Samstag, 31. Dezember 2016

Ein Versprechen und ein guter Vorsatz

Nun hat es mich am letzten Tag des Jahres doch noch erwischt. Nein, ich habe mich nicht erkältet, ich meine den Blues, den Jahresendstimmungsblues.

Habe ich die Weihnachtszeit in diesem Jahr ungewöhnlich gut überstanden, überkommt mich heute eine Melancholie, gegen die ich mich nur schwer wehren kann. Was ist denn nur los?! Es war doch ein sehr gutes Jahr im Grunde genommen...

Ich habe endlich meinen Job gekündigt und eine neue, sehr herausfordernde Stelle angetreten. Diese Stelle verlangt mir einiges ab und obwohl ich nur noch Teilzeit arbeite, fühle ich mich erschöpfter als zuvor im Vollzeitjob. Ich habe das Gefühl, mehr denn je, dass ich keine Zeit mehr habe. Keine Zeit für mich, für Dinge, die mir Spaß machen, die mir gut tun - mir fehlt einfach die nötige Energie. Irgendetwas scheine ich also falsch zu machen und ich fürchte, ich weiß auch was. Es ist der Druck, der hohe Anspruch, den ich mir immer wieder selbst auferlege. Nein, ich gebe nicht 100 Prozent, ich will immer mindestens 10 Prozent mehr geben. Und das ist auf Dauer sehr anstrengend. Stets bin ich im Laufschritt unterwegs und nicht selten erledige ich zwei oder drei Dinge gleichzeitig. Das kostet viel Energie und Konzentration, denn es ist ja auch mein Anspruch, keine Fehler zu machen und ja, immer wieder schnell zu sein, prompt abzuliefern. Warum nur?! Warum bin ich so bescheuert?! Es scheint fast so, als müsse ich die Unausgeglichenheit und Langeweile der letzten Jahre nun mit Vollgas kompensieren, von ein Extrem ins andere. Hab ich was gut zu machen bei irgendwem?!

Oder muss ich vielleicht unterbewusst immer noch meinem Vater gerecht werden, der einmal zu mir sagte, dass ich ihn bloß nicht blamieren soll, als ich im selben Betrieb wie er meine Ausbildung anfing? Es ist schon krank, wie tief manche Dinge sitzen! Du musst fleißig sein, du musst schnell und gut sein - so oder ähnlich wurde es mir eingeimpft. Da werde ich im nächsten Jahr 50 Jahre alt und bin in meinem Inneren immer noch das kleine Mädchen, dass den Papa nur ja stolz machen will...

Von guten Vorsätzen halte ich nicht mehr viel, da ich sie ohnehin nicht einhalte. Dennoch möchte ich mich auf einen möglichen Vorsatz festlegen: Ich werde einen Gang zurückschalten im Job. Wenn selbst mein Chef sagt "Es ist nur Arbeit" und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, dann werde ich mir davon eine Scheibe abschneiden. Mir zuliebe. Ich möchte nicht länger das Gefühl haben, nur noch zu funktionieren und ansonsten keine Power mehr für anderes zu haben.

Es ist erstaunlich, was sich beim Schreiben ergibt. Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben. Doch zeigt sich wieder einmal, wie therapeutisch das Schreiben tatsächlich ist und was es ans Tageslicht befördert. Dass ich hier und heute über "Arbeit" schreibe, war so nicht geplant und ich gebe zu, es fuckt mich gerade ziemlich ab, dass dieses Thema bei mir so derart präsent ist und eine solche Wichtigkeit hat, dass ich darüber schon einmal ziemlich krank geworden bin. Das soll sich ändern, dieses Versprechen gebe ich mir hier und heute selbst.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern dieser Zeilen einen guten Rutsch in ein gesundes und hoffentlich unbeschwertes, zufriedenes Jahr 2017. Es bleibt spannend, wie immer :-)

Samstag, 5. November 2016

In der Mühle...

... oder Bodypump mit Les Mills

Einen wunderschönen guten Samstag-Morgen wünsche ich.

Na ja, so ganz wunderschön ist er nicht, denn ich war gestern mit Tanja eine Stunde Gewichte stemmen zu powernden Beats und einer unermüdlichen Drill-Instructorin. Unfassbar, was in so einem kleinem weiblichen Menschenkörper drin stecken kann.

Ich hingegen fühle mich heute wie durch besagte Mühle gedreht, gewendet und geschrotet. Vor allem der untere Rücken - meine ohnehin größte Schwachstelle - macht mir das Hinsetzen und Aufstehen unglaublich schwer. Dagegen sind meine Arme und Beine bislang mit einem blauen Auge davon gekommen. Zahlt sich das wieder aufgenommene Training doch schon aus?

Nun ja, ich habe zugegebenermaßen auch das kleinste Gewicht konstant benutzt, am Ende sogar nur die nackten Übungen mitgemacht, weil ich eben befürchtete (und das völlig zu Recht), mich heute ansonsten überhaupt nicht mehr bewegen zu können. Über meine erste derartige Erfahrung mit dem Kurs "Bodyattack" habe ich schon berichtet -> einmal und nie wieder war glaube ich mein Fazit, nach mindestens einer ganzen Woche Muskelkater vom allerfeinsten!

Jetzt heißt es dran bleiben und über den Punkt hinaus kommen, wo es weh tut. Dass es Spaß gemacht hat, steht außer Frage und es ist ein wirklich Klasse Ganzkörpertraining. Leider war der Kurs, den wir statt in unserem Heim- und Hofstudio in Herzogenrath diesmal in Aachen Laurensberg besucht haben, extrem voll und der Platz war schon grenzwertig.

Ich bin sehr gespannt, wie das Laufen morgen funktioniert. Wegen der fallenden Temperaturen freue ich mich ungemein darauf, war der letzte Lauf wieder einer mit über 15 Grad und demnach nicht so mein Fall.

Und für alle, die gerne ein bisschen was Schlüpfriges Lesen, habe ich hier einen tollen eBook-Tipp, passend zur kuscheligen Jahreszeit: Verlangen. Aber Vorsicht... der Inhalt ist nicht Jugendfrei ;-)

Samstag, 29. Oktober 2016

Dieses "Vergänglichkeits-Ding"

... oder: Nah am Wasser

(Achtung! Das Lesen der folgenden Zeilen könnte nachdenklich machen.) 

Nein, meine plötzliche Stimmungsschwankung hat nichts mit dem nahenden November zu tun, auch, wenn mein Opa mir jetzt gewiss widersprechen würde. Er war der Meinung, im tristen November, wenn die Blätter fallen, "fällt auch er". Er, der längst tot wäre, wenn der Herrgott ihn doch nur lassen würde... Nein, er ist nicht im November gestorben, sondern im sonnigen August. Und letzten April ist meine dazugehörige Oma verstorben, sie, die mir einmal so nahe stand und mir so wichtig war.

Die letzten drei Jahre hab ich sie nicht mehr gesehen und ihr Tod war verbunden mit einem leisen "na endlich", auch wenn es keiner laut sagen wollte. Heute, als ich zunächst geputzt, dann die Terrasse winterfest gemacht, und im Anschluß Apfelpfannkuchen gebacken habe, war sie ständig in meinem Kopf. Es war ein klassischer Samstag, wie ich ihn oft mit ihr erlebt habe: erst wird geputzt, dann im Garten Ordnung gemacht und dann gibts lecker Kaffee mit Pfannkuchen (oder einen anderen Kuchen, den sie mal eben schnell zwischen Kochtopf und Putzeimer gezaubert hat). Sie war mein zu Hause, meine Geborgenheit, meine Kindheit und Jugend, mein Ort der Zuflucht, wenn alles drohte zu eskalieren, sie war mein offenes Ohr,  meine Vertraute, meine beste Freundin, Mutter und Oma zugleich. Ja, sie war auch meine Trauzeugin bei Hochzeit Nr. 1.

Ich habe sie bis jetzt nicht vermisst, keine Träne geweint. Und plötzlich ist es da, das Erinnern, das Vermissen und ja, auch die Tränen. Ich fühle mich erbärmlich und schäme mich, würde am liebsten stehenden Fußes zum Friedhof fahren (was ich vermutlich in den kommenden Tagen auch tun werde, denn ich habe ein langes, freies Wochende vor der Brust und noch keine konkreten Pläne).

Schon seit Tagen habe ich etwas im Kopf, das mich beschäftigt. Ich nenne es das Vergänglichkeits-Ding, weil ich keinen besseren Ausdruck dafür finde. Und ich habe es auch schon als Kind im Kopf gehabt...

Unsere Vergänglichkeit in dieser Welt, sie wird mir auch durch den Krieg in Syrien gerade so bewusst. Jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit fahre, bin ich dankbar, dass ich hier in Deutschland lebe und es mir so gut geht. Ich sehe Eltern, wohl auch Migranten, die ihre Kinder zum Kindergarten oder in die Schule bringen und denke an die, die jetzt gerade in Aleppo leben, sofern sie denn noch leben. Ich stelle mir vor, dass Deutschland zerbombt wird und ich in ein anderes Land fliehen und komplett von vorne anfangen muss, Sprache, Werte und Gebräuche sind völlig fremd und anders, ein Kulturschock.

Nein, keine Sorge, ich werde hier jetzt keine Gutmensch-Gewissens-Sache draus machen, es geht  mir vielmehr darum, dass mir gerade so schrecklich bewußt ist, wie unbedeutend irgend jemandes Leben doch eigentlich ist. Wie sehr es davon abhängt, was mein Leben zunächst "wert ist", wo ich geboren werde und wer meine Eltern sind. Wenn ich heute sterben würde, wäre die Welt morgen noch die gleiche, alles würde geschehen, wie es immer geschieht. Sicher, der ein oder andere aus meinem Umfeld wäre vielleicht geschockt, traurig oder was auch immer. Aber wie schnell wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass ich als Nachbarin, als Freundin, als Arbeitskollegin und natürlich als Ehefrau und Mutter, Tochter oder Schwägerin nicht mehr da bin? Klar, den Angehörigen bleibt ja gar nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass ich nicht mehr da bin. Man sieht ja schon an einer neuen Arbeitsstelle, wie unbedeutend man im Grunde ist und wie sehr der Spruch stimmt, dass niemand unersetzbar ist.

Wenn ich am Strand stehe und aufs Meer schaue, inmitten dieser Unmengen von Sandkörnern und diese unzählige Wassermasse vor Augen, dann komme ich mir so unbedeutend und nichtig vor, dann wird mir die Gewissheit, nur für kurze Zeit ein Gast auf dieser Welt zu sein, so richtig bewußt. Wer bin ich, dass ich mich manchmal so wichtig nehme?! frage ich mich dann oft und vor allem, welcher Sinn steckt dahinter?! Diese Frage stelle ich mir schon so lange und aktuell bin ich an einem Punkt, wo ich keine andere Antwort weiß, außer der, dass das Leben ein (mehr oder weniger) kostbares Geschenk ist und es in meiner Hand liegt, was ich daraus mache. Ob das die Menschen in Afrika genauso sehen?! Nein, gewiss wird es viele geben, die ihr Dasein als Fluch empfinden. Und am Ende bleibt die Frage nach dem Sinn und ich fange wieder von vorne an.

Danke fürs Lesen und ich hoffe, ich habe Dich mit meiner nah-am-Wasser-Stimmung jetzt nicht angesteckt! Das fliegt mich an aus dem Nichts und muss dann irgendwie raus...


Sonntag, 23. Oktober 2016

Runners High - so ein toller Herbstlauf!

Darauf habe ich gewartet, genau auf dieses geile Gefühl, wenn sich ein Lauf endlich wieder leicht anfühlt! Heute war es nach sehr langer Zeit endlich nochmal soweit, was sicher auch mit dem Abnehmen von +10 Kilo zusammen hing...

Es gibt da so einige Faktoren, die erfüllt sein sollten, um mir ein gutes Gefühl für einen bevorstehenden Lauf zu geben. Das richtig gewählte Frühstück zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wie auch der mehr oder weniger erfolgreiche Toilettengang sind zwei ganz wesentliche Dinge, die dazu beitragen. Ebenfalls sehr wichtig ist die richtige Wahl der Kleidung und nicht zu unterschätzen ist auch das Wetter und natürlich die Strecke. Das alles passte  heute zusammen und obwohl ich mit Kopfschmerzen wach geworden bin, wurde es einer dieser Läufe, die besonders im Gedächtnis bleiben werden.

Während das Wetter hier bei uns in Herzogenrath traumhaft schön war, 3 Grad, blauer Himmel und Sonnenschein, ein wunderbarer Herbsttag also, war es im 35 km entfernten Maasmechelen zutiefst nebelig. Es war so nebelig, dass man die Maas vom Weg aus nicht sehen konnte, obwohl es keine 10 Meter waren, die dazwischen lagen. Total spuky, wenn man nur hier und da ein bisschen Gestrüpp oder den Umriss eines Baums auf einer dieser kleinen  Inseln im Wasser erahnen konnte. Nebelschwaden und herab rieselnde bunte Blätter machten das Bild perfekt.

Ich liebe den Herbst und ich liebe es, wenn es um die 5 Grad kalt ist beim Laufen, wenn dann auch noch kein Wind dabei ist, ist das genau mein Wetter. Frische, kalte, klare und feuchte Luft, so dass man zu Beginn ein wenig friert und zunächst die Hände schützt, der Buff um die Ohren wieder zum Einsatz kommt.

Es dauerte gar nicht lange, da war ich in meiner eigenen Welt. Meine Gedanken sind so abgedriftet, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ich laufe. Wenn es so ist - ich nenne es dann "im standby-Modus laufen" - ist es ideal.

Die Musik auf meinen Ohren entführte mich in die verschiedensten Geschichten und brachte mich an Orte, die von Maas und Nebel weit entfernt waren. So war heute für eine kurze Zeit Samu Haber mein Laufbegleiter, mit dem ich am Santa Monica Pier über den Boulevard lief und später den Sonnenuntergang in den Hollywood Hills bewunderte. In einer Kneipe auf St. Pauli lauschte ich in intimer Atmosphäre der markanten Stimme von Andreas Kümmert, trank dabei ein Astra und bewunderte sein Gitarrenspiel. Mit Steffi von Silbermond fuhr ich über die B96 ins Hinterland, wo nicht nur der Hund sondern auch ihre dreiviertel Kindheit begraben ist. Beim Stichwort Kindheit kletterte ich auf einen Baum auf dem Schulhof meiner Grundschule und musste lächeln, als ich an die Worte des Vaters meiner Freundin dachte, der mich wegen meines Mutes und meiner Beweglichkeit gerne "kleiner Russki" nannte. Eine Ecke älter war ich dann, als ich mir zu "Fiesta" in einer Disco mit Lasershow die Seele aus dem Leib tanzte, bis zum Morgengrauen... Es war wirklich erstaunlich, wo ich 10 Kilometer lang heute überall gewesen bin.

Mit einem breiten Grinsen stoppte ich nach 10,5 km meine Uhr und fühlte mich großartig. Es läuft wieder!

Sonntag, 16. Oktober 2016

12 Kilo in 6 Wochen?!?! Ja, das geht!

Auch, wenn dieser Blog hier "Run an den Speck" heißt, so kann ich leider nicht berichten, dass ich diese 12 Kilo vom Laufen abgenommen habe. Wer meine letzten Beiträge gelesen hat, weiß, dass ich das mit der hCG-Kur geschafft habe. An dieser Stelle gibts keine Details mehr dazu, wer sich dafür interessiert, scrollt bitte ein wenig weiter runter in den Beiträgen, dort ist mehr zu finden oder fragt einfach Google.

Heute sind die sechs Wochen "strenge Phase" vorbei, aber ich habe bereits am Freitag mit der Stabiphase begonnen, weil ich einfach keinen Bock mehr hatte und mit meinem erreichten Ziel sehr zufrieden war.  

So endet meine Kur mit 69,3 kg nach 39 Tagen mit einem Ergebnis von 12,4 kg Abnahme.

Ich finde das einfach unfassbar schön und freue mich jedes Mal, wenn ich am Spiegel vorbei komme. Immer noch ist es ein kleines Wunder für mich, dass ich es endlich geschafft habe, abzunehmen. Wie viele Jahre und wie viele vergebliche Versuche habe ich hinter mir?! Unwichtig.

Jetzt heißt es, Gewicht halten. Ich gebe zu, ich habe mächtig Bammel, dass ich schneller wieder alles drauf habe, wie ich gucken kann. Aber genau der berüchtigte Jojo-Effekt soll ja mit der hCG-Kur ausbleiben, weil der Stoffwechsel umprogrammiert wurde. Ich werde sehen, bleibt also immer noch spannend.

Wieder gings heute nach Maasmechelen zum Laufen, wo  Dirk dieses Foto von mir gemacht hat. Ich kann ja hier schlecht meine "nackten Tatsachen" präsentieren, auch, wenn man darauf den Erfolg wesentlich besser sehen kann (entsprechende Fotos existieren also und sind auch wichtig). Daß mein Gesicht nun leider etwas markanter, sprich weniger gepolstert ist, ist nun mal so, immerhin gehe ich ja auch stramm auf die 49 zu ;-).

Da ich aktuell immer noch an Kohlenhydraten spare, (ich hab wirklich Schiss, welche zu essen), ist meine Power auch noch nicht so dolle. Das machte sich heute wieder beim Laufen bemerkbar. Es war noch einmal ungewöhnlich warm heute, um die 17-18 Grad, was ja schon mal generell nicht mein bevorzugtes Wetter zum Laufen ist. Außerdem hatte ich am Donnerstag nach langer Zeit nochmal eine erste Osteopathiesitzung bei einem neuen Therapeuten meines Vertrauens. Vermutlich spielte das auch eine Rolle, denn ich hatte bereits gestern ein Gefühl von Muskelkater, obwohl ich nichts gemacht hätte, was diesen an den verschiedensten Stellen hätte verursachen können. Nach 6,4 km übergab Dirk mir den Autoschlüssel und ich machte eine kurze Pause, um einmal in die Büsche zu hüpfen. Beim Aufstehen wäre ich fast umgekippt, mir wurde ganz schwummrig und ich bin erstmal einen Kilometer gegangen. Die vielen Minifliegen in der Luft raubten mir außerdem den letzten Nerv. So schaffte ich es zwar noch einmal, für zwei weitere Kilometer anzulaufen, ging aber den letzten Kilometer bis zum Auto entschleunigt in der Sonne, wobei ich auch wieder die herrliche Landschaft genießen konnte. Na ja, 8 Kilometer sind 8 Kilometer...

Das war im August 2016.

Und das war heute.



Montag, 10. Oktober 2016

Endspurt

Heute habe ich die letzte Woche meiner "strengen Phase" angefangen und stehe unmittelbar davor, die 70 kg Marke zu knacken. Ich fühle mich immer noch super, doch allmählich, je länger die Diätkur dauert, sehne ich das Ende herbei. Nicht, weil es mir schwer fällt, mich an die Regeln und das 500 - 600 kcal Limit zu halten, sondern einfach, weil ich mal wieder Lust auf etwas anderes zu Essen habe, als nur mega gesundes Zeugs mit nahezu Null Kalorien. Ich freue mich z. B. einfach nur auf einen Salat, aber mit Olivenöl angemacht und die Mengenbeschränkung beim Fleisch oder Fisch fällt dann auch weg (zugegeben, 100 gr. pro Mahlzeit sind schon verdammt wenig für ein fleischfressendes Pflänzchen wie mich).

Unterm Strich ziehe ich schon mal eine sehr positive Bilanz aus den letzten sechs Wochen. Ich bin immer noch total beeindruckt, dass ich, ja ausgerechnet ich, das geschafft habe. Sechs Wochen knallharte Konsequenz und striktes Einhalten von Regeln, wer hätte das für möglich gehalten, kann ich doch sonst noch nicht mal nach Rezept einen Kuchen backen, weil ich es einfach nicht kann, mich an die vorgegebenen Mengenangaben zu halten. Tja, wenn die Motivation entsprechend geil ist, klappts auch mit dem Einhalten von Regeln, wie es scheint.

11,7 kg sind runter bis heute und das in 35 Tagen. Dann heißt es noch vier Wochen Stabilisationsphase, in der ich das Gewicht halten soll, aber die Kalorienzufuhr wieder erhöhe. Wird spannend. Aber auch das schaffe ich. Selten war ich von etwas derart überzeugt, wie dieser Kur. Die werde ich im Januar noch einmal für drei Wochen wiederholen, denn ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass immer noch, trotz des schönen Gewichtsverlustes genügend Masse da ist. Die von mir angestrebten 65 Kilo sind nicht unrealistisch und immer noch im Rahmen meines BMI-Normalbereichs.

Was gibts Negatives zu sagen? Hm, eigentlich nichts. Auffallend ist bei dieser Diät, wie sehr einem bewusst wird, wo man überall Fett, Zucker und andere Kalorienbomben sparen kann. Auffallend ist aber auch, zumindest in meinem Fall, wie sehr Essen- und Trinken-Gehen zu einem geselligen Wochenende gehören und wenn es nicht da ist, wie lang so ein Tag sein kann. Vor allem dann, wenn der liebste Schatz am Abend nach dem Essen die Nüsse raus kramt und sich ein Bierchen auf macht.

Schwierig wird es auch, wenn man einen Partner im Haus, der ständig da ist und gerne und viel isst, wie es bei meiner Mutter zum Beispiel der Fall ist. Sie könnte diese Diät maximal gemeinsam mit ihrem Mann zusammen machen, aber alleine schätze ich ihren Erfolg auf sehr gering bis unmöglich. Schon gut, dass Dirk wenigstens drei Tage in der Woche nicht zu Hause ist, sonst wäre es mir sicher auch schwerer gefallen, selbst wenn er mich lobt und anspornt und ansonsten in jeder Hinsicht unterstützt.

Apropos... Ihm gefällt die neue Marion überaus gut und er geizt nicht mit Komplimenten (was er aber auch sonst nicht getan hat). Mir gefällt sie auch sehr gut, deshalb soll es so bleiben. Ich hoffe sehr, dass ich meine Gelüste und bislang sehr lieb gewonnen Gewohnheiten nun im Griff habe.

Gestern war ich übrigens noch einmal 8 Kilometer laufen in Maasmechelen. Es hat wunderbar geklappt, wenn auch wieder im 7.30er Schnitt, aber ohne Pause und ohne das Gefühl zu haben, gleich zusammenzuklappen. Vielleicht lag es auch nur an dem idealen Wetter und der immer wieder herrlichen Landschaft, von der ich, egal zu welcher Jahreszeit, einfach nicht genug bekomme. Nun fahren wir schon einige Jahre regelmäßig dorthin zum Laufen, aber es wird nicht langweilig oder eintönig. Ich liebe diesen Fleck Erde zu jeder Jahreszeit - und Dirk genauso.









Montag, 3. Oktober 2016

Zielkorrektur nach der 4. Woche

Frisch vermessen und gewogen ziehe ich eine kurze Bilanz nach dem Ende der 4. Woche. Inzwischen bin ich auf -9,8 kg und muss mein Ziel korrigieren. Natürlich war die 65 auf der Waage zu illusorisch. Die sub70 sind da wesentlich realistischer und die werde ich schaffen, was eine Abnahme von 12 Kilo in 6 Wochen bedeuten wird. Dieses Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen, wie ich finde. Immerhin bin ich ja auch keine mega-adipöse Person, die 30 oder 40 Kilo abnehmen muss.

Auf Grund meiner Aufzeichnungen habe ich einen Trend ausmachen können, den ich die 6-Tage-Geduldsprobe nenne. Nach der ersten Woche, in der ich sehr schnell und täglich Gewicht verloren habe, ging es ab der 3. Woche deutlich schleppender zu. So dauert es seit dem immer fünf bis sechs Tage, in denen das Gewicht nur zwischen 300  bis 500 Gramm rauf oder runter dahin dümpelt, bis sich dann mit einem Rutsch ein gutes Kilo bemerkbar macht. Das ist schon ein wenig nervig, wenn man sich täglich an die Regeln und die maximale Kalorienzufuhr hält. Man gewöhnt sich irgendwie daran, dass es möglichst täglich runter geht.

Gestern bin ich nochmal fünf Kilometer auf der Bahn unterwegs gewesen. Das Laufen fällt immer noch sehr schwer, aber es war zu schaffen. Viel mehr wäre jedoch nicht gegangen und das Tempo war immer noch im 7:30er Bereich - ohne Brennstoff läuft es einfach nicht. Aber es hat sich gut angefühlt und es macht doch auch irgendwie immer noch Spaß. Vielleicht liegt es auch an meiner Lieblingsjahreszeit, die jetzt begonnen hat.

Die Wochenenden gestalten sich inzwischen ein wenig launisch meinerseits. Das Zusammensein  mit Dirk, der sich auch gerne gesund ernährt, aber bei Weitem mehr und anders isst als ich (und auch gerne mal ein Bierchen trinkt, gerade am Wochenende), ist schon eine kleine Herausforderung. Das Gesellige fehlt irgendwie. Auch das Süße in Form von Keks oder Kuchen fehlt mir am Nachmittag. Hier greife ich dann kurzer Hand zur Nektarine, um wenigstens ein bisschen süß zu schmecken. Befriedigend ist das nicht unbedingt, aber der Zeitrahmen ist absehbar. Wenn ich nach den 6 Wochen in die Stabilisationsphase gehe, darf ich schon deutlich mehr Lebensmittel essen, als aktuell. Also, Augen zu und durch!

Jetzt gehts auf nach Maasmechelen. Zwischen 8 und 10 Kilometer werde ich walkend die schöne Landschaft genießen und meine neue Playlist, irgend sowas tranciges...

Dienstag, 20. September 2016

Wenn irgendwo plötzlich Knochen wachsen...

Gestern hab ich meine 3. Diätwoche angefangen. Das Ergebnis an Tag 15 lautet somit -7,5 kg (und seit vier Tagen stagniert die Abnahme)! Es ist so dermaßen unglaublich, wie meine Klamotten schlabbern, dass ich mich heute gezwungen sah, wenigstens schon mal ein kleines Bisschen shoppen zu gehen. Vier neue Oberteile sind es geworden (und ein paar weiße Adidas Treter). Ich passe also tatsächlich wieder lässig in Größe 40 bzw. M. Beinahe hätte ich in der Umkleidekabine geweint. Wenn ich bedenke, dass ich noch vor Kurzem meine Blusen in 42 fast nicht mehr zu bekommen habe und mir fürs Vorstellungsgespräch sogar eine in 44 gekauft habe... Heute habe ich eine 42er Bluse angezogen und es war in der Tat grenzwertig, wie sie an mir schlackerte, weshalb ich auch meinen Kleiderschrank heute schon einmal gründlich ausgemistet habe.

Mary-im-Speckmantel - die Zeiten sind jetzt vorbei. War ich im Sommer doch tatsächlich in eine gewisse Resignation verfallen was meine Figur und mein Gewicht angeht, sehe ich das heute glücklicherweise wieder anders. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass die hCG-Stoffwechsel-Diät etwas für mich ist. Aber was soll ich sagen?! Es geht mir fabelhaft, ich habe mich lange nicht so toll gefühlt, bin bester Stimmung und Laune, bin motiviert und aktiv und habe nahezu keinen Hunger, muss mich sogar manchmal zum Essen zwingen. Ich schlafe wieder wie ein Baby und sehe mich wieder gerne im Spiegel an.

Am Sonntag habe ich tatsächlich am Fuß einen Knochen entdeckt, den ich vorher noch nie gesehen habe. Was heißen soll, dass ich sogar an den Füßen abnehme. Mein ganzer Körper scheint sich  neu zu definieren, was genau der Sinn der hCG-Kur ist. Auch meine Kniescheiben kommen wieder zum Vorschein. Der Umfang am Po hat sich bereits um 5 cm verringert, die Brust um 3 cm und von der Taille ganz zu schweigen, hier sind es nahezu 20 cm (wir haben mehrfach gemessen)! Unglaublich - ein anderes, passenderes Wort fällt mir dazu nicht ein.

Da ich mit den 7 oder 9 Kilos nach den drei Wochen jedoch noch nicht am Ziel bin (es ist noch genug Materie vorhanden :-( ...), werde ich eine zweite Diätphase direkt dran hängen, dass heißt, ich werde die Kur insgesamt über 6 Wochen machen. In der Hoffnung, dass ich dann  meine 65 Kilo wieder auf der Waage sehe, die ich zuletzt hatte, als ich vor 23 Jahren mit Tim schwanger wurde. Ich war noch nie so motiviert und überzeugt, dass ich es diesmal schaffe, wie jetzt. Das Gefühl ist einfach zu schön, um es nicht zu Ende zu bringen und weiter zu machen. Wie heißt es doch bei den Weight Watchers? Nichst schmeckt so gut, wie es sich anfühlt, schlank zu sein. Da sich mein Denken im Bezug auf die Ernährung ohnehin schon seit geraumer Zeit wieder in die richtige Richtung entwickelt hat, bin ich sicher, dass es mir nicht schwer fallen wird, weiterhin auf Zucker und schnelle Kohlenhydrate zu verzichten, natürlich wirds auch Alkohol nur noch in Maßen und in Ausnahmen geben, da ich den ohnehin nicht mehr gut vertrage.

Lediglich für Sport fühle ich mich momentan zu schlapp. Also, ich meine jetzt Laufen. Radeln, Crosstrainer und Nordic Walken ist kein Problem. Morgen gehts deshalb mal wieder ins Studio. Ich freue mich drauf!

Es grüßt Euch eine lange nicht mehr so glückliche Mary :-)

Samstag, 10. September 2016

Meine News of the week

Ja, wie gehts mir eigentlich? Nun, ich würde sagen, supiprimatoll, einfach Klasse, ich hab das Gefühl, ein neues Leben hat angefangen. Kein Scherz, weil: Seit dem 01.09.2016 arbeite ich ja bei der Firma ATESTEO und ich genieße es ungemein! Ich bin so froh aus dieser elend langweiligen Tretmühle raus zu sein, ich kann es kaum in Worte fassen, wie schön es ist, endlich wieder in einem modernen, internationalen Unternehmen zu sein! Die erste Woche ist nur so umgeflogen (was sicher auch an meiner Teilzeitarbeitszeit von jetzt nur noch 28 Stunden liegt) und ich freue mich sehr auf die nächsten. Bei dieser kurzen Arbeitszeit hat man noch so viel vom Tag, unglaublich, ich genieße es sehr.

Parallel dazu hab ich mit einer hCG-Stoffwechselkur angefangen und meine Erfahrungen halte ich hier in diesem separaten Blog fest. Um nur das Wichtigste vorab zu melden, ich habe von letzten Montag bis heute, Samstag = 6 Tage, genau 4,9 kg verloren! Wenn das keine Motivation ist.

Allerdings ist mir das Laufen heute recht schwer gefallen, was aber sicher auch normal ist und zu erwarten war. Immerhin habe ich mich 5 km durchgebissen, wenn auch langsam. Ich war mehrfach kurz davor, aufzuhören, aber ich will ja keine Uschi sein, sondern auch mal die Arschbacken zusammen kneifen. Von nichts, kommt schließlich nichts!

Nicht nur "Eine neue Liebe, ist wie ein neues Leben", sondern auch ein neuer Job. Ich bin sehr glücklich, dass ich es gewagt habe, mich aus den sicheren Klauen des öffentlichen Dienstes befreit zu haben - hätte ich schon viel früher tun sollen! Aber besser spät als nie.

Ich wünsche Euch einen herrlichen Spätsommer :-*

Donnerstag, 25. August 2016

"Mächtig verstimmt"...

... oder anders ausgedrückt: Ich bin gerade ziemlich angepisst. Und da es mir immer hilft, wenn ich schreibe, mache ich das auch jetzt.

Es ist wohl meine unausgesprochene Pflicht, als Mutter die Arschkarte zu haben, wenn es darum geht, bei irgendwelchen Zukunftsprojekten oder was auch immer Schwarz-Maler, Kritiker, Spielverderber oder Spaßbremse zu sein. Das mache ich nicht, weil ich es so lustig finde, sondern weil es für mich ein Akt der Fürsorge, der Weitsicht und eine realistische Form von Liebe ist und weil ich nun mal nicht die gute Freundin, sondern die Mutter bin.

Aber irgendwann reicht es dann auch. Ich geb die Arschkarte jetzt mal wieder ab, bin raus und hab einfach keinen Bock mehr. Ich stehe somit nicht mehr zur Verfügung, wenn gerade mal wieder irgendwas brennt und ich mal ganz schnell irgendwas erledigen soll, weder physisch noch monetär, vor allem nicht monetär.

Ich weiß nur zu gut, das Kinder kleine egoistische Monster sind. Erst gestern hatte ich noch so ein kleines, schreiendes, einjähriges Etwas auf dem Arm, aber das hat seine Mama dann auch glücklicherweise wieder mitgenommen. Außerdem weiß ich, dass ich wohl nicht anders war. Gerade ich war ein verwöhntes Einzelkind. Na ja, aber war ich das wirklich? Ich habs mir ja nicht ausgesucht, hätte zu gerne noch Geschwister gehabt. Immerhin ist dieses verwöhnte Einzelkind seit Jahren in Therapie und ganz bestimmt nicht, weil die Oma so ein lockeres Portmonait hatte und auch nicht, weil ich statt Zeit, Anerkennung und Aufmerksamkeit noch ein Fahrrad, noch ein Skateboard oder auch mal ein Pferd, ein Kaninchen, einen Papagei oder ein Kätzchen bekommen habe.

Gut, meine Eltern haben es damals nicht besser gewußt, wie ich auch, vermute ich mal. Trotzdem wollte ich es besser machen und ich denke, schon alleine wegen des anderen Intellekts ist es mir gelungen und natürlich nicht zuletzt wegen meiner eigenen Erfahrungen als Kind. Doch kann ich wirklich stolz auf meine Leistung als Mutter sein? Wie viel Einfluss habe ich wirklich auf die Entwicklung meines Sproßes gehabt und wie viel Charakter oder genetische Veranlagung steckt da mit drin?

Es ist müßig, darüber zu spekulieren. Die Dinge sind, wie die Dinge nun mal sind. Und glücklich bin ich in der "Rolle" schon längst nicht mehr, ja sogar bin ich seit längerem schon bewußt auf Distanz gegegangen (ein bisschen mehr, als nur "los lassen" vermute ich), weil ich es nicht mehr unbedingt ertrage, daß ich wohl zusehen muss, wie viele Dinge so ganz anders laufen, als ich mir das gewünscht hätte. Aber das ist wohl der Lauf der Dinge, das ist das Leben. Wie heißt es doch in dem Lied "Kompaß ohne Norden" von Prinz Pi so schön:

Meine Eltern sind enttäuscht von mir
Und deren Eltern sind enttäuscht von ihnen
Und ganz egal, welchen Weg man läuft
Mit jedem Schritt tritt man auf Minen
Meine Kinder werden mich enttäuschen
Und deren Kinder werden die enttäuschen
Und deren Enkel werden die enttäuschen
Wir jammern gern - so sind wir Deutschen


Was es wirklich bedeutet, spüren wir erst am eigenen Leib, wenn wir selber Kinder haben. Und so wird es unseren Kindern vermutlich auch gehen. Kein wirklicher Trost im Moment.

Neulich erst hatte ich zwei ernste Gespräche über Kinder, eines von Mutter zu Mutter (also  nicht meine Mutter!) und eines von Mutter zu meinerTante-ganz-bewußt-ohne-Kinder. Und ich habe beiden aus tiefer Überzeugung gesagt: "Hätte ich gewußt, wie groß die Bürde ist, ein Kind in die Welt zu setzen, hätte ich keins bekommen." Spricht das nun für mich, oder outet es mich als Schisser? In jedem Fall zeigt es, dass ich wohl sehr verantwortungsbewußt bin und ja, auch sehr kritisch. Ja, und nicht nur mit meinem Kind, sondern vor allem mit mir. "Auch wenn ich manchmal gern etwas glücklicher wär oder wenigstens ein bisschen dümmer...." singt Maxim in Einsam sind wir alle. "Am Ende ist alles so schön sinnlos...".

Ich habe erst vor kurzem gelernt, "auf mich zu achten". Nein, das ist nicht zu verwechseln mit (gesundem) Egoismus (das Wort ist leider inzwsichen negativer belegt, als es ursprünglich gedacht ist), das ist eher sowas Großes wie Selbstliebe. Da ich aber so mein Problem damit habe, mich selbst zu lieben, nennen wir es der Einfachheit halber "Selbstfürsorge". Es gelingt mir ganz gut, auf mich zu achten, schließlich hat mich wohl auch das Boreout dazu gezwungen. Eine Folge dessen ist jetzt, dass ich es nicht mehr jedem Recht machen möchte und das ich auch Nein sagen werde, wenn ich das Gefühl habe, nur ausgenutzt zu werden. Da werde ich (hoffentlich) auch bei meinem egozentrischen Kind keine Ausnahme mehr machen. Was abzuwarten und zu beweisen wäre... ;-)

...

Tatsächlich gehts mir jetzt schon besser. Schreiben ist meine Therapie. Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass ich die meiner Meinung nach leckersten FrikadellchenBällchen ever gemacht und gegessen habe und der Bauch jetzt angenehm voll ist.

Übrigens könnte ich zu dem obigen Thema noch Etliches schreiben, aber ich belasse es dabei, so, wie es jetzt da steht.


Dienstag, 23. August 2016

Eine Tür, die sich schließt / Sunwalk

Heute ist kein Tag wie jeder andere für mich. Ein enorm schwieriges Kapitel in meinem Leben ist heute zu Ende gegangen. Nach sechs Jahren und zwei Monaten ist die Station "Stadt Stolberg" in meinem Lebenslauf zu Ende gegangen. Um 10 Uhr habe ich mich von meiner Chefin, Frau Jansen, verabschiedet und ihr die Schlüssel der Schule zurück gegeben, wie auch die EC-Karte fürs Online-Banking. Ich habe mich herzlich bei ihr für ihre stete Unterstützung bedankt und noch ein wenig mit ihr geplaudert. Leider stand ihr nächster Termin schon vor der Türe, so daß wir uns wirklich kurz fassen mussten. Tatsächlich hatte ich einen kurzen Augenblick mit einem Kloß im Hals zu kämpfen. Frau Jansen und ich sind aus dem selben Holz gemacht, beides Arbeitstiere, die einen hohen Anspruch an sich und ihr Tun haben. Vermutlich haben wir uns deshalb so gut verstanden. Etwas erstaunt war ich über ihre Anerkennung, dass ich so mutig meine Konsequenzen aus der unbefriedigenden Situation gezogen habe. Klar, kann man wirklich so sehen. Aber das mit dem Lob ist immer noch nicht so ganz mein Ding ;-)...

Wahrscheinlich war ich heute zum letzten Mal in meinem Leben in Stolberg. Ich mag diese Stadt einfach nicht und hätte niemals zuvor gedacht, dass ich einmal dort arbeiten würde. Und wo ich nun schon einmal da war, zog es mich kurioserweise noch einmal zum Goethe Gymnasium, wo ich mich noch von meinem Lieblingshausmeister verabschiedet habe. Mit einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren, ohne mich auch nur von einer einzigen Person der Gesamtschule verabschiedet zu haben.

Dieser Job war unterm Strich eine sehr wertvolle Erfahrung, die mich mir näher gebracht hat, als sonst irgendwas. Dafür bin ich dankbar und nun mache ich einen dicken, fetten Haken dran, denn die Türe in die Firma ATESTEO öffnet sich am kommenden Donnerstag. So ist das im Leben, ein Kommen und Gehen...

...

Apropos Gehen... Um 14 Uhr schnappte ich mir meine Walkingstöcke und schmiss mich in ein sunwalk-taugliches Outfit. Eigentlich wollte ich ja Kärchern, aber mit Rücksicht auf die Migräne meiner Nachbarin ließ ich das bleiben. Angedacht waren 8 Kilometer, weitestgehend über die Felder. Es waren 30 Grad und ich hatte tatsächlich Sommergefühle (was heißt, es war mir nicht zu heiß, sondern konnte es genießen). Ich marschierte los und spürte sogleich, dass es genau die richtige Entscheidung war. So riecht der Sommer, so sieht er aus und so fühlt er sich vor allem an. Herrlich! Ich versuchte dies alles in ein gedankliches Päckchen zu packen, das ich bei Bedarf aus meiner imaginären Gute-Momente-Kiste raus holen würde, wenn das Wetter mal wieder mies sein würde (so mies, dass es mich nervt, was ja selten der Fall ist).

Die Stoppelfelder ließen mich unweigerlich ans Reiten denken. Ob ich jemals nochmal Reiten würde? Wie mochte es wohl Diabolo gehen? Der Mais stand schon sehr hoch, es roch leicht nach Gülle, weil in der Ferne ein Bauer düngte. Salzige Schweißtröpfchen sammelten sich über meiner Lippe und ein weiterer Tropfen rutschte von der Stirn an der Nase entlang, den ich mit der Zunge auffing. Ja, es war richtig heiß, aber es störte mich nicht im Geringsten. Meine Gedanken wanderten immer wieder zur Schule und zur neuen Arbeit zurück. Vorfreude kam auf. Auf einem Feld wendete ein junger Mann mit dem Traktor das Stroh. Als er sah, dass ich zu ihm hin schaute, winkte er freundlich, was mich ungemein freute. Mir fiel der uralte Bauer ein, der auch immer so süß und zahnlos lächelte und grüßte, wenn er mich sah. Schon freundlich, unsere regionalen Landwirte! Ich stellte mir dann vor, dass der junge Mann auf Grund meines Outfits glaubte, ich wäre vielleicht eine junge Chica und musste für mich alleine so lachen bei dem Gedanken, dass er es stattdessen mit einer alternden Milf zu tun hatte, die sich hinter Sonnenbrille, Cappy und Pferdeschwanz verbarg. Einen knappen Kilometer weiter überholte mich ein anderer Träcker. Diesmal saß ein Kind am Steuer und der Papa daneben.  Während der Sohnemann das Riesending gekonnt einparkte, kam der Vater-Bauer direkt auf mich zu und quatschte mich an, ob das nicht zu heiß wäre heute und so. Ich fands total nett, wie die so drauf waren und plauderte kurz mit ihm. Danach musste ich ständig an Bauer sucht Frau denken und an meine fixe Idee von vor einiger Zeit, auf einem Hof arbeiten zu wollen. Würde ich das immer noch wollen? Nein, vermutlich nicht. Es sei denn, der Hof hatte auch Pferde ;-).

Als ich nach 6 Kilometern in den schattigen Wald einbog, war es, als ob jemand die Klimaanlage eingeschaltet hätte. Wow, das war jetzt echt angenehm. Meine größte Sorge galt ab da den Bremsen, die hoffentlich einen weiten Bogen um mich machten, denn der Wald war immer noch richtig nass. Ich war erstaunt, wie sehr er sich verändert hatte! Es wucherte und wuchs an allen Ecken wie blöd, Zäune waren teilweise verschwunden und es ergab ein völlig neues Bild. Na kein Wunder, bei dem vielen Regen. Wiederholt dankte ich meinem Schöpfer dafür, dass ich all das sehen, riechen und hören konnte, dass ich gesund und munter dieses Wunder der Natur erleben darf und vor allem, dass ich die Zeit dazu habe (und noch nicht irgendwo arbeiten muss) und wir in dieser schönen Ecke wohnen, wo ich Wald und Felder direkt vor der Haustüre habe, wo kein Krieg tobt und überhaupt... Für alles war ich irgendwie dankbar und das tat wirklich gut. Selten hab ich mich so in meiner Mitte gefühlt!

Mittwoch, 17. August 2016

Neuigkeiten - und... alles wird gut!

Nun sind schon wieder über zwei Monate vergangen, also Zeit, nochmal was von mir hören zu lassen.

Das Unwichtigste zuerst: Ich laufe immer noch nicht wieder richtig, komme mit Müh und Not auf sechs Kilometer und versuche aktuell wieder eifrig, mein Gewicht zu reduzieren, möglichst noch um 5,5 kg. Also hier, alles beim Alten :-/... Nach dem es in den letzten Monaten beruflich für mich immer schlimmer wurde, habe ich dem Kummerspeck alle Ehre gemacht und diesen bis auf 82 kg anwachsen lassen. Vielleicht war es auch noch mehr, ich habe mich bewusst nicht gewogen, erst, als es anfing wieder "besser" zu werden und ich den ungeschönten Fakten wieder ins brutale Gesicht schauen wollte.

Wegen dieser beruflichen Kacksituation habe ich im November begonnen, mich vermehrt extern zu bemühen und einige Bewerbungen geschrieben. Interne Wechsel erwiesen sich als nicht machbar, so blieb mir ohnehin keine Wahl. Es gestaltete sich alles sehr zäh und langwierig, besonders für jemanden wie mich, der mit zweitem Namen "Ungeduld" heißen könnte. Je länger es dauerte, umso schlechter ging es mir. Es kostete mich immer mehr Überwindung, morgens aufzustehen und in die Schule zu fahren, freundlich zu bleiben und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Mit jedem Tag merkte ich mehr, dass der Job einer Schulsekretärin für mich nicht der richtige ist (was allerdings auch der besonderen Situation mit den beiden Schulen geschuldet war). Dachte ich im ersten Jahr tatsächlich, ich hätte einen Traumjob, so erwies sich dieser im Laufe der Jahre als wahrer Albtraum für mich. Dass ich das Zeitfenster des Ausharrens überstrapaziert hatte, zeigten mir meine körperlichen Beschwerden in Form von Schlafstörungen, Tinnitus, Gereiztheit und Depressionen. Ja, Unterforderung und Nichtauslastung macht genauso krank wie Stress!

Doch genug davon... Im Juli war es endlich soweit und es ergab sich, dass ich eine neue Stelle fand und endlich kündigen konnte. Ich bin laut schreiend und wild wie ein Derwisch durchs Zimmer gehopst, so habe ich mich gefreut, als der erlösende Anruf kam. Meine gesundheitlichen Argumente waren zum Glück auch groß genug, dass man sich auf eine sehr kurzfristige Aufhebung des Arbeitsverhältnisses einließ und ich nun am 01. September schon den neuen Job anfangen kann. Aber wie das so ist im Leben, wenn, dann kommt ja bekanntlich alles auf einmal. Gerade waren wir aus dem wunderschönen Urlaub von Mallorca zurück, da bekam ich eine Email von der Polizei. Dort hatte ich mich im November 2015 initiativ beworben, dieser Arbeitgeber war bis dato mein absoluter Favorit, hier wußte ich außerdem, stand ich oben auf der Warteliste. Endlich kamen die Stellenausschreibungen zur Verstärkung der Polizei, auf die ich so lange und so sehnsüchtig gewartet hatte. Dumm nur, dass sie zwei Wochen zu spät kamen, denn ich hatte ja schon den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Was jetzt tun? Dirk war der Meinung, ich solle einen Haken dran machen und dem öffentlichen Dienst ein für allemal den Rücken kehren. Das versuchte ich auch zunächst. Doch immer wieder kam mir die Sache in den Sinn und ließ mir einfach keine Ruhe.

Nach langem Zögern und Zaudern habe ich mich nun entschieden, auf die Email eine Rückmeldung zu geben und mein immer noch vorhandenes Interesse auch weiterhin bekundet. Ich kann einfach nicht ignorieren, dass mir ein Job bei der Polizei als das Non-plus-Ultra im Kopf herum schwebt, zumal es eine Ausschreibung dort gibt, die wie für mich gemacht zu sein scheint. Nun heißt es wieder warten, was geschieht. Aber das Schöne ist ja, dass ich nichts zu verlieren habe. So oder so, das Wichtigste ist, dass ich aus der Schule raus bin. Alles Weitere habe ich dem lieben Gott in die Hände gegeben; er darf nun beeinflussen, welcher der richtigere Weg bzw. Job für mich ist und damit werde ich mich so oder so mehr als zufrieden geben.

Ich sags ja nicht gerne, weil es so eine dumme Floskel geworden ist, aber dennoch: Alles wird gut!

Sonntag, 12. Juni 2016

Nachdenklicher Start in den Sonntag

Eigentlich sollte ich an anderen Dingen schreiben, wie z. B. an meinem zweiten Teil von "Magdalena traut sich"... doch irgendwie will es nicht voran gehen. Ich habe tausend andere Dinge im Kopf, vor allem Ideen über weitere mögliche Geschichten. Statt mich hinzusetzen und einfach los zu legen, lenkt mich das Internet mit seinen Meldungen gerade auch noch ungemein ab. So habe ich mich heute zu folgendem Post hinreißen lassen:

Die Welt könnte so viel friedlicher sein, würden viele Menschen sich selbst, ihre Meinung und auch ihren Glauben nicht so wichtig nehmen und das alles so vehement in die Öffentlichkeit tragen. Ich dachte immer, Glaube ist etwas, das ich mit mir und dem, an das ich glaube, im Stillen stattfinden lasse. Die Welt hat sich so sehr verändert, aber die Religion(en) und viele ihrer Anhänger hinken Jahrhunderte hinterher. Ob ich noch erlebe, dass sich das jemals ändert?

Der Hintergrund für diese Aussage ist einfach. Gestern las ich in der "Welt" einen Artikel über protestierende muslimische Studenten, denen man den Gebetsraum weg genommen hat. Ja, richtig, ich bin eine Islam-Kritikerin.  Und das genau aus den oben genannten Gründen. Nun hatte ich gerade vor, meine Meinung hier groß und breit zu untermauern, aber ich lass es bleiben, denn eigentlich ist mit den Worten oben bereits alles gesagt.

Ich bin unglaublich verärgert über diejenigen Menschen, die mit Gewalt ihre Meinung (oder das, woran sie glauben) vertreten, womit ich auch die Hooligans vom gestrigen England-Russland-Spiel meine, die in Marseille für verschiedene Ausschreitungen verantwortlich waren. Wie kann ein Mensch auf einen am Boden liegenden Menschen eintreten?! So etwas will mir einfach nicht in den Kopf und ich könnte kotzen, wenn ich solche Bilder sehe (was übrigens nicht nur für Hooligans gilt)! Ich verachte soetwas zutiefst.

Dabei fallen mir die Worte meiner Oma ein, die kürzlich verstorben ist, die hier wohl eher Mark Twain zitierte, ohne es zu wissen: Der Mensch ist das grausamste Tier von allen. Sie weiß dennoch genau, wovon sie sprach, denn sie hat den zweiten Weltkrieg miterlebt.

Mit einem letzten Zitat (der Fantastischen Vier) möchte ich meinen Eintrag für heute beenden:
Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht.

Und jetzt werde ich mich in die Laufklamotten schwingen und mich bei frischer Luft im Wald etwas abreagieren, meine Gedanken sortieren.

Danke fürs Lesen und Euch einen schönen Sonntag.

Montag, 23. Mai 2016

Monday, monday...

Zugegeben, es ist nicht schön, jeden Morgen nach dem Aufstehen direkt festzustellen, dass der Rücken irgendwie steif ist und sich inzwischen daran weder am Wochenende noch im Urlaub etwas ändert. Hat also nichts mit der Tatsache zu tun, dass man noch mitten im Berufsleben steht, halb sechs morgens auch wirklich brutal früh ist, sondern vielmehr damit, dass die Fünfzig in greifbare Nähe rückt. Und montags ist es besonders schlimm...

Manchmal passiert es, dass ich mich selbst kurz erschrecke, wenn ich ins Bad schlurfe, schlaftrunken und noch sehr müde, und mein Blick den Spiegel im Vorbeigehen streift. Die Haare stehen wild vom Kopf ab, die Augen dunkel umrändert und geschwollen, das Gesicht im Ganzen zerknittert und schlaff. Ich muss dabei nicht nur unwillkürlich an eine Hexe denken,  sondern frage mich jedes Mal aufs Neue, ob ich das, was ich da sehe, innerhalb einer Stunde wieder gesellschafts-tauglich hinbekomme. Irgendwie klappt es immer, wenn auch mit etwas mehr Aufwand und spezieller Hilfsmittel. Mit Sätzen wie: "Du bist eben keine dreißig mehr" versuche ich das Dilemma zu erklären, was jedoch nur bedingt funktioniert, die Situation aber immerhin deutlich entschärft.

Gestern war ich beim Sport. 5 km Laufband und noch ein bisschen Krafttraining für die Arme und den Oberkörper.  Ja und donnerstags steht bei mir jetzt immer "Bodyballance" auf dem Programm. Das ist eine schöne Mischung aus Yoga und Pilates, mit Musik und abschließender Kurzmeditation. Die Übungen sind gut zu schaffen und führen mich nur unwesentlich an meine Grenzen (diese Grenze befindet sich irgendwo in meinem Bauchraum). Meinem vielsitzenden Rücken tut das Programm unglaublich gut. Selbst am Tag danach noch. Anders, als neulich beim "Bodyattack". Hier fand in der Tat ein Angriff auf Leib und Seele statt. Von der ersten bis zur letzten Minute (es waren 60!) ging es entweder im Laufschritt, springend oder beidem abwechselnd zu, wie auf einem amerikanischen Kasernenhof. Die mit Headsets ausgestatteten Drill-Sergeants in Person von Lisa und Till hatten es wirklich drauf, die keuchende Masse zu motivieren und immer wieder dazu anzuspornen, nicht nur an die Grenzen zu gehen, sondern weit darüber hinaus ("SEID IHR HIER, UM AUFZUGEBEN?! NEIN!!). Eigentlich war ich nach 15 Minuten schon soweit, dass ich wohl besser still und leise den Kurs verlassen hätte. Aber die Blöße wollte ich mir dann doch nicht geben. Nein, vielmehr hab ich alles gegeben, was ich konnte, und darüber hinaus. Das Ende vom Lied war wie erwartet und sehenden Auges in Kauf genommen, dass ich eine Woche schlecht gelaunt war, weil ich den Muskelkater meines Lebens hatte, mir jeder Handschlag zuviel war und ich in sportlicher Hinsicht überhaupt nichts machen konnte. Selbst das notgedrungene Nordic Walken fiel mir schwer und verschärfte den bösen Muskelpein aufs Neue. Mein innerer Schweinhund und unsere Couch waren wieder allerbeste Freunde. Naja, aber wie heißt es doch: Versuch macht klug. Das brauche ich ganz bestimmt nicht noch einmal!

Die Aussicht auf eine schöne, kurze Arbeitswoche und ein langes Wochenende an der Küste in Holland machen diesen heutigen Montag trotz Regen wirklich erträglich. Außerdem hat mir eine tolle WhatsApp von meiner lieben Freundin und Kollegin heute schon den Tag mehr als versüßt. Sie hat meine, bzw. Lenas Geschichte gelesen und fand sie Klasse, will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Na wenn das kein Grund zur Freude ist, trotz des verregneten Montags!

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen ebenso tollen Start in die neue und kurze Woche!



Dienstag, 17. Mai 2016

Neuer Blog und dies und jenes

Nach einer gefühlten Ewigkeit melde ich mich hiermit zurück. Ohne Schreiben gehts nun mal doch nicht.

Vielleicht ist dem ein oder anderen aufmerksamen Leser gerade aufgefallen, dass ich unter einem anderen Namen schreibe (siehe Profil). Dieser Name ist nicht erfunden, und wer mich kennt, weiß, wie er sich zusammen setzt. Ich mache das aus dem Grund, weil ich seit dem 13. Mai als "Selfpublisherin" aktiv geworden bin. www.lenaplaudert.blogspot.de ist der Blog, auf dem ich jetzt auch schreibe. Meine erste, veröffentlichte Geschichte heißt Mr. Pommery und beruht auf einer teilweisen wahren Begebenheit. Ich nutze ein Pseudonym, weil es gut möglich ist, dass ich irgendwann auch etwas Erotisches schreibe und mich außerdem in einer akuten Bewerbungsphase befinde, weshalb es in erster Linie keine Rückschlüsse auf meine Person geben sollte. Ja, die berufliche Unzufriedenheit ist größer denn je und ich suche aktiver denn je etwas Neues.

Wie Ihr an Mr. Pommery seht, war ich also nicht ganz untätig in der Zeit, in der ich wenig gelaufen bin, mich aber in einem Fitnessstudio angemeldet habe. Dirk findet es unglaublich, dass ich gerne auf dem Laufband laufe, aber es stimmt, ich mache es wirklich gerne und finde es auch irgendwie weniger anstrengend. Hat außerdem den Vorteil, dass man nicht auf den Weg achten muss ;-). Abgenommen hab ich wohl immer noch nicht, im Gegenteil, aber das ist inzwischen auch sehr nebensächlich geworden. Gestern habe ich noch einmal einen Lauf versucht, musste aber wegen Schmerzen im Allerwertesten (ja, das Piriformis-Syndrom gibts auch immer noch) und in den Beinen auf Gehen umswitchen. Egal, Hauptsache frische Luft. Übrigens bin ich inzwischen der Meinung, dass dieser Schmerz im Po vermutlich mehr vom vielen Sitzen kommt. Es heißt ja, das Sitzen das neue Rauchen sei, von wegen sehr ungesund und schädlich. Deshalb überlege ich gerade, ob ich nicht den Stehtisch aus dem Keller krame und wenigstens zu Hause versuche im Stehen zu schreiben. Mal sehen...

Heute habe ich noch frei und nutze den Tag, um endlich mal die Berge an Wäsche weg zu bügeln. Später gehts dann noch ins Studio, vermutlich aufs Laufband :-)

Einen schönen Start in die kurze Woche wünsche ich Euch.

Sonntag, 10. Januar 2016

Da läuft doch mächtig was schief!

Aus gegebenem Anlaß sehe ich mich nahezu gezwungen, hier an dieser Stelle nun "politisch" zu werden. Schon seit geraumer Zeit beschäftigt mich die Situation ganz enorm, so sehr, dass ich teilweise bereits davon träume, ich erwähnte das schon mal.

Wer mich kennt, weiß, dass ich in einer Schule arbeite und nun zusätzlich zum Sozialamt abgeordert wurde. Dieser (freiwillige) Umstand beschert mir noch mehr, noch tiefere Einblicke in unser "System", dieser Umstand liefert mir außerdem schon seit Jahren einen direkten Kontakt mit Menschen mit Migrationshintergrund, mit Asylanten, mit Flüchtlingen oder wie man diese Menschen nun (möglichst politisch korrekt) am besten bezeichnet.

Wer mich kennt, weiß, dass ich fernab jeglicher Fremdenfeindlichkeit oder gar Rassismusses bin! Das möchte ich an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich betonen. Ich positioniere mich klar und deutlich und auch öffentlich gegen Rechts (wie Links!) und oute mich an dieser Stelle als langjährige CDU-Wählerin und FDP-Symphatisantin. Die Grüne Politik  ist in meinen Augen "weltfremd und unrealistisch, daher nicht praktizierbar", hat jedoch vor allem Umwelt politisch gute Ansätze, sofern ich das mit meiner doch relativ laienhaften Einschätzung beurteilen mag. In einigen Punkten bin ich auch bei der SPD, wünschte mir jedoch, die Herrschaften würden sich im Großen und Ganzen etwas einiger sein, prinzipiell ist sozial-demokratisch nämlich schon mein Ding. Ich bin also eher konservativ-liberal-sozial orientiert und ich finde, das ist eine recht gesunde Mischung.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mein Herz auf der Zunge trage und gerne meine Meinung kund tue, weshalb auch dieser Blog existiert.  Vielleicht bin ich häufig zu offen und direkt, und sicher das ein oder andere Mal auch etwas naiv. Aber immer bin ich dabei ich, und dazu stehe ich, wem das nicht passt, der braucht hier nicht zu lesen.

Anlaß dieses politischen Beitrags ist nicht nur die Asyl- und Flüchtlingspolitik der vergangenen Monate und wohl auch Jahre, sondern vielmehr das Problem der daraus entstandenen/entstehenden Parallelgesellschaften. Außerdem ist es mir ein großes Bedürfnis, die Verschleierungstaktik der Politik und Medien hier einmal klar und deutlich anzuprangern. Sicher, die Situation in unserem Land ist schwieriger denn je. Wo die eine Partie davor warnt, alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren, will die andere Partei alle Grenzen sofort schließen und ggf. auch Zäune errichten. Den gesunden Mittelweg zu finden ist jetzt die große Kunst der Stunde. Wenn ich diesen parat hätte, würde ich mich gern zur nächsten Wahl stellen, aber leider habe ich den auch nicht. Aber ich habe einen gesunden Menschenverstand und den versucht man in gewisser Weise für dumm zu verkaufen, so zumindest mein Eindruck. Das zeigen die jüngsten Ereignisse in Köln und anderen Städten bzw. den Umgang der Politik und Medien damit. Wir bekommen in den Medien nur noch das gezeigt, was politisch gewollt ist und dann bekommen wir es auch noch so präsentiert, dass nur ja kein Öl ins Feuer kontra Ausländer/Flüchtlinge gegossen wird und alles schön Häppchen weise obendrein. Kreative Wortakrobatik wird verwendet, um die Dinge nur ja nicht beim Namen zu nennen. Jüngstes Beispiel in der Aachener Zeitung, wo ein Artikel über einen "Antanz-Überfall" auf einen 45jährigen Mann eins zu eins aus dem Polizeibericht übernommen wurde, bis auf die klitzekleine Tatsache, dass es sich bei den drei Tätern um junge Männer "marokkanischer und algerischer Herkunft" handelte. Genau aber diese Verschleierungen führen doch dazu, dass enttäuschte Menschen maßenhaft in rechtsradikale Gruppierungen abwandern. Es ist nicht gut, die Wahrheit zu verschleiern, genauso wenig, wie Vorurteile!

Bei den Debatten um unsere Asylpolitik geht es immer um die Rechte der Asylanten (von Pflichten ist hier selten etwas zu hören) und wie wir sie am schnellsten und besten integrieren können. Hat man vielleicht inzwischen gemerkt, dass das in der Vergangenheit wohl doch nicht so gut geklappt hat, wie man sich gerne vormacht? Was aber ist mit dem Recht auf Leben und Unversehrtheit, wie es in unserem Grundgesetz steht, im Bezug auf die belästigten Frauen in Köln und anderswo?! Müssen wir tatsächlich unser Verhalten, wie von Frau Reker empfohlen, ändern, um diesen neuen Bedingungen in unseren Städten gerecht zu werden?! Sollen wir vielleicht sogar demnächst noch lange Gewänder und Kopftücher tragen, aus Sympathie und Respekt und vor allem Eigenschutz vor der großteils muslimisch geprägten Zuwanderergruppe?! Wieviel Verständnis und Toleranz darf es bitteschön noch sein?! Es darf nicht sein, dass man, in dem Fall wohl besser Frau, sich in diesem unseren Land tatsächlich überlegen muss, welchen Weg sie wählt, welche Kleidung sie trägt und ja, auch was sie sagen darf und wie sie sich verhalten muss, wenn man dieser bestimmten Menschengruppe begegnet. Ich höre gerade den Aufschrei: Ja, natürlich gibt es auch deutsche Straftäter, keine Frage! Damit alleine haben wir sicher schon genug zu tun. Seltsamerweise nur hat man hierbei weniger Skrupel und Bedenken, die Dinge (wie Nationalität) beim Namen zu nennen, weil es im Grunde keinen Unterschied macht, ob ein Täter deutsche, holländische, englische, französische, türkische oder libanesische Wurzeln hat, Täter ist Täter, so wie Opfer auch Opfer sein sollte. Der Umgang der Medien mit diesen Vorfällen ist doch ein Schlag ins Gesicht für die Opfer. (Brennt es im Asylantenheim, sind es sofort "nicht auszuschließende rechtsradikale Übergriffe" gewesen. Keiner kommt auf die Idee, dass es interne Differenzen (oder eine offene Feuerstelle im Haus) sein könnten, die dazu führten. Dabei prügeln die einzelnen Flüchtlinge gerne mal aufeinander ein, wie ich inzwischen aus erster Quelle weiß. Algerier und Marokkaner mögen z. B. keine Syrer. Und von denen haben wir nun mal sehr viele.) Aber dann! Wehe es wird bekannt, dann versuchen genau diese Medien schnellstmöglich wieder auf den Zug aufzuspringen, dann wird auf einmal alles mögliche aus den Archiven gekramt, zumindest für kurze Zeit. Dann werden Brennpunkte ins Leben gerufen, dann wird hier eine Sondersendung und dort ein zusätzliches Interview gebracht! Dann, wenn plötzlich die Köpfe der Verantwortlichen ins Rollen gekommen sind, dann sind sie wieder ganz bei uns, dem Bürger der ein Recht auf Information hat (wofür er übrigens auch GEZ-Gebühren bezahlen muss).

Nochmal zurück zu den Rechten und den fehlenden Pflichten. Wann ist ein Recht auf Asyl zu gewähren? Diese Frage ist explizit und in vielen Paragraphen und Artikeln im Asylgesetz festgelegt. Wo aber steht, wann dieses Recht missbraucht wurde und wie oft z. B. das Begehen einer Straftat erfolgen muss, bis dieses Gastrecht erlischt? Ist ein Recht auf Asyl damit ein Freibrief für diejenigen, die es missbrauchen (hier nochmal der Hinweis auf keine Verallgemeinerung!)? In Köln zerrissen eingie der Asylsuchenden ihre Aufenthaltsbescheinigungen vor den Augen der Polizei. Wie deutlich kann ein angeblich "Schutzsuchender" seine Missachtung vor dem Deutschen Staat denn noch demonstrieren!? Dieses Papier kommt einem Personalausweis gleich! Unsere Gesetze wurden hier mit Füßen getreten und unsere Beamten beleidigt, bespuckt und verhöhnt. Und an dieser Stelle komme ich jetzt auch zum eigentlichen Anlaß dieses Beitrags. Ich lese seit ein paar Tagen in dem Buch von Tania Kambouri, "Deutschland im Blaulicht, Notruf einer Polizistin". Ich bin weiß Gott kein Pessimist, aber nach wenigen Seiten wurde mir regelrecht Angst und Bange; diese Lektüre bereitet mir Kopf- und Bauchschmerzen, wenn ich an die Zukunft unseres Landes denke im Hinblick auf diesen Flüchtlingszustrom muslimisch geprägter Menschen. Tania Kambouri, selbst griechischer Herkunft, berichtet von Fakten und sie belegt sie auch. Hier ist die Rede von Gesamtschulen im Ruhrgebiet, die nur noch fünf Prozent deutscher Kinder unterrichten, der Rest ist mit Migrationshintergrund, meist muslimisch. Sie erzählt von Kindergärtnerinnen, denen man nahelegt, türkisch zu lernen, damit "es besser klappt". Sie berichtet von einer deutschen Mutter, die von ihrem Kind "anne" (türk. f. Mutter) gerufen wird und mehr türkisch als deutsch lernt, daher mit dem Gedanken spielt, schnellstmöglich umzuziehen. Ich will, genauso wenig wie Tania Kambouri, den Eindruck erwecken, etwas gegen Muslime zu haben. Das Problem ist nur, dass viele von ihnen nicht so integriert wurden, wie es nötig wäre und somit tatsächlich eine Parallelgesellschaft existiert. Es ist einfach mit dem kulturellen und religiösen Unterschied zu erklären, den Muslime nun mal haben. Das führt in ihren eigenen Ländern ja häufig schon zu Konflikten, wen wundert es da, dass es in unserem Land nicht funktioniert? Bei der Erziehung dieser muslimischen Kinder werden Werte und Überzeugungen weiter gegeben, die mit unseren Werten (und Gesetzen) nicht vereinbar sind. Das fängt beim respektlosen Frauenbild an, obwohl ihre Mütter sie verhätscheln, und hört bei der Strenge des Patriarchen gewiss noch nicht auf. So haben viele muslimische Jungs bereits im Kindergarten wenig bis keinen Respekt vor den Kindergärtnerinnen und später den Lehrerinnen. Wie sollen sie dieses Bild später im Bezug auf Polizistinnen und weibliche Behördenmitarbeiter (ich weiß, wovon ich rede) noch ändern!? Den Kindern ist kein Vorwurf zu machen, sie können einem eigentlich nur Leid tun. Denn viel zu früh dürfen die Jungs, (ganz im Gegensatz zu den Mädchen, die sehr streng behütet werden und oft nicht mit auf Klassenfahrten dürfen), tun und lassen, was sie wollen, was häufig zu Schulschwänzen und eben kriminellen Aktionen führt (kann und muss ich leider bestätigen). Bei vielen (nicht allen wohlgemerkt) Eltern dieser Kinder hat die Intergration ganz klar nicht funktioniert. Sie sprechen unsere Sprache kaum, weil sie es ja nicht müssen. Es gibt inzwischen Ärtze und Artzhelferinnen, Bäcker, Metzger, Anwälte etc. aus eigenen Reihen, da ist das auch nicht notwendig und im schlimmsten Fall kann der Nachwuchs ja übersetzen. Das ist das Resultat der damals sogenannten "Gastarbeiter", die hier nur eine gewisse Zeit gutes Geld verdienen wollten und irgendwie dann doch geblieben sind. Sie haben sich zum Teil gar keine Mühe gemacht, sich hier zu integrieren, was man unter den Umständen auch nachvollziehen kann. Und die Politik hat sie irgendwie nicht so im Visier gehabt, wie es nötig gewesen wäre, irgendwie hat man diese Situation ziemlich falsch eingeschätzt. Jetzt haben wir den Salat und sollten aus unseren Versäumnissen lernen.

Das Wichtigste ist jetzt, dass wir uns im eigenen Land nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und alles dafür tun müssen, dass unsere Werte und Gesetze eingehalten werden. Dass wir den Menschen gerne unsere helfende Hand reichen, die sie brauchen und die sie zu schätzen wissen, das steht ohnehin völlig außer Frage. Es macht auch wenig Sinn, der Kanzlerin immer wieder die Schuld zu geben für diese Situation und nur zu klagen und zu jammern. Ja, sie wird wohl am besten Wissen, was sie da für einen Bock geschossen hat. Aber die Situation ist jetzt, wie sie ist und wir alle müssen versuchen, das Beste daraus zu machen.

Dirk und ich haben gestern mehrere Briefe an verschiedene Politiker geschrieben. Sie müssen sehen, dass sich ganz dringend etwas tun muss, damit u. a. auch das rechte Pack nicht die Oberhand gewinnt. So plädierten wir z. B. für Transitzonen für Menschen ohne Papiere (nur bis zu deren eindeutigen Klärung der Herkunft) und eine Änderung der Gesetze (kriminell Gewordene schneller abzuschieben) wie auch eine bevorzugte Behandlung der Asylanträge von Familien. Ich möchte daher an Jeden appellieren, der das hier liest, ähnliches zu tun. Nicht länger jammern und meckern, sondern handeln und Position beziehen! Nur so kann sich etwas ändern und nur so können wir es alle gemeinsam vielleicht wirklich schaffen.




Freitag, 1. Januar 2016

Same procedure... Reset, alles auf Anfang

Getreu dem Motto dieses Blogs, gibts heute noch einmal einen Beitrag von mir. Eigentlich war das nicht geplant, doch wie so oft, macht das Leben was es will und so sitze ich hier nun und philosophiere über das vergangene Jahr und spekuliere, was wohl im neuen so alles passieren könnte.

Wahnsinn, was für ein Jahr 2015 war! Wenn ich die Rückschauen im Fernsehen sehe, wird mir Angst und Bange, was da wohl noch auf uns zurollt. Aber nicht nur die Terror- und Flüchtlingssituation ist damit gemeint, sondern im Ganzen meine ich die rasante Entwicklung von irgendwas. Manchmal habe ich das Gefühl, ich komme nicht mehr mit, mit all dem, was so täglich passiert, was sich ständig ändert - vielleicht liegt es ja am fortschreitenden Alter ;-)....

Mein 2015 war ein Jahr mit vielen Veränderungen. Privat wie beruflich hat sich einiges getan. Menschen sind in meinem Leben neu dazu gekommen, andere, bis dahin lang befreundete Menschen sind gegangen, einige sind wieder gekommen, andere für immer aus dem Leben genommen worden, manches hängt vielleicht noch in der Schwebe, wer weiß, wie es kommen wird, ob sich unsere Wege wieder kreuzen und unsere Seelen nochmal begegnen werden. So ist das Leben, ein Kommen und Gehen, ein Auf und Ab, wo sich eine Türe schließt, öffnet sich die nächste bereits. Ich freue mich gerade sehr, dass ich das so unerwartet entspannt und gelassen und ohne jede Wehmut sagen kann.

Normalerweise bekomme ich im Dezember immer meinen ganz persönlichen Christmas-blues. Diesmal hielt sich alles sehr in Grenzen, um nicht allzu euphorisch zu klingen. Ich denke, dass ich diesen Umstand einer kurzfristigen (und freiwillig initiierten) Abordnung meines Arbeitgebers zu verdanken habe, wegen der ich seit dem 10.12.2015 im Sozialamt aushelfe. Noch bis zum 15.01.16 bin ich mit 6 Stunden dort beschäftigt. Das war das Beste, was mir passieren konnte zum genau richtigen Zeitpunkt. Denn leider, ich muss es sagen, wie es ist, bin ich mit dem Wechsel der Schule vom Regen in die Traufe gekommen. Aus diesem Grund habe ich mich auch jetzt intern beworben und hoffe, nein bete, dass es klappt. Aus der Schule muss ich raus, ich kann und will diese Arbeit nicht mehr machen, ich bin gnadenlos unterfordert dort. Es genügt mir nicht, mit Präsenz und Freundlichkeit zu glänzen und für Alle und Jeden der Tuppes vom Dienst zu sein, Pflästerchen hier, Kühlpack da. Ich kann und will (und werde!!) Wertvolleres leisten. Meiner Chefin von der Stadt bin ich unglaublich dankbar, dass sie in dieser Art und Weise hinter mir steht, das ist so ein wunderbares Gefühl und in Zeiten wie diesen sicher nicht selbstverständlich. Die nächsten zwei, drei Wochen bleiben daher sehr spannend.

Eine gute Freundin meinte vor kurzem zu  mir, mein Leben sei eine Achterbahn, ein konstantes Auf und Ab, und ich lachte darüber, denn ja, es stimmt. Wenn es eine Konstante in meinem Leben gibt, dann ist die Unbeständigkeit meiner Stimmungen wohl der rote Faden. Erstaunlicherweise habe ich festgestellt, dass dies unglaublich viel mit meiner beruflichen Situation und Zufriedenheit zusammen hängt. Wenn es dort nicht läuft und ich vor allem wieder drohe, in ein bore-out zu fallen, stelle ich alles und jeden in Frage, das zieht sich durch meinen gesamten Lebensbereich, das macht mich depressiv und unzufrieden. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sehr ich mich über meine Arbeit defniere. Von einer anderen Freundin, mit der ich darüber sprach, bekam ich die hundertprozentige Zustimmung dazu, bei ihr sei das genauso. So hoffe ich auch für Dirk, der meine Launen und Stimmungen immer noch mit viel Liebe und weitestgehend inzwischen auch Verständnis, erträgt, dass dieser berufliche Eiertanz bei  mir nun bald ein Ende hat. Denn auch er bekam diese unerträgliche Situation am eigenen Leib nur allzu gut zu spüren, als ich im Frühjahr kurz ausgezogen bin. Aber, wie sage ich immer so schön: nichts geschieht ohne Grund, auch wenn sich dieser nicht immer sofort offenbart.

Wenn ich da an die Zeit vor einem Jahr denke, war alles in Aufruhr in mir und ich wartete auf meinen Klinikaufenthalt, von dem ich mir wohl nahezu ein kleines Wunder erhoffte. Zu dem Zeitpunkt ging es mir sehr schlecht. Ob er was gebracht hat, der Klinikaufenthalt? Ja, absolut. Zum einen hat er mir eine sehr wertvolle Erfahrung beschert, auch wichtige Erkenntnisse und die Starthilfe in ein neues Bewußtsein für mich selbst gegeben. Statt es immer anderen recht machen zu wollen, sollte man sich selbst zunächst der wichtigste Mensch im Leben sein.

Sportlich und ernährungstechnisch war das Jahr eher ein mäßiger Erfolg, auch hier bleibt das Auf und Ab mir treu ;-). Nein, gute Vorsätze will ich nicht aussprechen, denn ich weiß, dass ich sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht umsetzen werde. Nur eine Sache liegt mir am Herzen, was ich wirklich künftig berücksichtigen möchte: weniger denken, mehr machen. Damit schließe ich diesen Blogeintrag ab und wünsche allen, die den Weg hierher noch finden, ein gesundes Jahr 2016 und ein glückliches Händchen bei allem, was Euch wichtig, lieb und teuer ist - möge es gelingen!