Mittwoch, 22. Oktober 2014

Fleischeslust!?!

Seit ich denken kann, bin ich ein absoluter Fleischfan. Mit einem Schnitzel konnte man mich schon als Kind glücklicher machen, als mit einer Portion Pommes - okay, der Idealfall war beides zusammen ;-). In meiner Kindheit spielten Tiere eine mehr oder weniger große Rolle. Sehr früh schon hatte ich, wie es damals noch üblicher war als heute, ein Kaninchen. Mein Herz schlug aber immer für einen Hund, doch den durfte ich nie haben. Stattdessen bekam ich Wellensittiche, dann sogar einen Papagei (wie langweilig!), später dann ein Pferd (in Kombination mit einem neuen, super süßen Zwergkaninchen, das zunächst mit im Stall lebte, dann aber bei Oma und Opa landete, wie der Papagei übrigens auch), dann die erste Katze, und als Jugendliche auch noch ein Meerschweinchen. Zu Tieren hab ich also noch heute einen besonderen Draht, ganz speziell zu Pferden und Katzen. Dass ich mein erstes Kaninchen damals aufgegessen habe, ohne es zu wissen, hatte zur Folge, dass ich, seit ich es dann wusste, kein Kaninchenfleisch mehr gegessen habe. Gut, einmal habe ich auch ein Stück Sauerbraten vom Pferd probiert, aber nur um fest zu stellen, dass er genau so schmeckt, wie der andere Sauerbraten auch, also brauch ich den nicht unbedingt vom Pferd zu essen (dieses Pferd kannte ich ja auch nicht). Als meine erste Katze damals überfahren wurde, war ich zwei Wochen krank.

Scheinbar macht es doch einen großen Unterschied, ob man ein Tier vor dem Schlachten kennt oder nicht. Würde ich alle Puten, Hähnchen, Schweine und Kühe mal gestreichelt haben, ihre Augen gesehen haben, würde ich vermutlich kein Fleisch mehr essen. Seit längerem mache ich mir schon Gedanken um meinen aktuellen Fleischkonsum. Ist es uns im Sommer noch gelungen, das Grillfleisch vom Metzger zu kaufen, so verfalle ich nun wieder in meine alte Gewohnheit, auch beim Rewe, Edeka oder auch mal im Lidl oder Aldi zuzugreifen. Schwein essen wir kaum noch, dafür umso mehr Hähnchen und Pute, Dirk auch gerne mal ein Steak, aber mein Ding ist das nicht unbedingt. Es ist eindeutig die Bequemlichkeit, für das Fleisch nicht extra noch in einen anderen Laden oder zum Bauern fahren zu müssen, gehe ich schließlich ohnehin schon sehr ungerne einkaufen.

Ich erinnere mich gerade, dass ich einmal in einem Wartezimmer in Tränen ausgebrochen bin, als ich den Bericht im Stern über die in China an einem Seil angebundenen Hunde, die mit einem Stock zu Tode geprügelt werden, damit das Fleisch zarter wird, gelesen habe. Auch gestern musste ich wieder weinen, als ich bei 37 Grad im ZDF gelandet bin, wo es um die Massentierhaltung und Mastfarmen in Deutschland ging. Wer den Bericht sehen möchte, findet ihn hier. Ich hatte schon mit üblen Alpträumen gerechnet, doch die kommen vermutlich erst zeitversetzt, also diese oder nächste Nacht. Es ist unfassbar, was der Mensch dem Tier antut.

Da ich mich ohnehin gerade sehr intensiv mit meiner Ernährung beschäftige, muss ich wohl nun auch wieder vermehrt in Richtung Fleischverzehr denken. Zum Müsliesser bin ich ja schon geworden, vielleicht werde ich jetzt auch noch Vegetarier. Nein, vegan kommt für mich überhaupt nicht in Frage, das ist mir einfach zu extrem. Eier, Käse und Quark brauche ich schon allein wegen des Eiweißes. Puh, ganz schön schwierig. Sicher schreien jetzt die Veganer auf, es geht auch ohne, aber ich möchte mich nicht derart einschränken.

Wenn ich an die Mastputen von gestern denke, wird mir wieder schlecht...

1 Kommentar:

  1. Das mit dem Kaninchen ist ja ganzschön mies gewesen, es dir vorzusetzen .. Bei mir gab es früher auch selbstgeschlachteten Hasen, aber die waren dafür da und net zum spielen. Auch wenn ich als Baby gerne mal in den Hasenstall gesperrt wurde :D
    Also dass Hundefleisch zarter werden muss mag ich ja verstehen. Aber doch bitte nicht so. Und ja, ich habe auch Hund probiert. In China, wo sonst...

    Das mit dem Fleischkonsum ist eh so eine Sache. Ich finde, dass ich jetzt schon nicht soviel esse, meist sogar unbewusst. Aber ob ich dauerhaft darauf verzichten kann weiß ich auch nicht sicher.

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