Freitag, 19. April 2013

Laufpause

Seit einiger Zeit plagt mich die Laufunlust - angefangen hats vor Venlo. Dort habe ich zwar im Rahmen eines schnellen Trainingslaufs beim Venloop am 24.03.  meine "5 km in unter 30 Minuten-Marke" erfolgreich geknackt, aber leider wurde die Stimmung dadurch auch nicht besser. Natürlich hab ich mich gefreut, aber irgendwie war die Euphorie nur von sehr kurzer Dauer.

Genau zwei Wochen später, am 07. April, gabs dann in Berlin das nächste große Ereignis, meine Teilnahme am 33. Vattenfall Halbmarathon, mein zweiter offizieller Halbmarathon, auch wieder in Berlin. Die Vorfreude war lange im Vorfeld sehr groß, doch mit einem Mal war sie auch hier weg. Lediglich meine Wiedersehensfreude auf Berlin blieb ungemindert. Mit einer Durchschnittspace von 6:25 erreichte ich das Ziel (in 2 Stunden und 17 Minuten) und war auch hier wieder ziemlich happy, denn u. a. winkte mir als Motivationshilfe ein Smarthphone bei einer Zeit von unter 6:30. Wenn es auch weniger das Smarthphone als viel mehr mein Ehrgeiz war, so schaffte ich es, wenn auch längst nicht so locker, wie ich eigentlich wollte. Bereits bei km 14 kam der große Einbruch und bei km 18 bin ich mit einer Fußgängerin kollidiert, was alles in allem recht ärgerlich war. Obwohl ich gefühlt auf dem Zahnfleisch ging, konnte ich am Ende doch noch einen Zielsprint einlegen und war mehr als froh, dass es endlich vorbei war. Warum tu ich mir das eigentlich an?!

Auch nach den drei Tagen Muskelkater kam keine neue Lauflust auf. Erst am Samstag, dem 6. Tag nach dem Wettkampf, ging ich mit Dirk wieder das erste Mal auf die Bahn. Nach einem sehr anstrengenden Einlaufkilometer machten wir wie immer unsere 2 km Lauf-ABC, danach schaffte ich es noch mit Ach und Krach 2 Kilometer durch den Wald aus zu laufen, meine Beine schmerzten und waren bleischwer, der Kopf in Aufruhr.

Den nächsten Lauf versuchte ich am darauffolgenden Dienstag. Nachdem der erste Kilometer recht gut lief und ich trotz der ungewohnten 25 Grad ganz optimistisch war, ging das Drama wieder los, schwere Beine, aus unseren heimischen Hügeln wurden gefühlt die Alpen, und der Kopf war weder mit, noch ohne Musik gewillt, vernünftig mit zu laufen. So kam ich wieder nur auf 5 Kilometer mit Mühe und Not.

Spätestens auf dem Spazierkilometer nach Hause stand für mich fest, dass es so nicht weitergehen kann und ich habe daher beschlossen, für mindestens 14 Tage eine Laufpause einzulegen. Sollte mich in dieser Zeit doch die absolute Lust ergreifen, werde ich auf jeden Fall ohne Uhr laufen. Ich habe den Eindruck, ich habe mit Allem und Jedem Mittel Druck erzeugt, sei es aus den Zeiten, die ich zu laufen habe, die Distanzen, die Masse der Kilometer, die ich abspulen wollte und die Wettkämpfe, die anstanden. All das in Summe hat bei mir scheinbar derartig Druck erzeugt, dass es nun ins Gegenteil umgeschlagen ist und ich überhaupt keine Lust mehr habe. Außerdem ist mir inzwischen klar geworden, dass ich absolut kein Wettkampftyp bin; ich glaube, es gab nicht einen einzigen Wettkampf, den ich einfach nur genießen konnte und aus Spaß dabei war (gut, der Köhlbrandbrückenlauf vielleicht). Ergo gibts zunächst auch keine Wettkämpfe mehr. Falsch. Seit gestern bin ich für den Laufpart der Goethe-Staffel beim Brander Triathlon übernächsten Sonntag gemeldet. Aber das wird eine eher unambitionierte Spaßveranstaltung mit Kollegen werden - bis dahin schaffe ich die 5 Kilometer hoffentlich wieder lockerer.

Wettkämpfe sind ja im Grunde gut und schön. Meine zwei wesentlichen Meilensteine hab ich nun erreicht, also wäre das nächste Ziel noch die 10 km in sub60 min zu laufen. Außerdem wären die aktuellen Bestzeiten sicher noch zu toppen. Brauch ich das, muss das sein? Nein! Mein vordergründiges Ziel ist es derzeit, überhaupt wieder Lust und Spaß am Laufen zu bekommen, Zeiten sind mir gerade sowas von egal! Wen interessieren die denn überhaupt (ja, mich selbst vielleicht, aber im Moment auch nicht mehr)... Vorerst ist also Druck raus nehmen angesagt, das heißt auch: Nase raus aus dem Laufforum. Ich möchte von dem ganzen Thema Laufen im Moment nicht wirklich was hören und schon gar nicht, wie toll und wie schnell und wie oft und wie weit es bei anderen gerade so läuft. Denn ja, auch das Forum erzeugt Druck und das nicht zu wenig.

Dass ich mich nun nicht auf die faule Haut lege, ist wohl selbstverständlich, ich brauche gefühlt einfach gerade ein paar Alternativen. So hab ich dann gestern gleich mal unser Sportzimmer aufgesucht für ein Workout@home mit Music by Paul Kalkbrenner. In Summe wurden es 25 Kilometer (45 min.) Radergometer, 30 min. Hantelschwingen und noch ein paar Situps - bin unterm Strich also gut verschwitzt und sehr zufrieden wieder da raus gekommen. Die Inliner werden denke ich auch wieder häufiger zum Einsatz kommen. Im Moment fühlt es sich so, wie bisher geplant, richtig und gut an. Mal sehen, wie lange es braucht, bis die Lauflust zurück kommt.

Kommentare:

  1. Dann auf Wiedersehen, liebe Marion, bis Du wieder Lust auf das Laufen hast. Si ewird wieder kommen. Da bin ich mir sicher.

    Viele Grüße
    Rainer

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  2. Ich verfolge seit dem ich im LF bin und hier in der Gruppe gerne die Blogs und habe versucht selber so meinen ersten Ansatz einer HP weiter zuführen.
    Aber dies Problem kenne ich auch nur war es meine bis dato Priorität Sport Art Radsport.
    Somit kam mir das Laufen als Neueinstieg sehr gelegen.

    Heute kann ich wieder mit Lust aufs Rad werde aber 2013 keinen Wettkampf bestreiten. Um Erstens im Laufen mich zu festigen und keinen Druck zu haben die KM auf dem RR abzuspulen.

    Somit eine schöne Lauf freie Zeit

    Gruß Björn

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