Samstag, 8. September 2012

Wieder mal neue Erkenntnisse - eine Ode ans Laufen

Der erste Lauf nach einem Wettkampf kostet mich seltsamerweise immer einiges an Überwindung, keine Ahnung, warum das so ist. Aber schon mehrfach habe ich das festgestellt. So zögerte ich den ersten Lauf nach dem tollen Nürburgringerlebnis hinaus... und weiter hinaus... und noch mal hinaus, also von eigentlich Montag bis auf den Donnerstag. Das schlechte Gewissen war inzwischen wohl groß genug, dass es Donnerstag einfach weiter gehen musste mit der Lauferei - die Frustfresserei hatte ihren absoluten Höhepunkt, und meine Laune den niedrigsten Tiefpunkt erreicht. Zugegebenermaßen trugen dazu auch meine Sportograf-Fotos vom Ringlauf bei, die ich nicht "für geschenkt umsonst" haben wollte! Mit normaler Brille  werde ich demnach nicht mehr laufen (solange die Gefahr besteht, dabei fotografiert zu werden!) und einen Termin beim Frisör machte ich gleich für den Freitag klar!

Bei angenehmen 19 Grad machte ich mich nach Feierabend direkt auf, um das Gewissen zu beruhigen und den berühmten Knoten wieder zum Platzen zu bringen. Ganz gemütlich sollte es sein, obwohl ich nicht allzu viel Zeit hatte, denn der erste Termin für den Beckenbodenkurs* stand um 18 Uhr auf dem weiteren Plan.

Die Sonne schien, aber es war absolut in Ordnung für mich, im Schatten war es richtig angenehm kühl. Eigentlich hatte ich wegen des Zeitmangels nur 5 km auf dem Schirm, doch gleich beim Loslaufen merkte ich, dass es so schön lief und ich wollte demnach noch ein bisschen dran hängen - ich hatte schließlich Nachholbedarf. Obwohl mein linker Fuß nach ca. 4 km wieder anfing weh zu tun - selber Schuld, wenn man die "falschen" Schuhe anzieht - schaffte ich eine schöne 8 km Runde

Dieser Lauf war so befreiend und schlagartig ging es mir wieder besser, in jeder Beziehung. Hatte ich zuvor wieder alles mögliche angezweifelt, ob und warum ich überhaupt laufe, bin ja viel zu langsam und kann mich überhaupt nicht gut quälen, bin zu fett, sehe Scheiße aus, hab ne blöde Brille und doofe Haare etc. pp..., so kam ich doch zu der Erkenntnis, dass ich das Laufen einfach für mein Wohlbefinden brauche. Je länger ich nicht laufe, umso schlechter wird mein Gemütszustand, umso gieriger wird mein innerer Schweinhund nach Süßkram, umso stärker wird die Anziehungskraft der Couch und umso schlimmer empfinde ich den Anblick meines Spiegelbildes. Das alles lässt nur eine Konsequenz zu: immer schön regelmäßig laufen. Scheißegal wie schnell, schnurzegal wie weit, Hauptsache raus, Hauptsache bewegen. Gut - so ein Frisörbesuch tut sein Übrigens natürlich dazu, aber mit einem wirklich zufriedenen Lauf ist einfach nichts zu vergleichen!

Diese Erkenntnis geht sogar so weit, dass ich jetzt hoffentlich die Wettkämpfe auch etwas entspannter angehen kann. Klar laufe ich nur für mich und meine persönliche Bestzeit, aber weil ich eben so bin, wie ich bin, hab ich damit ein großes nervliches Überdruck-Problem. Die kommenden Wettkämpfe, auf die ich alleine auch wegen Dirk nicht vollends verzichten mag (häufig sind es ja eher ungewöhnliche Strecken wie z. B. der Nürburgring oder die Köhlbrandbrücke), stehen deshalb nur noch unter dem Motto "Dabei sein ist alles". Trotzdem werde ich ab Dezember wieder nach einem Trainingsplan für den HM in Berlin trainieren, aber nur, damit ich mich selber gut vorbereitet fühle. Diesmal möchte ich diesen Lauf nämlich wirklich genießen können - und sollte mir wieder die Socke dazwischen kommen, werde ich den Strumpf einfach ausziehen und in hohem Bogen weg schmeißen :-).

Morgen wollen wir recht früh raus, um den schönen Morgen zu genießen, es soll mal wieder Richtung Wurmtal in den Teuterhof gehen. Da bin ich lange nicht gelaufen, in meinem schönen "Auenland". Ich freue mich auf die nebeligen Wiesen und den würzigen Geruch des Waldes!

*dazu schreibe ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas.

1 Kommentar:

  1. Ja, ich bekomme auch immer schlechte Laune, wenn ich längere Zeit nicht laufe :-) Laufen verbessert automatisch die Laune - egal in welcher Geschwindigkeit man läuft!

    Denke einfach nicht soviel nach, Marion :-)

    Und ich freue mich schon riesig nächstes Jahr im April gemeinsam den Halbmarathon zu laufen!

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