Donnerstag, 23. Oktober 2014

Nichts tun können und nichts tun müssen

Der gestrige Tag war kein guter Tag; ich bin schon mit Kopfschmerzen und kurzatmig wach geworden, fühlte mich seltsam verkatert, obwohl ich keinen Tropfen getrunken hatte. Um 11 Uhr hatte ich dann den Termin bei der Therapeutin, es gab einiges an Bürokratie zu erledigen, der Antrag für die Klinik musste raus, sowie die Unterlagen für die Krankenkasse bezüglich des Krankengeldes. Der Termin wurde demnach wieder recht emotional und die schlechte Stimmung verstärkte sich (allerdings wurde sie kurzzeitig durch die Postkarte einer lieben Kollegin aus der Schule aufgehellt!). Was mir dann immer hilft, ist erst mal eine Runde schlafen. Seltsamerweise bin ich auch wieder müder als sonst.

Um den Kopf halbwegs wieder frei zu bekommen, fuhr ich gegen 16 Uhr in den Wald, um meine altbewährte Runde dort zu walken. Nach den 33 Kilometern auf dem Ergometer am Vortag wollte ich nicht laufen und hatte eh das Gefühl, mich mal wieder ein wenig entschleunigen zu müssen. Das Wetter war  von sonnig bis Regen, ein bisschen Wind und um die 10 Grad, also genau richtig. So richtig auf der Höhe fühlte ich mich auch an der frischen Luft nicht, irgendwie gefühlt auf 70 Prozent nur, was sich auch danach nicht änderte.

Die darauf folgende Nacht war ebenfalls nicht berauschend. Gefühlt war ich bis halb drei wach, musste zweimal zur Toilette und fand erst gegen Morgen richtig in den Schlaf. Nach Kaffee, Müsli und Internet rappelte ich mich um 12 Uhr auf zum Laufen. Auf dem Schirm hatte ich 10 Kilometer. Es lief unerwartet gut. Scheinbar ist die Variante mit Fahrrad und Nordic Walken eine gute Kombination für mich. So wurden es 12 Kilometer bei herrlichem Herbstwetter ohne Sonne. In diesem Monat bin ich inzwischen auf 124 Lauf-Kilometer gekommen, ich glaube, so viel hatte ich noch nie in einem Monat, ohne es genau zu wissen.

Ich war gerade gut zu Hause, da klingelt das Telefon. Die Klinik aus Lahnstein! Wow, das ging ja wirklich schnell. Gestern erst die Unterlagen verschickt, heute schon ein Anruf. Es gab noch diverse Fragen zu klären und am Ende meinte die sehr nette Dame, dass ich vermutlich in der kommenden Woche den Termin in der Post haben werde. Na da bin ich ja mal gespannt, wie lange ich nun warten muss. Es hieß mal, die haben Wartezeiten von 14 - 16 Wochen.

Inzwischen weiß ich, dass meine schlechte Stimmung wohl hauptsächlich daran lag, dass ich im Augenblick nicht den blassesten Schimmer habe, wie es beruflich bei mir weitergehen kann. Das ist eine ganz schwierige Situation für einen bislang so pflichtbewussten Kontrollfreak wie mich. Aber gut, kommt Zeit, kommt auch wieder Klarheit, ich kann nichts tun, als abwarten. Im Moment muss ich erstmal wieder stabiler werden. Die tägliche Bewegung ist ein gutes Mittel, sich nicht vollends hängen zu lassen. Sie ist der einzige Punkt auf meiner täglichen to-do-Liste. Ich merke nämlich, dass ich auf dem besten Weg bin, in eine gewisse Lethargie zu verfallen. Ich verschiebe Termine, hab keine Lust auf Kommunikation oder Gesellschaft und bin einfach nur froh, wenn ich meine Ruhe habe. Aber vermutlich ist es genau das, was ich im Moment auch brauche: Ruhe und Zeit für mich, nicht funktionieren müssen, da sitzen und einfach mal nichts tun. Keine Musik, kein Buch, kein Internet, einfach nur der Raum und ich und meine Gedanken. Das geht tatsächlich ;-)

Kommentare:

  1. 33 Kilometer auf dem Ergometer? Respekt! Ich halte es darauf nicht länger als 10 Minuten aus :)

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    1. Es war genau eine Stunde, Markus. Hier brauch ich dann wohl schon fetzige, laute Musik, damit geht das wirklich gut :-)

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