Sonntag, 30. September 2012

1. Energizer Night Run Köln 2012

Eigentlich hatten wir vor, in diesem Jahr wieder in Duisburg beim Bunert's Lichterlauf dabei zu sein. Doch genau am selben Tag sollte im für uns näher liegenden Köln der 1. Energizer Night Run stattfinden. Dirk, Sven und ich beschlossen dann, bei dieser Premiere dabei zu sein.

Überpünktlich in Köln am Tanzbrunnen angekommen, herrschte schon reges Treiben. Alles deutete wieder auf eine perfekt organisierte Veranstaltung hin und alles erinnerte mich sehr stark an den Womens Run, nur, dass diesmal kein Pink zu finden war und deutlich mehr Männer als Frauen anwesend waren. Startunterlagen abholen, WC aufsuchen und Taschen abgeben, alles ging fix und dann war es auch schon soweit, den Startblock aufzusuchen, inzwischen war es auch dunkel genug, um die gesponserten Stirnlampen einzuschalten. Völlig unaufgeregt und ohne Kribbeln im Bauch - wenns um nichts mehr geht, können Laufveranstaltungen richtig schön sein - gings los. Ich reihte mich ganz hinten im ersten Startblock ein, 5er und 10er, Läufer und Walker starteten gemeinsam, was also mehr den Charakter eines Spaßlaufs hatte. Schnell stellte sich, zumindest für mein persönliches Empfinden heraus, dass diese Strecke unter diesen Bedingungen auch nicht wirklich renntauglich ist. Am Anfang knubbelte es sich wie immer im Tanzbrunnen, die Wege sind einfach zu schmal und kurvig, trotz der versetzten Blockstarts. An einer kleinen bergan Passage kam es kurz zum Stillstand und dann gabs noch ne Crosseinlage. Ob das so gewollt war, weiß ich bis heute nicht, es ging über ein Stück Wiese durch Bäume hindurch, was ich für recht gefährlich hielt. Ich dachte noch, hier hat sich wohl irgendein Tuppes verlaufen und alle anderen Jecken rennen wie blöd hinter her, das Gelächter war zumindest groß, ob das wirklich gewollte Streckenführung war, bleibt das Geheimnis des Veranstalters. Zu allem Überfluss mussten wir später am Hyatt Hotel die Treppe rauf laufen - der Vergleich zum Womens Run kam auch hier unweigerlich auf, nur ist es da die Treppe hoch zum Dom, die noch schlimmer ist.

Ich fand recht schnell meinen Rhythmus und lief überwiegend mit genügend Platz. Schneller als erwartet kam der Zielbogen wieder in Sicht und ich versuchte noch ein klein wenig zu beschleunigen, da wars auch schon vorbei. Zeitgleich mit dem ersten Mann des 10ers kam ich (nach 5:35 Kilometern) ins Ziel, da waren 33:36 Minuten um. Kurz einen Becher Wasser geschnappt und ein paar Apfelstücke, dann hab ich sofort die Tasche abgeholt, um die Männer im Ziel nach ihren 10 Kilometern abzufangen. Wie immer gabs im Anschluss das Sieger-Bier, während wir die Siegerehrung verfolgten. Es war ne schöne Veranstaltung, da waren wir uns alle einig, doch bereits im Auto fiel der Entschluss, im nächsten Jahr wieder in Duisburg zu laufen. Die Strecke hat deutlich mehr Charme und außerdem keine Treppe ;-).

Dass ich  mit meiner Zeit Platz 89 bei den Frauen, sowie Platz 213 (von ca. 650?)  insgesamt beim 5er erzielt habe, lässt deutlich darauf schließen, dass es tatsächlich mehr eine Spaßveranstaltung war, bei der mehr Genussläufer am Start waren, als ambitionierte Läufer. Aber nichtsdestotrotz bin ich doch sehr zufrieden. So unaufgeregt bin ich noch nie einen "Wettkampf" gelaufen und hab mich auch noch nie so entspannt dabei gefühlt. Dass ich heute keinen Muskelkater habe und eher gar nichts in den Beinen merke, finde ich prima, wenn es auch zeigt, dass sicherlich mehr drin gewesen wäre, wenn ich denn gewollt hätte. Aber wollte ich? Nööö :-))

Vorher - x-mal in die Tasche greifen :-)
Am Unterarm machte sich das Teil beim Laufen besser.

Nachher - Siegerbier hier mit Sven

 Der Start- und Zielbereich

Der Lauf war ausgebucht, der Tanzbrunnen voll!

Schon toll, der leuchtende Lindwurm.

Besten Dank an den hier leider nicht abgelichteten Fotografen :-))

Freitag, 28. September 2012

Den Horizont erweitern

"Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt,
der andere packt sie kräftig an und handelt."

Dieses Zitat von Dante Alighiere soll der Einstieg in meinen heutigen Eintrag mit der Überschrift "Den Horizont erweitern" sein.

Es gilt sicher nach wie vor als Tabu, sich selber schwach und fehlbar zu zeigen, es macht sich weder privat noch im Berufsleben gut, Schwächen zuzugeben. Höher, schneller, weiter ist die Devise dieser Tage. Schließlich gilt es, das Gesicht zu wahren und seinen eigenen Ansprüchen an Perfektion gerecht zu werden.

Perfektion - ein großes Wort! Wer will nicht das Gefühl haben, in seinem Tun und Sein der oder die Beste zu  sein? Besonders unter Läufern ist sie zu finden, mehr oder weniger stark ausgeprägt. Denn nicht nur erfahrene Läufer, sondern bereits der frischeste Newbie in der "Szene" ist darauf bedacht, seine Strecke zu verlängern, seine Zeiten, in der er diese Strecke absolvieren kann, zu verbessern. Wer einmal einen Wettkampf oder Volkslauf mitgemacht hat, wird den nächsten nicht ohne den Hintergedanken laufen können, seine persönliche Bestzeit eventuell doch zu übertreffen. So motiviert man sich von Wettkampf zu Wettkampf, von Distanz zu Distanz; sind es erst nur 5 Kilometer - vielleicht ein Silvesterlauf - wird daraus bald ein 10 Kilometer-Wettkampf, ein Halbmarathon und im optimalsten Falle vielleicht sogar ein Marathon - die Königsdistanz! Das Laufen ist hier ein schönes Beispiel, welches sich auch auf unser Berufsleben übertragen lässt.

Die wenigsten Menschen, die ich kenne, sind mit ihrem Job rundum zufrieden (wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel). Ich persönlich bin es zum Beispiel nicht. Und weil ich von Kind an eine Perfektionistin bin, leide ich unter diesem Umstand - ich kann nicht das geben, was ich gerne möchte und was ich könnte. Beim Laufen ist das etwas anders;es hat zwar auch eine Weile gedauert, doch inzwischen kenne ich meine Grenzen und habe eingesehen, dass ich mehr eine Lust- und Freizeitläuferin bin - just for fun, das reicht mir inzwischen. Wen interessieren meine Bestzeiten denn wirklich!? Anders beim Job. Der ist vom Kopf her betrachtet sicher ein Traumjob und im Alltag gebe ich immer mein Bestes, weil ich gar nicht anders kann. Aber was nützt der schönste Traumjob, wenn man sich unterfordert und nicht ausgelastet fühlt? Ja, ich breche gerade ein Tabu und gebe zu, dass eine Schwäche in meinem Leben existiert und ich breche ein weiteres Tabu, in dem ich das auch noch öffentlich eingestehe. Bislang habe ich versucht, damit irgendwie klar zu kommen. "Alles eine Frage der entsprechenden Einstellung", habe ich mehr als einmal zu hören bekommen. Seit zwei Jahren versuche ich nun, meine Einstellung zu ändern. Kann sich aber ein Mensch, der ein regelrechtes Arbeitstier ist, zu einem - ich sag es mal ganz böse - Faultier verändern? Jemand, der lieber zu viel, als zu wenig zu tun hat, der sich über seine Arbeit identifiziert, so, wie die meisten Menschen das wohl tun, kann nicht drei Gänge zurück fahren. Was aber tun, wenn das der Fall ist und auch Gespräche nicht wirklich eine Verbesserung herbei geführt haben?

Bislang habe ich, mehr oder weniger still, in mich hinein gelitten. Mit fast 45 Jahren ist der Zug abgefahren, sich noch einmal zu verändern, so dachte ich bislang. Hinzu kommt außerdem, dass ich mit  meinem Umfeld mehr als zufrieden bin, was mir einen Weggang zusätzlich enorm  erschweren würde, ich fühle mich in einem großen Loyalitätskonflikt, denn man mag und schätzt mich und das, was ich tue sehr. So ganz verkehrt bin ich in meinem Job nämlich nicht. Ich habe gern mit Menschen zu tun, kommuniziere gerne in jeder Art und Weise und wenn ich dann noch helfen kann, ist alles in bester Ordnung. Wenn ich noch einmal könnte, wie ich inzwischen wöllte, würde ich gewiss irgendwas mit Psychologie machen. Doch dafür ist es nun zu spät, ich habe ja nicht mal Abitur, mit dem ich überhaupt ein Studium in Erwägung ziehen könnte. Zwei Stichworte haben dennoch dazu beigetragen, dass ich eine Lösung für mein Problem gefunden habe. Das eine lautet "Fernstudium" und das andere war "den Horizont erweitern".

Anders ausgedrückt soll das heißen, dass es nicht um Alles oder Nichts gehen muss, um eine Veränderung herbei zu führen. Ein Fernstudium z. B. bei ILS bringt mir "leider" nur ein Zertifikat, denn ein richtiges Studium kommt ja aus o. g. Grund nicht mehr in Frage. Ein Zertifikat wird vermutlich nur belächelt werden, da mache ich mir auch gar nichts vor. Und da es jedoch nicht wirklich um meine berufliche Existenz geht, wird ein Zertifikat dennoch ausreichen, meinen Horizont zu erweitern. Ich werde mich also weiterbilden, nur für mich persönlich, zunächst zumindest. So habe ich mich also angemeldet! Ein neunmonatiger Fernkurs "Persönlichkeitstraining" ist der Kurs meiner Wahl geworden. Noch einmal etwas Neues tun, vor allem etwas, das mich interessiert; ich kann nun etwas Lernen, was ich mir selber ausgesucht habe. Keine Pflicht-Schule, keine Berufsschule mehr, kein vom Arbeitsamt vorgegebener Lehrgang - nein, meine freie Entscheidung ganz nach meinen persönlichen Interessen!

Verdammt, wieso bin ich nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen?!

Eine Krise, mag sie für Aussenstehende noch so banal erscheinen, bedarf einer Veränderung. Veränderung bedeutet Bewegung und ja, ich hab was in Bewegung gesetzt. Die Zeit war reif.

Es fühlt sich richtig gut an! Ja, und wer weiß, was sich daraus ergibt. Es gibt schließlich noch weitere Bereiche, die mich sehr interessieren, wie z. B. der Erziehungsberater oder der psychologische Berater. Diese Kurse dauern allerdings über zwei Jahre. Und wer weiß schließlich heute schon, was sich in zwei oder drei Jahren für neue Möglichkeiten ergeben?

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es - also leg ich mal los! Und wenns nicht für den Job ist, dann auf jeden Fall für mich. Ich schaffe einen Ausgleich für den Intellekt, so, wie das Laufen die körperliche Ausgeglichenheit herstellt.

Ich freu mich!

Samstag, 22. September 2012

Vorgezogener Sonntagslauf

Länger gabs hier schon keinen Eintrag mehr, was aber nicht heißt, dass ich nicht doch gelaufen bin. Leider waren die u. g. Läufe mehr Qual als Vergnügen; die Beine bleischwer, die Motivation zwar vorhanden, aber mit jedem schweren Kilometer schrumpfte sie dahin. Selbst am Ende der Runde kam kein richtiges Hochgefühl auf, es waren Läufe, die mich wieder an mir zweifeln ließen.

11.09. Standardrunde klein, 6 km
14.09. Standardrunde mit Schleife, 8 km
16.09. Standardrunde groß, 10 km
18.09. Standardrunde klein, 6 km

Am Mittwoch hatte ich dann einen Termin bei Osteopathen Rene, der mir wieder sehr gut getan hat. Am Ende hatten wir noch ein tolles Gespräch, wohl auch über meine derzeitige Verfassung, meine gefühlte Leistungsschwäche und auch meine berufliche Situation, die vermutlich Schuld an all dem ist. Er gab mir daraufhin einen Flyer in die Hand von einem psychologischen Coach, der auch mit Hypnose arbeitet. Wie der Zufall es wollte bekam ich dort einen kurzfristigen Termin für den nächsten Tag, also Freitag. Nach einem eineinhalb stündigen Kennenlern-Gespräch verließ ich seine Praxis mit einem guten Gefühl, so, als sei dort bereits ein Knoten geplatzt. Wie es nun weitergeht, ist abzuwarten, aber es wird sich etwas ändern, soviel steht fest. Und - meine Zigaretten sind gezählt ;-))...

Heute gabs denn einen vorgezogenen Sonntagslauf. Nachdem all die oben genannten Läufe sehr, sehr schwer und schleppend liefen, ging es endlich noch mal angenehm leicht und locker. Zur Abwechslung war ich mal wieder bis Übach-Palenberg gelaufen und merkte gleich vom ersten Kilometer an, dass es gut lief. In die untergehende Sonne hinein hab ich jeden Meter genossen, die Temperatur war mit 15 Grad perfekt, die richtigen Klamotten hatte ich auch gewählt, einziges Manko war mein MP3 Player, der von Beginn an krächzte und schepperte, das Teil ist wohl hinüber.

Ich bin sehr erleichtert, dass der heutige Lauf wieder deutlich besser lief; geworden sind es übrigens 10 km in einem 6:51er Schnitt, am Ende war sogar noch eine Endbeschleunigung drin - yessss, geht doch!

Montag, 10. September 2012

Genusslauf

Um 7 Uhr klingelte gestern der Wecker und kurz nach 8 Uhr waren wir bereits im Teuterhof. Dirk hatte 20, und ich 10 Kilometer geplant, es war ein herrlicher Morgen. Die übliche, einfache "Teuterhof-Runde" ist genau 5 km lang und der Einfachheit halber wollte ich die Runde einmal rechts und einmal links herum laufen. Es war schon ziemlich viel los, aber die Runde ist halt einfach auch super schön, da kommen Läufer, Radler, Walker, Reiter und Spaziergänger absolut auf ihre Kosten. Um eventuell ein paar schöne Eindrücke fest zu halten, hatte ich meine kleine Kamera dabei. Die zückte ich auf der ersten Runde ein paar Mal, demnach verflog die Runde wie im Flug, ich war immer auf der Suche nach einem schönen Motiv. Die Ausbeute war dann leider eher mager (ich kann schließlich nicht x-Mal all die tollen, sonnendurchfluteten Laufwege fotografieren, auch wenn sie mich noch so sehr beeindrucken) und ich entschied mich, nach den ersten 5 km die Kamera zurück zum Auto zu bringen. Bei der Gelegenheit zog ich fix mein Unterhemd aus und nahm ein paar Schlückchen Wasser, es wurde doch langsam recht warm.

Die zweite Runde lief dann gleich viel flüssiger, wenn auch durch die Hügel (insges. 130 Höhenmeter) immer noch sehr gemütlich. Diesmal grüßte ich auch alles, was mir entgegen kam (darunter sogar drei bekannte Gesichter), meine gute Laune war auf dem Läufer-Höhepunkt.

Zum Regenerieren gings dann im Anschluss in die Sauna - bei den zu erwartenden Temperaturen die richtige Wahl, um noch einmal einen tollen, gefühlten Urlaubstag in der Sonne zu genießen. Mit einem leckeren Essen beim Thailänder rundeten wir ein herrliches Wochenende ab. Und zur Abwechslung gab es am Abend sogar noch mal einen richtig spannenden Tatort!

Hier ein paar Bilder:















Samstag, 8. September 2012

Wieder mal neue Erkenntnisse - eine Ode ans Laufen

Der erste Lauf nach einem Wettkampf kostet mich seltsamerweise immer einiges an Überwindung, keine Ahnung, warum das so ist. Aber schon mehrfach habe ich das festgestellt. So zögerte ich den ersten Lauf nach dem tollen Nürburgringerlebnis hinaus... und weiter hinaus... und noch mal hinaus, also von eigentlich Montag bis auf den Donnerstag. Das schlechte Gewissen war inzwischen wohl groß genug, dass es Donnerstag einfach weiter gehen musste mit der Lauferei - die Frustfresserei hatte ihren absoluten Höhepunkt, und meine Laune den niedrigsten Tiefpunkt erreicht. Zugegebenermaßen trugen dazu auch meine Sportograf-Fotos vom Ringlauf bei, die ich nicht "für geschenkt umsonst" haben wollte! Mit normaler Brille  werde ich demnach nicht mehr laufen (solange die Gefahr besteht, dabei fotografiert zu werden!) und einen Termin beim Frisör machte ich gleich für den Freitag klar!

Bei angenehmen 19 Grad machte ich mich nach Feierabend direkt auf, um das Gewissen zu beruhigen und den berühmten Knoten wieder zum Platzen zu bringen. Ganz gemütlich sollte es sein, obwohl ich nicht allzu viel Zeit hatte, denn der erste Termin für den Beckenbodenkurs* stand um 18 Uhr auf dem weiteren Plan.

Die Sonne schien, aber es war absolut in Ordnung für mich, im Schatten war es richtig angenehm kühl. Eigentlich hatte ich wegen des Zeitmangels nur 5 km auf dem Schirm, doch gleich beim Loslaufen merkte ich, dass es so schön lief und ich wollte demnach noch ein bisschen dran hängen - ich hatte schließlich Nachholbedarf. Obwohl mein linker Fuß nach ca. 4 km wieder anfing weh zu tun - selber Schuld, wenn man die "falschen" Schuhe anzieht - schaffte ich eine schöne 8 km Runde

Dieser Lauf war so befreiend und schlagartig ging es mir wieder besser, in jeder Beziehung. Hatte ich zuvor wieder alles mögliche angezweifelt, ob und warum ich überhaupt laufe, bin ja viel zu langsam und kann mich überhaupt nicht gut quälen, bin zu fett, sehe Scheiße aus, hab ne blöde Brille und doofe Haare etc. pp..., so kam ich doch zu der Erkenntnis, dass ich das Laufen einfach für mein Wohlbefinden brauche. Je länger ich nicht laufe, umso schlechter wird mein Gemütszustand, umso gieriger wird mein innerer Schweinhund nach Süßkram, umso stärker wird die Anziehungskraft der Couch und umso schlimmer empfinde ich den Anblick meines Spiegelbildes. Das alles lässt nur eine Konsequenz zu: immer schön regelmäßig laufen. Scheißegal wie schnell, schnurzegal wie weit, Hauptsache raus, Hauptsache bewegen. Gut - so ein Frisörbesuch tut sein Übrigens natürlich dazu, aber mit einem wirklich zufriedenen Lauf ist einfach nichts zu vergleichen!

Diese Erkenntnis geht sogar so weit, dass ich jetzt hoffentlich die Wettkämpfe auch etwas entspannter angehen kann. Klar laufe ich nur für mich und meine persönliche Bestzeit, aber weil ich eben so bin, wie ich bin, hab ich damit ein großes nervliches Überdruck-Problem. Die kommenden Wettkämpfe, auf die ich alleine auch wegen Dirk nicht vollends verzichten mag (häufig sind es ja eher ungewöhnliche Strecken wie z. B. der Nürburgring oder die Köhlbrandbrücke), stehen deshalb nur noch unter dem Motto "Dabei sein ist alles". Trotzdem werde ich ab Dezember wieder nach einem Trainingsplan für den HM in Berlin trainieren, aber nur, damit ich mich selber gut vorbereitet fühle. Diesmal möchte ich diesen Lauf nämlich wirklich genießen können - und sollte mir wieder die Socke dazwischen kommen, werde ich den Strumpf einfach ausziehen und in hohem Bogen weg schmeißen :-).

Morgen wollen wir recht früh raus, um den schönen Morgen zu genießen, es soll mal wieder Richtung Wurmtal in den Teuterhof gehen. Da bin ich lange nicht gelaufen, in meinem schönen "Auenland". Ich freue mich auf die nebeligen Wiesen und den würzigen Geruch des Waldes!

*dazu schreibe ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas.

Sonntag, 2. September 2012

5 km Nürburgringlauf

Zum Herbstauftakt - und damit meiner ganz persönlichen Laufsaisoneröffnung -  fuhren Sven, Dirk und ich am Freitag gleich nach Feierabend gen Nürburgring, wo der 32. Hochwald-Nürburgringlauf stattfand. Die beiden Jungs wollten den Lauf als Trainingslauf für den am 14.10. in Köln stattfindenden Halbmarathon nutzen. Ich traute mir nur den 5-Kilometerlauf zu, was auf Grund der vielen Höhenmeter auch gut so war. Hügel, geschweige denn Steilkurven oder gar Berge sind ohnehin schon nicht mein Ding, im Wettkampf brauch ich sowas dann erst recht nicht. Die Anreise gestaltete sich zähflüssig, ein blöder Stau veranlasste uns, die letzten Kilometer über die schönen Landstraßen durch die Eifel bis zum Ring zu fahren, der uns verregnet und mit viel Wind empfing - der Herbst lässt grüßen, wenn auch auf recht unschöne Art und Weise. Zum Glück war die Wetterprognose für den nächsten Tag deutlich angenehmer.

Nach dem wir unsere Nachmeldungen erledigt hatten, erkundeten wir ein wenig das Gelände, schauten uns nach der Pasta-Party auch den Start- und Zielbereich an, auf dem ansonsten Vettel & Co. ihre Runden drehten. Schon beeindruckend. Zahlreiche Radfahrer campierten bereits auf dem Gelände, denn neben dem Laufereignis war der eigentliche Höhepunkt "10 Jahre Rad am Ring" u. a. mit einem 24-Stunden-Rennen.

In Ulmen übernachteten wir in dem überaus urigen Hotel Bürgerstube, welches durch liebevollste Einrichtung von Raritäten, Tinnef und Originellem neben herzlicher Freundlichkeit der Menschen dort absolut punktete. Abermals sorgten die Zwillingsmänner wieder für Aufsehen - wirklich witzig, wie die Menschen (vor allem Frauen) auf (erwachsene) Zwillinge reagieren. In der Bierstuben tranken wir als Absacker das von uns so sehr gemochte "Eifeler Landbier", das leider nur in ganz wenigen Lokalen in Aachen zu bekommen ist. Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht gabs ein kleines Frühstück für mich, ein etwas größeres für die Männer und auf gings abermals zum Ring. Das Wetter war mit   8 Grad, Nebel und leichtem Wind eine gute Voraussetzung für einen Lauf, wenn wir auch alle schwer überlegten, was wir denn letztendlich zum Lauf anziehen sollten, es war schon ziemlich schattig dort oben. Ganz zaghaft zeigte sich bereits die Sonne, was die ansonsten nebelgeschwängerte Landschaft in ein wunderschönes Licht tauchte und uns zu einem Vergleich mit Irland hinreißen ließ. Die Eifel ist schon eine wirklich schöne Gegend!

Am Ring angekommen herrschte reges Treiben und nach dem Abgeben der Sporttasche landeten wir quasi punktgenau zum Start der 24,4 km Läufer, groß warm laufen war also diesmal für Sven und Dirk nicht mehr drin. 10 Minuten später startete dann auch ich im Block der 5er und lief mit 230 weiteren Läuferinnen und Läufern über die Grand Prix Strecke in den Nebel hinein. Während am Rande die Camper frühstückten und allmählich Leben in die Zelte kam, schlängelten wir uns über die breite Strecke, die jedem Läufer mehr als genug Raum gab. Das Tückische an dieser Runde war, dass die ersten 2 km schön bergab gingen (bei der großen Runde waren es sogar die ersten 11 Kilometer!), wohin gegen natürlich die nächsten Kilometer bergan gehen mussten. Dummerweise lagen genau in dem Bereich die Sportfotografen auf der Erde, wo die Hügel am steilsten waren, so dass man sich nicht gerne die Blöße gab, hier zu gehen. Sobald ich die Fotografen aber passiert hatte,  verschnaufte ich erst mal im Gehen ein Stück. Schneller wäre ich auch laufend nicht voran gekommen, also warum unnötig quälen und dieser Lauf fiel ohnehin für mich mehr in die Rubrik "Dabei sein ist alles". Dass ich hier meine Bestzeit nicht knacken würde, war klar, also nahm ich es sportlich und gelassen. Trotzdem hatte ich unterwegs natürlich wieder so ehrgeizige Momente und wollte alles geben, fühlte mich dadurch aber nur umso unfitter und wollte sogar kurzfristig wieder einfach stehen bleiben. Dann aber zügelte ich meinen Frust wieder und lief halt, wie es meine Fitness eben so zuließ. Das reichte am Ende dann für eine offizielle 32:46 min., was mir einen Platz 4 (von 10) in der AK45 bescherte und einen Gesamtplatz 40 (von 79). Laut Sporttracks waren es knapp 75 Höhenmeter, aber die auf den letzten 3 Kilometern. Mit dem Ergebnis bin ich also mehr als zufrieden!

Ich zog mich fix um und ging dann zurück in den Zielbereich, so dass ich den Finisher, Bodo Banischewski aus München, der die 24,4 km Runde nach sagenhaften 1:32:36 Stunde noch mit bekam! Diesmal gabs weder Kenianer noch Äthiopier, was wohl am fehlenden Preisgeld lag - auch mal schön. Es war wirklich toll, die ganzen Finisher und auch Zuschauer aus nächster Nähe sehen zu können, überall um mich herum nur glückliche, lächelnde Gesichter. Rainer Neubert begrüßte ich nach 2:04:34 h im Ziel, der diesen Lauf ebenfalls als Trainingslauf für seinen in zwei Wochen stattfindenden Marathon nutzte. Hab mich sehr über das spontane Wiedersehen mit dem 'rasenden Reporter vom Volksfreund aus Trier' gefreut.

Und dann kamen auch meine Männer nach 2:18:57 h recht entspannt ins Ziel, die wie geplant nicht ans Limit gegangen sind und diesen Lauf regelrecht genossen haben. Sie wirkten wirklich nicht "am Ende", was ich bewundernd feststellte. Nach einer Verpflegungsrunde und dem Finisher-Bier machten wir uns auf den Weg zum Parkplatz, wo wir abermals auf Rainer trafen, so dass sich auch die Männer noch kurz Hallo sagen konnten. Inzwischen war die Sonne richtig durch gekommen, so dass die Rückfahrt bis zur Autobahn ein richtiger Genuss wurde. Es war ein toller Lauf auf einer einmaligen Strecke mit vielen schönen Eindrücken und ich war froh, dass ich mich doch noch für eine Teilnahme entschieden hatte - somit freue ich mich über einen weiteren Punkt auf meiner Lauflandkarte und eine schöne Medaille im Sportzimmerchen :-)).

Und hier noch ein paar Bilder, die Dirk (hier sein Bericht) vor, während und nach dem Lauf gemacht hat: