Samstag, 17. Dezember 2011

Schluss mit frustisch!!!

Mein neues Mantra ist geboren!

Ich war die ganze Woche angeschlagen, mental wie körperlich. Es lief nicht rund und das stürmische, graue Wetter passte perfekt dazu. Knoten platzen mit einem Mal, die jahrelang im Verborgenen schlummerten. Jetzt, klar, kurz vor Weihnachten, passt scho! Die Weihnachtszeit ist jedes Jahr aufs Neue ein Graus für mich. Schön, wenn dann wirklich gute Freunde intuitiv zu wissen scheinen, dass es mal wieder Zeit für ein Lebenszeichen ist und ein gutes, sensibles timing an den Tag legen. Auch wenn man im Grunde allein dadurch muss, ist es tröstlich zu sehen, dass man eben doch nicht so ganz alleine ist.

Was kann ein Mensch ertragen, bis er endlich reagiert? Wie lange hält man es durch, in absolut unbefriedigenden Zuständen zu verharren, nur weil es ja ach so sicher ist? Alles schön geregelt, alles nach außen hin perfekt. (Nein, keine Angst, ich rede nicht von meiner Ehe, hier ist alles im grünen Bereich!) Weitere Details erspare ich Euch und mir jetzt, ist hier nicht unbedingt der geeignetste Rahmen für solche Themen. Nur soviel, es ist Zeit für Konsequenzen!

Im April stehen zwei ganz wichtige Ereignisse für mich an. Da ist zum einen mein erster Halbmarathon in Berlin, auf den ich mich riesig freue! Wie wird es klappen, diese Distanz zum ersten Mal offiziell anzutreten, werden meine Nerven wieder verrückt spielen? Oder kann ich es wirklich genießen, so, wie ich mir das erhoffe? Das zweite wird wenige Tage später meine Reise mit Heike über den Jakobsweg sein. Heute habe ich  mir einen Teil der DVD angeschaut, die sie mir geschickt hat. Jetzt ist mir umso bewusster, wie wichtig diese Pilgeretappe für mich werden wird. Ich bin sooo weit von mir entfernt, dass ich es kaum noch ertragen kann. Es wird höchste Zeit etwas zu ändern, ich werde schließlich nicht jünger. Zwei Ereignisse, die mich vermutlich ziemlich deutlich an meine Grenzen bringen werden, das zweite mehr als das erste. Die Zeit ist reif, Grenzen nicht nur zu erkennen, sondern diese gezielt zu überschreiten. Wow, das wird spannend!

Die Woche war wirklich schrecklich und ich habe es nicht auf einen einzigen Lauf gebracht, was meine trübe Stimmung nur noch verschlimmerte. Gestern dann den Schlaf der Gerechten gehalten und heute wie Phönix aus der Asche, wenn auch mit leichten Kopfschmerzen, den neuen Tag gestartet. Wir mussten leider mal in die Innenstadt, für die kurze Zeit wars wirklich ok, aber dann hats auch gereicht. Die Kopfschmerzen und das Unwohlsein wurden wieder schlimmer und die Lust auf einen Lauf an der frischen Luft immer größer. Nicht lange gezögert, ab in die Laufsachen und los. Gefühlt mussten es heute mindestens 10 km  werden, den ganzen Rotz der letzten Woche aus dem Leib laufen. Es wurden für jeden nicht gelaufenen Tag um die 2 km, also in Summe bin ich auf 13,2 km gekommen. Ein wahrer Befreiungsakt. Und das gelaufene Tempo hat mich so stolz und glücklich gemacht, dass mir das Mantra buchstäblich in den Mund gefallen ist: Jetzt ist wieder Schluss mit lustig, bzw. frustig! Weil, es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Und wenn man sich selbst andauernd nur bemitleidet, anstatt den Hintern hoch zu kriegen (egal in welchem Punkt) kann man lange auf eine Veränderung warten. Gut, es ist ja nun nicht so, als wüsste ich das nicht schon längst. Aber wie das so oft schon mal ist, vergisst man manchmal vor lauter Suhlen im Selbstmitleid, dass man wirklich nur selber etwas in seinem Leben ändern kann. Waren es nicht sogar meine Worte, die da sagten: Du bist, was Du denkst! (Sie stehen sogar auf meinem T-Shirt!)  Phrase über Phrase aber doch so viel Wahrheit darin.

Der Silvesterlauf in Trier wird somit mein "ich lass alles jetzt hinter mir"-Lauf.
Reset. Ein neues Jahr, ein neues Glück! Ja, es wird spannend.

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