein paar Meter weiter geht’s eine Böschung hinab, die ein Ansatz eines Trampelpfades sein könnte. Mir bleibt nichts anderes übrig, als vorsichtig hinab zu steigen und an der Mauer zum Krankenhaus entlang zu schleichen. Durch kniehohes, feuchtes Gestrüpp, über einen Lehmhügel, durch das Dickicht – ich sehe keinen Ausgang weit und breit! Hier ist ewig kein Mensch mehr gewesen. Ich irre etwas durch das Gelände und hoffe, irgendwo einen Ausgang, ein Schlupfloch, eine Tür oder was auch immer zu finden. Auf der einen Seite die Krankenhausmauer, auf der anderen Seite der Zaun, die Hauptstraße zum greifen nah. Sowohl die Mauer als auch der Zaun sind zu hoch um darüber zu klettern. Ein Anflug von Panik überkommt mich. Und dann sehe ich es endlich! Ein kleines Loch im unteren Zaunelement, so klein, dass ich nur auf allen Vieren durch krabbeln kann, dahinter gleich die Hauptverkehrsstraße! Ich zögere nicht lange, habe ja keine andere Wahl, und krabbele durch das Loch, hoffe, mir nicht mein Shirt zu zerreißen und irgendwo hängen zu bleiben. Auf der anderen Seite angekommen ist die Erleichterung riesig und ich wechsle die Straßenseite. Ich setze meinen Weg laufend fort und bin ca. 700 Meter vom Hotel entfernt. Später erfahre ich von Dirk, der den Weg von der anderen Seite gekommen ist, dass ich noch knapp 500 m hätte laufen müssen, bis der Weg hinter einer Tankstelle mündete. Na prima! Dirk lacht sich schlapp über mein unvorhergesehenes Laufabenteuer. Später, als ich ihm das kleine Loch im Zaun zeige, was tatsächlich nur ein Krabbeln zulässt, staunt er nicht schlecht und bekringelt sich abermals vor Lachen.

Dannach geht’s also auf nach Lucca. Und diesmal mit Camera! Ich frage extra mehrfach nach… Wie immer fahre ich und Dirk macht das Navi. In Italien braucht man nur genügend Gottvertrauen, dann klappts auch mit dem Autofahren, nur ja nicht zu defensiv sein, sonst steht man ewig und drei Tage irgendwo am Kreisverkehr. In Italien gibt’s eigentlich nur zwei Sorten von Autofahrern: Die Zögerlichen und die Haudegen, ein Mittelmaß gibt’s eher selten, das sind dann vermutlich die deutschen Touris. Je nach Situation und Aggressionspotential tendiere ich definitiv zum Haudegen. Aber es macht schon Spaß, in Italien Auto zu fahren. Nur die Sache mit den Parkplätzen ist echt nervig. In Lucca suchen wir also direkt einen großen Parkplatz und haben mal wieder kein ausreichendes Kleingeld. Am Parkscheinautomaten stehen vor Dirk zwei kleine Italiener, wohl Vater und Sohn, sie reichen Dirk gerade mal bis zur Brust und ich könnte schreien bei diesem Anblick. Dirk, der Hüne, fragt sie, ob sie einen 5 Euroschein wechseln können. Sie kommen zwar nur auf 4,50 Euro, aber wir sind happy und zufrieden mit dem vielen Kleingeld. Wir könnten also theoretisch auf dem Parkplatz übernachten, die kostenpflichtige Zeit geht immer nur bis 20 Uhr. Bereits auf dem Weg zur Stadtmauer begegnen wir seltsam kostümierten Menschen. Auf einem Plakat lesen wir dann, dass an diesem Wochenende in Lucca eine Games and Video Convention stattfindet. Wie schön, es gibt also einiges für uns zu sehen! Die meisten Charaktere kennen wir gar nicht, aber Gogo Yubari aus Kill Bill erkenne ich sofort und bin entzückt (leider kein Foto gemacht). Auch Hellboy und einige Figuren aus Pokemon oder Dragon Ball Z sind dabei. Diese Menschen hier haben sich unwahrscheinlich viel Mühe mit ihrem Kostüm gemacht, sind voll in ihrem Element und lassen sich deshalb auch nur allzu gerne fotografieren. Einen besonders schönen Anblick bot die Catwoman aus Batman, eine Figur zum neidisch werden und dazu noch ein bildschönes Mädel in einer perfekt typischen Pose (tippe auf Yoga und Laufen ;-))! Herrlich, wir schauen hier und da und entdecken ganz nebenbei eine wunderschöne, kleine Stadt, ein Kleinod umringt von einer Stadtmauer, Italien pur. In einer super schönen Vinarkia trinken wir endlich ein Glas Chianti. Die süße Bedienung raucht derweil wie ein Schlot vor der Tür und liebt laute Rock’n Roll Musik - köstlich. Lucca ist ein Traum und ein wahres Läufermekka, wie nicht nur wir finden, sondern etliche Läufer, die trotz des Treibens einen Lauf nicht scheuen. So kann man auf der Stadtmauer laufen und direkt darunter in einem sehr gepflegten Park – es kribbelt in unseren Füßen! Ein schöner Tag ohne besondere Vorkommnisse neigt sich dem Ende und voller neuer, schöner Eindrücke fahren wir zurück zum Hotel.






29.10.2011, Florenz
Für heute stand dann der geplante Ausflug nach Florenz auf dem Programm. Dieser drohte erst mal kurz zu scheitern, weil mir die Artischocken auf der späten Pizza am Abend sehr heftig auf den Magen drückten – das Essen um diese Zeit ist echt nicht mein Ding. Dirk ließ mich erst mal in Ruhe gewähren und düste kurz zum Turm, um noch ein paar schöne Aufnahmen zu machen, und ich nahm eine ausgiebige Dusche und danach ging es mir schon besser. Auf nach Firenze! Entspannt kamen wir dort nach einer knappen Stunde Autofahrt an und fanden auch gleich ein Parkhaus, wir wollten auf Nummer sicher gehen. Am Arno entlang gingen wir Richtung Innenstadt und waren vom Anblick auf die Kulisse, die sich uns bot, schon sehr begeistert. Die berühmte Ponte Vecchio mit all den angesiedelten Schmuckgeschäften ließ von weitem bereits ein sehr interessantes Bauwerk erahnen, im Hintergrund die Berge der Toscana, wie auf einer Postkarte! Florenz ist ein absolutes Muss für jeden, der in die Toscana reist. Eine wunderschöne Stadt mit freundlichen Menschen. Man fühlt sich hier nicht übers Ohr gehauen und wird von den vielen Marktständlern schön in Ruhe gelassen und nicht wie in der Türkei ständig und penetrant angequatscht. Wir besichtigten den Dom von Florenz (Kathedrale Santa Maria del Fiore), der glücklicherweise freien Eintritt hatte, denn: Von außen ist dieser deutlich schöner, als von innen. Seine Größe ist zwar enorm beeindruckend, aber von innen gibt’s auffallend wenig Prunk und Schnörkel, sehr untypisch katholisch. Auch wenn weniger oft mehr ist, so fehlte uns beiden hier deutlich etwas Einrichtung. Wir zündeten kurz eine Kerze für unsere lieben Verstorbenen an und tummelten uns des Weges. Wegen meines hier und da noch zwickenden Bauches machten wir ganz gemächlich, mal hier ein Kaffeepäuschen, mal da. Gegen Nachmittag ging es entspannt zurück nach Pisa.


30.10.2011, Abreise
Mit einer geschenkten Stunde mehr am Morgen gabs ein letztes Frühstück im Hotel. Die Koffer hatten wir bereits gepackt. Ein letztes Mal wollten wir noch zum Turm, vielleicht sogar hinauf, wenn es unser Zeitplan noch erlaubt. Leider wäre die nächste Möglichkeit erst um 15 Uhr gewesen, was für uns zu spät war. So schoss Dirk die letzten Fotos und auch er ließ es sich nicht nehmen, in besagter schiebender Pose mit dem Turm von mir fotografiert zu werden.



Ich weigerte mich jedoch weiterhin hartnäckig. Wir kauften noch ein paar Postkarten und tranken einen Kaffee Americano, während wir die Karten für die Familien schrieben. Abschließend gabs noch einen weiteren und letzten Stopp am Arno und dann gings auch schon zum Flughafen. Den Leihwagen zurück gebracht, durch den Duty-free-shop geschlendert und mit leichter Verspätung gings ab nach Hause. Ein schöner Urlaub wurde mit einem Essen bei unserem Lieblingsthailänder in Aachen abgerundet. Nach Italien werden wir sicher noch einmal reisen!

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Pisa, Teil 1 (Tage 1 - 4)

23.10.2011: Ankunft in Pisa
Nach einer sehr entspannten Anreise kamen wir am Nachmittag in Pisa mit Sonnenschein an und nahmen unseren Leihwagen in Empfang, einen Ford Galaxy – sehr schön! Unser erster Eindruck von Pisa war: Viel Verkehr wegen vieler Autos, wenig Parkplätze und jede Menge Studenten, die über jede Menge Zebrastreifen hechten, dazwischen ganz viele Einbahnstraßen, verbunden durch Kreisverkehre. Unser Hotel, das AC Pisa, fanden wir sehr schnell, ein tolles Zimmer wartete auf uns. Beim Durchzappen des Fernsehers kam Überraschung Nr. 1 -> kein einziges deutsches Fernsehprogramm gespeichert. Oookaaay…was noch? Überraschung Nr. 2, kein W-LAN, das Internet kostet pro Tag 17 Euro oder 10 Euro für eine Stunde, somit kein Dauerinternetten. Wir werden auch mit diesen Bedingungen sicher gut leben können, na ja, zumindest werden wir es überleben ;-). Erst mal kurz ein wenig akklimatisiert, einen Kaffee Dank des mitgebrachten Reisewasserkochers gesüppelt und dann gings wieder zurück in die Stadt, auf der Suche nach etwas zu Essen. Für einen Sonntagabend war noch sehr viel los im Zentrum; wir suchten verzweifelt einen Parkplatz, überall Anwohnerparken oder eben besetzte Parkplätze wie Parkhäuser. Irgendwann, recht weit außerhalb, fanden wir dann eine Möglichkeit, das Auto abzustellen. Der Hunger machte uns langsam schweigsam. Nach ungefähr 10 Minuten entlang der Stadtmauer staunten wir nicht schlecht, als wir die schwarzen Männer, die sich sonst am Tour de Eiffel rum treiben, um ihre Mini-Eiffeltürme und Imitatuhren den Touris aufzuschwatzen, auch hier entdeckten. Nur gabs hier statt Eiffeltürmchen eben schiefe Türme. Lästig wie die Schmeißfliegen, die Kerle! Der erste Anblick, den wir dann von einem angeleuchteten, berühmten schiefen Turm bekamen, entlockte uns ein spontanes „Wow!“.


Sehr beeindruckend, die drei Gebäude nebeneinander (Taufkapelle, Dom und Friedhof) und in der Tat steht der 55 Meter hohe Turm erschreckend schief. Wir nahmen uns in den Arm, küssten und uns wünschten uns etwas, schließlich standen wir auf dem Campo dei Miracoli. Weiter gings und wir suchten in der abendlichen Aufbruchstimmung eine heimelige und romantische Pizzeria, schließlich wollten wir den ersten Abend gemeinsam in Italien stilecht erleben. Doch wegen inzwischen sehr großem Hunger und zu wenig Alternativen landeten wir in einer klassischen Touri-Pizzeria, direkt gegenüber der Universitätsmensa, wo auch noch reges Treiben herrschte. Wir waren die einzigen Gäste, die draußen saßen und bestellten zwei Pizzen und einen halben Liter Hauswein. Meine Aussage, die ich bereits vor über 20 Jahren traf, dass ich die schlechteste Pizza aller Zeiten in Italien gegessen habe, traf auch heute noch zu. Man könnte meinen, die Italiener verwenden keine Gewürze bei Pizzen und lassen die dünnen Oblaten absichtlich immer gerne anbrennen. Nach ein paar Bissen gewöhnten wir uns aber daran und so schmeckte es doch noch halbwegs passabel. Pappsatt waren wir allerdings nicht, aber das muss ja auch nicht sein. Wir kauften in einem Kiosk noch 2 Flaschen italienisches Bier, die wir gemütlich auf dem Zimmer tranken und lasen uns in Schlaf.


24.10.2011, Der erste Lauf und unsere Caching-Tour 1
Heute Morgen gegen 7:30 Uhr wurden wir ohne Wecker wach. Eine Mücke, eine Autoalarmanlage sowie ein Gang zur Toilette störten meine Nachtruhe unwesentlich. Trotz des Kaffees, den Dirk mir sogleich ans Bett brachte, war die Vorglühzeit für einen Lauf für mich mal wieder zu kurz. Somit war es ein gefühlter Kaltstart. Kalt im wahrsten Sinne, denn zu Beginn des Laufs war die Temperatur für mein gewähltes Laufoutfit grenzwertig. Das fanden sicher auch die ganzen Italiener, die in dicker Winterlaufkleidung unterwegs waren und uns befremdliche Blicke zuwarfen. Die ersten beiden Kilometer lief ich mit Dirk gemeinsam, somit für mich wieder zu schnell. Als wir uns trennten und die Knochen halbwegs wach waren, lief es besser. Der Weg war ein richtiger Fitnesspfad entlang des Arno, der auch ein paar Trimm-dich-Geräte bot.




Später entdeckte ich sogar ein richtiges Open-Air-Gym, das einem Spielplatz ähnelte, einfach nur Klasse! Hier stand eine Frau auf einem Stepper und ein älterer Mann übte sich im Beindrücken. Wirklich cool, so etwas wünschte ich mir auch für Herzogenrath. Ich denke, ich werde dem Bürgermeister mal ein paar Bilder mit einem netten Brief schicken. Es war demnach wieder ein Schleichlauf, der durchschnittliche Puls von 175 bpm wieder viel zu hoch! Morgens brauche ich einfach eine Stunde wenigstens, bis ich laufbereit bin und in die Puschen komme. Nach  5 km  war ich wieder am Hotel und ging fix unter die Dusche. Nach dem auch Dirk geduscht hatten, gingen wir in Ruhe frühstücken und kauften im Anschluss ein paar Kleinigkeiten im benachbarten Einkaufszentrum ein. Der Supermarkt war überdurchschnittlich gut sortiert, die Obst und Gemüseabteilung nicht ansatzweise mit unseren zu vergleichen. Dann machten wir uns au f, die ersten Auslandscaches zu suchen. Nummer eins sollte in der Nähe des Trimm-dich-Pfades sein, an dem wir am Morgen entlang gelaufen sind. Die Koordinaten führten uns zu Bambus, Schilf und ein Paar Büschen und Bäumen. Wir suchten uns einen Wolf und streunten durch die hohen Gräser in die Büsche hinein. Doch weit und breit kein Cache zu finden. Fußgänger schauten uns argwöhnisch an, wie wir so mit Bambusstöcken im Dickicht herum stocherten. Da die Koordinaten nicht immer 100 % stimmen, suchten wir im Radius von ca. 10 Metern alles noch einmal gründlich ab. Kurz bevor wir aufgeben wollten, zog es mich zu einem Baum, den wir bis jetzt als zu weit vom Zielgebiet angesehen hatten. Und siehe da, in der Astgabelung fand ich die Cachedose – die Freude war wieder mal groß!




Wir machten den Logeintrag und schossen ein paar Fotos und fuhren weiter Richtung zweitem Cache, der an einer Brücke ziemlich im Zentrum Pisas sein sollte. Relativ schnell fanden wir einen Parkplatz und gingen ein paar hundert Meter zu Fuß zur Brücke. Doch dieser Cache existierte scheinbar nicht mehr. Dirk las bei geocaching.com noch einmal nach, wie die letzten Logeinträge lauteten und es kam wohl schon häufiger vor, dass dieser Cache out of order oder weggemuggelt (von nicht geocachenden Menschen entfernt) war.
Anschließend fuhren wir in die Altstadt, um den Campo dei Miracoli mit seinen imposanten Bauwerken auch im Tageslicht zu sehen. Mit uns taten das mindestens 2.000 andere Touristen gleichzeitig, es war ein Gewusel und Gewimmel auf dem ganzen Areal und jeder zweite hatte eine Kamera oder ein Handy in der Hand, mit deren Hilfe er andere Menschen fotografierte, die irgendwelche komischen Bewegungen machten. Witzig.
In unmittelbarer Turmnähe fanden wir ein Cafe mit Außengastronomie; von dort aus konnten wir das Treiben auf dem Platz perfekt genießen und wir meinten beim betrachten des Turms gesehen zu haben, dass er sich einen weiteren Millimeter zur Seite neigte...

Den Tag beendeten wir mit einem nudeligen Abendessen in der Osteria „Il Capodaglio“ in der Via del Carmina.

25.10.2011, Cachingtour 2
Nach einer weiteren von Mückenjagden (2 auf einen Streich) gestörten Nacht fuhren wir nach dem Frühstück in die Altstadt und besichtigten die Kathedrale, die neben dem schiefen Turm steht. Trotz Regen war das Treiben wieder groß und abermals amüsierten wir uns sehr über Menschen, die mit seitlich ausgestreckten Armen imaginär irgendetwas festhielten oder weg schoben.
Nach der Fastfoodmittagspause beim goldenen M ging es auf eine innerstädtische Cachejagd. Den Ersten, am botanischen Garten, fand ich ruckzuck in einem Verkehrsschild.


Der zweite Cache, an der Piazza dei Cavalieri hatte gerade Pause, zumindest war er nicht dort angebracht, wo der Hint (Hinweis) hinzeigte. Da wir direkt an den Zielkoordinaten eine kleine Pause machten, konnten wir weitere Cacher beobachten, die unter die Infotafel kraxelten und den Cache dort genau so wenig fanden wie wir.

Wir hatten noch einen dritten Cache in unserem Forerunner gespeichert, etwa 800 Meter von der Piazza dei Cavalieri entfernt. Diesen Cache am Gondolierieplatz fanden wir trotz intensiver Suche nicht. Uns fehlen immer noch Handschuhe, um auch mal in dunklen, ekligen Ecken zu suchen. Der Platz lud nicht gerade zum Verweilen ein, Taubenscheiße und Müll machten das Suchen zu einem nicht sonderlich schönen Vergnügen. Allerdings kann man sich gut vorstellen, dass dieser Platz im Sommer, wenn gepflegt, sehr nett ist. Etwas enttäuscht gingen wir zurück zum Auto, wir waren auch richtig geschlaucht inzwischen.
Im Hotel angekommen machten wir eine kleine Siesta, bevor es in den Ort zur von Einheimischen geprägten Pizzeria-Kiosk-Ristorante ging. Die Pizzen auf der Speisekarte klangen alle sehr lecker und wir wollten den Italienern in Italien noch eine zweite Pizza-Chance geben. Was soll man groß herum reden, sie nutzten die Chance. Perfekt! Zur Pizza teilten wir uns eine Karaffe Vina-Casa und die Welt war trotz des durchwachsenen Urlaubwetters in Ordnung.

26.10.2011, Der zweite Lauf, Viareggio
Abermals mussten wir auch in dieser Nacht die Mücken jagen (3 auf einen Streich). Nach dem Frühstück fuhren wir mit einem kurzen Umweg über das Gestüt San Rossore, die Pferderennbahn  und den Parco Naturale di Migliarino, einem 24 000 Hektar großen Naturpark, den ich zufällig am Abend zuvor in der Pizzeria im Reiseführer entdeckte, nach Viareggio, zu unserem 2. Lauf. Der Parco Naturale, der nur samstags, sonntags und feiertags geöffnet ist, soll unser Ziel am Samstag werden für den Lauf Nr. 3, und somit für mich der letzte dieser Urlaubsreise. Der erste Eindruck war schlichtweg beeindruckend.

In Viareggio angekommen zeigte das Thermometer bereits 22 Grad an, der Himmel blau, die wenigen Wolken hingen eher wie Statisten in den Spitzen der Apuanischen Alpen. Viareggio ist wohl der bekannteste und schönste Badeort der Toscana (hier hat u. a. Giacomo Puccini seiner Zeit gelebt)  mit ewig langen Sandstränden und einer ebenso langen Promenade, hier reiht sich Strandlokal an Strandlokal. Wir konnten jedoch nur erahnen, was sich hier in der Hochsaison abspielt, denn alle Lokale waren schon geschlossen; nur die Geschäfte, Cafes und Eisläden auf der Promenade luden noch zum Verweilen ein. Parallel zur Promenade verläuft ein Pinienwald von ca. 3 km Länge, der in seiner Beschaffenheit sehr an den Thiergarten erinnert. Ein Mix aus Wald und Promenade sollte es also werden. Meine ersten Kilometer liefen katastrophal; ich musste bereits nach kurzer Zeit meine Schuhe loser schnüren und ein paar Lockerungsübungen für die Fußgelenke machen – meine Unterschenkel schmerzten wie Hölle und ich dachte kurz darüber nach, den Lauf sausen zu lassen. Noch langsamer als ohnehin lief ich dennoch weiter und mit und mit wurde es besser. Erst als ich meine Berlin-Playlist aufrief, lief es wieder rund. Die schlimmste Strecke war das Stück in der Sonne auf der Promenade und ich war einfach nur glücklich, als ich wieder in den Park hinein lief, der überall nur Schatten spendete. Nach 7,6 km war ich wieder am Auto und ein wenig stolz, doch noch durch gelaufen zu sein. Wir machten noch einen Fotostopp für Dirk an der Seebrücke, wo ein paar Wellenreiter ihre Künste zum Besten gaben. Dann gings zurück zum Hotel; eigentlich wollten wir im Anschluss noch nach Lucca, doch wegen der vergessenen Camera wurde nur ein kurzer und nervenaufreibender Stopp auf dem Parkplatz daraus… ?.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Freitag, 21. Oktober 2011

Wenn es läuft...

dann läuft es auch mal richtig gut!

Heute war ein seltsamer Tag. In der letzten Stunde im Büro wurde es noch mal etwas hektisch. Kaum sitze ich im Auto und freue mich, dass ich nun 2 Wochen Urlaub habe, überkommt mich eine Mattheit und Müdigkeit, ich komme aus dem Gähnen nicht mehr raus und muss aufpassen, nicht am Steuer einzuschlafen. Wie drauf geflogen, aus dem Nichts! Meine Knie tun auch unmittelbar wieder weh. Ich schleppe mich noch ganz kurz in den Aldi um Fisch und Brokkoli zu kaufen, damit ich nach dem geplanten Lauf was kochen kann für Dirk und mich. Zu Hause gehts schnurstraks die Treppe rauf und mit einer Ibu400 ins Bett gelegt. Ob der Lauf heute wirklich stattfindet, da bin ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher. Ich schlafe tief und fest eine Stunde, bis Dirk mich via Telefon weckt. Nach dem Nickerchen voll den Süßjeaper, aber richtig doll. Den ganzen Tag dem Süßen ohne Probleme widerstanden, nun gehts nicht mehr. Ich mache mir einen Kaffee und verschlinge einen Powerbar Schokolade und ein Balisto. Danach gehts mir besser.

Um 17.15 Uhr war ich mit Astrid mental zum Laufen verabredet. Also ziehe ich mich um und ab. Beim Einschalten meines FR 305 kommt gleich die Meldung, low battery. Zum Glück haben wir für solche Fälle ja noch die 205 rum liegen. Uhr gestartet und ab. Das Wetter ist herrlich und ich merke gleich, es läuft gut. Für den Fall hatte ich mir eine etwas längere Strecke ausgeguckt. Den Lauf und die Herbstsonne sichtlich genießend, laufe ich heute also ohne Pulsknecht, dafür aber wieder mit Taktgeber. Ich stelle immer wieder fest, dass ich scheinbar nur gut mit Musik laufen kann. Der gestrige schlechte Lauf war ohne Musik; dennoch vermute ich, dass die Akupunktur für die Schwere in Körper und Beinen verantwortlich war.

Der herrliche Lauf neigt sich dem Ende und die letzten beiden Kilometer lasse ich einfach nur laufen, es geht bergab und ich bin gespannt, wie schnell das sein wird. Fühlt sich auf jeden Fall richtig schnell an und ich genieße es. Die letzten 500 Meter übe ich den Zieleinlauf und ziehe das Tempo noch mal an, mir wird sogar etwas mulmig im Bauch, als wäre es wirklich ein Wettkampf. Es ist vorbei, ich drücke ab, dehne mich und freue mich riesig über diesen gelungenen Lauf.

Zu Hause angekommen wartet der Schatzi schon auf mich, der ebenso einen schönen Lauf hatte. Freudig connecte ich die Uhr mit dem Laptop und die Riesenenttäuschung folgt: der Lauf ist nicht aufgezeichnet! Warum auch immer, er existiert nicht! Ich bin sauer und enttäuscht, doch Dirk rettet in seiner ruhigen Art die Situation. Er misst die Strecke fix bei GPSies nach und wir kommen somit auf 9 Kilometer in etwas über 7er pace mit knapp 90 Höhenmetern.

Erkenntnis des Tages: Scheiß auf die Daten, es war ein toller Lauf!

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Neue Erkenntnisse

Umdisponiert wegen schönem Wetter und ausgeprägtem Motivationsschub, denn eigentlich wollte ich erst morgen wieder laufen.

Wie jeden Donnerstag auch heute beim Physio gewesen. Der hat immer tolle Denkansätze. Zum Einen hat er mir ohne zu zögern, nach dem ich ihm die Ohren vollgejammert habe, wie undiszipliniert ich im Moment im Umgang mit Spekulatius & Co. bin, ein paar Dauerpiekser verpasst, die mir helfen sollen, die Finger davon zu lassen. Dabei stellte er fest, dass ich einen sehr großen Magenpunkt habe. Und ich so: "Ja, ich kann auch essen wie ein Kerl!" und er dann: "Nein, kein Scherz, dein Magen ist sehr groß". Und ich wieder: "Ich weiß, hab auch keinen Scherz gemacht, ich kann in der Tat für 2 essen!" Tja, jetzt weiß ich wohl, warum ...

Desweiteren meinte er, um meinen Stoffwechsel auf Touren zu bringen (auch, wenn ich nicht laufe), soll ich doch wenigstens 20 Minuten am Tag Bewegungsregenerieren. Der Gedanke, täglich zu laufen, gefällt mir so oder so und für absolutes Schietwetter steht im Wohnzimmer schließlich immer noch der Homie bereit - der hat dort inzwischen seinen festen Platz gefunden! Zwanzig Minuten Muss, aber Mehr kann - so die Anweisung. Klingt für mich erst mal gar nicht so undurchführbar.

Nach einer zähen Autofahrt nach Hause - mein Knie fand das wieder ganz übel - ich also direkt in die Laufsachen rein und ab die Post, nicht erst groß setzen, sagte er und ganz langsam laufen, betonte er außerdem. Eine meiner leichtesten Übungen. Dachte ich. Vielleicht lag es daran, dass er mir durch die Akupunktur doch mehr Energie geraubt hat, als ihm bewußt war, als er mir das Laufen für heute genehmigte*, dass mir der heutige Lauf so furchtbar schwer gefallen ist. Dabei war ich so motiviert und das Wetter unerwartet sonnig. Ich sag ja immer, ich kann nicht schnell laufen. Bei dem heutigen Lauf stellte ich ziemlich deprimiert fest, dass ich wohl auch nicht langsam laufen kann. Soll ich demnach überhaupt noch laufen?! Vielleicht sollte ich mal über ein Fahrrad nachdenken...

Ich dachte mit einem Mal an Immanuel Blunt aus dem Forum und seinen schlimmen Unfall und das hat mir irgendwie wieder Mut gemacht. So widme ich diesen Lauf heute allen, die gerade krank sind und nicht laufen können. Damit lief es etwas besser, wenn auch nicht wirklich gut. Aber egal, Hauptsache gelaufen.

Noch was Positives: Heute war ich standhaft und habe jeglichem Zucker widerstanden. Das Süßeste, was heute über meine Lippen gekommen ist, war eine Banane. Und eben gabs nur noch nen leckeren Salat.

Erkenntnisse dieses Tages:
1. Ich habe einen physiotherapeutisch bescheinigten großen Magen. Und was ich mit den schweren Knochen??!!
2. Schönes Wetter und spontane Motivationsschübe sind kein Garant für einen schönen Lauf.
3. Das Forum ist irgendwie immer präsent.
4. Bin ich fürs Laufen überhaupt geschaffen?
5. Mit nur einem Finger bekomme ich den Kern nicht aus dem O-Saft.



* je nach dem, welche Punkte er bepiekst, ist eine Anstrengung im Anschluss besser zu vermeiden.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Spekulatiusalarm!

Müde, obwohl ganz gut geschlafen heute. Das war auch nötig, nach zwei schlechten und mehr wach verbrachten Nächten. Paul Mc Kennas Hypnose CD hat sicher ihren Teil dazu beigetragen. Wieso höre ich das Ding eigentlich nicht jeden Abend vor dem Einschlafen? Vielleicht würde ich dann auch widerstehen können, wenn im Supermarkt der Schoko-Spekulatius an der Kasse danach schreit, von mir mitgenommen zu werden - nur für den Fall, dass ich nach meinem herzhaften Käsebrötchen Lust auf etwas Süßes bekomme. Ja, ne, is klar!

Und was passiert? Beinahe komplett in Gedanken und noch nicht einmal bewusst genießend, stecke ich mir ein Stück nach dem anderen in den Mund, während ich im Internet lese, Telefonate beantworte und Kühlpacks raus gebe. Warum tu ich sowas!? Kurz bevor die Packung leer ist, freue ich mich zumindest darüber, dass die Packung bald leer ist (und auch kein Nachschub mehr irgendwo rum schlummert). Ich hasse mich für meine Inkonsequenz und Schwäche. 5 Kilo, Marion, nur 5 Kilo, hab ich mir heute morgen noch im Auto auf dem Weg zur Arbeit gesagt. 5 Kilo können doch nicht sooo schwer sein?!?! Ich bitte meine Schutzengel um Beistand und Unterstützung. Doch ich werde auf eine harte Probe gestellt, heute soll die Aufmerksamkeit meiner Schutzengel zumindest nicht auf meine Ernährung gerichtet sein. Es ist wohl die Langeweile, die mich immer wieder essen läßt. Ich bin nicht ausgelastet und statt zu rauchen, esse ich, vorzugsweise Süßes. Ich fürchte, so viel kann ich gar nicht laufen, um das mit Bewegung zu kompensieren. Grrrrr... ich bin sauer!

Was kann ich ändern, was kann ich tun? Ich hab keine Ahnung. Dieses leidige Thema zieht sich ja seit Jahrzehnten durch mein Leben - immer wieder hadere ich mit meinem Gewicht. Dabei fühle ich mich so toll, wenn ich denn mal 3 Kilo geschafft habe. Es ist und bleibt ein Kreuz mit der lieben Esserei... Und jetzt steht auch noch die Weihnachtszeit vor der Tür - na prima!

Dienstag, 18. Oktober 2011

So, heute sehr viel gesessen und dann noch im Anschluss 2 Stunden die Frisörin meines Vertrauens über mich ergehen lassen müssen. Währenddessen hat mein Knie schon ziemlich rum gemuckt.

Da musste dann, trotz knurrendem Schweinhund (ähm, es war eigentlich nur der Magen), ein kleines Ründchen her. Es hat sooo gut getan, Wetter genau richtig - frisch, feucht, herbstlich - herrlich! Danach gabs ne große Portion Spaghetti rot weiß mit 2 Spiegleiern - lecker! Also am Ende dann auch viel gegessen. Aber egal, besser Essen als Rauchen. Die Stimmung ist nämlich im Moment recht kritisch - aber ich bleibe standhaft!

Bald habe ich die Frisörin wohl soweit, dass sie auch läuft. Leider sind ihre ersten beiden Versuche an Oberschenkelschmerzen rechts gescheitert. Ich vermute ein Sehnenproblem im Standbein, da sie trotz der ganzen Steherei im Salon immer relativ hohe Schuhe trägt, weil sie so klein ist. Jedenfalls meinte sie, "Immer wenn du hier warst, hab ich total Lust los zu laufen, du sprichst immer so begeistert davon," hihihi, find ich gut! Und zum Arzt will sie jetzt auch mal, weil an den Laufschuhen kanns nicht liegen, die hat sie aus dem Fachladen.

Und nu -> Feierabend :-)

Montag, 17. Oktober 2011

Nur mal kurz wieder...

Die Beine haben den ersten 10 km Lauf post OP gut weg gesteckt. Ich bin geneigt zu behaupten, je mehr Bewegung, desto besser fühlen sich die Beine, das Knie ist heute ungewöhnlich brav. Der operierte Bauch hat gestern zwar ein klein wenig gezwickt, aber Schmerzen kann man dazu nicht sagen.

Ich freue mich sehr, dass die von mir initiierte Gruppe "Facebooks Lauffreunde" heute erstmalig auf über 100 Mitglieder gewachsen ist. Es ist sehr interessant, welche tollen Leute man dort kennen lernt, es haben sich schon sehr interessante Gespräche entwickelt und erste Treffen sind auch angedacht.

Laufen ist ein toller Sport, der unwahrscheinlich verbindet und neue Kontakte entstehen lässt. Auch im Laufforum habe ich schon viele liebe Menschen kennen gelernt, mit einigen maile ich sogar fast täglich. Ja und mit Heike werde ich sogar eine Woche im April pilgern. Mal schauen, ob der Schatzi am 05.11. Lust hat, eine kleine Tour in Richtung Möhnesee zu starten... da gäbs dann nämlich ein weiteres Fori-Treffen. Schaumermal, Lust hätte ich bestimmt! :-))

Sonntag, 16. Oktober 2011

Na, also - geht doch :-)

1. Erkenntnis des Tages: Die Beine sind fitter als der Kopf denkt, dass sie sind.
Frage des Tages: Wie kann ich den Kopf abschalten beim Laufen?
Lauf des Tages: Wunderschöner 10 km Herbstlauf durch das traumhafte Wurmtal von Würselen nach Hause gelaufen.
Überraschung des Tages: Monika unterwegs getroffen, hat mich sehr gefreut.
Motto des Tages: Farbe* bekennen.
Mantra des Tages: Mach dich locker, Baby!
2. Erkenntnis des Tages: Die Brooks laufen sich momentan besser als die Asics.

Bei 9 Grad und strahlendem Sonnenschein gings heute morgen los; bisschen frisch um die Nase, so dass die neueste, neongrüne* Errungenschaft der Marathonmesse ran durfte, ein Langarmshirt von Brooks in quietschgrün mit schwarz abgesetzt. Wenn ich wüßte, wie mans schreibt, würde ich jetzt das Wort fash? [fäsch] bringen, aber so sage ich nur, dass es cool aussah, bisschen schrill vielleicht, aber ich finds schön. Gleich zu Beginn musste ich ein wenig Rentnerslalom laufen, alle herrlich nach Tosca und Tabac duftend, schön mitten im Weg schleichend. So schön der Teuterhof ja zum Laufen ist, aber es sind immer sooo viele Leute dort unterwegs, wenn man nicht gerade um 8 Uhr dort läuft. Weiter bis zur Kohlscheider Mühle und dann Richtung Heimat, hier verlief sich der Waldtourismus erkennbar. In der Sonne wurde es schon nett warm, aber der größte Teil der Strecke verlief im schattigen Wald, einfach herrlich. Die Strecke ist für unsere Verhältnisse recht profiliert, aber ich lief tendenziell bergab. Die bergan Passagen hatten es allerdings in sich, so dass sie meinen Schnitt ziemlich langsam gemacht haben. Aber ich wollte heute sowieso eher genießen und möglichst die 10 km gut schaffen. Zwischendurch hatte ich so 2, 3 mentale Hänger, in denen ich mir einredete, dass ich nicht mehr kann. Dann lief ich halt was langsamer und sagte mir "Mach dich locker, Baby, es geht doch um gar nichts, du sollst dich am Lauf und der Gegend erfreuen!" Und prompt lief es wieder besser. Ziel somit erreicht.

Fazit des Tages: Na also, geht doch! 

Samstag, 15. Oktober 2011

Cachingtour mit Tränen

Nachdem Einkauf, Wäsche und Mittagessen erledigt waren, musste ich mich doch erst mal ein halbes Stündchen lang machen. Dann ging es gegen 14.30 Uhr los zum geocachen. Dirk hatte uns heute 7 caches in der Soers heraus gesucht. Die Tour startete am Sonnenweg und  ging über den Lousberg und dem Tivoli zurück, in Summe um die 6 Kilometer. Das Wetter war ideal für eine Wandertour, ca. 15 Grad, leichter, teils frischer Wind und Sonne satt. Um mich weiterhin auf meine Pilgertour vorzubereiten, übte ich heute das Rucksacklaufen, ich schätze ihn so auf ca. 8 Kilo - das muss für den Anfang reichen. Gleich bei den ersten Metern merkte ich, dass die Schlüsselbeine sehr wenig Polsterfläche bieten - oh ha! Den ersten cache fanden wir ruckizucki, während wir uns beim zweiten sehr schwer taten. Diesen vermuteten wir irgendwo in einem Baum, haben ihn aber nicht gefunden. Es kostet doch teilweise schon etwas Überwindung, in die Bäume oder Hecken hinein zu greifen und zu suchen. Weiter gings durch die herrliche Soers-Landschaft. Nun wohne ich hier schon ewig und war zum ersten Mal in dieser Ecke der Soers unterwegs, toller Blick auf den Lousberg, dessen Bäume sich bereits in zarter Herbstlaubfärbung befanden. Vorbei an Pferdeweiden mit friedlich grasenden Pferden, die mein Herz wieder schneller schlagen ließen, Kühe, die uns interessiert hinterher schauten. Hätte ich es nicht besser gewußt, hätte ich gedacht, ich bin irgendwo in der Eifel oder sogar in Österreich unterwegs (gut, der Lousberg ist jetzt nicht ganz so hoch, wie die Berge im Ösiland)... Auch den folgenden cache fanden wir nicht. Inzwischen wissen wir, dass die Koordinaten alleine nicht wirklich ausreichen, um den cache zu finden, die Beschreibungen dazu sind wohl auch außerordentlich wichtig und hier haperte es bei uns. Wir sind ja noch Anfänger, wenn auch keine Muggels mehr und hatten somit heute eine wichtige Erkenntnis. Der nächste Cache lag direkt auf dem Lousberg und war gut zu finden, in einem hohlen Baumstamm. Um den Berg herum gings dann wieder runter in die Zivilisation. Außerordentlich schöne Wege und eine tolle Aussicht auf Aachen prägten den Abstieg zurück in Richtung Tivoli.

Hier machten wir natürlich einen Abstecher zum alten Stadion der Alemannia Aachen, das sich derzeit im Abriss befindet. Dirk erzählte kurz, dass die Bagger wohl schon sehr fleißig seien und der Würselener Wall, auf dem wir immer standen, nur noch ein Lehmhügel sei. Ich war demnach vorgewarnt. Doch was mich an der Absperrung des Baustellenzauns erwartete, schockierte mich zutiefst. Ich denke, die Fotos sprechen für sich. So stand ich zunächst mit einem Kloß im Hals am Zaun und blickte auf das, was mal ein Fussballstadion war, was nicht ohne Grund als "Hexenkessel" bezeichnet wurde. Erinnerungen kamen hoch. Wie viele Spiele es waren, die ich hier geschaut habe, wie viele Stunden es waren, die ich hier verbracht habe, kann ich nicht sagen. Teilweise halb erfroren und pitschnass, heiser gebrüllt,  je nach Ausgang eines Spieles, tief enttäuscht oder extrem euphorisch  wieder nach Hause oder in die Stadt zum Feiern gefahren. Der Würselener Wall, dort hab ich mein allererstes Spiel der Alemannia gesehen im zarten Alter von 16 Jahren und auch  mein Letztes, nicht zu vergessen, das Abschiedsspiel von Willi und Eric, wo auch wieder reichlich Tränen flossen. Auf dem WüWa standen wir in der prallen Sonne, ebenso wie in Schnee und Eis, meist bereits eine Stunde vor Spielbeginn, um einen vernünftigen Stehplatz zu bekommen. Mein Gott, was war hier los, als der FC Bayern unser Gegner war?! So viele Emotionen, so laut und so unvergesslich hab ich diese Spiele in Erinnerung, als wäre es gestern gewesen. So stehe ich hier am Zaun, blicke auf den berüchtigten S-Block mit den vermeintlichen hardcore-Fans und Tränen laufen mir übers Gesicht, leise, schmerzvoll, mit dem Wissen, dass es nie wieder so werden wird. Der 12. Mann, damit habe ich mich identifiziert, ich war mit Haut und Haaren dabei, sicher auf meine Weise und sicher auch nur zeitweise. Ich kann nicht behaupten zu wissen, gegen welchen Gegner wir in welchem Jahr wie gespielt haben, aber Leidenschaft und Patriotismus war dabei. Da kannte ich die Spieler noch, wenn ich auch nicht immer wusste, auf welcher Position sie spielten. Bedingt durch einen Berufswechsel verlor ich ein wenig den Bezug zur Alemannia. Die Spieler waren mir nicht mehr so lieb und teuer, wie ein Willi Landgraf oder Stefan Blank, ein Eric Meijer oder Kalla Phlippsen. Und dann kam der Neubau des neuen Tivoli-Stadions. Die Kultstätte hatte ausgedient, die Ära Hexenkessel war vorbei. Gleich das erste Spiel auf dem neuen Tivoli begann mit einem Desaster gegen St. Pauli (die siegten 5:0!), als ein Hamburger Fan am Ende des Spiels  in die Tiefe stürzte und das neue Stadion "mit Blut befleckte". Der junge Mann lag wochenlang in unserem Uni-Klinikum und wurde von der Alemannia sehr unterstützt. Als er sich, zum Glück völlig genesen, bei einem anderen Spiel bei den Fans und der Alemannia im Stadion über Lautsprecher bedankte, musste ich echt heulen, das war sehr emotional! Aber mit dieser Eröffnung lag irgendwie ein Fluch auf dem neuen Stadion, zumindest für mein esoterisches Denken. Und tatsächlich - die Alemannia fasste einfach nicht Fuß, bis heute. Im Gegenteil, es geht immer weiter bergab, nun stehen sie vor dem Zwangsabstieg wegen Insolvenz. Aachen hat sich mit diesem Stadion total übernommen. Wie es jetzt weiter geht, wird sich in Kürze zeigen, aber es sieht nicht gut aus. 

Melancholisch und den Gedanken nachhängend schleichen wir um das alte Stadion herum und machen ein paar Fotos. Es tut in der Seele weh, die ehemalige Kultstätte, das Zentrum vieler Fussballverrückter aus der Region in diesem Zustand sehen zu müssen! Es ist einfach nur traurig und der Kloß in meinem Hals will nur sehr schwer wieder verschwinden, als ich mir die Nase putze und die Tränen weg wische. Mit so einem Gefühlsaubruch hätte ich nun wirklich nicht gerechnet! Was für eine unerwartete Wendung dieser schönen Tour. Na da lass ich mich mal überraschen, was denn der Camino so alles für mich bereit halten wird!

Wir suchen den nächsten cache im neuen Stadion, schütteln langsam die schwermütigen Gedanken ab, aber auch diesen cache finden wir nicht, der sich im Parkhaus unter den Kunstrasen-Trainingsplätzen befinden soll. Ja, und auch der vorletzte cache am Reitstadion soll uns verwehrt bleiben. Ich weiß jetzt schon, dass ich Mikro-caches doof finde ;-), es ist die kleinste Kategorie. Wir sind schon etwas kaputt und allmählich reicht es auch für heute.  3 Stunden und 7 Kilometer lang sind wir schließlich schon unterwegs. Der letzte cache liegt fast bei unserem Auto und wir finden diesen zum Glück recht unkompliziert an einem Straßenschild mit einem Magneten befestigt. Nette Idee!

Unterwegs nach Hause kaufen wir uns eine Pizza. Die haben wir uns heute redlich verdient!

Und morgen wird wieder gelaufen. Ich plane eine ca. 10 km Strecke vom Teuterhof bis nach Hause. Mal sehen, was die Beine morgen so dazu meinen. Ich war jedenfalls froh, als ich den Rucksack ausziehen konnte, sowie die Wanderschuhe. Das wird sicher kein Zuckerschlecken in Spanien!















Freitag, 14. Oktober 2011

Mal wieder rumgeschneckt!

Und dabei hatte ich mich so auf den Lauf heute bei diesem allerprächtigsten Herbstwetter gefreut  Und was ist?  Doofer, anstrengender Schneckenlauf.

Gleich von Beginn an zwickten die Waden bzw. Schienbeine heftig und die Beine fühlten sich erschreckend schwer an. Nach 2 Tagen Regeneration ist das eher ungewöhnlich. Genug getrunken, nicht zu spät gegessen, also eigentlich gut vorbereitet. Aber, vielleicht war dieser slow-motion-Pulslauf von Dienstag nachhaltiger als gedacht - langsam laufen tut echt weh, irgendwie...

Dann hatte ich noch so eine Begegnung der besonderen Art mit einem Fahrrad-Heini. Am Anfang meiner Runde stand er da mit seinem Rad. Sah aus wie ein Penner, der irgendwie zu einem halbwegs passablen Rad gekommen ist und starrte mich unverfroren an, vor allem das Adidaszeichen auf meinem Laufshirt. Nach knapp 2 Kilometern stand er wieder mitten im Weg mit seinem Rad und kramte in einer Plastiktüte rum. Ohne hinzuschauen lief ich an ihm vorbei und fand es irgendwie nicht so prickelnd, dass ich nun zwischen Maisfeld und Wald am Rand des Waldes lief, wo sehr wenig Leute unterwegs waren. Geheuer war mir der Typ irgendwie nicht. Ich schaute mich ständig um, blieb sogar mal kurz stehen, aber nichts zu sehen. Zum Glück. Ich lief weiter und weiter und irgendwann schoß dieser Heini von hinten an mir vorbei, er berührte mich sogar, so nah war er mir gekommen! Ich hab mich voll erschrocken, weil ich auch Musik im Ohr hatte, aber wie immer ganz rechts außen am Weg lief, so dass mindestens 2 Radfahrer nebeneinander noch vorbei gekommen wären. Dieser Arsch, hätte ruhig mal klingeln können (so laut ist meine Musik denn auch nicht). Nun, ich laufe weiter, die Anlaufschwierigkeiten bleiben konstant bestehen und ich grüble, warum das so ist. Eine Erklärung habe ich nicht dafür, seltsam. Da plötzlich schießt dieser Idiot schon wieder an mir vorbei, wieder so nah, dass er mich erneut streift! Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, bin jedoch so perplex, dass ich nur ein leises "Arsch..." vor mich hin grummel. Ich mach ab da die Musik noch leiser und schaue hier und da mal über die Schulter. Aber er kommt nicht mehr.

Während ich auf dem Stück Weg laufe, auf dem Milligramm aus dem Forum immer barfuß läuft, überlege ich kurz, ob ich das auch mal versuchen soll. Obwohl oder gerade weil mir die Beine weh tun, verwerfe ich den Gedanken wieder, auch aus Angst, es könnte nachher noch schlimmer sein. Außerdem habe ich keine Lust auf Socken und Schuhe an- und wieder ausziehen und in der Hand haltend damit zu laufen. Statt barfuß zu laufen, übe ich fleißig den Patsche-Mittelfußlauf, hebe die Fußsohlen möglichst so hoch, als würde ich sie einem imaginären Hintermirläufer zeigen wollen. Fühlt sich komisch an, sieht aber hoffentlich nicht so komisch aus, wie ich denke, dass es komisch aussehen könnte. Dieses Laufen bedarf einer gewissen Konzentration, aber die Schmerzen werden besser. Einbildung? Keine Ahnung. Ist mir jetzt auch wurscht, denn meine Runde ist endlich zu Ende. Das war kein schöner Lauf. Und genau wie bei Don aus dem Forum konnte ich das tolle Herbstwetter auch nicht genießen, weil ich die ganze Zeit in mich hinein gehorcht habe, auf den Penner mit dem Rad geachtet habe und dem Zwacken in meinen Beinen auf den Grund gehen wollte. Ne, so sollte es echt nicht laufen. Am Sonntag muss der Kopf wieder mehr abgestellt werden.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Mal eine Ode an die Musik

Noch sehr müde, aber mit einem ganz dringenden Bedürfnis musste ich mich heute aus dem Bett quälen. Wie gern wäre ich noch ein Stündchen liegen geblieben?! Nützt ja alles nichts, die Pflicht ruft. Täglich grüßt das Murmeltier, unter der Dusche, mit dem Fön in der Hand oder der Zahnbürste im Mund - manchmal ist es schon erschreckend, wie brav man doch so funktioniert. Inzwischen wach, wenn auch nicht munter, mixe ich mir den morgendlichen MagnesiumLachsölkapseldrink, hm, lecker! Raus ins kühle Dunkel und den MP3 Player im Auto angeschlossen. Wonach ist mir, an so einem finsteren Morgen, ohne Motivation und mit dem Wunsch, es möge doch schon 15 Uhr sein oder Scotty würde mich zurück ins Bett beamen? Ich gehe die Playlists durch und entscheide mich spontan für "Jugendheim". Das erste Lied läuft an und ich grinse groß und breit übers ganze Gesicht: Save me von Clout. Ich glaubs ja nicht! Manche Lieder sind so... wie soll ich sagen... eigentlich peinlich, aber ich liebe sie, weil sie mir so ein herrliches flashback verursachen: Es ist Kirmes bei uns im Dorf, Micha und ich mit dem Rad hin, unsere coolen Jeansjacken an, die Jeanshosen knalleng, Marke Wrangler. Das Ziel unserer Begierde -> die Raupenbahn! Unser letztes Geld wird gegen Plastikchips eingetauscht und absolut lässig stellen wir uns hintereinander in den Wagen - freihändig versteht sich. Rauf und wieder runter reitet die Raupe mit uns im Kreis, langsam und immer schneller werdend. (Wie bescheuert muss man sein, für sowas Geld zu bezahlen?!) Aus den Boxen dröhnt besagtes Lied, der Wind pfeift durch unsere Haare und kurz bevor das Verdeck runter geht, springt der dilettantisch tätowierte, langhaarige 'Junge Mann zum Mitreisen gesucht' auf unseren Wagen und zwinkert uns zu, bevor er wieder abspringt. Wir kichern und fühlen uns ja ach so toll, was sonst?! Später, wieder zu Hause, dudelt die Platte erneut und wir studieren dazu eine Choreo ein (später wurde aus sowas die Mini-Playback-Show!), ein Springseil ist unser Mikrophon, vorbei ist es mit der coolen Lässigkeit. Aber unser zartes Alter von 11 und 13 Jahren entschuldigt wohl noch so einiges.

Mit diesen schönen Kindheitsgedanken und laut trällernd schaffe ich es, den Weg zur Arbeit richtig gut gelaunt zu fahren. Allerdings ist die beim Aussteigen auf dem Schulparkplatz wieder verschwunden und kommt erst wieder, als ich auf dem Heimweg bei diesem Lied lande, Marliese von Fisher Z. Als ich später bei den Eagles und Hotel California ankomme, werde ich leicht melancholisch. Dieses Lied verträgt sich irgendwie nicht so gut mit Arbeit, Feierabend und Reihenhausidylle - irgendwie fehlt da eine gehörige Portion Harley, Highway und easy way of life ;-)

Ja, wirklich interessant, was Musik so alles bewirken kann. Und das funktioniert auch beim Laufen. Wenn ich meine Lauflieder höre, ist die Welt in Ordnung, ich komme sofort in meinen Rhythmus und alles ist gut. Wie eine Gehirnwäsche. Und schon freue ich mich jetzt wieder auf den nächsten Lauf. Musik ist schon was Tolles. Und das Schöne ist, dass es für jede Stimmung die passende Musik gibt, für jeden Anlass; sie macht glücklich oder traurig, sie tröstet, sie baut auf, motiviert und beruhigt. Sie lässt uns tanzen und singen, Parties feiern und Badewannen genießen und in Erinnerungen schwelgen. Ohne Musik wäre es eine verdammt triste Welt in der wir leben würden. Ich dachte, das könnte ruhig mal gesagt werden :-).

Dienstag, 11. Oktober 2011

SuLaPuLa

Super langsamer Pulslauf

Nach Feierabend gings heute bei 16 Grad, leichtem Nieselregen und einem recht heftigen Wind in den Würselener Stadtwald. Geplant war heute eine sehr langsame Runde ohne auf die Zeit zu achten, denn ich wollte den Puls mal im Auge halten und nicht über 150 bpm  kommen. Da ich ja generell ein Hochpulser bin, ist ein Puls von 150 für mich wie bei anderen, wenn sie mit 130 oder noch weniger laufen. Ich könnte quasi auch schnell gehen, dann käme ich auf 130, leicht ins Laufen fallen entspricht dann bei mir einer 150. Unglaublich, aber leider wahr. Gefühlt bin ich demnach in Zeitlupe durch den Wald getänzelt, denn laufen kann man das eigentlich nicht nennen. Das Wetter war wieder genau mein Ding, ich liebe diese feuchte Tristesse (zumindest im Moment noch!). In kurzer Hose und mit kurzen Ärmeln und einer Weste drüber war ich auch genau richtig angezogen, auch wenn das von einigen Walkern und Spaziergängern mit komischen Blicken quittiert wurde. Hallo?!? Es waren immerhin 16 Grad!

Wer so langsam läuft, der muss dafür bekanntermaßen etwas länger laufen. Am Anfang hatte ich leichte Anlaufschwierigkeiten, die Beine zwickten ein wenig und der richtige Rhythmus wollte sich nicht so recht einstellen. Ist auch wirklich schwierig, mit der selben Playlist, mit der ich in Berlin den 10er geflitzt bin nun mehr oder weniger in Zeitlupe dahin zu schleichen - ich konnte teilweise sogar mit geschlossenem Mund laufen, also nur durch die Nase atmend. Meine Schritte mal kleiner, mal größer gemacht, aber so richtig klappen wollte es erst ab Kilometer 5. Beschwingt und in die Luft trommelnd (bei den Smashing Pumpkins gingen förmlich die Pferde mit mir durch *lach*) trabte ich, mehr tanzend als laufend durch den Wald und kam so auf 9,5 km, immer den Puls im Auge, der tatsächlich um die 150 blieb. Am Ende des Laufs fühlte ich  mich auch wenig angestrengt und hatte fast schon ein Gefühl von "das hättest du dir glaube ich schenken können". Aber, kein Lauf, keine Bewegung ist umsonst, 9 Kilometer sind 9 Kilometer. Noch brav gedehnt und ab nach Hause.

Und nun zum körperlichen Fazit: Von der linken Pobacke aus zieht irgendwas in mein Knie rein. Das Gefühl hab ich nun schon länger und seit einigen Tagen wieder deutlich stärker, so als hätte ich mir den Hintern irgendwie gezerrt. Wenn ich Donnerstag wieder beim Physio bin, muss ich ihn unbedingt mal fragen, was das sein könnte. Schließlich gibts da hinten einen sehr großen Muskel, wie auch Bänder und vor allem einen Ischiasnerv. Das Knie hat mir heute wieder ziemlich weh getan (vor und nach dem Laufen). Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ich damit wohl künftig immer leben muss. Bis jetzt können auch die Stabi-Übungen da keine komplette Linderung bewirken. Gut, ein bisschen Zwicken hier und Zwacken da ist ja bei Läufern eher nichts Ungewöhnliches. Aber die Schmerzen im Knie sind wieder so heftig, dass ich teilweise nicht mehr weiß, wie ich mich setzen soll. Schon blöd. Soll das jetzt mein Leben lang so bleiben?!

Essenstechnisch klappts die letzten beiden Tage überhaupt nicht gut. Liegts am Vollmond oder an irgendwelchen Hormonen? Eigentlich fühle ich  mich gut, ich hab keine Ahnung, warum ich mich im Moment nicht an meine Vorgaben halten kann. So ist und bleibt das Thema Abnehmen eine never-ending-story. Gehts mal zwei Wochen gut, kommt wieder der Dämpfer und das, was man sich tapfer erarbeitet hat, wir in Kürze wieder zunichte gemacht. Es ist zum Mäuse melken. Ich bin dieses Thema im Grunde sowas von leid :-(. Ob ich das jemals in den Griff kriege?

Zum Thema Jakobsweg gibts auch was Neues: 
Heike und ich haben uns jetzt endlich kennen gelernt!
Und -> am 05. April gehts los, die Flüge sind heute gebucht!
Die Vorfreude wächst und wächst!
Hoffentlich mute ich meinen Beinen nicht zuviel zu, wenn ich am 01. April in Berlin den HM laufen werde... Muss den Winter jetzt absolut nutzen, Grundlagenausdauer zu trainieren und auch etwas Krafttraining zu machen.

Sonntag, 9. Oktober 2011

2 caches erwandert

Heute gabs nach einem kleinen Frühstück mal wieder eine Geocache-Wanderung. Sie führte uns in die Soers, wo Dirk mir so nebenbei einen Teil der HM-Strecke vom Tivolilauf zeigte, leider sehr hügelig und somit für mich nicht wirklich ein Thema. Also, ich meine den HM; einen Trainingslauf werde ich dort sicher jetzt mal machen, sehr schöne Gegend.

Der erste Cache befand sich hinter einem Baum in einer professionellen Cache-Dose, die aussah, als wäre sie bei der Bundeswehr geklaut und als befände sich scharfe Munition darin! Es dauerte eine Weile, bis wir das schwerfällige Ding aufbekamen und auf den üblichen Krimskrams wie Murmeln, kleine Plastikautos und sonstige Unwichtigkeiten stießen. Wir trugen uns ins Logbuch ein und machten ein Foto, luden den 2. Cache in die GPS-Uhr und weiter gings, ca. 500 Meter Luftlinie. Die dritte von drei Weiden bot einen perfekten Platz für "Theklas Schatz", wie sich der Cache nannte. Allerdings scheute sich sowohl Dirk als auch ich, in das Loch des Baumstammes hinein zu greifen, und zu sehen war erst mal nichts. Also suchten wir die Gegend ab, so auch den naheliegenden Friedhof - aber nichts zu sehen, was ein Geocache sein könnte. Die Uhr schickte uns irgendwie immer wieder zu den Weidenbäumen zurück. Ich spinkste noch mal so tief es der Stacheldraht davor zu ließ in den offenen Baumstamm auf ca. 1.60 Höhe hinein und entdeckte ein kleines grünes Fläschchen. Beherzt griff ich hinein und mich lachte beim Herausholen eine recht große, schwarze Plastikspinne an, die samt Fläschchen an einem Nylonfaden befestigt war. Den Nylonfaden hatten wir zuvor gar nicht gesehen. Wir lachten und öffneten die Flasche, trugen uns in die Logzettel ein, machten auch hier ein Foto und freuten uns über diesen besonders witzigen Cache. Klar, Thekla hieß die Spinne bei Biene Maja und das Versteck war wirklich hervorragend gewählt. 

Thanks for the caches!

Blick in die Soers

Theklas Schatz

Samstag, 8. Oktober 2011

Herbstlauf Nr. 2

Ein Samstag, wie ich ihn mir wünsche: Ausschlafen, leichtes Frühstück, bisschen Aufräumen, bisschen Internet und dann, nach dem Verstauen des Wochenendeinkaufs, den der allerliebste Schatzi der Welt selbstlos erledigt hat, ab in die Laufklamotten. Ein Tag aus meinem Wetterbilderbuch, frische 10 Grad, feucht vom letzten Regenschauer und ein leichter Wind. Ein Wetter, das immer noch ein kurzes Laufshirt und eine 3/4 tight erlaubt, wenn auch mit Weste und was um die Ohren wie im Hals. Ich könnte mich an diesem Wetter ergötzen, denn nur so läuft es bei mir richtig optimal.

Die ersten 3 Kilometer hat Dirk mich begleitet und wieder angezogen. Danach tauschte ich Mann durch Musik und musste erst mal den Duffesheider Hügel hoch schleichen. Danach lief es glücklicherweise wieder zügiger, so dass ich endlich auf ein sub 7er Resultat gekommen bin. Im Wald war der Wind kaum zu spüren, auf dem offenen Feld hatte ich dagegen schon mächtig Gegenwind. Musik ein bisschen aufgedreht - quäl dich und beiß die Zähne zusammen - na also, geht doch!

Heute gabs dann sogar einen Kilometer mehr auf der Uhr als beim letzten Lauf - eine Verbesserung in doppelter Hinsicht. Ich freu mich über die nicht verlorene Form. So kanns bleiben! 

Und hier ist er, der schöne Lauf von heute.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Genau mein Wetter!

Das Gefühl einer Erkältung im Anmarsch war auch heute wieder latent vorhanden, aber nur solange, bis der Physio es weg akupunktiert hat. Somit stand meinem heutigen Lauf nichts im Wege, ich freute mich sehr, denn das Wetter war genau mein Ding: Frische, klare Luft, leichter Wind, feuchter Wald, 14 Grad! Es war herrlich endlich wieder unter diesen Bedingungen laufen zu können. Auch war ich heute, wie geplant, erstmalig wieder mit Musik unterwegs. Dummerweise hatte ich den Brustgurt in der Eile vergessen, aber egal. Die ersten beiden Kilometer waren wieder recht heftig, meine Unterschenkel brannten ziemlich und waren recht schwer und ich überlegte, warum. Vielleicht steckt mir doch eine Erkältung in den Knochen? Oder lag es eher daran, dass ich die letzten Läufe mit anderen Schuhen unterwegs war? Ist es das konzentrierte Mittelfußlaufen, das mich doch etwas anstrengt? Keine Ahnung. Im ersten größeren Hügel bin ich dann wieder automatisch in den Vorderfusslauf gekommen und schlagartig waren die Schmerzen weg. Das war echt cool. So konnte ich den Rest erstmal entspannt laufen lassen. Dann wollte ich ein Stück Tempo machen. Gesagt, getan, hat gut geklappt und richtig Spaß gemacht. Die Schmerzen waren damit weg gelaufen. Das hab ich dann später noch mal wiederholt und ich denke mal, ich hab es der Musik zu verdanken, dass es einfach ein super Lauf war. Ja, gut, das Wetter hat auch einen großen Teil dazu beigetragen - meine Laufsaison ist hiermit offiziell eröffnet!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Nur mal kurz...

Hallo sage...

Irgendwie hab ich das Gefühl, ich hab was auf dem Leib. Nichts Dramatisches, aber so richtig fit fühle ich mich nicht. Mattigkeit und ein bisschen so ein komisches Gefühl beim Schlucken, die Drüsen sind leicht geschwollen. Weit entfernt von Halsschmerzen, aber eben auch nicht rund. Ich hoffe, es erstickt der Keim, bevor er sich ausbreitet!

Wollte eigentlich heute Stabi-Training und Yoga machen, laufen werde ich dann wohl morgen, aber es fühlt sich heute nicht gut an. Deshalb gibts nur eine Sondereinlage Regeneration mit Tee auf der Couch.

Morgen werde ich erstmalig wieder mit Musik laufen. Ich hoffe, ich komme dann besser rein und der Puls läuft ruhiger.

Ich freue mich, dass der Herbst jetzt da ist, weil ich mich dann umso mehr auf Italien freuen kann. Bis dahin wird mir das üsselige Wetter bestimmt wieder auf die Nerven gehen. Bescheuert, wa?!

Wünsche allen einen gemütlichen Abend!

Montag, 3. Oktober 2011

Empfindliche Nase

Heute bin ich erst gegen elf Uhr zum Laufen in die Puschen gekommen. Da war es leider schon recht warm, ca. 18 Grad, aber gefühlt in der Sonne eher 28 Grad. Irgendwie steckte mir der gestrige Halbmarathon doch in den Beinen, also, ich meine dieses Rumlaufen und Stehen über Stunden mit dem Proviantrucksack auf dem Buckel. 


Im Wald waren heute sehr viele Leute unterwegs; einer roch dabei leider stärker nach Parfüm oder Rasierwasser als der andere, zwischendurch der Hauch eines frischen Hundehaufens am Wegrand oder vorbei an einer Bank, auf dem eklige Raucher eine Pause machen... Igitt, es ist manchmal keine Freude, wenn man so eine empfindliche Nase hat wie ich. Nach 6 km war ich mehr als froh, mit dem Lauf durch zu sein. Das war sicherlich einer von diesen Läufen, die man nicht zu oft braucht. Aber Hauptsache gelaufen und 6 km sind und bleiben 6 km.


Und um es noch mal in aller Deutlichkeit zu sagen: Das Wetter regt mich auf! Wird wirklich Zeit, dass es kühler wird.

Samstag, 1. Oktober 2011

Schöner Morgenlauf

Morgens 9 Uhr in Herzogenrath. Die Luft ist klar und frisch, der Morgentau glitzert in Millionen von Grashalmen, wieder andere Millionen Tautropfen nehmen auf den Blättern der Bäume ein Sonnenbad. Der würzige Duft von Herbst liegt in der Luft, Vögel zwitschern und einige Raben krächzen frech und laut dazwischen.

Auf dem Weg im Sonnenschein vom Morgendunst umgeben eine einsame Läuferin, in sich gekehrt und den Gedanken nach hängend - nämlich ich.

Genug der herbstlichen Romantik, Zeit für die nackten Fakten: Es war wieder recht anstrengend, was wohl auch an unserer Runde hier liegt, die, egal wie herum man sie läuft, immer mit stetigem bergan Laufen verbunden ist. Gut, es sind Hügelchen und keine Berge, aber dennoch ist es erst mal anstrengend, wenn man damit anfangen muss. Wir reden hier von ca. 35 Höhenmetern in Summe. Ohnehin bin ich immer wieder entsetzt, wie schwer mir die ersten 2 Kilometer fallen, bis es endlich besser läuft, bis ich meinen Rhythmus so halbwegs gefunden habe. Kann man die ersten beiden Kilometer nicht irgendwie überspringen?! Gefühlt war ich deutlich langsamer unterwegs als beim letzten Lauf, dennoch waren es tatsächlich nur 15 Sekunden auf dem Kilometer. Somit kam ich auf 6,2 km in 45 Minuten, was einer pace von 7:15 entspricht. Der Puls wieder schrecklich hoch, aber wenn man schon mit über 100 bpm los GEHT, was will man da erwarten?! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass auch der Puls irgendwann besser wird.

Gleich gehts nach Köln, die Startunterlagen von Dirk abholen und eine Runde über die Messe drehen. Jetzt heißt es erst mal duschen.



Ich wünsche allen ein wunderschönes Wochenende und allen Wettkämpflern viel Erfolg!