Dienstag, 29. Oktober 2013

Veränderungen

Uiuiui... was ist nur los?! Scheinbar musste ich mal mit der Nase drauf gestoßen werden... Da hatte ich doch letzte Woche Mittwoch tatsächlich meinen ersten richtigen Crash! Nein, nichts Schlimmes, nur ein Blechschaden, ich war dummerweise Schuld, es ging buchstäblich schneller als ich gucken konnte und zack, hing ich drauf, Rückstau vom Kreisverkehr, wohl der Klassiker. Ja, doch, wach gerüttelt hat mich das, sehr sogar. Auto fahren, sowas mach ich eigentlich eher nebenbei und nahezu mechanisch. Jeden Tag eine halbe Stunde hin zur Arbeit, eine halbe Stunde zurück. Da kann man schon mal in den stand-by Modus geraten nach fast 30 Jahren Autofahren. Na ja, es hätte wesentlich schlimmer kommen können, wenn ich statt des Astras zum Beispiel einen Fussgänger oder Radfahrer auf die Haube genommen hätte. Oh nee, das mag ich mir gar nicht vorstellen! Der Schreck war groß, aber am nächsten Tag, als das Auto dann in der Werkstatt war und ich in meinem schnuckeligen, kleinen Föcki-Leihwagen saß, sah die Welt schon wieder freundlicher aus. Seit dem fahre ich nicht mehr mit Radio an. Da kommt ohnehin immer nur derselbe Kack raus, also nutze ich die Zeit lieber, mich auf die Fahrt zu konzentrieren und nebenbei ein bisschen das positive Denken zu trainieren.

Apropos... Am Samstag waren wir wieder in Maasmechelen und ich hatte einen 12 Kilometer-Lauf auf dem nicht vorhandenen Plan stehen. Schön gemütlich, langsam die Distanzen wieder erhöhen, das ist das Ziel, um im Dezember den ATG zu schaffen. Da fegte auch schon ein heftiger Wind über die Lande (trotz sommerlichen Temperaturen, die mir nochmal ein kurz/kurz Outfit bescherten), so dass ausgerechnet die ersten vier Kilometer mit heftigem Gegenwind liefen, dann, wenn man eh noch nicht richtig warm gelaufen und noch nicht im Rhythmus ist. Aber egal. Die Beine (immer noch) schwer vom Reiten, ging es sehr zäh und langsam los, der Wind kam in Böen von vorne teilweise so laut, dass ich die Musik auf meinen Ohren überhaupt nicht hören konnte. Da praktizierte ich ganz konkret das positive Verstärken. Normalerweise neige ich ja dazu, mich eher (und nahezu mit Begeisterung) negativ in etwas hineinzusteigern, vor allem beim Laufen. Es war ziemlich warm, es war ziemlich windig - das sind im Grunde schon zwei Faktoren, die mehr als ausreichen, mir einen Lauf ganz ordentlich zu vermiesen. Doch diesmal machte ich es anders; immer wieder sagte ich mir, es sind nur vier Kilometer, dann musst du abbiegen und der Wind kommt nicht mehr von vorne - im Idealfall schiebt er dich! Ja, so hab ich es tatsächlich geschafft, diese fiese Strecke, wenn auch recht langsam, lächelnd zu überstehen. Danach lief es wirklich fast von alleine. Bei den letzten zwei Kilometern kam der Wind dann wieder sehr unkontrolliert aus allen möglichen Richtungen und die Sonne schien mir auch übel ins Gesicht, die Kräfte ließen auch schon merklich nach und es war Zeit, sich noch einmal positiv zu motivieren. Hey, diese Beine sind schon zweimal einen Halbmarathon gelaufen, da schaffen sie doch die letzten 2 Kilometer bis die 12 geschafft sind noch locker flockig?! So und ähnlich redete ich mir gut zu und siehe da, nach 12,5 km überlief ich meine imaginäre Ziellinie und riss wie Rocky die Arme hoch. Geht doch! Ja, und wie es ging, ich war total happy. Obwohl ich schon so lange nicht mehr über 10 Kilometer gelaufen bin, ist mir dieser Lauf doch sehr leicht gefallen. Ich hatte am Nachmittag weder hier ein Ziepen noch da ein Zwacken und von Muskelkater kann ich auch nicht berichten. Sollte ich es wirklich geschafft haben, mich umzuprogrammieren? Oder erinnern sich die Beine einfach wieder daran, was sie schon können?

Heute ging es mit Kopfschmerzen, verspanntem Nacken und nicht ganz so guter Laune (ich habe heute meine Reitbeteiligung beendet) nach Hause. Zunächst wollte ich von einem Lauf nichts wissen. Aber dann, zu Hause angekommen, zog es mich doch auf unerklärliche Weise nach draußen. Für die Standardrunde wird die Motivation schon reichen. Obwohl ich gestern nicht geritten bin, waren die Beine schwer. Die ersten 2,5 Kilometer gings, wie immer, bergan. Es lief sich zäh und fühlte sich sehr langsam an. Doch wie ich nachher bei der Auswertung sehen konnte, war das Tempo nicht unbedingt der leicht profilierten Strecke entsprechend plausibel. Seltsam. Vielleicht lag es an meiner Musik, die mal mehr mal weniger Einfluss auf meinen Lauf hatte. Aber egal, am Ende reichte es im letzten Kilometer dann doch noch für eine kleine Endbeschleunigung. 6 zufriedene Kilometer -> Haken dran, was will ich mehr :-) ?? So langsam macht es wieder Spaß - klaro, ist ja auch inzwischen wieder Üselswetter, nä?! Für mich als bekennende Schlechtwetterläuferin geht jetzt die Saison los ;-).

Tja, und wie oben bereits erwähnt, hab ich heute meine Reitbeteiligung beendet. Es war doch so, dass das ein oder andere nicht passte, eigentlich von Beginn an. Nun weiß ich aber immerhin, was ich konkret möchte und wie es sein soll und das ist eine sehr wertvolle Erkenntnis, die ich aus dieser Zeit mitnehme. Und deshalb gibts an dieser Stelle jetzt mein Gesuch für eine neue Reitbeteiligung - möge ich also umgehend gefunden werden :-).

Dienstag, 22. Oktober 2013

Von dicken Beinen und Dankbarkeit

Laufen und Reiten, das ganze im Wechsel, verursacht, zumindest am Anfang gefühlt Beine wie ein Preisboxer. Nach der langen Laufpause komme ich allmählich wieder in einen Wohlfühlmodus und ja, ich bin sogar soweit zu sagen, dass ich mich wieder aufs Laufen freue. Gehpausen brauche ich zum Glück keine mehr zu machen, allerdings lässt das Tempo noch zu wünschen übrig. Aber, darauf liegt auch gar nicht mehr mein Fokus, ich möchte laufen, so dass es Spaß macht. Vielleicht macht es mir ja irgendwann wieder Spaß, schneller werden zu wollen, mal wieder Intervalle zu laufen oder ein Fahrtenspiel zu machen. Im Augenblick arbeite ich eher daran, die Distanz zu verlängern, denn schließlich möchte ich im Dezember die 18 Kilometer beim ATG "mit Anstand" schaffen. Das Ergebnis von Samstag reiten, Sonntag laufen, Montag reiten, Dienstag laufen fühlt sich jedenfalls noch nicht nach Gewöhnung an, eher nach einem straffen Body Buildung Programm. Aber Geduld war ja noch nie meine Stärke. Dran bleiben ist also die Devise.

Heute Morgen war ich bei unglaublich schönem Herbstwetter, es waren laut meiner Uhr um 9 Uhr bereits 17 Grad, im leuchtend goldenen Herbstwald unterwegs. Diesmal gezielt ohne Musik und dafür auch ganz langsam. Die Beine waren, wie oben schon erwähnt, ziemlich schwer, aber sie haben tapfer die 7 Kilometer durchgehalten. Dafür war ich sehr dankbar.

Ohnehin ist das Thema "Dankbarkeit" bei mir gerade sehr hoch im Kurs. Nachdem ich nun hoffentlich die Phase der midlife crises endgültig abgeschlossen haben (Danke Edgar!), komme ich so allmählich wieder in meine Mitte. Man sagt ja, nichts geschieht ohne Grund (also, zumindest sage ich das), so fielen mir zwei Bücher in die Hände, durch die ich im Internet auf eine tolle Motivationsgruppe gestoßen bin. Unmittelbar nach meinem Beitritt in die Gruppe, eröffnete jemand einen thread zum Thema: "Ich bin dankbar für..." Ich schrieb so dies und jenes da rein, wofür man eben so dankbar ist, doch je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr sind es die kleinen Dinge, die alltäglichen, die selbstverständlichen, für die ich plötzlich wieder sehr große Dankbarkeit empfinde. So war es zum Beispiel der Moment, als ich mir ein Glas Wasser eingoß, worüber ich plötzlich sehr dankbar war: Ich bin in der glücklichen Lage, mit einer klitzekleinen Handbewegung, kaltes oder heißes Wasser zu bekommen, ich darf eine saubere Toilette benutzen und muss mir über nichts weiter dabei Gedanken machen. Ich knipse einen Schalter an und habe Licht, meine Wäsche schmeiße ich in eine Maschine, auf Knopfdruck kommt ein Kaffee aus einer anderen Maschine, der Kühlschrank ist voll und hält die Lebensmittel frischer. Wow, was hier so banal klingt, ist für viele Menschen, die nicht das Privileg haben, in Europa geboren zu sein, nicht selbstverständlich. Ich denke gerade an die armen Seelen, die eine lebensgefährliche Bootsfahrt auf sich nehmen, ohne Hab und Gut, in der Hoffnung auf ein besseres und sichereres Leben, als da, wo sie her kommen.  Kommen sie trotz widriger Umstände doch an, will sie keiner haben, sie sind nichts wert, sie haben keine Lobby... Würden diese Menschen mich sehen, mein Haus, mein Auto, meine Arbeit, meinen Kleiderschrank (sowie meine 7 Paar Laufschuhe, ohne die "normalen" Turn- und Alltagschuhe!) und meinen Kühlschrank, sie würden denken, ich wäre ein sehr reicher Mensch. Und ja, das bin ich auch. Und dafür bin ich sehr dankbar! Dass ich heute morgen 7 Kilometer laufen konnte, ist auch nicht selbstverständlich. Denn wie viele Menschen sitzen in einem Rollstuhl oder haben nur ein, oder gar keine Beine? Wie viele Menschen sind so krank, dass sie gar nicht in der Lage wären, 7 Kilometer zu laufen? Nein, sich am Leid von anderen ständig zu orientieren macht sicher nicht glücklich auf Dauer. Aber es macht doch immerhin ab und an dankbar und auch demütig! Das zu erkennen, tut gerade richtig gut, ja, den Blick mal wieder auf das Wesentliche richten...


Sonntag, 13. Oktober 2013

Es geht voran...

Während sich heute in Köln zwei liebe Bekannte ihr erstes Marathon-Debut geben, freue ich mich über meine 9 Kilometer in Herzogenrath. Letzte Woche in Maasmechelen gerade noch so die 8 Kilometer geschafft, ist heute schon eine kleine Verbesserung spürbar gewesen. Während die 6 Kilometer am Mittwoch doch etwas unerwartet langsam waren, gings heute phasenweise schon wieder richtig locker. Ok, das waren die Abschnitte, wo es mit Rückenwind bergab ging ;-)... aber egal. Immerhin sind Gehpausen glücklicherweise schon kein Thema mehr und heute hatte ich auch wieder ein paar Hügelchen mit drin, im Gegensatz zu den beiden vorherigen Läufen. Aber - was red ich hier?! Hauptsache ist doch, dass es langsam wieder anfängt, Spaß zu machen. Am Anfang musste ich mich ein wenig bremsen und mir immer wieder sagen, mach schön langsam, aber dafür etwas länger heute.

Und überhaupt, das Wetter ist ja auch absolut mein Ding, wenn auch heute etwas viel Wind dabei war. Aber genau so liebe ich es! Herbstlich: bunt, frisch, herb, feucht und angenehm kühl, vorbei an Katze, Kuh, Fischreier und Pferd, yessss!

Für die nächste Woche sollen es noch mal drei Läufe werden; Dienstag, Freitag und Sonntag. Montag und Donnerstag wird geritten, Mittwoch ist Ruhetag.

Ansonsten bin ich doch ein wenig aufgeregt und in freudiger Erwartungsstimmung; am 19.11. und am 21.11. werde ich an den Augen operiert, aber nix dolles, wie es heisst. Meine eigenen, fehlsichtigen Linsen (kurz- und weitsichtig) werden durch trifokale (nah, mittel, fern) Kunststofflinsen ausgetauscht (ich benutze nicht gerne das Wort "Implantat" - das klingt so nach künstlicher Hüfte und uralt!), was mir eine lebenslange Erhaltung der vollen Sehkraft garantieren soll, also weg von der Brille für immer! Die Läufe (und Reitstunden) mit Brille sind somit gezählt - das ist auch echt nervig, vor allem jetzt, wenn ständig die Brille beschlägt. Ob die Krankenkasse sich an den Kosten beteiligt, bleibt noch abzuwarten. Fragen kostet ja mal nix, von daher... Ansonsten sind die ca. 4.500 Euro wohl auch gut und langfristig investiert. Eine neue Brille hätte mich jetzt allein schon wieder um die 1000 Euro gekostet. Hui, ich bin so gespannt und werde Euch berichten, wie es weitergeht.

Ach ja, noch was... ich habe übrigens mal wieder mit dem Rauchen aufgehört. Und nach dem heutigen Lauf hab ich meinem Körper versprochen, weil ich so stolz auf seine Leistung war, dass ich ihn nicht noch mal mit diesem giftigen Scheiß behelligen werde!