Donnerstag, 27. November 2014

27.11.2014 - nicht genießen können

Es passiert, dass ich immer länger schlafe. Heute bin ich kurz nach 9 Uhr wach geworden. Ich zwinge mich aufzustehen. Warum soll ich aufstehen? Wenn ich nicht zur Toilette müsste, würde ich wohl tatsächlich liegen bleiben.

Ich mache mir einen Kaffee und fange sofort an, den gestern vorbereiteten Teig für die Vanille Kipferln zu verarbeiten, heize den Ofen vor. Alle Jahre wieder und jetzt ist wieder. Es macht zwar keinen Spaß, aber ich habe etwas zu tun. Beschäftigungstherapie, genauso wie das Puzzle gestern, das ich angefangen habe. Derweil habe ich keine Whatsapp von niemandem in meinem Handy, auch gut. Während ich die Hörnchen forme, höre ich das Hörbuch weiter, "Die Insel der besonderen Kinder" von Ransom Riggs. So richtig gepackt hat es mich noch nicht, auch wenn die Story mysteriös klingt und sich der Sprecher die größte Mühe gibt, einen perfekten Job zu machen, was ich wohl zu schätzen weiß. Seit einer Woche bin ich im Hörbuchrausch, ebenfalls eine Form von Beschäftigung und nicht ganz so mühsam, wie selber lesen. Außerdem kann ich nebenbei noch andere Dinge machen, wie kochen, backen, aufräumen oder bügeln, puzzlen oder stricken...

Nach den Kipferln mache ich noch Stollenhäppchen, etwas abgewandelt, weil ich nicht alle Zutaten da habe, die das Rezept vorsieht. Ich hoffe, es schmeckt trotzdem. Aber wenn nicht, ist das auch egal.

Es regnet. Eigentlich könnte ich laufen gehen. Die Seitenbacher -Bergsteiger-Müsli-Werbung bringt mich zur Weißglut. Ohne ihn zu kennen hasse ich diesen Herrn Seitenbacher inklusive seinem Kumpel Kalle, vor allem aber seine selbst gemachte, nervtötende Werbung, mögen die Produkte tatsächlich ja ganz gut sein; dieser Dialekt, dieses ständige Wiederholen und Betonen des Namens Seitenbacher, uargh! Ein guter Grund also, das Radio wieder auszuschalten, was ich auch sofort mache. Die paar Schritte dahin schmerzen in meiner Hüfte. Seit ich diese Funktionsgymnastik mache, bin ich tagelang gehandycapt. Christine übertreibt es (und ich gezwungenermaßen mit), und das denke ich nicht zum ersten Mal. Wie schaffen das nur all die älteren ladies, ich bin eine der jüngsten und gewiss auch eine der sportlichsten Teilnehmerinnen!? Dabei habe ich mich in der letzten Stunde schon etwas zurück genommen in der Intensität der Ausführung der Übungen. Trotzdem habe ich wieder Muskelkater. Ein guter Grund, nicht laufen zu gehen, auch wenn ich genau weiß, dass es mir jetzt, in dieser Stimmung, nur allzu gut tun würde. Der Schweinhund genießt seinen Triumph.

Die Ruhe, und das nicht wissen, was ich jetzt machen soll, legen sich über mich wie eine dunkelgraue Wolke, die mir die Luft nimmt. Ich atme laut und schwer durch, ich fühle mich wieder in dieser "nichts macht mehr Spaß, hat alles keinen Sinn"-Stimmung gefangen, sitze wie ein gelangweiltes und trotziges Kind am Tisch. Ich könnte dies, oder ich könnte das, ich könnte aber auch jenes.... aber alles ist nicht das Richtige. So wie alles, was ich essen könnte ebenfalls nicht das Richtige ist. Essen, ganz böses Thema, denn ich bin wieder in meinen Trott zurück gefallen. Wieso sollte es diesmal auch anders sein?!

Ich hätte meine Therapeutin doch anrufen sollen, habe aber das ohnehin geringe Zeitfenster mit Backen vertan. Dachte wirklich, es wäre nicht so schlimm. Bis Mitte Februar halte ich das nicht aus, never! "Genießen sie die Zeit, machen sie, was sie immer schon machen wollten, tun sie, was ihnen gut tut. Backen sie, basteln sie, dekorieren sie die Wohnung..." All das und noch viel mehr, habe ich gemacht. Ich kann es nicht genießen, fühle mich nicht gut damit.

Verdammt, was ist eigentlich mein Problem?!

* * * * * * * *

6 km später gehts mir doch schon deutlich besser, auch wenn es nur ein zügiger Regenspaziergang war... denke ich so und zeige dem Schweinhund eine imaginäre lange Nase. Und trotzdem - nothing's fine I'm torn...

Meine Lieblingsallee Ende November im Regen

Montag, 17. November 2014

Herbstlauf im Regen

Nach einem gemütlichen Start in den Tag, untermalt mit Musik aus den 70er und 80er Jahren, fuhren wir recht spät diesmal nach Maasmechelen, immer noch in der Hoffnung, der Regen würde aufhören. Tat er aber nicht. Gut, für mich ist das im Prinzip auch weniger ein Problem, aber Dirk läuft nicht gerne schon im Regen los. Allerdings war der Regen da auch mehr ein Fisseln (der Ire oder Engländer würde es wohl drizzel nennen) und daher absolut harmlos.

Die Luft war herrlich klar und die Laubfärbung im prächtigen Endspurt, also wieder ganz mein Ding! Da es ein etwas längerer Lauf werden sollte, gab es diesmal Handy-Mitführ-Pflicht, so konnte ich glücklicherweise doch das ein oder andere Foto machen. Bisher bin ich nur einmal diese Strecke den Kanal runter in Richtung Maastricht gelaufen, die mir da schon super gut gefiel, daher freute ich mich, hier noch einmal zu laufen. Und in der Tat dachte ich bereits nach einem Kilometer wieder, wow, ist das schön hier und zückte erstmals das Handy. Mit und mit wurde der Regen stärker, aber es störte mich nicht wirklich, sorgte das Wetter doch für sehr wenig Betrieb unterwegs. Die fünf Kilometer hin und fünf Kilometer zurück entlang des Kanals waren einfach nur traumhaft schön. Dann war ich wieder am Auto und überlegte tatsächlich ganz kurz, ob ich schon aufhören sollte oder tatsächlich noch die letzten Kilometer übers Feld wie geplant mache. Natürlich entschied ich mich für die ursprüngliche Route, auch, wenn es ab Kilometer 12 irgendwie doch anstrengend wurde (was wohl auch an dem landschaftlich weniger schönen Stück übers Feld gehend lag). Zur Ablenkung (oder Motivation?) setzte ich dann doch noch für vier Kilometer meine Musik auf. Die letzten zwei Kilometer gings dann wieder schnurgerade am Kanal entlang; das Ziel, die Brücke, an der unser Auto stand, immer schon in Sicht. Dirk und ich erreichten sie fast gleichzeitig, beide pitschnass, aber happy und  stolz. Umso mehr freuten wir uns unterwegs schon auf das scharfe und heiße Essen vom Thailänder, das wir uns nach diesem Lauf mehr als verdient hatten.

Heute sind die Beine etwas schwer und ich hoffe doch, dass die 90 Minuten Rückenschule heute Abend bei Christine trotzdem gut zu schaffen sind. Vermutlich werde ich sie Morgen wieder verfluchen, diese kleine, top fitte und unermüdliche, gnadenlose Frau, aber da steht dann eh eine Nordic Walking Runde an.

Und hier meine doch leider magere Ausbeute an Fotos vom gestrigen Lauf:






Mittwoch, 12. November 2014

Wenn du denkst, es geht nicht mehr - geh laufen :-)

Seit Tagen schon bin ich in keiner guten Verfassung. Mein Lauf am Sonntag war allerdings nochmal ein richtig schönes Highlight, was sicher auch an der immer wieder so tollen Gegend in Maasmechelen in der akut allerbesten Jahreszeit liegt, und auch sonst lief es richtig locker flockig. Untätig bin ich ja nicht, zumindest in sportlicher Hinsicht, die Funktionsgymnastik hatte es am Montag wieder derart in sich, dass mich die böse Muskelkatze erneut ärgerte, auch heute noch. Gestern dann der spontane Frisörbesuch, der meine Haare endlich wieder in die richtige Kürze  gebracht hat, so dass ich  mich immerhin dies betreffend wieder wohl fühle. Und trotzdem. Die letzten Tage fallen mir schwerer und schwerer und ich bin froh, wenn ich abends ins Bett gehen kann. Morgens empfinde ich das Aufstehen mühsam  - ja klar, warum auch soll ich überhaupt aufstehen!? Das gesunde Ernähren fällt mir auch im Moment nicht leicht; ich werde von ständigen Gelüsten geplagt und habe auf alles Mögliche Appettit, vor allem auf Wein, den ich aber nicht trinke (weil ich ihn nicht kaufe, ebenso wie die Schokolade, die mich verfolgt, wie auch die Pommes und die Lakritze und und und). Klar gönne ich mir hier und da was. Habs neulich mal mit Ofenchips probiert, die aber nicht wirklich lecker waren. Wie es aussieht, ist gerade mal wieder nichts das richtige, daher vermute ich eine akut, depressive Episode, wie es so schön heißt.

Dass es mir nicht gut geht, merke ich auch daran, dass ich mich zu nichts, aber auch gar nichts ohne größte Anstrengung aufraffen kann. Aber wenn nahezu gar nichts mehr geht, hilft meistens wenigstens noch laufen. Also hab ich mich heute mit viel Mühe in die Laufklamotten geschmissen und bin raus, trotz Regen und anfänglicher Kälte. Die Beine waren noch schwer und der untere Rücken zwackte von der Gymnastik, aber das versuchte ich zu ignorieren. Ich brauchte nicht lange, um mich für die 10 km Runde zu entscheiden, die Standardrunde von sechs Kilometern wäre heute zu wenig gewesen (gefühlt hätten es heute dann wohl eher 20 werden müssen!). Schnell wurde mir warm, zu warm, aber was solls, Ärmel hoch, Reißverschluss auf und gut is. Die Leichtigkeit wollte sich auch mit Musik nicht wirklich einstellen, aber zum Ende hin spürte ich wenigstens den Muskelkater nicht mehr.

Ich hab ja schon mal erwähnt, dass ich trotz Musik sehr gut meinen Gedanken nachhängen kann. So kam es, dass mein Vater heute beim Laufen gedanklich sehr präsent war. Man soll ja über Verstorbene nichts schlechtes sagen (und das hab ich auch nie getan), aber heute wurde mir schlagartig so einiges bewusst, was mich später dann zu Hause erst mal richtig dolle hat heulen lassen. Seine größte Sorge war, dass ich ihn blamieren könnte; er war nie für mich da und hatte stets den "armer-Alkoholiker-Bonus", dem man alles verzeiht und womit man alles erklärt. Infolgedessen habe ich ihn post mortem auf ein Podest gestellt, wo er weiß Gott nicht hin gehört, denn im Erklären und Entschuldigen bin ich wahrhaft ein Weltmeister. Schade nur, dass (manche) Gefühle sich nicht wegerklären lassen, die sind, wie sie sind, da hilft auch der schärfste Verstand mit den besten Erklärungen nicht weiter, da muss man dann eben durch. Wie lange aber kaue ich auf diesem Thema schon herum!? Ich weiß nicht, was ich noch tun muss, um die Vergangenheit mal endgültig abzuschließen...

Aber zwei Dinge helfen mir meistens sehr gut: das Schreiben und das Laufen. Und jetzt gehts mir auch schon wieder wesentlich besser. Danke fürs Lesen bzw. Zuhören :-)


Dienstag, 4. November 2014

I love Herbst ;-)

Zwei verschiedene Therapien an einem Tag, die eine morgens, die andere nachmittags, verlangen mir im Augenblick ein gewisses Maß an Selbstorganisation ab. Klingt eigentlich easy, aber wenn man dann auch noch eine Sporteinheit dazu einbauen will, wird es schwierig, auch unter Berücksichtigung der Nahrungsaufnahme. Na ja, nicht wirklich, aber es stellt sich trotzdem die Frage, wann mache ich was?

Die gestrige Funktionsgymnastik inkl. der 5 km Hin- und Zurück-Runde im Dunkeln war glücklicherweise nicht ganz so heftig, wie letzte Woche, so dass der befürchtete Muskelkater ausblieb. Hätte ich nicht diesen dummen Rucksack dabei gehabt, der für das Laufen leider überhaupt nicht geeignet war, hätte ich die Runde auch zu gerne ausgedehnt; die kühle Luft, meine motivierte Stimmung, die fitten Beine und überhaupt alles, passte richtig gut. Warum die 13 km am Sonntag so derart schleppend liefen, mir irgendwie alles weh tat und ich mich so quälen musste, dafür hab ich absolut keine Erklärung (außer vielleicht die Temperatur und die Sonne? Im Zweifelsfalle liegts eh immer am Wetter ;-)). Umso erstaunter war ich dann, als es gestern so richtig gut lief.

Heute musste ich dann abwägen, was ich machen wollte, laufen oder noch mal nordic walken. Lust hätte ich sicher zum Laufen gehabt und die Beine fühlten sich auch gut an, aber ich entschied mich, in Anbetracht der Möglichkeit, eventuell abends noch eine Runde Schwimmen zu gehen (was ich wegen viel-frisch-Kocherei nicht geschafft habe), fürs Walken. Und das war eine gute Entscheidung, denn so konnte ich den Herbst am Teuterhof in vollen Zügen genießen. Wie liebe ich diese Jahreszeit, das feuchte Wetter, die klare Luft, die würzigen Düfte der bunten Blätter... hm... dieses Wetter heute, für mich war es einfach nur perfekt.


























Samstag, 1. November 2014

High Score Monat

Klar, wenn  man so viel Zeit hat, kann man auch viel Sport machen, vor allem, wenn es mehr oder weniger der Therapie dient. So ernenne ich den Oktober 2014 zum high score Monat ever; noch nie zuvor habe ich in meinem Leben mehr Zeit mit so viel gesunder Beschäftigung in einem Monat verbracht.

Insgesamt bin ich 29 x aktiv gewesen in 25 Stunden:

21 x gelaufen = 155,9 km = 18 Std. 35 Minuten
3 x auf dem Hometrainer geradelt = 96 km = 3 Stunden
2 x nordic walken = 16 km = 2 Std. 40 Minuten
2 x sonstiges = 1 Std. 25 Minuten

Nun lass ich mich mal überraschen, wie es im kommenden Monat wird. Montag bekomme ich meine neuen Laufschuhe, eine neue, bunte tight und eine tatsächlich weiße Weste - das sollte doch auch wieder neue Motivation liefern, schön weiter zu machen. Allerdings bin ich im Moment auch so motiviert, wie selten zuvor, was wohl auch mit der vorhandenen Zeit zu tun hat.

Heute, am 01.11.2014, ist es 22 Grad warm, die Sonne scheint und ich war im ärmellosen Top unterwegs - unfassbar! Allerdings nur zum Einkaufen (in Holland) und Pizza Essen, heute ist wirklich mal Ruhetag, an dem ich mir auch mal eine deftige, aber super leckere Sünde gegönnt habe. Und Morgen gehts dann wieder weiter.