Sonntag, 2. Dezember 2012

18 km Pflicht- leider wenig Küranteile


In mein ansonsten so geliebtes Auenland sollte es heute gehen. Dort sollte es nach einer Runde (5 km) zurück in die Heimat gehen (+ 8 km) um dort noch eine kleine Standardrunde (+ 4 km) dran zu hängen. Mit dem Auto bis zum Teuterhof gefahren und guter Dinge gestartet. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass dieses Terrain heute so gar nicht mein Ding war. Vermutlich wegen der kompletten Stadionrunde gestern auf dem Vorfuss in den PureFlow taten mir etwas die seitlichen Sehnen an den Unterschenkeln weh. Ich nenn es daher mal Sehnenkater, halt ähnlich wie Muskelkater, nur an anderer Stelle.

Im Läufermekka Teuterhof war wie immer sonntags um diese Zeit mächtig was los, eben Läufer im Besonderen, Spaziergänger, Walker, Reiter mit Pferden tummelten sich im sichtlich versoffenen Wurmtal, das dem welligen Charakter einer Raupenbahn entspricht. Und genau das ging mir heute völlig gegen den Strich. Dieses rauf und runter, ich kann noch nicht mal sagen, was schlimmer war, rauf oder runter, dieser Betrieb, dieser Matsch - meine Beine muckten ganz ordentlich und kamen nicht dazu, sich mal groß zu erholen, da es so gut wie nie gerade lief. Auch die teils sehr schiefen, weg gespülten Wege machten mir zu schaffen. Mental fühlte ich mich da bereits an meine Grenze gekommen und da ich wusste, wie der Rückweg nach Herzogenrath noch verlaufen würde, wenn ich im Wurmtal bliebe, disponierte ich kurzerhand um und entschied mich zu einem Lauf an der Straße entlang. Für Dirk absolut unverständlich, wie er im Nachhinein meinte, da diese Strecke so hässlich und trist sei...

Die 5 km waren gefühlt das Einlaufen, denn ab da ging es endlich besser. Fester Boden unter den Füßen, gerade Radwege oder Bürgersteige ließen mich endlich rund und schmerzfrei laufen. Es war kalt und stellenweise windig, wo kein Schutz durch Häuser war. Gut, dass ich unter meiner langen Hose eine kurze angezogen hatte, so war mein Popöchen nur kalt, anstatt eiskalt.

Die 18 Kilometer (mit 130 Höhenmetern) zogen sich heute sehr und mehrfach verfluchte ich, dass wir hier so profiliert leben. Heute wäre mir nur nach schnurstraks gerade gewesen und gerade das bergab laufen empfand ich als sehr unangenehm. Mitten im Lauf bekam ich auch mal Magenkrämpfe und fürchtete schon, an der nächstbesten Haustüre klingeln zu müssen. Aber zum Glück erledigte sich das irgendwann auch wieder von selbst ohne Zutun.

Ziemlich missgelaunt kam ich dann zu Hause an, wo mich ein strahlender und sichtlich stolzer Dirk empfing. 18 km unter diesen Umständen waren für ihn ein Grund zur Freude. Er war regelrecht euphorisch, was aber auch an seinem langen und endlich mal wieder völlig schmerzfreien Lauf lag (seit September!). Mir fehlte die Power mich zu freuen. Mit Ach und Krach schaffte ich noch das Mittagessen zu bereiten und auch zu essen (selbst das strengte mich an und kurz war mir auch übel), dann gings erst mal wieder ins Bett.

Jetzt gehts mir wieder besser. Inzwischen weiß ich ja: Es gibt halt ab und zu auch solche Läufe; beim Fußball würde man sagen, es war kein schönes Spiel, aber Hauptsache gewonnen.

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