Freitag, 23. November 2012

Von Ehrgeiz, Motivation und Zielen

Da es bei mir im Moment lauftechnisch richtig super läuft (bin ich in der letzten Woche immerhin auf ganze 38,5 Wochenkilometer gekommen) gehen die Pferde gedanklich ein wenig mit mir durch und ich überlege, was als nächstes kommt. Nein - vom Marathon bin ich meilenweit entfernt, diese Distanz ist für mich völlig unvorstellbar... Aber mit dem ATG liebäugele ich inzwischen. Leider ist die Anmeldefrist längst vorbei , mal sehen, ob ich noch einen Platz auf der Warteliste bekomme oder ob ich irgendwie einen Trainingslauf daraus machen kann.

Sonntag hatte ich meinen zweiten 15 Kilometerlauf und es hat wieder wunderbar geklappt, war das Tempo doch im Verhältnis zur letzten Woche schon etwas flotter, ohne dass ich groß was dazu tun musste. Der nächste lange, langsame Lauf soll nun 18 km werden, will ich ja die 21 für Berlin optimieren. Bis vor kurzem hab ich mich noch von jeglicher Ambition verabschiedet und wollte nur noch just for fun laufen, so merke ich seit meiner hypnotischen Veränderung, dass mich der Ehrgeiz wieder gepackt hat. Vermutlich hat mich der Ehrgeiz aber auch nur deshalb gepackt, weil ich einfach so super motiviert bin und es dementsprechend gut läuft. Schließlich gilt, wer viel läuft, verbrennt viele Kalorien und im Grunde ist das mein primäres Ziel. Wer dazu noch schneller läuft, verbrennt noch mehr Kalorien und genau da will ich hin. Schließlich läuft, wer weniger wiegt, automatisch schneller und so schließt sich der Kreis am Ende. Ist doch genial, oder? Nicht zu vergessen, dass Laufen einfach nur super gut tut und Spaß macht. Mir gibt Laufen dabei ein ganz einzigartiges Gefühl von Lebendigkeit. Während ich im normalen Alltag eher mechanisch agiere und reagiere, steuere ich beim Laufen ganz gezielt mein Handeln. In dem ich immer wieder einen Fuß vor den anderen setze, die Strecke bestimme, die Landschaft um mich herum wahrnehme (hier besonders den Wechsel der Jahreszeiten), empfinde ich mein Atmen und Riechen, meine ganze Körperbewegung und die Funktion meines Körpers als äußerst lebendig, aktiv und selbstbestimmt.

Am Dienstag gab es dann den ersten Lauf im Dunkeln, ich habe also die beleuchtete Winterstrecke wiedereröffnet. Glaubte ich in Erinnerung zu haben, dass die Runde 8 km lang wäre, hatte ich am Ende doch glatt eine 11 auf der Uhr stehen. Und das nach einem Tag, an dem ich beinahe auf der Couch angewachsen wäre und fast 2 Stunden tief und fest geschlafen hatte. Verständlich, dass ich dann umso stolzer auf mich war, den inneren Schweinhund in die Schranken gewiesen zu haben. Der Gedanke an mein Ziel im April hat mich so motiviert, dass ich gar nicht anders konnte, als noch laufen zu gehen. Es beflügelt mich auch während eines Laufs immer wieder, wenn ich an den kommenden April denke und das Gewicht, welches ich dann erreicht habe. Das hilft mir, am Ball zu bleiben und mich in Geduld zu üben.

Mal sehen, wie es weiter geht, im Augenblick bin ich guter Dinge.

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