Mittwoch, 1. August 2012

Wieder im Lande - back in town

Seit gestern Abend sind wir nun wieder daheim - 16 Tage Urlaub sind vorbei. Schön wars, nein, sehr schön wars! Irland ist ein absoluter Traum und von Tag zu Tag offenbarte sich uns ein ums andere Mal mehr, warum Irland auch "die grüne Insel" genannt wird. Klar, bei soviel Regen muss ja alles hervorragend sprießen; dennoch hatten wir Glück mit dem Wetter, von sonnig bis Gewitter war alles dabei. Aber in Irland ist man bereits zufrieden, wenn es nur trocken ist, so freuten wir uns umso mehr über die sonnigen Tage bzw. Abschnitte. Die Temperaturen lagen meist zwischen 15 und 20 Grad, so dass auch unsere geplanten Läufe unter besten Bedingungen stattfanden, in Summe waren es 6 Stück, der letzte Lauf in Südengland / Selsey war für uns beide der anstrengendste und auch irgendwie für mich der unschönste, denn dort blies ein teils sehr heftiger Wind und die Strecke zwang mich, meist den Blick auf den Weg zu richten (schmal, uneben, steinig und ich hatte keine richtige Brille an). Zwischendurch gab es noch eine wunderschöne 12 km Wanderung entlang der Klippen und mit den ansonsten auch abgelaufenen Kilometern kann man also durchweg von einem sehr aktiven Urlaub sprechen. Doch auch die Ruhephasen kamen nicht zu kurz, das ist eben das Schöne daran, wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist und spontan entscheiden kann, was man an einem Tag so machen möchte, immer in Anlehnung an die aktuellen Wetterverhältnisse. Den Schnupfen, den ich mir bei den Cliffs of Moher eingefangen habe, konnte ich somit an einem Regentag im 5-Sterne Tempel "The Brehon" in Killarney (mitten im Nationalpark) auskurieren, während Dirk sich dort im Wellnessbereich erholte (hier war eigentlich ein B&B (das einzige) geplant, doch wegen des schlechten Wetters fanden wir eine bessere Lösung, die dazu noch als Schnäppchen durchgehen konnte).

Mit unseren Hotels hatten wir wirklich Glück; bis auf die Kajüte bei der Überfahrt von England nach Irland auf der Fähre (ich hab selten so schlecht geschlafen und konnte mich nicht überwinden, in dem Dixiklo-ähnlichen Plastik-Ding zu duschen), haben wir es sehr gut angetroffen. Jedes Hotel war mit Wasserkocher und Fön ausgestattet, so dass wir das beim nächsten Mal schon nicht mehr mitzuschleppen brauchen. Einziger Nachteil waren die kleinen Doppelbetten (1 durchgehende Matratze, 1 Decke), das sind wir überhaupt nicht gewöhnt und jeder von uns hatte stets Angst, aus dem Bett zu plumpsen. In den meisten Hotels gabs kein deutsches Fernsehen, so dass wir weitestgehend BBC geschaut haben. Nervig war die ständige Berichterstattung von "amazing Team GB", von den anderen Nationen gab es so gut wie gar keine Infos! Umso schöner, hier jetzt in deutsch die Olympiade verfolgen zu können und einen gewissen Hohn, dass Team GB erst eine Goldmedaille geholt hat, kann ich mir leider nicht verkneifen - sie wurden dort in den Himmel gelobt.

Die ersten Maschinen Wäsche sind schon gewaschen und bei dem heutigen Prachtwetter sogar schon getrocknet - man kann also davon sprechen, dass wir bereits zu Hause "angekommen" sind. Dennoch bin ich mit dem Kopf nicht wirklich da und ich hatte fast schon befürchtet, keinen einzigen Satz mehr schreiben zu können; es ist so viel, dass ich mir nicht sicher bin, wie man das am besten in Worte packt. Während Dirk bereits die Bilder sortiert und bearbeitet, versuche ich all meine Eindrücke zu kramen. Im Augenblick denke ich mal, wird es bei mir diesmal keinen richtigen Reisebericht geben, nur hier diesen kleinen Rundumschlag. Sobald Dirk die Bilder fertig hat, werde ich sicher einige davon mit Kommentaren versehen hier rein setzen. Ansonsten bin ich irgendwie in einer komischen Stimmung gefangen, die ich gar nicht richtig deuten kann. Obwohl ich mich am Ende auch schon wieder auf zu Hause gefreut habe, ist es jetzt irgendwie komisch, wieder hier zu sein - ein bisschen Wehmut vielleicht?

Während Dirk heute schon kurz die Beine ausschütteln war, habe ich die Terrasse auf Vordermann gebracht, auf der ich gerade im Schatten sitze, puh, ist das heute eine Hitze! An Laufen mag ich heute nicht denken, obwohl das teilweise Schauen der Olympiade schon mächtig den ISH herausfordert. Ich denke, morgen wird es einen ersten Lauf im heimischen Gebiet geben. Wir haben diese Woche noch frei, so dass ich noch ein wenig Zeit habe, wieder in meine alten Gewohnheiten zurück zu finden, so z. B. die morgendlichen Kniebeugen und auf das Essen muss ich nun auch wieder vermehrt achten, in Irland gabs nur Ungesundes und jeden Abend mindestens 2 Pint of delicious beer. Das Guiness schmeckt dort wesentlich besser als hier und, ach ja, wir haben übrigens ein Guinness-Zertifikat zum optimalen und richtigen Zapfen des Bieres erworben, stilecht in der Guinness-Brauerei in Dublin. Dublin war für mich die hässlichste Stadt Irlands, eine absolute Enttäuschung. Das gewisse Nichts, außer einem tollen Phoenix-Park, dem größten Europas, in dem wir auch laufen waren, und jede Menge Touristen. Der Song "Dirty old town" trifft den Nagel auf den Kopf. Gut, die Kneipen dort sind, wie überall in Irland echt Klasse, allen voran die Temple Bar, die wechselnde Life-Musik ab mittags bietet. Aber mit jeden Tag Bierchen schlürfen ist jetzt auch wieder Schluss, auch wenn Dirk die reinste Armada an verschiedenen englischen Biersorten "importiert" hat.

Musikalisch hat mich Tina Mulrooney (Morrissey) sehr beeindruckt, die wir an den Cliffs of Moher erstmalig life mit ihrer Harfe erleben durften. Ihre glasklare Stimme in Kombination mit der Harfe und vermutlich der unglaublich schönen Kulisse hat mir sofort einen Kloß im Hals beschert und mich zutiefst ergriffen. Jetzt bin ich erst mal auf die vielen Bilder gespannt, die Dirk geschossen hat. Eine Auswahl davon gibts in Kürze hier.

By then, folks :-))


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