Freitag, 1. Januar 2016

Same procedure... Reset, alles auf Anfang

Getreu dem Motto dieses Blogs, gibts heute noch einmal einen Beitrag von mir. Eigentlich war das nicht geplant, doch wie so oft, macht das Leben was es will und so sitze ich hier nun und philosophiere über das vergangene Jahr und spekuliere, was wohl im neuen so alles passieren könnte.

Wahnsinn, was für ein Jahr 2015 war! Wenn ich die Rückschauen im Fernsehen sehe, wird mir Angst und Bange, was da wohl noch auf uns zurollt. Aber nicht nur die Terror- und Flüchtlingssituation ist damit gemeint, sondern im Ganzen meine ich die rasante Entwicklung von irgendwas. Manchmal habe ich das Gefühl, ich komme nicht mehr mit, mit all dem, was so täglich passiert, was sich ständig ändert - vielleicht liegt es ja am fortschreitenden Alter ;-)....

Mein 2015 war ein Jahr mit vielen Veränderungen. Privat wie beruflich hat sich einiges getan. Menschen sind in meinem Leben neu dazu gekommen, andere, bis dahin lang befreundete Menschen sind gegangen, einige sind wieder gekommen, andere für immer aus dem Leben genommen worden, manches hängt vielleicht noch in der Schwebe, wer weiß, wie es kommen wird, ob sich unsere Wege wieder kreuzen und unsere Seelen nochmal begegnen werden. So ist das Leben, ein Kommen und Gehen, ein Auf und Ab, wo sich eine Türe schließt, öffnet sich die nächste bereits. Ich freue mich gerade sehr, dass ich das so unerwartet entspannt und gelassen und ohne jede Wehmut sagen kann.

Normalerweise bekomme ich im Dezember immer meinen ganz persönlichen Christmas-blues. Diesmal hielt sich alles sehr in Grenzen, um nicht allzu euphorisch zu klingen. Ich denke, dass ich diesen Umstand einer kurzfristigen (und freiwillig initiierten) Abordnung meines Arbeitgebers zu verdanken habe, wegen der ich seit dem 10.12.2015 im Sozialamt aushelfe. Noch bis zum 15.01.16 bin ich mit 6 Stunden dort beschäftigt. Das war das Beste, was mir passieren konnte zum genau richtigen Zeitpunkt. Denn leider, ich muss es sagen, wie es ist, bin ich mit dem Wechsel der Schule vom Regen in die Traufe gekommen. Aus diesem Grund habe ich mich auch jetzt intern beworben und hoffe, nein bete, dass es klappt. Aus der Schule muss ich raus, ich kann und will diese Arbeit nicht mehr machen, ich bin gnadenlos unterfordert dort. Es genügt mir nicht, mit Präsenz und Freundlichkeit zu glänzen und für Alle und Jeden der Tuppes vom Dienst zu sein, Pflästerchen hier, Kühlpack da. Ich kann und will (und werde!!) Wertvolleres leisten. Meiner Chefin von der Stadt bin ich unglaublich dankbar, dass sie in dieser Art und Weise hinter mir steht, das ist so ein wunderbares Gefühl und in Zeiten wie diesen sicher nicht selbstverständlich. Die nächsten zwei, drei Wochen bleiben daher sehr spannend.

Eine gute Freundin meinte vor kurzem zu  mir, mein Leben sei eine Achterbahn, ein konstantes Auf und Ab, und ich lachte darüber, denn ja, es stimmt. Wenn es eine Konstante in meinem Leben gibt, dann ist die Unbeständigkeit meiner Stimmungen wohl der rote Faden. Erstaunlicherweise habe ich festgestellt, dass dies unglaublich viel mit meiner beruflichen Situation und Zufriedenheit zusammen hängt. Wenn es dort nicht läuft und ich vor allem wieder drohe, in ein bore-out zu fallen, stelle ich alles und jeden in Frage, das zieht sich durch meinen gesamten Lebensbereich, das macht mich depressiv und unzufrieden. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sehr ich mich über meine Arbeit defniere. Von einer anderen Freundin, mit der ich darüber sprach, bekam ich die hundertprozentige Zustimmung dazu, bei ihr sei das genauso. So hoffe ich auch für Dirk, der meine Launen und Stimmungen immer noch mit viel Liebe und weitestgehend inzwischen auch Verständnis, erträgt, dass dieser berufliche Eiertanz bei  mir nun bald ein Ende hat. Denn auch er bekam diese unerträgliche Situation am eigenen Leib nur allzu gut zu spüren, als ich im Frühjahr kurz ausgezogen bin. Aber, wie sage ich immer so schön: nichts geschieht ohne Grund, auch wenn sich dieser nicht immer sofort offenbart.

Wenn ich da an die Zeit vor einem Jahr denke, war alles in Aufruhr in mir und ich wartete auf meinen Klinikaufenthalt, von dem ich mir wohl nahezu ein kleines Wunder erhoffte. Zu dem Zeitpunkt ging es mir sehr schlecht. Ob er was gebracht hat, der Klinikaufenthalt? Ja, absolut. Zum einen hat er mir eine sehr wertvolle Erfahrung beschert, auch wichtige Erkenntnisse und die Starthilfe in ein neues Bewußtsein für mich selbst gegeben. Statt es immer anderen recht machen zu wollen, sollte man sich selbst zunächst der wichtigste Mensch im Leben sein.

Sportlich und ernährungstechnisch war das Jahr eher ein mäßiger Erfolg, auch hier bleibt das Auf und Ab mir treu ;-). Nein, gute Vorsätze will ich nicht aussprechen, denn ich weiß, dass ich sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht umsetzen werde. Nur eine Sache liegt mir am Herzen, was ich wirklich künftig berücksichtigen möchte: weniger denken, mehr machen. Damit schließe ich diesen Blogeintrag ab und wünsche allen, die den Weg hierher noch finden, ein gesundes Jahr 2016 und ein glückliches Händchen bei allem, was Euch wichtig, lieb und teuer ist - möge es gelingen!

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