Sonntag, 20. November 2011

Leicht desorientiert in Belgien unterwegs

Heute sind wir mal wieder in Belgien unterwegs gewesen, bei kühlen 4 Grad gings los, es war ein herrlicher Morgen. An der Maas entlang, der Sonne entgegen, die ganze Landschaft Nebel geschwängert, ein Bild wie ein Märchen. Fischreier auf dem Feld, fliegende Gänseschwärme über uns, Tautropfen im Gras und ein Rest von bunten Herbstfarben überall, dazwischen ein paar friedlich grasende Kühe oder Pferde. Das einzige, was nicht zu dieser wunderschönen Idylle passt, ist die Musik in meinen Ohren, aber dieser sei Dank, habe ich gleich ein schönes Tempo und laufe irgendwie, ohne es zu merken.

Mit einer Karte in der Tasche ausgerüstet sollen es heute 11 km bei mir und 16 bei Dirk werden. Die erste Abzweigung versäume ich natürlich, so dass ich fast 8 km an der Maas entlang laufe, wo ich eigentlich schon auf dem Rückweg sein soll. Ich merke dann doch, dass ich zu weit gelaufen bin und versuche mehr intuitiv wieder den richtigen Weg zu finden. Ab da werde ich dann von einer leichten Nervosität begleitet, auf die man gern verzichten kann. Nach 10 km komme ich endlich an den Kanal und frage einen Reitersmann nach dem Weg. Wie vermutet, ist meine Richtung doch nicht so verkehrt, aber der zusätzliche Schlenker und die Tatsache, dass ich unter Zeitdruck stehe, lässt mich den Rest des Weges nicht mehr ganz so genießen. 2 km später komme ich dann in den Ort, der eigentlich Anfang und Ziel meines Rundkurses ist. Doch hier sieht es total anders aus! Wir hatten unser Auto unter einer Brücke geparkt, neben einem Panzerdenkmal und von der Brücke ist weit und breit nichts zu sehen! So ein Mist! Panik macht sich breit. Wie blöd, dass ich auch immer diesen dämlichen Zeitdruck habe: Die Runde dauert ca. 1.20 Stunde genau wie Dirks Runde, dann nach Hause, Essen machen, Schwiegervater kommt zum Essen und anschließend Fussball gucken. Nein, ich fang jetzt nicht an zu heulen, muss Dirk mich eben suchen kommen - doof nur, dass ich den Autoschlüssel habe, weil ich eigentlich kürzer laufe als er. 

Meine Rettung zeigt sich in Form eines dunklblauen Golfs mit zwei netten älteren Belgierinnen drin, denen ich freundlich zu winke. Und weil ich mich auf die Straße in den Weg stelle, können sie gar nicht anders als anzuhalten . Ich erkläre, dass ich mich verlaufen habe und zu der Brücke mit dem Panzerdenkmal muss. Die freundliche Fahrerin fackelt nicht lange und meint: Komm in! Zeigt mit dem Kopf und dem Daumen nach hinten. Ich steige ein und bin mindestens so erleichtert, wie nach einem negativen Schwangerschaftstest! Lachend brettert die Dame in belgischer Manier durch den nächsten Feldweg und die Oma auf dem Beifahrersitz hat auch sichtlich Spaß - ich glaube, die lachen über mich bzw. das, was ich erzähle, aber das stört mich nicht, ich lache einfach mit. Ich kann mein Glück kaum fassen; die zwei weiteren Kilometer hätten uns zeitlich den Plan vermasselt, ganz zu schweigen davon, dass Dirk sich vermutlich furchtbare Sorgen gemacht hätte. Am Auto angekommen steht jedoch kein Dirk da. Die Dame meinte noch, wenn ich ihren Mann sehe, sag ich ihm Bescheid. Doch da kommt er uns auch schon 200 Meter weiter entgegen. Ich bedanke mich herzlich und wünsche den Damen noch einen schönen Tag und berichte Dirk von meiner kleinen Desorientierung. Im Grunde war ich auf dem richtigen Weg, aber ich wußte nicht, dass der Ort dann doch sooo groß ist und ich nur in der anderen Ecke war. Dummerweise war die Brücke, die ich die ganze Zeit gesucht habe, von dort aus noch nicht zu sehen. Na, ist ja noch mal gut gegangen und es war trotzdem ein toller Lauf.


Mit 13 km in 6:48 pace bin ich super zufrieden!

1 Kommentar:

  1. Sehr hübsch beschrieben. Ist ja zum Glück nochmal alles gut gegangen. Und der Besuch des Schwiegervaters? ....

    Liebe Grüße
    Rainer

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