Mittwoch, 29. Oktober 2014

Orthopäde 4.0

Ich solle doch mal zum Facharzt gehen, meinte die Frau von der Techniker, als ich sie auf die Verschreibung von Krankengymnastik ansprach, die wohl für meinen Hausarzt mehr und mehr zum Problem wurde. Okay, dann mach ich da mal einen Termin. Mir grauste bei dem Gedanken an Orthopäden, den Göttern in Weiß in ihren schneeweißen Lacoste-Polos, hatte ich bislang nur negative Erfahrungen mit ihnen, drei in Summe, gemacht. Irgendwo hier habe ich glaub ich auch schon mal einen Blog über meine letzte Erfahrung geschrieben. Es sollte also nicht die Letzte sein. Klar, mit zunehmendem Alter... ach lassen wir das...

Gestern rief ich also bei Orthopäden Nr. 4 in meiner Laufbahn an, dem, der von hier aus am nächsten zu erreichen ist und bei dem ich bereits vor einigen Jahren mal mit Tim war (meine Erinnerung war nicht die allerschlechteste, aber vielleicht sind die ja bei Kindern netter und nicht ganz so flott). Altbackene Gemeinschaftspraxis, großer (hoffentlich modernerer) OP-Bereich, viel los, aber was solls... Ich rechnete mit immensen Wartezeiten für den Termin, doch wie durch ein Wunder konnte ich bereits für den folgenden Tag um 8.30 Uhr einen bekommen. Wow, das war ja schon mal nicht schlecht!

Ein Locher aus der Nachkriegszeit zierte die Theke der Anmeldung, an der bestimmt 8 Leute standen und bedient bzw. verteilt wurden. Eingeteilt wurde in Therapie und Termin, ich stand also bei Termin an, während die Therpieleute auf diverse Kabinen verteilt wurden. Im Wartezimmer saßen bereits mindestens 10 Leute und ich richtete mich auf eine lange Wartezeit ein, wenn die alle hier für "Termin" waren. Schlag halb neun kam die Arzthelferin rein und rief mich und zwei weitere Patienten auf. Ups, geht ja doch unerwartet zeitig los. Ich durfte in Zimmer 1 von 3 Platz nehmen und warten. Knappe 15 Minuten später flog die Türe auf und der Generalstabsarzt Dr. F. betrat das Zimmer mit zwei Assistentinnen, die, wo sie auch zunächst standen, im Weg standen, wie es schein. Hektik machte sich kurz breit. Mit vor der Brust verschränkten Armen baute sich der ca. Mitte fünfzig Jährige, hochgeschossene Arzt vor mir auf (ich saß klein und verschüchtert auf der Behandlungsliege) und fragte kurz und knapp, was ich für Beschwerden habe. So schnell ich konnte schilderte ich mein akutestes Problem, die heftige Verspannung rechts zwischen Hals und Schulter mit Ausstrahlung in die Hand. Puh, geschafft.

Was dann kam, erinnerte mich an Dalli Dalli Klick. Er fragte, ich antwortete, er beugte, drehte und schob mich, redete und gab Anweisung, die die beiden Damen so gut es ging notierten. Er klopfte hier, er neigte mich da, ich sagte Aua oder geht nicht weiter, er gab Anweisung, sie notierten, er fand eine Blockade, gab mir Anweisungen von wegen Hände verschränken und in den Nacken, nach vorne beugen und schmiss sich dann kurz und heftig auf mich und meine Brustwirbel (immer schön locker bleiben!), bis es knackte, freute sich unmerklich ("Sehn'se, da war er") und dann war der Spuk innerhalb von sage und schreibe drei Minuten vorbei, als er meinte, wir machen dann jetzt mal ein Röntgenbild von ihrem Halswirbelbereich. Als ich meine Bluse wieder anzog, hatte ich nur das Krankengymnastikrezept vor Augen, weswegen ich da war und das ich unbedingt haben wollte. Die Meinung, die ich bislang von Orthopäden hatte, wurde wieder einmal bestätigt, ich glaube sogar, die Assistentinnen hatten ein wenig Angst vor ihm, und wenn ich ehrlich bin, ging es mir wohl ähnlich.

Kurz gewartet, dann geröngt, dann wieder gewartet und nochmal ins Behandlungszimmer mit dem Doktor, den Röntgenbildern und den eifrigen Assistentinnen mit dem verschreckten Blick. Wie ausgewechselt war der Arzt dann mit einem Mal, nahezu die Ruhe selbst. Entspannt und ruhig stand er an den Bildern und erklärte mir tatsächlich sehr verständlich, wo meine Probleme lagen (dass es gleich so viele waren, hatte ich nicht erwartet, dachte ich doch, es wäre eine rein muskuläre Sache!) Dass meine Halswirbelsäule schief war, konnte selbst ich als Laie sehen, wusste allerdings nicht, dass sie in die falsche Richtung schief ist, ok, also Problem Nr. 1. Problem Nr. 2, die Bandscheiben, die man nicht sehen kann, wo aber die "Flecken" zu eng beieinander stehen. Somit kann es ein Bandscheibenvorfall sein, muss es aber nicht. Hierfür wäre ein CT nötig, aber damit warten wir erstmal ab. Problem Nr. 3, die beginnende Arthrose, sehen sie hier, die Kreise, die nicht mehr rund genug sind. Ah ja. Es folgte die Beschreibung der Therapien, die wir nun versuchen: Strecken, Reizstrommassage und Krankengymnastik. In aller Ruhe erklärte er mir weiter, dass ich in schlimmen Fällen auch ruhig mal eine Ibuprofen-Kur machen kann, welche Dosis ich wie lange nehmen kann und so weiter. Zum Schluss vereinbarte ich noch die sechs Termine für die Streck-Strom-Behandlungen und ging mit meinem fünf Mal Krankengymnastikrezept nach Hause. Der ist ja geiziger als mein Hausarzt, von dem bekomme ich immerhin sechs Mal verschrieben, tsss. Aber ein Anfang ist gemacht und zur Not, gehe ich halt noch mal hin. Ich hab jetzt keine Angst mehr, eigentlich war er ja am Schluss sogar richtig nett.

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Derweil plagt mich immer noch ein Muskelkater von der Funktionsgymnastik. Aber das soll und wird mich nicht daran hindern, heute wieder zu laufen. Alles andere nimmt auch seinen Lauf; der Termin für den Klinikaufenthalt wurde mir inzwischen mitgeteilt, es ist tatsächlich erst Mitte Februar möglich, und auch die Kasse hat schon den Aufenthalt bewilligt. Alles regelt sich. Nur nicht die Frage, wie es danach weiter geht. Die beschäftigt mich leider mehr als mir lieb ist, auch wenn das jetzt echt blöd und kontraproduktiv ist. Aber was will ich machen!?

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Ach ja, und meine Haare sind auch endlich wieder ab! Kuckstu hier:


So langsam sehe ich endlich wieder aus, wie ich. Die Gruselfratze, vor der ich mich jedes Mal beim Anblick in den Spiegel noch bis vor wenigen Tagen nahezu erschreckt habe, ist langsam wieder verschwunden. Schon erstaunlich, wie sich ein Mensch so verändern kann und wie stark die Ausstrahlung tatsächlich vom Inneren abhängt... Zum Vergleich nochmal das Bild von vor sechs Wochen, einfach nur fertig und ausgelaugt. Krass.




Montag, 27. Oktober 2014

Funktionsgymnastik

Als ich heute beim Physio war und es etliche Male heftig Knacken musste, weil so viele Blockaden in meinem Rücken waren, habe ich den Entschluss gefasst, mich einer Gruppe anzuschließen. Ich musste ja leider schon häufiger feststellen, dass mir doch die Disziplin fehlt, regelmäßig Übungen zur Stabilisation und Kräftigung zu Hause zu machen - die Betonung liegt auf regelmäßig. Da es ja mit Laufen alleine nicht getan ist, hatte ich mir seinerzeit wirklich schon gewünscht, dass mein damaliger Physiotherapeut ein derartiges Koordinations- und Krafttraining anbieten würde. Hat er aber nicht. Nun bin ich ja ohnehin in einer anderen Praxis und siehe da, die bietet jede Menge Kurse an. So zum Beispiel "Funktionsgymnastik". Das erschien mir für meine Bedürfnisse genau das richtige, also bin ich heute zur Schnupperstunde dahin gejoggt. Die wartenden Damen ließen befürchten, dass es mehr ein Kaffeekränzchen werden würde, die waren bis auf eine, die auch erstmalig schnupperte wie ich, alle deutlich jenseits der 60 - und da waren sie wieder, meine so geschätzten grauen Füchse ;-)...

Aber weit gefehlt! Christine, die Frau vom Inhaber der Praxis, gab von der ersten Minute an richtig Gas, ich war völlig erstaunt, was sie den Ladies so abverlangte. Es gab zwar keine Musik, was ich ein wenig bedauerte, aber wenigstens zählte sie für uns. Da mein Stoffwechsel inzwischen ja wieder wunderbar funktioniert, schwitzte ich nach einer viertel Stunde schon wie Bolle. Das war mir echt peinlich, hatte ich auch kein Handtuch dabei, da ich a) dahin gelaufen war und b) in keiner Weise mit einer solchen Intensität der Stunde gerechnet hätte. Die Fuchsdamen beschwerten sich auch lautstark und meinten, dass es nur so heftig sei, weil zwei Neue dabei wären - allgemeines Zugestimme und Gelächter. Die Stunde hatte es wirklich in sich und ich weiß jetzt schon, dass ich Morgen Muskelkater haben werde. Nächste Woche werde ich auf jeden Fall wieder mit machen; für 6 Euro (volle Stunde) kann man es nicht selbst machen! Ab dem 17.11. fange ich dann  mit der Rückenschule in der Praxis an. Das ist ein Präventivkurs, der zu 80 % von der Kasse erstattet wird, dauert 90 Minuten à 10 Einheiten, kostet 90 Euro, und wird ebenfalls von Christine gemacht. Sie meinte schon, dass ich nicht beides nacheinander machen könnte, das wäre zu viel. Keine Frage!

Nassgeschwitzt joggte ich dann entlang der holländischen Grenze zurück, einen Teil meiner sonstigen beleuchteten Winter-Dunkel-Strecke an der Bahn entlang - ich mag die triste Strecke, die Dirk hingegen sehr grausig findet. Mein erster Dunkellauf also in diesem Jahr. Schön wars! Nun fehlen mir noch 7 Kilometer, bis ich meinen totally high score ever von 151 km aus 2009 getoppt habe. Ich glaube, das schaffe ich noch bis Freitag :-)


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Nichts tun können und nichts tun müssen

Der gestrige Tag war kein guter Tag; ich bin schon mit Kopfschmerzen und kurzatmig wach geworden, fühlte mich seltsam verkatert, obwohl ich keinen Tropfen getrunken hatte. Um 11 Uhr hatte ich dann den Termin bei der Therapeutin, es gab einiges an Bürokratie zu erledigen, der Antrag für die Klinik musste raus, sowie die Unterlagen für die Krankenkasse bezüglich des Krankengeldes. Der Termin wurde demnach wieder recht emotional und die schlechte Stimmung verstärkte sich (allerdings wurde sie kurzzeitig durch die Postkarte einer lieben Kollegin aus der Schule aufgehellt!). Was mir dann immer hilft, ist erst mal eine Runde schlafen. Seltsamerweise bin ich auch wieder müder als sonst.

Um den Kopf halbwegs wieder frei zu bekommen, fuhr ich gegen 16 Uhr in den Wald, um meine altbewährte Runde dort zu walken. Nach den 33 Kilometern auf dem Ergometer am Vortag wollte ich nicht laufen und hatte eh das Gefühl, mich mal wieder ein wenig entschleunigen zu müssen. Das Wetter war  von sonnig bis Regen, ein bisschen Wind und um die 10 Grad, also genau richtig. So richtig auf der Höhe fühlte ich mich auch an der frischen Luft nicht, irgendwie gefühlt auf 70 Prozent nur, was sich auch danach nicht änderte.

Die darauf folgende Nacht war ebenfalls nicht berauschend. Gefühlt war ich bis halb drei wach, musste zweimal zur Toilette und fand erst gegen Morgen richtig in den Schlaf. Nach Kaffee, Müsli und Internet rappelte ich mich um 12 Uhr auf zum Laufen. Auf dem Schirm hatte ich 10 Kilometer. Es lief unerwartet gut. Scheinbar ist die Variante mit Fahrrad und Nordic Walken eine gute Kombination für mich. So wurden es 12 Kilometer bei herrlichem Herbstwetter ohne Sonne. In diesem Monat bin ich inzwischen auf 124 Lauf-Kilometer gekommen, ich glaube, so viel hatte ich noch nie in einem Monat, ohne es genau zu wissen.

Ich war gerade gut zu Hause, da klingelt das Telefon. Die Klinik aus Lahnstein! Wow, das ging ja wirklich schnell. Gestern erst die Unterlagen verschickt, heute schon ein Anruf. Es gab noch diverse Fragen zu klären und am Ende meinte die sehr nette Dame, dass ich vermutlich in der kommenden Woche den Termin in der Post haben werde. Na da bin ich ja mal gespannt, wie lange ich nun warten muss. Es hieß mal, die haben Wartezeiten von 14 - 16 Wochen.

Inzwischen weiß ich, dass meine schlechte Stimmung wohl hauptsächlich daran lag, dass ich im Augenblick nicht den blassesten Schimmer habe, wie es beruflich bei mir weitergehen kann. Das ist eine ganz schwierige Situation für einen bislang so pflichtbewussten Kontrollfreak wie mich. Aber gut, kommt Zeit, kommt auch wieder Klarheit, ich kann nichts tun, als abwarten. Im Moment muss ich erstmal wieder stabiler werden. Die tägliche Bewegung ist ein gutes Mittel, sich nicht vollends hängen zu lassen. Sie ist der einzige Punkt auf meiner täglichen to-do-Liste. Ich merke nämlich, dass ich auf dem besten Weg bin, in eine gewisse Lethargie zu verfallen. Ich verschiebe Termine, hab keine Lust auf Kommunikation oder Gesellschaft und bin einfach nur froh, wenn ich meine Ruhe habe. Aber vermutlich ist es genau das, was ich im Moment auch brauche: Ruhe und Zeit für mich, nicht funktionieren müssen, da sitzen und einfach mal nichts tun. Keine Musik, kein Buch, kein Internet, einfach nur der Raum und ich und meine Gedanken. Das geht tatsächlich ;-)

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Fleischeslust!?!

Seit ich denken kann, bin ich ein absoluter Fleischfan. Mit einem Schnitzel konnte man mich schon als Kind glücklicher machen, als mit einer Portion Pommes - okay, der Idealfall war beides zusammen ;-). In meiner Kindheit spielten Tiere eine mehr oder weniger große Rolle. Sehr früh schon hatte ich, wie es damals noch üblicher war als heute, ein Kaninchen. Mein Herz schlug aber immer für einen Hund, doch den durfte ich nie haben. Stattdessen bekam ich Wellensittiche, dann sogar einen Papagei (wie langweilig!), später dann ein Pferd (in Kombination mit einem neuen, super süßen Zwergkaninchen, das zunächst mit im Stall lebte, dann aber bei Oma und Opa landete, wie der Papagei übrigens auch), dann die erste Katze, und als Jugendliche auch noch ein Meerschweinchen. Zu Tieren hab ich also noch heute einen besonderen Draht, ganz speziell zu Pferden und Katzen. Dass ich mein erstes Kaninchen damals aufgegessen habe, ohne es zu wissen, hatte zur Folge, dass ich, seit ich es dann wusste, kein Kaninchenfleisch mehr gegessen habe. Gut, einmal habe ich auch ein Stück Sauerbraten vom Pferd probiert, aber nur um fest zu stellen, dass er genau so schmeckt, wie der andere Sauerbraten auch, also brauch ich den nicht unbedingt vom Pferd zu essen (dieses Pferd kannte ich ja auch nicht). Als meine erste Katze damals überfahren wurde, war ich zwei Wochen krank.

Scheinbar macht es doch einen großen Unterschied, ob man ein Tier vor dem Schlachten kennt oder nicht. Würde ich alle Puten, Hähnchen, Schweine und Kühe mal gestreichelt haben, ihre Augen gesehen haben, würde ich vermutlich kein Fleisch mehr essen. Seit längerem mache ich mir schon Gedanken um meinen aktuellen Fleischkonsum. Ist es uns im Sommer noch gelungen, das Grillfleisch vom Metzger zu kaufen, so verfalle ich nun wieder in meine alte Gewohnheit, auch beim Rewe, Edeka oder auch mal im Lidl oder Aldi zuzugreifen. Schwein essen wir kaum noch, dafür umso mehr Hähnchen und Pute, Dirk auch gerne mal ein Steak, aber mein Ding ist das nicht unbedingt. Es ist eindeutig die Bequemlichkeit, für das Fleisch nicht extra noch in einen anderen Laden oder zum Bauern fahren zu müssen, gehe ich schließlich ohnehin schon sehr ungerne einkaufen.

Ich erinnere mich gerade, dass ich einmal in einem Wartezimmer in Tränen ausgebrochen bin, als ich den Bericht im Stern über die in China an einem Seil angebundenen Hunde, die mit einem Stock zu Tode geprügelt werden, damit das Fleisch zarter wird, gelesen habe. Auch gestern musste ich wieder weinen, als ich bei 37 Grad im ZDF gelandet bin, wo es um die Massentierhaltung und Mastfarmen in Deutschland ging. Wer den Bericht sehen möchte, findet ihn hier. Ich hatte schon mit üblen Alpträumen gerechnet, doch die kommen vermutlich erst zeitversetzt, also diese oder nächste Nacht. Es ist unfassbar, was der Mensch dem Tier antut.

Da ich mich ohnehin gerade sehr intensiv mit meiner Ernährung beschäftige, muss ich wohl nun auch wieder vermehrt in Richtung Fleischverzehr denken. Zum Müsliesser bin ich ja schon geworden, vielleicht werde ich jetzt auch noch Vegetarier. Nein, vegan kommt für mich überhaupt nicht in Frage, das ist mir einfach zu extrem. Eier, Käse und Quark brauche ich schon allein wegen des Eiweißes. Puh, ganz schön schwierig. Sicher schreien jetzt die Veganer auf, es geht auch ohne, aber ich möchte mich nicht derart einschränken.

Wenn ich an die Mastputen von gestern denke, wird mir wieder schlecht...

Montag, 20. Oktober 2014

Wieder im Lande

Das Schönste am Laufen auf Mallorca ist, dass einem keine Tierchen in die Augen oder den Mund fliegen, so, wie eben bereits auf dem ersten Kilometer hier passiert, arrrrrgggghhhhh.

Nach meinem Lauf am Samstag, der vom Ballermann 1 bis Palma Hafen ging, waren meine Beine, vermutlich auch wegen des Reisetags gestern, ziemlich schwer. Immerhin bin ich auch auf 42,7 Wochenkilometer gekommen, die 3,5 km auf dem Laufband nicht mitgezählt. Zum Glück ließ die Schwere nach der Hälfte der Strecke dann wieder nach, so dass es sogar noch zu einer kleinen, unerwarteten Endbeschleunigung auf meiner Standardrunde kam. Hatte  ich zuvor recht wenig Lust, war ich danach doch ganz happy über die Bewegung und die frische Luft. Ab Morgen soll das Wetter ja recht übel werden, aber das soll mich nicht stören. Nach den nochmal unerwarteten 32 Grad auf der Insel freue ich mich jetzt umso mehr auf das Schmuddelwetter und die bevorstehende Jackenzeit.

Ansonsten gibts wenig Neues zu berichten; der Urlaub war sehr schön, sehr aktiv und sehr lecker (ja, auch konsequent, was die Ernährung betrifft), wir haben wieder ganz andere, neue und beeindruckende Facetten der Insel kennen gelernt, die sie für uns so schön macht. Die Auszeit hat mir sehr gut getan, aber leider sind meine Schlafstörungen immer noch akut und die Verspannung im Nacken ist auch wieder schlimmer geworden. Zum Glück darf ich Morgen wieder zum Physio, der wirds hoffentlich ein bisschen richten. Pünktlich mit Ablauf der sechs Wochen Frist hat sich auch bereits die Krankenkasse bei  mir gemeldet. Mal sehen, wie es weiter geht. Neben etlichen Unterlagen werden sie mir auch eine Muskel-Entspannungs-CD mit schicken, is doch nett, oder :-)

Dienstag, 14. Oktober 2014

Glücksmomente Teil II - Mein Lauf in Palma

Den ganzen Tag schon freute ich mich auf den Lauf, obwohl der Wind zunehmend heftiger wurde. Unser Mittagessen (für ausreichend Energie) nahmen wir wieder im Restaurant auf der "kleinen Insel" ein, diesmal jedoch ohne Rosé, aber wieder mit den bereits genannten Köstlichkeiten - daran könnte ich mich wirklich gewöhnen. (Dass ich einmal Blauschimmel- oder Ziegenkäse essen würde, hätte ich nie für möglich gehalten. Bis zu meinem 45. Lebensjahr bin ich nicht über Adler-Sahne und Goudakäse hinaus gekommen, hat mir einfach nicht die Bohne geschmeckt.)



Kurz vor 18 Uhr starteten wir bei sehr heftigem Wind an der Promenade in Portixol, wo wir im Sommer noch das WM-Endspiel in der Eisdiele von Richard geschaut haben. Dieser hervorragend ausgebaute Weg erstreckt sich vom Ballermann bis nach Palma, Hier findet sich ein separater Weg für Radfahrer in beide Richtungen, dazu noch genügend Platz für Läufer oder Skater sowie für Nordic Walker und Spaziergänger, das alles unmittelbar am Meer entlang, in Summe ca. 16 Kilometer lang, der absolute Wahnsinn.. Es sollte bei mir nochmal ein 10er werden, entlang der Kathedrale und des Hafens, ein wahres Läuferhighlight. Der Wind, der am Anfang noch gut bremste, hatte den Vorteil, dass man sich rundum klimatisiert fühlte und in der Tat wenig schwitzte. Als dann in der Innenstadt der Wind nach ließ, lief es richtig schön rund und wie man an den einzelnen Kilometern sieht, war ich am Ende regelrecht beflügelt von dieser wunderschönen Sonnenuntergangsstimmung. Ziemlich euphorisiert stoppte ich den letzten meiner 10 Kilometer exakt vor dem Hotel Costa Azul ab, wo wir im Sommer eines unserer Quartiere bezogen hatten und wo Dirk mich wenig später wieder mit dem Auto einlud. Der war nämlich diesmal in die andere Richtung gelaufen, weil er meine Strecke schon kannte. Das steht mir am Wochenende noch bevor und ich freue mich jetzt schon darauf.






Man merkte an den Menschen, die in der Stadt unterwegs waren deutlich, dass der Marathon in Palma vor der Türe steht, wo Dirk am Sonntag für den Halbmarathon gemeldet ist. Ansonsten wimmelt es nämlich bereits allerorts von Rentnern (die grauen Füchse, wie ich sie immer nenne), aber hier war die Laufschuhfraktion doch deutlich in der Überzahl.

Unsere erste Etappe dieses Urlaubs haben wir heute Morgen verlassen und sind nun in Cala Millor im Eurotel Punta Rotja eingecheckt. Pünktlich mit der Ankunft in diesem sehr schicken Hotel mit ausgesprochen geilem Meerblick fing es an zu regnen - sehr gemütlich! Eine gute Gelegenheit, den Spa- und Fitnessbereich auch zu nutzen.

Samstag, 11. Oktober 2014

Back on the island - Glücksmomente

Camp de Mar, dahin hat es uns diesmal für die ersten drei Tage unserer Mallorca-Tour verschlagen. Angereist nach  Brüssel bereits am Vorabend, was sich als überaus praktisch erwies, landeten wir um 11.30 Uhr auf Palma, 25 Grad und ein paar dekorative Wölkchen am Himmel. Fix bei Enterprise das Mietauto abgeholt und auf Richtung Andratx. Eine weitere, wunderschöne Facette von Mallorca zeigte sich uns, wenn auch leider zum Laufen etwas zu hügelig (für mich zumindest). Daher gings heute Morgen dann für 3,5 km ins Gym des Hotels, na wenns schon mal da ist, warum nicht nutzen?! Um einmal den Puls auf Touren und den Schweiß zum Fließen zu bringen reichten die dreieinhalb Kilometerchen vor dem Frühstück vollends aus - man solls ja nicht übertreiben. Bis auf die Ausnahme mit dem Brot, klappt es soweit optimopti mit der weiterhin gesunden low carb Ernährung. Essen kann so herrlich sein; seit ich den Stoffwechsel umgestellt habe, schmeckt alles viel intensiver und besser (Almased hat den Wechsel wirklich erleichtert), heute morgen hab ich mich buchstäblich aufs Obst gestürzt, Dirk hatte seine helle Freude daran.

Wie haben wir uns gestern darauf gefreut:
i
Käse, Schinken, Aioli mit Brot (ausnahmsweise) und Oliven, dazu ein kühler Rose -
das war unser (11.) Hochzeitstagsessen, köstlich, 
wohl vor allem wegen dem Drumherum...
... denn das Restaurant lag auf dieser kleinen "Insel"
Danach musste wir wohl erstmal eine Siesta halten, 
der Alkohol am Mittag hat uns echt umgehauen ;-)

Da es auch in der Nacht in Brüssel mit dem Schlafen nicht geklappt hat und ich inzwischen ein bisschen schon wie ein Gespenst aussehe, hab ich es gestern Abend dann doch mit der Tablette versucht. Schlafmangel kann einen echt fertig machen. Aber zum Glück hat das Ding geholfen und ich fühlte mich heute schon etwas besser. Traurig, dass man zu solchen Mitteln greifen muss,  aber wenns nicht anders geht, dann muss es eben mal sein. Ich hoffe doch, dass sich das bald wieder von selbst regelt!

Heute war es ziemlich warm bis zum Nachmittag, so dass wir statt der kleinen angedachten Wanderung nur einen lockeren Spaziergang über den schönen traditionellen Markt von Paguera gemacht haben. Unser Hotel, da H10, ist übrigens ein Paradies für einen Kaffeejunkie wie mich. Auf dem Zimmer gibts täglich pro Nase 2 Kaffeekapseln und beim Frühstück Nespresso bis zum Abwinken... hm... das lass ich mir gefallen...

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Nachdenklich

Nachdem ich die ganze Nacht gefühlt keine Minute geschlafen habe, kam der anstehende Arztbesuch heute genau richtig. Von Panikattacken war da die Rede, wenn es sich anfühlt, als krabbeln Tiere auf der Haut herum, sogar unter der Bettdecke. Und ja, das passt gerade ins Bild. Ups. Da ich nun schon vier Wochen aus dem Verkehr gezogen bin, dachte ich eigentlich, es müsse doch langsam besser werden. Mit Schlafstörungen habe ich schon länger zu tun, aber in dieser recht heftigen Ausführung bislang noch nicht. Dass es mir noch nicht gut geht, war klar, aber dass es in dem Punkt auch noch schlimmer wird, das macht mich jetzt wirklich nachdenklich. Scheinbar bin ich wohl doch kranker, als mein Verstand zunächst akzeptieren will. Gut, dass wir das mit der Kur jetzt in die Wege geleitet haben, nun heißt es erst mal abwarten. Das mir verschriebene Schlafmittel werde ich in jedem Fall versuchen, es soll relativ harmlos sein und ich habe jetzt schon zu lange zu schlecht geschlafen. Und ich dachte wirklich, mit täglicher Bewegung und frischer Luft würde ich das schon wieder hin kriegen... Apropos, der Zeh ist wieder soweit ok, daher gehts jetzt noch mal raus, bevor es heute Abend in den Urlaub geht ;-)

Mittwoch, 8. Oktober 2014

1. Wiegetag ohne Almased

26 Tage ohne Alkohol, 26 Tage ohne Industriezucker, 24 Tage Sport/Bewegung, das Ergebnis sind minus 4,5 Kilo.

Da ich ja bereits vor einer Woche schon mit dem Almased aufgehört habe, weil ich keine Kraft fürs Laufen hatte und mit einer normalen, gesunden Ernährung weitergemacht habe, ging mein Gewicht direkt erstmal wieder zwei Kilo rauf, bis auf 77,3. Auch wollte ich  mich ja nicht mehr täglich wiegen, so dass ich nun den Mittwoch als Wiegetag nehme. Heute Morgen war es dann soweit, ich war sehr gespannt. Und siehe da, es wurde mir eine 75,2 kg angezeigt! Aber nicht nur auf der Waage ist es zu sehen. Der tägliche Sport hat meine Figur schon deutlich verändert und ich fühle mich richtig gut damit. Leider muckt mein rechter dicker Zeh aber seit gestern ein wenig, scheint eine kleine Entzündung am Nagelbett zu sein, so dass ich das Laufen heute wohl sein lassen werde und stattdessen auf den Radergometer steige; ein bisschen Abwechslung tut ja auch  mal gut, obwohl ich die Läufe in diesem Herbstwetter so sehr liebe.

Gerade habe ich wieder mein leckeres Müsli gegessen, ich habe wohl einen neuen Frühstücksfavoriten wie es aussieht. Am Sonntag gab es für mich nach drei Wochen nochmal ein Brötchen zum Frühstück, Roggen versteht sich. Ich habe tatsächlich Sodbrennen davon bekommen und wirklich gut geschmeckt hat es mir auch nicht. Aber der leckere Kirsch-Fruchtaufstrich hat es dann wieder raus geholt, der schmeckte genau so, wie die selbstgemachte Kirschmarmelade meiner Oma von früher! Diese Fruchtaufstriche (bei Rewe entdeckt) sind eine tolle Alternative zur Marmelade, da sehr viel Frucht und maximal nur Rohrzucker drin ist, schmeckt ganz anders, viel besser, wie ich finde. Das gesunde Ernähren macht mir richtig Spaß und ich merke auch, dass sich meine Geschmacksnerven verändert haben. Es scheint wirklich so, als genieße ich das Essen viel mehr und schmecke mehr heraus, was an Zutaten dabei ist. Schon interessant.

Allerdings steht nun nochmal 10 Tage  Mallorca vor der Türe und ich bin schon gespannt, wie es dort mit meiner gesunden Ernährung weiter gehen wird. Eigentlich dürfte das überhaupt kein Problem sein. Nur das mit dem Alkohol wird schwierig, denn Mallorca ohne Wein, das geht nicht.

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Was früher mal die Zigarette danach war, ist heute die Dusche danach ;-). Herrlich! 60 Minuten, 32 Kilometer und jede Menge Schweiß:




Dienstag, 7. Oktober 2014

Mein Bircher-Müsli-Rezept

Denn weils gerade so lecker ist, dachte ich mir, teile ich mal dieses Rezept mit Euch. Es ist mein zweiter, wieder leckerer Versuch, ein Bircher-Müsli selbst zu machen:

Die von mir genutzten Mengenangaben für 1 Portion a 330 Gramm, entsprechen lt. FDDB ca. 550 kcal: Im Einzelnen 10 gr Ballaststoffe, 17 gr Fett, 71 gr KH (davon 36 gr Zucker*) und 15 gr Eiweiß. *aus Agavendicksaft und Fruchtzucker

Selbstverständlich kann man hier bei Bedarf Honig oder Stevia nehmen (oder auch komplett weg lassen), die Früchte und Nüsse kann man ebenfalls variieren. Meine Version gefällt mir in dieser Form jedoch schon äußerst gut und schmeckt wegen des Zimts winterlich lecker.

Die Nährwertangaben klingen erstmal recht hoch, aber für einen guten und sättigenden Start in den Tag ist das wirklich ideal und man muss bedenken, es sind nur gesunde, natürliche Zutaten darin. Das entspricht übrigens 27 % des täglichen Tagesbedarfs für den Energieverbrauch einer Person, die 2000 kcal benötigt. Da ich mich den Rest des Tages weiterhin möglichst low carb ernähre, ist das ein guter Anteil der Kohlenhydrate, die ich essen darf und wegen des Sports auch möchte und muss, also lasse ich mich von den 550 kcal auch gar nicht beeindrucken. Lässt man die Walnüsse weg, hat man gleich 60 kcal. (und wohl auch gesundes Fett) weniger. An der Stelle mal eben ein Vergleich: Ein mittelgroßes Weizenbrötchen von 58 gr hat zwar auch nur 146 kcal. Da ist allerdings auch noch nichts drauf und es hält garantiert nicht so lange satt (und gesünder ist es bei weitem nicht). Aber zurück zu meiner 330 Gramm Portion Müsli...

Und so hab ichs gemacht:

50 gr. kernige Vollkorn-Haferflocken in 
100 gr. fettarmer Milch und 
30 gr. fettarmen Joghurt über Nacht mit
15 gr. Cranberries (getrocknet)
10 gr. Walnüssen und 
10 gr. Haselnüssen klein zerhackt in den Kühlschrank gesetzt.
Gesüßt habe ich das Ganze mit 15 gr. Agavendicksaft und zum Schluss eine gute Prise Zimt drüber gestreut. (Zimt hat eine Blutzuckerspiegel regulierende und wärmende Eigenschaft.)

Heute Morgen hab ich dann noch ca. 50 gr. Apfel und 50 gr. Birne rein geschnippelt, was man sicher auch direkt am Abend mit beifügen kann. Die Konsistenz des Müslis war somit noch bissfest, aber nicht hart. Bei Instantflocken klappt das leider nicht so schön, die ergeben eher einen fast schleimigen Breiklumpatsch, der zwar auch lecker ist, aber nicht ganz so appetitlich ausschaut. Bei Instantflocken ist ein Ansetzen über Nacht daher nicht nötig. 

Vielleicht habt Ihr ja nun Lust bekommen, es auch  mal zu probieren. Ich bin sicher, es wird Euch ebenfalls gut schmecken und satt machen.

Gleich werde ich nochmal meine Runde durch Merkstein und Übach laufen, da, wo ich früher häufiger mit dem Lauftreff unterwegs war. Die Runde ist ein schöner Mix aus Feld und Wald, darauf habe ich heute richtig Lust. Dies wird dann mein 8. Lauf in Folge; ich bin einfach nur erstaunt, wie gut meine Beine, wie auch der Rest meines Körpers, das mit machen.





Sonntag, 5. Oktober 2014

Endlich mein Wetter!

Den 6. Lauf in Folge gab es heute zur Abwechslung nochmal in Maasmechelen. Nachdem es die ganze Woche über sonnig und warm war, gabs heute, passend zum verkaufsoffenen Oktoberfest in Herzogenrath, nieseliges Herbstwetter vom Allerfeinsten - genau mein Ding (auch wenns kaum jemand nachvollziehen kann). Bei 12 Grad ging es über den Deich an der Maas entlang, wo an einigen Stellen mächtig gebuddelt und gebaggert wird zwecks Hochwasserschutz.

Wie immer war die Landschaft ein Traum, die feuchte Kühle war für mich das Tüpfelchen auf dem i und verlieh mir eine besondere Leichtigkeit, auch wenn die Beine zu Beginn etwas schwer waren. Nach einer Pippipause, einmal Schuhe loser schnüren und die Jacke ausziehen, lief es dann ab Kilometer fünf endlich rund. Statt der geplanten 10 Kilometer wurden es dann aber aus Zeitgründen nur 9, aber das war auch okay. Damit schließe ich die Woche mit 47 Laufkilometern und 8,4 Walkingkilometern ab. Diesen Wochenumfang habe ich noch nie gelaufen. Ich bin total erstaunt, wie gut es mir geht und das spornt mich an, solange ich weiter nicht arbeiten muss, möglichst jeden Tag meine Runde zu laufen (alternativ auch ruhig mal wieder walken). Es macht einfach wieder richtig Spaß und ich merke, wie gut es mir (und meinem Kopf) tut. Vor allem jetzt, wo mein ganz persönliches Wohlfühlwetter da ist. Dass ich ansonsten immer noch nicht wieder auf der Höhe bin, merke ich an diversen Kleinigkeiten, die mich sofort stressen. Auch mein Schlaf ist noch nicht so, wie ich es gerne hätte; ich habe immer wieder längere Wach-Phasen und finde erst am Morgen in einen tiefen, erholsamen Schlaf. Aber auch hier wirkt sich die viele frische Luft und die Bewegung in derselben sicher weiterhin positiv aus.

In Anbetracht unserer Urlaubspläne fürs kommende Jahr, gibts heute mal keinen Tatort, (der wurde ohnehin bereits im Vorfeld verrissen), sondern einen Ausflug nach Schottland.

Euch noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.


Freitag, 3. Oktober 2014

Kleines Runnershigh?

Wow, gerade komme ich von meinem 4. Lauf in Folge in dieser Woche (Danke Mike  Kleiß für die Motivation!) und dieser war mit Abstand der leichteste von den Vieren (10, 7, 6). Abermals wurden es 10 km bei herrlicher Oktobersonne, auch wenns immer noch zu warm für mich war, ist es dennoch super gelaufen. Auf den ersten drei Kilometern war es zwar wie immer etwas zäh, die Unterschenkel zwackten ein wenig, aber dort gehts ja auch immer tendenziell bergan. Danach bin ich dann glücklicherweise im flow und merke kaum, dass ich laufe, so muss es sein.

Ich war sogar so im flow, dass ich erst, als ich schon an ihr vorbei war, bemerkte, dass eine Autofahrerin mich nach dem Weg fragen wollte. Ich bin einfach weiter gelaufen und hab in mich rein gegrinst, wie frech, Marion! Wer kommt auch auf die Idee, einen laufenden Menschen zu stoppen und nach dem Weg zu fragen!? Und die hatte noch nicht mal ein fremdes Kennzeichen, tsss ;-).

Heute war ich nochmal mit Musik unterwegs. Obs daran lag? Nein, ich vermute viel mehr, dass es an den Kohlenhydraten lag, die ich wieder in Form von 2 Vollkorntoast und Fruchtaufstrich sowie Gemüse und Salat sowie jede Menge Quark (hier mit Banane) zu mir nehme. Ohne Sprit läuft der Motor nun mal nicht und es kommt immer noch auf die Art der Kohlenhydrate an. Ich bin gerade richtig happy, alles passt, alles läuft. Ich bin geneigt, von einem kleinen Runnershigh zu sprechen. 33 Kilometer gelaufen und 8 Kilometer gewalkt, das ist doch eine schöne Wochenbilanz. Und die ist noch nicht mal um...

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Ein halber Monat

Am 15.09.2014 habe ich mit Almased mit 80 Kilo angefangen, heute ist ein halber Monat um. In diesen 17 Tagen habe ich 15 x Sport gemacht, sofern man Nordic Walken dazu zählen mag. Auf 97 Kilometer hab ich es gebracht, davon 38 km gelaufen, die heutigen 7 Kilometer nicht eingerechnet.

"Leider" war die Waage heute wieder launisch, so dass ich erneut eine 76,6 drauf stehen hatte, wo gestern noch eine 75,4 zu sehen war. Aber ich weiß auch, warum. Denn ich habe gestern, nach dem  Akku-leer-Lauf einiges mehr gegessen, als im üblichen Rahmen, wenn auch alles top gesund (mageren Quark, Joghurt, 1/2 Apfel, obwohl Obst eigentlich in Phase 2 tabu ist.). Außerdem habe ich auch wieder mehr getrunken, so dass mich diese Schwankung heute wirklich nicht juckt. Ich muss gelassener damit umgehen, wenn es mal stagniert oder schwankt, denn ich weiß ja genau, dass ich weiterhin alles richtig mache und der Körper vermutlich gerade nur in einer "Umverteilung" ist. Dummerweise hab ich es versäumt, mich zu Beginn des Abnehmens zu vermessen, denn das soll eigentlich aussagekräftiger sein, als wiegen. Fakt ist, ich fühle mich schon wieder deutlich wohler in meiner Haut.

Bislang habe ich bei jedem Versuch, abzunehmen, ein kleines Wunder erwartet und das möglichst innerhalb von drei Wochen. Aber die Zauberformel heißt wohl vielmehr standhaft bleiben, durchhalten. Und im Augenblick macht es sogar richtig Spaß. Überhaupt kommt der Spaß gerade zurück in mein Leben. Ich bin so dankbar für das, was ich gerade erleben darf, es fühlt sich an, wie ein Aufbruch in ein neues Leben. Dass man dafür fast erst zusammenbrechen muss, ist zwar nicht so schön, aber es gibt wohl Menschen, und dazu zähle ich scheinbar, die brauchen es auf die harte Tour. Ab jetzt wird nicht mehr nur funktioniert, ab jetzt wird gelebt, jetzt kümmere ich mich um mich und das fängt mit der Bewegung und der Ernährung an. 17 Tage kein Zucker, 17 Tage kein Alkohol, gut so! Und ich vermisse nichts. Schwer ist es nur ab und an, wenn Dirk mir etwas vorisst, was dann auch noch so lecker riecht, wie neulich der Döner. Aber ich weiß ja, dass ich den auch irgendwann wieder essen kann und vermutlich auch werde, daher genieße ich meine tägliche Portion Gemüse mit magerem Fleisch, Fisch oder Salat und komme sogar auf den Quark und Joghurt-Geschmack, sogar auf das Obst freue ich mich (im bevorstehenden Urlaub wird etwas anders gegessen, da wird quasi eine Almased-Pause gemacht).

So, gleich gibts erst ein Omelett, dann einen Quark-Joghurt-Drink mit 20 gr. Cranberries, 3 Walnüssen und dem Saft einer Zitrone, gesüsst mit Agavendicksaft), köstlich und low carb. Heute morgen, vor dem Lauf, gabs den ersten kleinen Vollkorntoast nach 17 Tagen, mit Philadelphia Balance und einem Teelöffel Kirsch-Fruchtaufstrich (natürlich gabs dabei kein Almased). Es gibt schon gewiss genügend Alternativen, wenn man nur danach sucht und mir macht es im Moment wirklich Spaß, mit dem Essen zu experimentieren, neues auszuprobieren, (wobei ich oft denke, dass unsere Küche definitiv zu klein ist ;-)).

Also, weiter gehts, hochmotiviert! Wenn jetzt nur das Wetter mal endlich kühler würde... ;-)