Sonntag, 13. Mai 2012

Das Wochenende in Belgien

Nach dem schönen, schmerzfreien Lauf am Freitag war ich ziemlich optimistisch, dass es Sonntag in Maasmechelen mit 15 km gut klappen könnte. Doch häufig kommt es anders als man denkt.

Belgien Teil 1: Samstag sind wir, nach dem es mittags für mich den ersten Spargel in dieser Saison gab (der erste ist doch immer wieder der leckerste!) kurzfristig mal nach Roermond in den Outlet gefahren. Ich brauchte dringend noch eine kurze Laufhose. Bei Asics gabs dann sogar neben einer 3/4 Hose noch ein Laufhosenröckchen und ein paar tolle Marathon-Söckchen für mich, bei Falke außerdem eine weitere Sportunterhose - die sitzen einfach perfekt! Auch Dirk hat ein paar Kleinigkeiten gefunden, so dass wir zufrieden wieder nach Hause fuhren, in dem Wissen, dass wir am nächsten Tag dort wieder laufen wollten. Abends gabs dann ein schönes Endspiel -> Danke an den BVB für die gute Unterhaltung und ein absolut verdientes Double.

Belgien Teil 2: Mit einem Kaffee ans Bett gebracht fing der Tag eigentlich sehr vielversprechend an. Eine Kleinigkeit gefrühstückt, machten wir uns gegen 10 Uhr auf nach Maasmechelen, das Wetter recht frisch mit 9 Grad, ein Mix aus Sonne und Wolken, aber es sollte immerhin trocken bleiben. Unterwegs noch fix zum Wählen gewesen - Bürgerpflicht erfüllt. In Vucht angekommen, fühlte ich mich irgendwie noch gar nicht bereit. Außerdem hatte ich meine Kamera mal mit, eine Wasserflasche in der Hand, eine Karte mal vorsichtshalber und sowieso den MP3-Player - mit all dem fühlte ich mich irgendwie bepackt wie ein Esel, nicht gut. Der erste Teil meines 15 km Weges ging über einen holprigen Feldweg, teils trocken und steinhart, teils matschig und große Pfützen, auch nicht gut. Ich kam irgendwie gar nicht in den Rhythmus. Kurz mal stehen geblieben, um ein Foto zu schießen, weiter gehts. Dann komme ich an den festen Weg entlang der Maas, es läuft besser, aber nur kurz, denn bereits nach dem 3. Lied ist mein MP3-Player leer. Das doofe Ding hat sich irgendwie an meinem Laptop wieder entladen. Kein gutes Omen und ich überlege wirklich, ob ich wieder zurück laufe, ahne, dass es ohne Musik nicht gut laufen wird.

In Kotem, bei ca. 5 km überholt mich Dirk, der heute 22 km laufen wird. Kurz schildere ich, dass der MP3-Player leer ist und auch er ist sich da schon sicher, dass es kein leichter Lauf für mich wird, wie er mir später sagt. Kurz springe ich noch mal in die Büsche und versuche meinen Kopf umzuswitchen. Durch Kotem läuft es dann erst mal gut, aber am Deich angekommen, bei km 6,5 zickt das Knie wieder rum. Ich versuche mich auf den Schritt zu konzentrieren und spule im Geiste ein Mantra runter, das mich hoffentlich über die nächsten 9 km bringt. Doch es läuft nicht gut. Das Knie wird immer schlimmer. Ich mache noch einen Fotostopp und trinke, damit ich die Flasche stehen lassen kann, es nervt mich ungemein, das Ding in der Hand zu halten. Mit ein paar Dehnübungen versuche ich, das Knie zu beruhigen, doch schon die ersten Schritte tun wieder weh. Immerhin verlaufe ich mich mal ausnahmsweise nicht, doch der Weg wird zur Qual. Irgendwann muss ich mit schmerzverzerrtem Gesicht stehen bleiben. Ich habe noch mindestens 5 km vor mir. Soll ich ein Auto anhalten, das mich zurück nach Vucht bringen könnte? Nein, ich versuche immer wieder anzulaufen, schleichend, humpelnd, gehend bewege ich mich mühsam und mit gesenktem Haupt Richtung Ziel. Am Kanal angekommen kommt erschwerend ein frischer Wind von vorne; jetzt kommt auch noch die Angst hinzu, mich wieder zu erkälten. So eine verdammte Scheiße! Ich bin total gefrustet und heilfroh, als ich die letzen 2 km auf dem Deich wieder in der Sonne gehe. Dirk kommt erneut von hinten, ich sag nur "Das blöde Knie", als er vorbei läuft.

Ziemlich schweigsam fahren wir nach Hause, holen unterwegs unser Mittagsessen vom Lieblingsthailänder. Nach dem Essen ist die Stimmung zwar etwas besser bei mir, aber das Knie tut immer noch sehr weh und macht mir jetzt richtig Sorgen. Der nächste Schritt wird sein, dass ich mir einen Termin bei Rene, meinem ehemaligen Osteopathen hole. Ich habe das dumme Gefühl, dass bei mir alles möglich blockiert ist und so ineinander spielt. Ob ich am Donnerstag in Groningen den Wettkampf mit laufe, glaube ich heute ehrlich gesagt nicht. Jetzt muss ich erstmal duschen, dann tape ich das Knie noch mal und die Ibuprofentablette wirkt auch hoffentlich bis dahin.

Und allen Müttern wünsche ich noch einen tollen Muttertag - lasst Euch ein bisschen verwöhnen!

Impressionen vom heutigen Lauf:













Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen