Sonntag, 24. Februar 2013

Schnee steht nicht im Trainingsplan!

Der meteorologische Winter dauert genau noch 6 Tage an und das nutzt er schamlos aus. Seit Freitag schneit es bei uns mehr oder weniger ohne Pause. Wann habe ich zuletzt so viel Schnee gesehen? Vor zwei Jahren war es ja auch schon heftig, aber das war wenigstens im Januar. Schnee im Februar, bzw. Ende Februar ist einfach nur deprimierend in unseren Breiten. Der gehört um diese Zeit in die Skigebiete, aber doch nicht mehr nach NRW! Zugegeben, es sieht Klasse aus. Auf unserem gestrigen Spaziergang hatte es wegen der späten Nachmittagszeit etwas sehr mystisches. Heute, mit der fast doppelten Menge Schnee dazu kam ich mir stellenweise vor wie in Bayern. Die Waldwege schon ordentlich fest getreten, suchen wir die Wege, die für Fotos besonders geeignet erscheinen. Zu der Zeit noch entzückt, frage ich mich, warum das nicht im November oder besser noch Dezember so sein konnte, dann, wenn alle Menschen gerne Schnee hätten und sogar damit rechnen, weil es in die Zeit des Jahres passt. Der letzte Kilometer unseres Spaziergangs zieht sich wie Kaugummi. Die Fotomotive wiederholen sich und lohnen daher nicht weiter, fotografiert zu werden, in den dicken Schuhen macht sich bei mir allmählich eine Blase bemerkbar. Das Kind in mir will sich auf die nächst beste Bank hocken und vom Auto abholen lassen - 600 Meter vor der Haustür. Ok, ich reiße mich zusammen und gehe brav weiter.

Wie lange wird es wohl dauern, bis diese Schneemasse wieder verschwunden ist und die Wege wieder schön laufbar sind? Jetzt, wo auch noch alles gut fest getreten ist und es vermutlich über Nacht wieder frieren wird, was über Tag mühsam weg taut... Oh wie mich dieses Wetter nervt. Es bringt meinen ganzen Trainingsplan durch einander. So sehr, dass ich mich phasenweise schon wieder vom Laufen verabschiede. Aber das tue ich natürlich nicht. Irgendwann ist schließlich jeder Winter vorbei, der Winter, den ich eigentlich doch so sehr mag. Ja, ich mag ihn, solange mich sein Wetter nicht allzu sehr beim Laufen beeinträchtigt. Regen ist mir allemal egal und auch gegen Kälte kann man etwas tun. Aber Laufen auf Schnee ist einfach nur anstrengend, man muss sich zu sehr konzentrieren und Tempoeinheiten sind da schon gar nicht groß möglich. Doch dabei sind gerade die es, die wirklich was bringen. Na ja, was nutzt alles ärgern und zetern, ändern wird es eh nichts. Also heißt es ausharren - der nächste Frühling steht quasi vor der Türe!













Samstag, 16. Februar 2013

Erste Fortschritte

Weil die letzten Läufe sich irgendwie anstrengend anfühlten, wollte ich gestern mal gezielt wieder etwas langsamer laufen. Die ersten 5 Kilometer ging es im absoluten Wohlfühlmodus durch den zum Glück wieder schneefreien Wald, ich lief ein Tempo, bei dem ich nonstop hätte plaudern können. Gefühlt also nicht anstrengend, sondern sehr angenehm und das, wo es die ersten drei Kilometer leicht bergan geht. Um aber auch bei diesem Lauf einen Reiz zu setzen, laufe ich die letzten beiden Kilometer ein bisschen schneller. Das passierte nahezu automatisch, eben weils auch leicht bergab ging. So kam ich im letzten Kilometer auf eine pace von 6:06, die sich irgendwie überhaupt nicht anstrengend anfühlte.

Heute ging es wieder mit Dirk auf die Bahn zum gemeinsamen Lauf ABC. Diese Einheiten gefallen mir inzwischen richtig gut und machen vor allem auch sehr viel Spaß. Ich liebe den weichen und ebenmäßigen Untergrund der Tartanbahn, die immer schön sauber ist, so dass man ohne hinzuschauen drauf los laufen kann und keine Angst haben muss, über Stock oder Stein zu stolpern. Meine nur für die Bahn genutzten leichten Brooks Laufschuhe tun ihr übriges dazu, dass sich das Laufen noch viel schöner als sonst anfühlt.

Ich hatte vor, heute wieder meine 4 x 2 km Einheit zu machen (2 km einlaufen, 2 km Lauf-ABC, 2 km Tempodauerlauf und 2 km auslaufen). Alleine waren wir auch heute wieder nicht; drei Jungs vom Leichtathletikverein wurden von ihrem Trainer gedrillt, aber in die Quere kamen wir uns nicht. Bereits beim Einlaufen kam ich auf 6:35 im ersten und auf 6:22 im zweiten Kilometer. Eigentlich für Einlaufen viel zu schnell, aber es fühlte sich überhaupt nicht schnell an. Dann kamen 2 Kilometer Lauf-ABC - die Übungen machen scheinbar nicht nur Spaß, sondern zeigten jetzt auch ihre Wirkung und fallen immer leichter. Anfersen, Hopserlauf, Skippings, Einbeinsprünge und Rückwärtslaufen, dazwischen immer wieder gehen, später noch zwei Steigerungsläufe, das Ganze zweimal. Es folgten die zwei Kilometer Tempodauerlauf und ich gab Gas. Wieder fühlte es sich nicht wirklich schnell an, ich atmete gleichmäßig und lief ruhig. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir eine 5:40 an. Nein, never, das kann nicht sein! Ich laufe unbeirrt weiter, im Glauben, dass meine Uhr irgendwie spinnt, ich laufe doch überhaupt nicht so schnell, geht es mir durch den Kopf. Als auch der zweite Kilometer mit einer 5 davor endet, glaube ich immer noch, dass die Uhr nicht richtig gemessen hat, mich der Satellit eventuell wie in Hamburg verloren hat oder was auch immer. Für die  Kilometer 7 und 8 wechsle ich meine Schuhe. Im ersten Moment fühlt es sich an, als habe ich Holzgaloschen an den Füßen. Auslaufen, ich reduziere das Tempo und laufe gefühlt sehr gemütlich, lasse die Uhr Uhr sein und schaue erst wieder darauf, als Kilometer 8 zu Ende ist, um die Uhr zu stoppen. Dort steht eine 6:08. Wieder glaube ich nicht, was die Uhr anzeigt. Während Dirk noch weiter seine Intervalle durchzieht, dehne ich mich in Ruhe und gehe dann nach Hause, um nicht allzu sehr auszukühlen.

Zu Hause angekommen schließe ich die Uhr am Rechner an und kann wirklich kaum glauben, was dort steht. Erst als Dirk nach Hause kommt und mir versichert, dass es mit Sicherheit stimme, was dort steht, fange ich an zu glauben, dass ich wohl tatsächlich Fortschritte gemacht habe und schneller geworden bin. 'Es fühlte sich überhaupt nicht so anstrengend an, das kann nicht stimmen', geht es mir immer wieder durch den Kopf. Es hat Spaß gemacht, es war gut zu schaffen. Und je mehr ich es sacken lasse, umso größer wird die Freude. Auf dieses samstägliche Bahntraining möchte ich nicht mehr verzichten. Für nächsten Samstag hat mir mein personal coach jetzt einen 5 km Testlauf in 5:50 aufgebrummt. Er meint, ich solle mir ruhig mal etwas zutrauen. Nun denn, ich bin jetzt schon ganz aufgeregt!

Dienstag, 12. Februar 2013

Fastenzeit

Inspiriert von Achim Achilles, der für die nächsten Wochen auf Fleisch verzichten wird, wie er in seinem Blog schrieb, habe ich mich auch zu so einem Verzichtsdings durch gerungen. Ist ja nicht so, als hätte ich das nicht schon mal ein paar Wochen durch gehalten und eigentlich wollte ich das bereits seit Neujahr tun... Aber gerade frisch vom feucht-fröhlichen Hamburg-Trip zurück, halte ich es für mehr als sinnvoll, mal wieder ein wenig auf die Bremse zu treten - bis Ostern also jetzt quasi ohne Papst kein Alkohol. Es ist nicht so, dass ich aus religiösen Gründen verzichte, es sei denn, ich betrachte meinen Körper als meine Religion, was ja in gewisser Weise schon zutrifft, weil mir meine Füße regelrecht heilig geworden sind ;-).

Mein Körper hat seit Dezember wortwörtlich viel eingesteckt, vor allem Süßes, Bier und Wein. Damit ist es jetzt wieder Schluss. Und weil ich heute frei habe, wird auch gleich damit angefangen, der erste Ingwer Tee steht bereits neben mir, denn meinen Kaffeekonsum muss ich auch drastisch senken.

Dass Zucker süchtig macht, zeigt ein sehr interessanter Dreiteiler auf  Spiegel-Online. 35 kg Zucker pro  Kopf im Jahr in Deutschland sprechen eine sehr deutliche Sprache. Erschreckend!!!

Montag, 11. Februar 2013

Zu Django und Tarzan nach Hamburg

Es stand noch aus, unser Hochzeitstagsreisewochenende von 2012 und dafür entschieden wir uns an Silvester zu einem Musical-Besuch nach Hamburg, der Stadt, die immer eine Reise wert ist, egal zu welcher Jahreszeit (genau wie Berlin ;-)). Freitagmorgen ging es kurz vor 11 Uhr los und wir kamen ohne Verkehrsprobleme entspannt in St. Pauli an, wo wir mitten im Herzen des Kiez im Hotel Holiday Inn Express für drei Nächte einquartiert waren. Gleich nach dem wir das Zimmer bezogen hatten, ging es auch schon wieder raus, um ein Paar Querstraßen weiter das kleine Studio-Kino zu besuchen, wo wir uns Django unchained angesehen haben. Wieder ein sehr toller Film mit einem genialen Christoph Waltz; für Tarantino-Fans ohnehin ein absolutes Muss - wir waren ziemlich begeistert! Danach ging es erst mal zum Essen zum Thailänder auf den Kiez. Hier saßen und aßen wir vor zwei Jahren mit diversen "Ladies", als wir unerwartet das Vergnügen hatten, zufällig den CSD in Hamburg auf unserer Durchreise mit zu erleben. Rund um den Hans Albers Platz beobachteten wir das noch unspektakuläre Treiben der Bordsteinschwälbchen, die sich ihre süßen Hintern abfroren und auf sehr penetrante Weise immer wieder teils sehr genervte Männer ansprachen. Ein erstes Astra tranken wir in der HSV-Supporter-Hochburg, der "Tankstelle", weiter gings ins Albers-Eck mit Jägermeister-Cola und sehr !!! guter !!! 80er Jahre Musik, bis wir im Murphys Irish Pub bei Live-Musik ein Absacker-Kilkenny tranken. Hier hätten wir locker versacken können, doch schließlich wollten wir am nächsten Tag laufen und mit allzu viel Alkohol im Blut geht das nicht wirklich gut. Es reichte immerhin für einen recht dicken Schädel bei mir am nächsten Morgen, was vermutlich aber auch an den nicht rauchfreien Kneipen lag - unsere Klamotten stanken wirklich abartig!

Nach einer Dusche, einem Frühstück und einer Aspirin gings mir dann aber wieder gut und so konnte ich ohne Probleme meinen Lauf antreten. Geplant war eine Runde am Moorfleet; das ist da, wo das Stubbe-Haus steht, wie wir schnell bei google heraus fanden. Leider war die geplante Streckenhälfte auf der anderen Seite des Moorfleets nicht so schön, wie vermutet. Trotz des Deiches (auf dem man nicht laufen konnte) und der Nähe eines Seitenarms der Elbe, konnte man diese nicht sehen und lief mehr oder weniger in einem grünen Tunnel. Dort unter der Autobahnbrücke verlor mich auch der Satellit, so dass meine Laufaufzeichung ziemlich konfuse Werte zeigte und aus den geplanten 10 km irrtümlich dadurch nur 9 km wurden. Egal, es war trotzdem schön und die frische Luft hat sehr gut getan!

Wir schauten in der oben erwähnten Tankstelle das Spiel vom HSV (4 !! Tore) gegen den BVB (leider nur 1 Tor :-)) an (sehr geil!), aßen später an der Davidwache eine Currywurst und entschieden uns, den Weg in die Speicherstadt zum Miniatur-Wunderland komplett zu Fuß zu gehen. Das war ein schönes Auslaufen für die Beine und zum Auslüften unserer Jacken wars ebenfalls gut. An den Landungsbrücken war wie immer, wenn gerade die Sonne unter geht, diese wunderschöne Industrieromantik-Stimmung. Lange warten mussten wir diesmal nicht, dennoch war das Miniatur-Wunderland auch nach 19 Uhr immer noch gut besucht, wenn auch kein Vergleich zum Tagesbetrieb. Wir kamen überall recht gut ran und staunten erneut über die faszinierenden Details und der für uns dort neu erbauten Schweiz, die gabs beim letzten Besuch vor einigen Jahren noch nicht. Auch der neue Flughafen zog mit vielen Raffinessen die Aufmerksamkeit von Groß und Klein auf sich. Immer wieder sind wir von dieser Detailliebe und Realitätsnähe absolut beeindruckt! - Eine Fischplatte für Zwei mit lecker Rotwein  beim Spanier rundete unseren zweiten Abend in Hamburg ab. In der Scheune, einen Steinwurf von unserem Hotel entfernt, gabs noch einen Absacker, bevor ich todmüde ins Bett fiel.

Unser Hotel scheint wegen seiner Lage sehr beliebt zu sein, es war daher beim Frühstück leider sehr voll. Wieder habe ich feststellen müssen, dass der Kaffee in Hamburgs Hotels nicht wirklich gut ist - oder liegt es an meiner Dark-Senseo-verwöhnten Zunge, die Kaffee liebt, je stärker er ist? Filterkaffee geht irgendwie gar nicht mehr. - Zum Laufen fuhren wir später an die Elbe. In etwa auf Höhe Övelgönne starteten wir am Elbweg unseren Lauf, der leider von vielen, vielen anderen Fußgängern und Läufern ebenfalls aufgesucht wurde. Klar, es war Sonntagmittag, die Sonne schien - was macht man da in Hamburg? An der Elbe spazieren, logisch. Schlimm wird es, wenn Fussgänger andere Fussgänger überholen, ein Läufer oder Radfahrer entgegen kommt, der wiederum Fussgänger auf seiner Seite des Weges überholt. So wurden die 7 km in Richtung Blankenese zu einem Slalomlauf mit der Sonne im Rücken, was mich ordentlich ins Schwitzen brachte. Nach 7 Kilometern in Blankenese, am höchsten Punkt angekommen, entschied ich mich, den Rückweg anzutreten. Dazu musste ich erstmal eine 40 Meter hohe Treppe erklimmen, die mir buchstäblich den Atem raubte. Oben ankommen war die Sonne weg und der kalte Ostwind pfiff mir von vorne entgegen. Verschwitzt wie ich war, war das wirklich fies kalt. Aber nützt ja alles nichts, ich musste jetzt noch 8 Kilometer über die Elbchaussee zurück. An den vielen tollen Villen entlang des Weges konnte ich mich nur bedingt erfreuen, da ich doch größtenteils auf den Weg achten mussten, der von unterschiedlicher Beschaffenheit war und außerdem teils von parkenden Autos zugestellt war. Auch diese Runde erwies sich mit sehr kritischem Mary-Blick betrachtet nicht als wirklich schön, aber was solls - jeder Kilometer ist ein guter Kilometer ;-).

Im Brauhaus Blockbräu stärkten wir uns, bevor es zur neuen Flora mit der S-Bahn zu Tarzan ging. Hier gabs zum Einstimmen einen Cocktail (diese Sauferei muss unbedingt wieder aufhören!). Unsere Plätze in Reihe 16 waren wirklich gut gewählt - die Affen schwangen direkt über unseren Köpfen und turnten unmittelbar in der Reihe vor uns umher. Musical quasi zum fast Anfassen und durch den ganzen Saal - sehr schön! Die allseits doch bekannte Geschichte um das Findelkind Tarzan, das bei Gorillas aufwächst und sich später in die schöne Jane verliebt, war sehr toll inszeniert. Doch, ich musste mir auch das ein oder andere Tränchen verdrücken, auch wenn mich das Musical jetzt insofern nicht vom Hocker gehauen hat. Es war schön, es hat sich absolut gelohnt, aber ein zweites Mal müsste ich es nicht sehen. Das ist so mein persönlicher Bewertungsmesser. Auf dem Rückweg kehrten wir abermals im Blockbräu ein, denn so ein kleines Hüngerchen kam dann doch noch mal auf und das selbstgebraute Bier war wirklich sehr süffig. Zwei Bier, zwei Cocktails, 15 Kilometer gelaufen und jede Menge frische Luft gehabt - gute Nacht Marion, dann schlaf mal schön.

Heute gings dann wieder nach Hause, sehr wenig Verkehr und viel Sonnenschein begleiten uns unterwegs. Ein wirklich sehr schönes Hamburg-Wochenende ist damit zu Ende. Und morgen hab ich noch frei, während Dirk beruflich schon wieder mit Sven nach Stuttgart gefahren ist. Ich werde sicher eine kleine Runde laufen und außerdem sehr viel nichts tun! Ich freu mich drauf :-).

Foto-Lauf-Story: