Sonntag, 14. September 2014

Bleibt alles anders

In der Zwischenzeit ist viel passiert...

Manchmal merkt man erst eine Minute vor zwölf dass etwas völlig schief läuft. Und dann entwickeln die Dinge eine Eigendynamik, die nicht mehr zu stoppen ist. Zum Glück stellt sich meist dann hinterher heraus, dass es doch das Beste war, was im Grunde passieren konnte, auch, wenn es zunächst dramatische und zerstörerische Auswirkungen hatte. Viel zu lange habe ich mit den "falschen" Leuten über meine Probleme geredet, anstatt mit demjenigen, der am allermeisten davon betroffen ist. Doch glücklicherweise war es noch nicht zu spät, auch wenn zunächst alles danach aussah - um Haaresbreite also nochmal die Kurve gekriegt.

Allerdings ist das nicht ganz ohne Blessuren ausgegangen, so dass ich nun vor einem beginnenden burn out stehe und aktuell erstmal aus dem Verkehr gezogen wurde. Erschöpfung, Leere, Trauer, Schlappheit, Müdigkeit und ständige Kopfschmerzen sowie eine sehr hartnäckige Verspannung im Nackenbereich heißt es nun wieder zu vertreiben. Wenn das Fass erst einmal überläuft, kommen leider häufig mehrere Schwelbrände zum Vorschein, so dass es gleich mehrere Baustellen gibt, die bearbeitet werden müssen. Klar, es gehört schon einiges dazu, derart aus dem Gleichgewicht zu geraten. Nun heißt es Schritt für Schritt die nötigen Veränderungen herbei zu führen, was für einen ungeduldigen Menschen wie mich sicher nicht leicht wird. Doch der Anfang ist gemacht.

Über den Sommer habe ich mir weitere ein paar mehr als überflüssige Pfunde zugelegt und dass ich kaum noch Sport gemacht habe, ist sicher nicht nur die Ursache Nr. 1 dafür, sondern es stört mich einfach ungemein, mich so unfit zu fühlen. Das Reiten hat sich leider auch dahin gehend entwickelt, dass ich abermals eine Veränderung herbei führen musste. Im Augenblick bin ich ohnehin gefühlt mit den banalsten Dingen überfordert, so dass ich erst einmal Ruhe und Abstand brauche. Ich denke inzwischen, dass eine Reitbeteiligung nicht mehr für mich in Frage kommt und ich maximal noch einmal wöchentlich Unterricht nehmen werde. Aber zuerst einmal muss ich wieder durchschnaufen und stabiler werden.

Ich habe mir daher selbst eine Hausaufgabe erteilt, nach dem Motto, es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Bis Ende Oktober will ich täglich mindestens 5 Kilometer entweder Nordic walken oder laufen. Maximal gibt es einen Ruhetag in der Woche, da darf lediglich spaziert werden. Das Nordic Walken soll mir zum einen Bewegung an der frischen Luft (gut eben auch für den Schulter- und Nackenbereich) wie auch eine Regelmäßigkeit geben. Fürs Laufen fehlt mir aktuell noch die Kraft und Energie, der letzte Lauf war eine Katastrophe. Aber ich möchte wieder laufen, schon alleine für die Fitness und die Figur, ein Ziel verfolge ich nicht dabei, ich möchte einfach nur wieder den Spaß am Laufen finden. Und vielleicht kommen dann ja auch wieder konkrete Ziele.

Am Freitag bin ich dann zu meiner ersten Runde ins Wurmtal gefahren, die 8 Kilometer haben mir dort so gut gefallen, dass ich sie heute gleich noch einmal gewalkt bin. Morgen will ich meine Standardrunde hier zu Hause machen. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wären es etwas kühlere Temperaturen, wobei das beim Walken ja nicht ganz so schlimm ist, aber ich liebe nun mal die kalte, klare und auch feuchte Luft.

Warum ich das Schreiben wieder angefangen habe und dann gleich mit solch sehr persönlichen Dingen komme? Weil es mir gut tut und ich mir auch hier wieder eine gewisse Regelmäßigkeit in meinem Leben erhoffe. Ich schreibe nun mal gerne und ich habe mein Herz wohl bekanntermaßen auf der Zunge (oder in den Fingern ;-) ), denn persönlich war es hier schon immer. Bleibt also alles anders.

Last but not least, was mir beim Pilgern in Spanien bei Tagestouren um die 23 Kilometer nicht gelungen ist, ist mir am Freitag beim walken erstmalig geglückt: Rukediku Rukediku, Blut ist im Schuh! Achim Achilles hätte sicher seine eigene Theorie, von wegen, die hat da sicher mit den Stöcken reingepiekst ;-)



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